Gemaelde der Finsternis
von
Anja
1
Es stehen unbeweglich die Sterne in der Hoeh,
Sie sprechen eine Sprache,
die ist so reich an Woertern,
doch ist Sie nicht zuhoeren,
keiner kann diese Sprache verstehen.
Wie Sie am Himmel strahlen,
in Diamantenpracht.
Es faellt kein Strahl auf diese Nacht.
Dumpf droehnt die Welt mir ins Gehoer,
bis in der Seele tiefsten Raum,
Ich atme schwer,
Ich atme kaum,
Sie steigen aus der Gruft,
Reiten durch den dichten Wald.
Gib acht auf die dunkle Gestalt,
So bleich, so traurig,
die Blaetter sie rauschen schaurig.
Tanzt im Kreise dicht,
sehr nah,
um mich herum die Schwarze Schar,
draengt heran,
erfasst mich schwer,
lautes Gelaechter schallt.
Immer enger wird der Kreis,
da ging sie hin die Seligkeit,
Gehoerst uns nun in Ewigkeit.
Das ist der finstere Sohn der Nacht,
der hier den segnenden Priester macht.
Er fluestert die Formel aus schwarzem Buch,
Sein beten ist Lästern sein segnen ein Fluch.
Traene rinn aus meinem Auge,
brich aus meinem Leib,
mit dunklem, kalten Blut ich die Woerter nieder schreib.
Alles Unheil brachten die Aepfel,
Eva brachte damit den Tod,
Eris brachte Trojas Flammen,
du brachtest beides
Flammen und Tod
Aus dem Spalt des Elends,
kamen die Elfen empor und schmetterten mit Schluchzen hervor.
Sie erzaehlten von der Geisterinsel,
daemmrig lag sie im Mondenglanz,
trostlos auf weitem Meer,
Nebelschwaden trugen sie umher.
Der Sarg stand da,
schon die ganze Zeit,
keiner sah,
doch war ich bereit,
Traurig rauschen Baum und Blatt,
wenn der Traurige dem Walde langsam sich genaehert hat.
Kaum das grausame Wort verklang,
das finstere Lachen lang.
Buchstaben von Feuer,
an weisser Wand,
schrieb ich mit zitternder Hand,
die Magier kamen,
doch keiner verstand zu deuten die Flammenschrift an der Wand.
Anfangs wollte ich fast aufgeben,
und ich glaubte ich ertrag es nie,
Ich hab es doch getragen,
all die Jahre,
Ich weiss nur nicht wie.
So liegen die Gedanken stumm und totengleich,
starren sie kalt und nebelbleich,
doch auf ein neues sie belebt,
wenn einst der Geist ueber Sie schwebt.
Kommt dies je in eine Hand,
mein Gedanke aus dunklem Land,
Es loest sich der Zauberbann,
die blassen Buchstaben
schauen dich an.
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Kommentare
Roman schrieb am 2007-05-04 13:37:26:
Perfekt. Nichts anderes habe ich erwartet von dir. Wie bist du da schon wieder drauf gekommen ?
Nina schrieb am 2007-04-03 15:19:19:
Sehr gut. Find ich wirklich richtig gut.
Speedy schrieb am 2007-04-03 14:59:55:
wunderschön
S E N S A T I O N E L L
Hugin&Muninn schrieb am 2007-03-25 20:32:49:
Ein echt gutes Gedicht regt zum nachdenken an.
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