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Kategorien > Love Story´s > Schmerz

Glück im Unglück

von Dani

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„Papa, bitte! Nur heute Abend…“, bettelte Victoria ihren Vater an, auch wenn sie insgeheim wusste, dass es keinen Sinn hatte.
„Nein, Victoria! In zwei Wochen sind die Deutschen Meisterschaften im Springreiten und ich will eine gute Platzierung von dir sehen. Du kannst jetzt keine Ablenkungen gebrauchen, sondern sollst dich ganz auf dein Training konzentrieren. Also geh und ruf deine Freundin an, dass du heute nirgends wo hin gehst.“
Richard Schäfer wandte sich wieder seiner Zeitung zu, und die Diskussion um den Kinobesuch am Abend war beendet. Victoria wusste, dass es nichts bringen würde, weiter auf ihren Vater einzureden, also trollte sie sich, um ihre bester Freundin Sabine anzurufen und für den Abend abzusagen.
Sie tippte die wohlbekannte Nummer in die Tasten des Telefons und wartete auf das Freizeichen.
Nach wenigen Sekunden meldete sich eine herzliche Frauenstimme am anderen Ende der Leitung: „Hier Krüger, mit wem spreche ich?“
„Hallo, Frau Krüger. Hier ist Victoria. Ist Sabine da?“
„Oh Victoria… ja sie ist da, einen Moment ich hole sie“
Wieder wartete Victoria einige Sekunden, bis sie dann ihre beste Freundin an der Leitung hatte: „Hey Vicky, was gibt’s?“
„Ach Bine, ich kann heute Abend nicht mit kommen. Papa sagt ich soll trainieren und mich nicht ablenken lassen…“
„Och Süße… und da ist echt nichts zu machen?“
„Null komma nichts… du kennst ihn doch. Wenn ich bei der Deutschen nicht mindestens auf dem Treppchen stehe, komm ich gar nicht mehr aus dem Sattel“
„Hmm, na gut… also dann sehen wir uns am Montag, okay?“
„Ja Bine, viel Spaß heute Abend!“
„Danke Vicky. Hab dich lieb und nimms nicht so schwer, versprochen?“
„Ich dich auch, ja versprochen“
Ein Klicken in der Leitung verriet, dass Sabine aufgelegt hatte. Für einige Momente blieb Victoria noch auf der Kante ihrer großen Bettes sitzen mit dem Blick auf den Telefonhörer.
Dann stand sie auf, ging in die Küche um sich einen Apfel aus dem Obstkorb zu holen. Sie lugte durch die Tür ins Wohnzimmer und rief ihrem Vater zu: „Ich geh dann reiten…“
Mit einen kurzen Kopfnicken gab Richard ihr zu verstehen, dass er sie gehört hatte.
Victoria schnappte sich ihre Reitstiefel aus dem Schuhschrank und verließ das Haus. Es waren nur wenige Schritte bis zum Stall, in dem insgesamt 6 Pferde untergebracht waren.
Zwei davon gehörten Victoria, eines sollte sie zusätzlich auf Turnieren vorstellen. Die anderen drei gehörten ihrem Vater, ihrer Mutter und ihrem großen Bruder.
Genau dieser begegnete Victoria, während sie den Stallgang hinunter schlenderte, um zu ihrem Erfolgspferd „Mr. Wonderful“ oder einfach nur „Mister“ genannt, zu kommen.
„Hey Schwesterherz. Reitest du mit mir aus?“
„Ach, Sebastian… Papa hat gesagt, ich soll trainieren.“
„Das kannst du später noch machen. Ich bau dir dann die Sprünge auf.“
„Überredet…“, lachend hakte Victoria sich bei ihrem Bruder unter. Er schaffte es immer wieder, ihre schlechte Laune verfliegen zu lassen.
In Windeseile waren die beiden Pferd gesattelt, und die Geschwister trafen sich vor der Stalltür.
Geschmeidig stiegen sie in den Sattel und ritten Seite an Seite ihren gemeinsamen Lieblingsweg entlang.
Victoria spürte den Blick ihres Bruders auf sich ruhen. „Was guckst du mich so an? Hab ich plötzlich eine schwarze Nase oder so?“
Sebastian lächelte: „Nein, Kleines. Ich hab mich nur gerade gefragt, was los ist. Du siehst so bedrückt aus…?“
Victoria schaute stur zwischen den Ohren von Mr. Wonderful hindurch nach vorn. Es fiel ihr schwer, ihre Gefühle zu zeigen, selbst vor ihrem Bruder, der sie kannte, wie seine eigene Westentasche.
„Es ist nichts…“
„Hey, Victoria… das stimmt nicht, dass seh ich dir an der Nasenspitze an! Also los, raus damit… vielleicht kann dein alter Bruder dir ja helfen.“
Gegen ihren Willen musste Victoria bei den Worten ihres Bruders lachen. Er war zwar älter als sie, aber trotzdem erst 23, was man beim besten Willen nicht als „alt“ bezeichnen konnte.
„So gefällst du mir schon besser, Schwesterchen. Trotzdem, raus mit der Sprache, sonst kannst du deine Sprünge nachher allein aufbauen“
„Hey das ist Erpressung!“
„Ich weiß! Also?“
„Ach, ich wollte heute Abend mit Bine und ein paar anderen ins Kino gehen. Aber Papa hat es mir verboten, er meint ich soll mich nicht ablenken lassen.“
„Ach daher weht der Wind. Hmm, da kann selbst dein hochintelligenter Bruder dir nicht helfen. Wenn Vater sich was in den Kopf gesetzt hat, bekommt mans nicht mehr da raus“
„Hochintelligent?“, Victoria prustete los.
„Ja, etwa nicht?“
„Willst du eine ehrliche Antwort?“, fragte Victoria ihren Bruder mit einem schelmischen Grinsen im Gesicht.
„Oh, du kleines Biest, wart nur ich krieg dich!“
Doch Victoria hatte ihrem Hengst schon längst die Sporen gegeben und hatte bereits einen Riesenvorsprung.
Als die beiden nach etwa einer Stunde lachend auf den Hof zurück kamen, stand Richard Schäfer bereits Unheil verheißend in der Haustür.
Kaum waren Victoria und Sebastian abgestiegen, schallte auch schon seine kräftige Stimme über den ganzen Hof: „Victoria, hatte ich dir nicht gesagt, du sollst trainieren?“
„Das mach ich auch gleich noch, Papa!“, rief sie kleinlaut zurück.
„Wann hörst du endlich auf so leichtsinnig zu sein? Mr. Wonderful ist dein Championatspferd, und du setzt seine Beine, bei einem Ausritt aufs Spiel!“
„Es tut mir Leid Papa!“
„Das hoffe ich Victoria! Und nun geh trainieren, sonst kannst du in zwei Wochen gleich zu Hause bleiben, und mir diese Blamage ersparen!“
Victoria standen die Tränen in den Augen, als sie Mr. Wonderful in seine Box brachte und ihn absattelte. Sie brachte sein Sattelzeug in die Sattelkammer und verzog sich anschließend auf den Heuboden. Das tat sie immer, wenn sie wütend oder traurig war.
Das wusste auch Sebastian und wenige Minuten, nachdem Victoria sich in das süß duftende Heu gesetzt hatte, hörte sie ihren Bruder die Treppe hinauf poltern.
Oben angekommen, orientierte er sich kurz und setzte sich dann neben sie und legte einen Arm um ihre Schultern.
So saßen sie einige Minuten einfach still da und Sebastians Nähe war tröstlich für Victoria. Manchmal hatte sie das Gefühl, dass ihr Bruder der einzige war, der sie wirklich lieb hatte.
Ihr Vater wollte immer nur Erfolge sehen und ihre Mutter interessierte sich viel mehr für ihr Modegeschäft in der Stadt als für ihre Tochter.
Als Victoria sich wieder gefasst hatte, rappelte sie sich hoch, sah ihren Bruder an und fragte: „Steht dein Angebot mit dem Sprünge aufbauen noch?“
„Klar, Schwesterchen“
Nacheinander kletterten sie die steile Treppe zum Heuboden herunter, klopften sich die Halme von den Kleidern und machten sich auf den Weg zu Meridian, Victorias zweitem Pferd.

Nach etwa einer Stunde hartem Training, beendete Victoria ihre Lektion mit dem Wallach und brachte ihn wieder in den Stall.
„Puhh, jetzt brauch ich was zu trinken…“, meinte Sebastian und Victoria nickte zustimmend.
Einträchtig schlenderten die Geschwister auf das Haus zu, zogen sich die Schuhe aus und räumten

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Kommentare

evin schrieb am 2011-09-26 16:06:26:
die geschichte ist zu lang aber viel zu lang
Autor schrieb am 2008-05-10 20:53:17:
Vielen Dank für die Kommentare, die bauen auf :)
Ja ich schreibe eine Fortsetzung bzw. sie ist schon eingereicht...
Ich hoffe, dass die Geschichte euch auch weiterhin gefällt!!!
lg
jane schrieb am 2008-05-09 16:12:06:
ui jui jui....=D gehe mal davon aus, dass du eine fortsetzung schreibst, freue mich darauf! coole geschichte!!
Mel schrieb am 2008-05-09 13:24:11:
Die Geschichte ist durch und durch spannend geschrieben; da hätte man ewig weiterlesen können. Ich persönlich finde nur das Ende etwas enttäuschend. Irgendwie hatte ich die ganze Zeit damit gerechnet, dass noch etwas Schlimmes passiert ... und Viktoria verschont bleibt, von einem Unfall oder ähnlichem. Kann man dass jetzt so verstehen, dass sie sich in ihren Bruder verliebt hat? Ich denke, man könnte noch mehr aus der Geschichte rausholen, zumal sie phantastisch gut geschrieben ist.
sabine schrieb am 2008-05-09 13:22:03:
Schreib schnell weiter!
Hört sich echt interesannt an!

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