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Kategorien > Love Story´s > Heimlich

Gestohlener Augenblick

von Stevie Hall

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Es war ein heißer Sommertag, schwül und drückend. Sie schwitzte schrecklich, denn sie trug Jeans, damit sie es sich bei Bedarf auch auf dem mit Grasbüscheln bedeckten Boden bequem machen konnte. Das dünne schwarze Top war auch nicht gerade hitzetauglich. Aber bei solchen Open Airs durfte man nicht zimperlich sein. Was machten schon ein bisschen Schweiß und Grasflecken auf der Hose. Dafür bekam man mit etwas Glück ein richtig geiles Konzert geboten. Sie konnte ja froh sein, dass es nicht in Strömen regnete, das hatte sie auch schon erlebt. Klatschnasse, strähnige Haare, nasse Klamotten, matschbeschmierte Schuhe – nein, dann doch lieber verschwitztes T-Shirt.

Sie wartete am Rand der Wiese, bis er einen Parkplatz gefunden hatte. Sie freute sich wahnsinnig, dass es ihnen gelungen war zu zweit zu diesem Konzert zu gehen. Zum Glück war es eine Band, die den anderen zu laut und zu heftig war. Das hatten sie schon ganz bewusst in diese Richtung gesteuert und es war ihnen gelungen. Er hatte einen Parkplatz gefunden und kam jetzt auf sie zu. Er nahm ihre Hand und sie gingen, beide ziemlich nervös, denn sie hatten nur selten Gelegenheit zu zweit zu sein, zum Open Air Gelände. Am Eingang mussten sie Schlange stehen und, endlich, nach einer halben Stunde waren sie im Innenbereich angelangt. Die Leute saßen, lagen, standen überall auf dem Gras. Sie suchten sich auch einen Platz am Rand der Menge, im Halbschatten eines Baumes. Sie setzten sich auf den Boden, schauten sich in die Augen, hielten sich an den Händen und konnten ihre Befangenheit doch nicht abschütteln. Scheiße, dachte sie, da freut man sich schon seit Wochen darauf und dann kann man es nicht wirklich genießen. Die Vorgruppe begann zu spielen, mehr schlecht als recht, und sie kamen mit einer Gruppe von schräg aussehenden Typen neben ihnen ins Gespräch. Bald wurde ihnen Bier aus einem Kanister angeboten, der auf verbotenen Wegen hereingeschmuggelt worden war. Sie tranken gemeinsam aus einem Plastikbecher und allmählich lockerte sich die Stimmung. Sie lauschten der Vorgruppe nur mit halbem Interesse und waren froh, als sie endlich zum Ende kamen. Nach einer Pause, in der noch mehr getrunken wurde, wurden auf der Bühne die Instrumente hereingebracht und endlich kam die Band, auf die alle gewartet hatten. Sie wurden euphorisch begrüßt und schnell war die richtige Stimmung da.

Sie standen jetzt auch, wie alle anderen, und der Platz im Innenraum wurde immer enger. Sie war froh, dass es eng war und stellte sich vor ihn. Er war einen ganzen Kopf größer als sie und konnte bequem über sie hinwegsehen. Sie lehnte sich leicht an ihn und spürte, dass auch sein T-Shirt nassgeschwitzt war. Er legte seine Arme um sie und zog sie näher zu sich heran. Sie spürte, dass er nervös war, denn er zitterte leicht. Sie genoss seine Wärme, auch wenn sie jetzt noch mehr schwitzte. Sie legte ihre Hände auf seine, die auf ihrem Bauch lagen. Die Musik war gut und sie wiegten sich in ihrem Rhythmus. Er drückte sie noch enger an sich. Es war ein wunderschönes Gefühl und die Musik war ihr inzwischen gar nicht mehr bewusst. Sie spürte nur ihn, genoss es seine Haut zu spüren und zu riechen. Seine rechte Hand wanderte unter ihr T-Shirt, wo sie nach oben kroch und sich warm auf ihre linke Brust legte, die heute nicht von einem BH behütet wurde. Oh Gott, war das schön. Sein Zeigefinger strich leicht über ihre Brustwarze und sofort spürte sie ein Kribbeln an einer tieferen Stelle. Jetzt hätte sie doch lieber einen Rock an mit wenig darunter. Auch in ihrem Bauch kribbelte es und sie spürte seine Erregung an ihrem Rücken. Sie hörte seinen schnellen Atem neben ihrem Ohr. Sie hatten sich noch kein einziges Mal geküsst.

Sie waren so mit sich selbst beschäftigt gewesen, dass sie gar nicht gemerkt hatten, wie das Konzert sich dem Ende zuneigte. Gerade wurde die Zugabe gespielt und schon war es vorbei. Die Menge löste sich allmählich auf und strömte dem Ausgang zu. Sie beide blieben noch eng umschlungen an ihrem Platz stehen. Sie drehte sich zu ihm um und, endlich, küssten sie sich, lange und immer wieder, bis sie merkten, dass die Menge sich schon fast ganz aufgelöst hatte. Wehmütig lösten sie sich voneinander, fassten sich an den Händen und gingen langsam dem Ausgang zu. Zu Hause warteten ihre Leute auf sie und sie wussten, dass sie wieder lange auf einen solchen Augenblick würden warten müssen.

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Kommentare

diablos schrieb am 2010-07-12 19:48:31:
ist gut geschrieben aber leider mag ich keine lovestorys. aber weiter so.
Schoko2836103 schrieb am 2010-07-05 17:16:59:
Ich mag sie wircklich :)
nici schrieb am 2010-07-04 22:07:00:
hey,
ich finde deine geschichte an sich gut. Du hättest sie allerdings noch etwas mitreißender gestalten können, was dir besonders im mittelteil finde ich nicht so gut gelungen ist. aber sonst nicht schlecht.
Tina schrieb am 2010-06-29 10:27:05:
Eine schöne Story, nur wüsste ich doch gerne, warum die beiden so wenig miteinander verbringen können. Wohnen Sie vielleicht zuu weit voneinander weg? Ich habe auch eine Lovestory geschrieben, sie heißt Giovanni & Senta, ist etwas länger, als eine Seite.
Grüße von Tina

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