Gier
von
Julie Niebur
1
<Notiz vom Autor>
Dies ist der Anfang meiner eigenen Interpretation der Sieben Todsünden. Ich werde wahrscheinlich alle Geschichten in Gedichtform und wie eine Art Märchen aufbauen.
</Notiz vom Autor>
Gier
Und so sprach der Diener zum ersten Mann.
Keine Furcht mein Freund!
Ich bin der Diener der Diener vom Wunderland
Unser Herrscher vor langer Zeit verschwand
Ich schenke dir den Thron mit unbegrenzter Macht
Ein Land und ein Schloss in all seiner Pracht!
Du musst mir nur ein Versprechen geben
Du musst für alle Zeiten im Wunderland leben
Das Volk, das Land und die Königlichen Pflichten pflegen
Der gierige Mann ließ sich auf das Angebot ein
Er schwelgte im Glück: Wie wird das Leben als König nur sein?
Die ersten Jahre umgab er sich mit Schmuck und Frauen
Und ließ den Palast jeden Monat aufs Neue ausbauen
Doch diese schönen Dinge reichten nicht aus
Der gierige strebte schon bald nach mehr, als nach einem Dasein in Saus und Braus
Er sprach „Mir gebührt mehr, als Ehre und Ruhm!“
Schon lange genügte nicht einfach sein Eigentum
So kam es, dass der gierige die Gelder anhob
Er verlangte mehr Steuern für Wasser und Brot
Sein Volk leistete mehr für eine geringe Belohnung
Zunehmend bildete sich unter den Leuten Argwohn und Ablehnung
In den Menschen schürte sich der Hass
Sie verdienten mehr von ihrem König für diesen Aderlass
Eines Tages eskalierte die Situation
Die Barden auf den Straßen sangen in Spott und Hohn:
„Stürzt den Herrscher, den gierigen, der Tyrann!
Sonst wird unser Reich in Armut und Not stürzen irgendwann!“
Von nun an lebte der König in stetiger Furcht
Seine Gedanken von Verfolgungswahn zerfurcht
Der Diener der Diener er kehrte zurück
Der gierige Mann lag zwischen seinen Schätzen – Stück für Stück
Er verlangte zu viel von seinen Leuten und immer mehr
Und rief letztendlich nur den Tod zu sich her
Der Diener war sehr enttäuscht von seinem Herrscher und verschwand
Und suchte erneut einen Herrscher für das Wunderland
1
Kommentare
Keine Kommentare vorhanden.
Kommentar hinzufügen