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Kategorien > Nachdenkliches > Verzweiflung

Giftlicht

von Spieß Marc

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Ein schwarzer Kasten voller Puppen - Puppen, die wimmern, schreien, um Hilfe rufen, sterben oder kurz davor sind. Kein Licht der Welt erhellt sie - kein Mensch der Welt erahnt ihr Schicksal. Mantel und Hut eng umbunden, vor Kälte zitternd am Boden suchen alle einen Weg nach draußen und finden ihn alle nicht. Wenn nur einer einen Einfall hätte, der sie allesamt könnte retten, doch diesen Einfall gibt es nicht, da ein Ausweg nicht vorhanden ist.
Plötzlich öffnet sich der Stahl - ein Schatten tritt hinein. Ein Lachen füllt den Raum, ein Zischen kommt hinein. Niemand weiß, was kommen könnte - doch jeder weiß, was kommen wird.
Der Stahl wird wieder zugedrückt und der Raum wird wieder dunkel. Kein Lachen erhellt den Raum, kein Licht umgibt die Puppen. Das Zischen wird lauter - die Augen fallen zu. Das Geschrei und das Gewimmer hört manch einer schon nicht mehr, Puppen krachen wimmernd zu Boden, niemand bleibt oben.
Plötzlich wird alles dunkel und ruhig, kein Laut mehr zu vernehmen. Die Puppe versucht ihre Augen zu öffnen, doch der Muskel ist gelähmt. Keinen Schritt kann sie mehr tun, alles vorbei und alles umsonst.
Der Stahl wird wieder aufgeschoben, ein Karren wird hineingefahren. Man sammelt die Puppen und trägt sie hinaus.
Doch die eine Puppe wollte leben, das Licht hatte sie nicht gelähmt. Man ließ sie liegen und tat es erneut, bis auch sie sich über die Ruhe im Körper freute.
Ein Mord an Puppen? Wohl kaum - 1944 Auschwitz-Birkenau

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