Gestern ist heute ist morgen.
von
Polly
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Gestern ist heute ist morgen.
Um Acht Uhr wollte ich aufstehen, das hatte ich mir Sonntag Abend fest vorgenommen. Wollte dann ein paar Zigaretten rauchen, mindestens zwei Kaffee trinken und die Zeitung lesen. Für wichtige Erledigungen hatte ich mir mal wieder einen Zettel gemacht, diesmal mit der Telefonnummer vom Sekretariat der Uni, ich hatte meine Rückmeldung noch nicht bezahlt und bei der Krankenversicherung musste ich auch dringend anrufen. Dann wollte ich zur Bank, die Sache mit dem Dispo klären. Ich war sehr stolz auf meinen Plan.
Abend wollte ich noch duschen, aber als ich mit dem Handtuch vor dem Bad stand, kam gerade der Strubbelkopf heraus und fragte mich, ob ich nicht den spannenden Film aus Schweden im Ersten mit ihm sehen wollte. Auch mein anderer Mitbewohner meinte, dass ich noch nach dem Film duschen könne. Warum nicht? Also folgte ich ihnen ins Wohnzimmer und nach dem Film aus Schweden kam noch ein Krimi in SchwarzWeiß,die Couch war zu gemütlich und weil der Film so spannend war, verschob ich das Duschen auf den nächsten Morgen. Dann halt nur ein Kaffee und die Zeitung könnte ich auch in der Bahn zur Arbeit lesen. Nach dem Krimi kündigte ich feierlich an ins Bett zu gehen, es war noch vor Mitternacht. Der Strubbelkopf gab lachend bissige Kommentare von sich, mein langer Mitbewohner klopfte mir zuversichtlich auf die Schulter. Da er selber früh aufstehen wollte, bot er an, mich zu wecken, falls ich doch verschlafen sollte. Ein guter Plan, er brachte Sicherheit. Warscheinlich setzte ich mich deshalb wieder zu den Beiden auf die Couch. Es war fünf Uhr als ich den Fernseher ausschaltete. Mir dröhnte der Kopf und es dämmerte schon, als ich mich schlafen legte. Ich war zuversichtlich, ausnahmsweise würde ich auch mit wenig Schlaf auskommen.
Drei Stunden später quälte mich der Wecker, schrill drang er in meinen Traum hinein, der so schön gewesen war. Schlaftrunken öffnete ich die Augen, Kopfschmerz breitete sich aus, das Bett war so schön warm. Der Wecker quälte mich weiter, ich stöhnte. Sonnenstrahlen drangen in mein Zimmer, ich blinzelte und erkannte, dass ich das Fenster letzte Nacht nicht geschlossen hatte. Der Wecker schellte immer noch. Er lag weit weg vom Bett, so weit, dass ich aufstehen musste, um ihn auszustellen. Ich ließ mich aus dem Bett rollen, als ich die Kälte spürte, fluchte ich. Je näher ich dem Wecker kam, umso mehr drang dieser schrille Weckton in meinen Schädel ein. Da, ich musste nur noch den Arm ausstrecken und oben drauf drücken, wunderschöne Ruhe!Dass ich jedoch wieder ins warme Bett kriechen würde, gehörte nicht zu meinem Plan. Ich fluchte schon wieder über die eisige Kälte in meinem Zimmer. Ich hatte den Wecker ausgestellt, wollte mich nur noch mal kurz im Bett aufwärmen, mein langer Mitbewohner würde gleich an die Tür klopfen, solange wollte ich noch die Wärme unter der Bettdecke genießen. Nochmal umdrehen, strecken, wieder zusammen rollen. Ich hatte nur kurz die Augen geschlossen, tief eingeatmet und als ich sie wieder öffnete, lag ich auf der Seite, hatte die Beine angezogen und mein Kopfschmerz war weg. Meine Augen waren leicht verklebt, ich rieb sie mir und sah zum Fenster. Der Himmel war wolkenverhangen. Ein Blick auf die Uhr reichte aus, dann fühlte ich mich schlecht. Es war 10 Uhr, zwei Stunden meines tollen Plans hatte ich verschlafen. Warum hatte mein langer Mitbewohner mich nicht geweckt? Ich drehte mich stöhnend um und versuchte trotz schläfriger Benommenheit den Tag neu zu ordnen mit. Die Sache mit der Bank musste ich wohl auf morgen verschieben, vielleicht auch die wichtigen Telefonate mit der Krankenversicherung und der Uni. Nur einen Kaffee und nur zwei Zigaretten, wollte ich noch duschen, müsste ich spätestens jetzt aufstehen. Ich schaute nochmals auf die Uhrzeit und versuchte die Zeit, die mir blieb, bis ich zur Arbeit musste, aus zurechnen. Duschen halt nur fünf Minuten und den Kaffee müsste ich mir mal wieder an der Tankstelle kaufen, rauchen konnte ich auch auf dem Weg. Ich streckte mich und kuschelte mich nochmal kurz in die Decke. Dabei muss ich irgendwie eingeschlafen sein, ich erinnere mich an einen Alptraum. Mein Herzschlag ging schnell, als ich auf dem Rücken liegend wach wurde. Ich roch gedünstete Zwiebeln, spürte Speichel an meiner Wange herunter laufen, mein Mund war trocken. Ich rieb mir die Augen, suchte nach dem Wasserglas und schreckte hoch. Auf dem Wecker stand 15 Uhr und noch viel schlimmer: 45 Minuten. Mein Kopf fühlte sich heiß an, ich streckte mich, bekam einen Krampf in der Wade. Ich wollte fluchen, aber musste erst mal husten. Es war Viertel vor Vier! Seit zwei Stunden hätte ich auf der Arbeit sein sollen. Ich schwitzte, die Haare klebten mir im Gesicht, ich hörte starken Regen gegen das Fenstern prasseln. Ein Wetter, um im Bett zu bleiben. Stöhnend suchte ich nach den Zigaretten, sie lagen neben meinem Bett. Ich steckte mir eine an. Ich war zu benommen, um mich über mich selbst zu ärgern, also war der Wecker schuld und mir fiel plötzlich wieder das Weck-Versprechen meines langen Mitbewohners ein. Er hatte mich nicht geweckt! Die Zigarette führte dazu, dass mein Hals kratzte, ich musste wieder husten und drückte sie aus. Außerdem wurde der Kopfschmerz schlimmer, er zog sich vom Nacken hoch. Ich musste duschen um klar zu kommen, kalt duschen! Stöhnend stützte ich mich auf, meine Arme gaben nach, ich war zu schwach. Hustend fluchte ich und stieß ein paar leere Wasserflaschen um, sie fielen klirrend auf den Boden, ein schreckliches Geräusch. Dann klopfte es an meine Zimmertür, ich rief barsch „Herein“. Sie öffnete sich und mein Mitbewohner steckte seinen strubbeligen Kopf hindurch. „Ach, Du bist zu Hause. Dachte, du bist arbeiten...wolltest Du nicht um Acht aufstehen?“ „Ich warf ihm irgendwas unverständliches gegen den Kopf und fluchte weiter. „Ich lass die Tür mal auf!“ sagte er noch und ging. Ich rief ihm wüste Beschimpfungen hinter her, was ihm denn einfalle und so. Dann stand ich auf, warscheinlich wäre ich liegen geblieben, hätte er die Türe wieder geschlossen. Ich schlurfte ins Bad, prallte da mit meinem anderen Mitbewohner zusammen. „Auch verschlafen?“ fragte er mich und erst jetzt sah ich den Kissenabdruck auf seiner linken Wange. „Du wolltest mich wecken! Du hattest Verantwortung!“ motzte ich ihn laut an und versuchte ihn aus dem Bad zu schieben. Er wollte etwas sagen, da schob ich ihn ganz aus dem Bad und schloss ab. Widerstandslos fügte er sich, dabei hatte er schon ein Handtuch auf seiner Schulter liegen, er wollte wohl selber duschen. Ich war allerdings so was von schlecht gelaunt, dass ich auf ihn jetzt keine Rücksicht nehmen konnte. Nach mehr als Zehn Stunden Schlaf räumte ich mir jedoch das Recht ein, egoistische Züge zeigen zu dürfen. Ich stieg in die Dusche, drehte das Wasser an. Eiskaltes Wasser traf auf mein Gesicht wie hunderte Nägel und ich schrie auf. Gekicher in der Küche. „Der Boiler ist wieder kaputt!“ rief der Strubbelkopf. Ich schnauzte laut fürchterliche
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Kommentare
Bubbly schrieb am 2009-01-31 22:50:18:
so fühl ich mich jeden morgen. meine eltern regen sich schon immer aufXD. gut story. find ich toll.
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