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Kategorien > Verzweiflung > Tod

Gestorbene Liebe

von xX_eMiiLy_Xx

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Gestorbene Liebe


Ich war so glücklich! Mein neuer Freund Julien und ich, wir waren gerade frisch verliebt, saßen draußen am Hotelpool und schauten eng aneinander gekuschelt die Sterne an. Es war Sommer und er und ich hatten uns hier auf Mallorca im Hotel kennen gelernt. Und sofort hatten wir uns ineinander verliebt. Endlich waren wir zusammen und ich genoss die Zeit, die ich mit ihm verbrachte. Denn ja schon in einer Woche musste ich abreisen und er wohnte viel zu weit weg um einfach mal so vorbeizukommen. Dazu mussten wir uns schon in den Ferien oder am Wochenende verabreden, um uns zu sehen. Das Problem dabei war, dass Juliens Eltern keine Freundin erlaubten. Er war zwar schon fünfzehn und ich dreizehn, doch sie waren so streng, das war nicht zum Aushalten. Zum Glück wussten die beiden noch nicht, dass es mich da gab.
Irgendwann wurde es kalt und wir gingen in die Bar. Weil hier seine Eltern saßen, konnten wir uns nicht gemeinsam irgendwo niederlassen. Deshalb verabschiedete ich mich und ging aufs Zimmer, zu meiner allein erziehenden Mutter, die gleichzeitig meine beste Freundin war und ich konnte mit ihr wirklich über alles reden.
So auch heute Abend. Ich erzählte Mama alles, was ich erlebt hatte und wie verliebt ich war. Sie grinste und erzählte dann von ihrer Kindheit und ihren ersten Beziehungen. Es waren wirklich witzige Geschichten dabei und nachdem wir unseren Tee fertig getrunken und die Tassen wieder hinunter zu der Bar gebracht hatten, gingen wir ins Bett und schliefen schon bald ein.
Mama war ziemlich müde und ich, ich wollte einfach schlafen, denn ich war so glücklich und fieberte dem nächsten Tag entgegen, an dem ich Julien wieder sah.

Der Morgen wurde ziemlich entspannt. Mama und ich frühstückten, wobei ich mit Julien eine Runde vor der Tür knutschte und ausmachte, mich heute Abend um neun an unserem Lieblingsplatz am Pool zu treffen. Ich freute mich schon darauf und so war ich am Strand bester Laune. Gemeinsam bauten Mama und ich eine Sandburg, gingen schwimmen und lasen freche Bücher. Um sechs brachen wir auf, denn der Wind wehte ein bisschen und wir hatten Hunger. Das Essen schmeckte ausgezeichnet und besonders der Salat hatte es mir angetan. Deshalb schaufelte ich mir gleich eine Riesenportion auf den Teller, legte Tomaten, Gurken und Paprika dazu und goss reichlich Kräuterdressing darüber. Dann aß ich gemütlich und langsam, damit es nicht mehr so lange bis neuen Uhr dauerte.
Doch de Zeit wollte nicht vergehen. Mama fragte mich, warum ich dauernd auf die Uhr schaute und ich nannte ihr den Grund. Sie lachte und sagte, da hätte ich ja wohl meine große Liebe gefunden, wenn mir das Treffen so wichtig war. Ja, das war es wirklich. Um viertel vor neun hielt ich es nicht mehr aus und ging schon einmal. Dasselbe hatte sich wohl auch mein Schatz gedacht, denn als ich da war, kam er auch gerade an. Wir lachten und er nahm mich in den Arm und wirbelte mich herum. Dann bekam ich einen kurzen Kuss und wir setzten uns, mit einer weichen Decke zugedeckt, an den Pool, so wie gestern Abend. Doch heute redeten wir viel, und lachten. Da erklang ein romantisches Liebeslied von drinnen. Julien nahm mich an den Händen, zog mich auf die große Wiese und wir tanzten eng umschlungen. Gerade als wir uns verliebt anschauten, kamen Juliens Eltern angerannt und der Vater wurde puterrot, als er sah, dass wir uns küssten.
Er brüllte seinen Sohn an: ,,Julien! Du weißt genau, dass du keine Freundin haben darfst! Und da du ja sicher nicht willig bist, dieses Mädchen zu verlassen, werden wir eben unseren Urlaub absagen und in einen anderen Landsteil reisen. Du kannst jetzt deine Sachen packen. Ich schrie hinter Julien her, doch sein Vater packte ihn und zerrte ihn mit aufs Zimmer. Julien versuchte, sich aus dem Griff zu winden und motzte dabei seinen Vater an. Doch es half nichts: Julien musste gehen.
Ich setzte mich auf die Wiese und dachte traurig nach, die Tränen tropften ins Gras. Doch plötzlich hatte ich einen grandiosen Plan. Ich wollte mich ans Zimmer schleichen, oder dem Vater hinterher und hören, in welches Hotel sie fuhren. Vielleicht konnte ich Julien bei einer Stadtrundfahrt mal besuchen oder er mich. So schlich ich mich ans Zimmer und lauschte. Gerade telefonierte der Vater:…ja gut, dann freue ich mich schon darauf, den Rest meines Urlaubs bei ihnen in Sa Coma zu verbringen! Wie heißt das Hotel gleich? Ja genau, Zum Seepferdchen. Ja gut, bis später dann. Und Dankeschön. Tschüss!”
Ich rieb mir innerlich die Hände und lächelte. So leicht würde meinen Schatz und mich niemand auseinander bringen.
Also rannte ich schnell auf unser Zimmer, schrieb mir den Namen und den Ort auf einen Zettel und steckte ihn ein. Dann zog ich mir eine lange Hose und eine Strickjacke an, rannte raus und wartete versteckt in einer Ecke auf Julien und seine Eltern. Als ich schon fast dachte, sie wären schon weg, kamen die Eltern mit schweren Koffern angeächzt. Julien schritt dahinter und ich sah, dass er nicht mehr mit seinen Eltern reden wollte. Ich konnte ihn verstehen, er war genau so wie ich verletzt, wütend und traurig. Doch ich hatte noch das Ass im Ärmel.
Endlich waren de Koffer in dem Mietwagen verstaut und die Familie hatte sich hineingesetzt. Da trat ich aus meinem Versteck und rief, als der Vater langsam anfuhr: ,,Julien! Ich will dich nicht verlieren! Und das werden wir auch nicht! Wir sehen uns wieder! ICH LIEBE DICH!”
Julien drehte sich um, lächelte mich an und legte seine Hände an die Scheibe. Ich warf ihm ein Fliegküsschen zu, doch da fuhr sein Vater ruckartig los. Eben war er noch langsam gewesen, doch jetzt hatte er Angst, dass Julien aus dem Wagen stieg.
Erst wollte ich grinsen, doch dann sah ich den Baum, der quer auf der Straße lag. Ich schrie: ,,Nein! Halt! Halten sie doch an! Da liegt ein Baumstamm! NEIN!”
Doch der Vater hatte es schon selbst bemerkt. Er wollte bremsen, aber die ruckartige Geschwindigkeit ließ sich nicht bremsen. Das Auto überschlug sich mehrmals und landete dann zerbeult, kaputt und umgedreht im Gebüsch. In mir kam Verzweiflung und Angst hoch und ich rannte in die Rezeption. Dort berichtete ich hastig, hysterisch und angsterfüllt, was passiert war. Der Mann rief sofort Polizei und Krankenwagen und Mama und ich liefen zu dem, als endlich die großen Wagen eintrafen. Ich betete und hoffte, ich weinte und hatte Angst, doch dann kam der große Schock.
Ein Arzt nahm mich beiseite und erklärte leise und beunruhigt: ,,Es tut mir Leid, doch ihre liebe Familie werden sie nicht vollständig behalten können. Die Mutter und der Vater konnten gerettet werden, doch - ihr… ihr… ihr Freund ist tot.”
Für mich war das Alles. Ich brach weinend in den Armen meiner Mutter zusammen und heulte und heulte, bis ich nicht mehr konnte. Es tat so weh, dass alle gerettet wurden, nur er.
Julien war tot und ich würde ihn nie wieder sehen können!
Ich hatte alles verloren und damit auch meine Freude am Leben!

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