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Kategorien > Paranormal > Fantasy

Geisterhaus

von Kat

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Ich saß auf einer Bank, an einem plätschernden Fluss. Vor meinen Augen erstreckte sich eine riesige Wiese, in der Mitte eine einsame Schaukel, befestigt an einer alten Eiche. Ein angrenzender Wal verdeckte fast das große, alte Haus im viktorianischen Stil. Nur das Dach spitzte hinter den hohen Baumwipfeln hervor.
Ich beobachtete die zwei kleinen Mädchen, die lachten und wild an der Schaukel spielten. Am Waldrand ging ein Pärchen und hielt Händchen. Sie würden die Kleinen nicht bemerkten.
Wenn sie mir überhaupt den Blick zuwandten, würden sie mich alleine auf der Bank sitzen sehen und sich höchstens über die rastlos hin- und her schwingende Schaukel wundern.
Es würde sie vermutlich nicht interessieren. Im Gegensatz zu mir. Ich fragte mich, was mit den beiden passiert war. Ich war die Einzige, die sie je sehen würde. Ich wusste nicht, warum sich die Toten nur mir zeigten, aber ich hatte mich damit abgefunden.
Was mir aber keine Ruhe ließ, war dass ich ihnen nicht vorher hatte helfen können. Das konnte niemand.
Wie waren sie ums Leben gekommen? Das war die Frage, die sich mir immer wieder aufdrängte. Mir taten sie immer Leid.
Lachen. Wie in einem Traum. Es hallte wider und wurde leiser und lauter.
Das weiße Kleid bauschte sich im Wind und das schwarze Haar wehte um das Mädchen auf der Schaukel herum.
Es hatte einen großen, gelben Hut auf dem Kopf. Beim nächsten vorschwingen, flog der Hut davon und schwebte auf den Boden. Das andere Kind, mit den blonden Locken lief darauf zu, hob ihn auf und setzte ihn sich stolz auf den eigenen Kopf.
Das schwarzhaarige Mädchen sprang von der Schaukel und lief auf die andere zu, um ihr den Strohhut abzunehmen.
Sich gegenseitig jagend und lachend liefen sie über die bunte Blumenwiese. Plötzlich fingen sie an zu flimmern und zu verblassen. Dann waren sie verschwunden. Weg! Nur das Kichern hallte noch nach.
Seufzend erhob ich mich von der alten, morschen Bank. Ich schloss die Augen, holte tief Luft und ging über die saftige Wiese. Das lange, hohe Gras kitzelte an meinen nackten Waden. Die Sonne schien mir warm auf den Rücken. Ein wunderschöner Tag und doch so ein trauriges Erlebnis.
Sie waren noch so jung gewesen. Das machte mich so fertig. Ließ mein Herz schwer und mich rastlos werden. Und wie mussten sich erst die Eltern gefühlt haben? Und warum konnte ich nicht helfen?
Sanft strich ich über die Schaukel. Eine Träne rann mir übers Gesicht. Ich wischte sie weg.
Ich drehte mich um und schlenderte davon.

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