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Kategorien > Love Story´s > Begegnungen

Glück im Unglück3

von Dani

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Als Victoria mit dem satteln fertig war, half Johnny ihr hinauf und die beiden verließen den Stall in Richtung Reithalle.
20 Minuten lang wärmte Victoria ihren Wonder auf, bevor Johnny sie anwies, die ersten kleinen Sprünge zu nehmen. Nach und nach erhöhte er auf 1,55 m, die Höhe, die Victoria und Wonder auch bei der Meisterschaft nehmen mussten.
Völlig auf die Hindernisse konzentriert visierte Victoria einen Hochweitsprung an. Noch zwei Galoppsprünge, noch einen… kraftvoll stieß sich Mr.Wonderful ab. Victoria neigte ihren Oberkörper in vollkommender Harmonie mit ihrem geliebten Pferd nach vorne und gab mit der Hand nach, damit er sich strecken konnte. Es wurde ein perfekter Sprung.

Doch dann ging alles ganz schnell. Wonder landete etwas unsicher in einer kleinen Vertiefung, die sich während des Springens hinter dem Hindernis gebildet hatte. Dadurch kam Victoria aus dem Gleichgewicht und verlor den Halt im Sattel. Es katapultierte sie geradezu heraus und sie schlug mit dem Körper gegen die massive Holzbande, bevor sie zu allem Übel vor Wonders Füße rollte. Verzweifelt versuchte das Tier seiner geliebten Reiterin auszuweichen, doch er strauchelte und traf Victoria mit einem Huf am Bein, mit dem anderen am Kopf.

Das ganze spielte sich in sekundenschnelle ab. Johnny stand in der Mitte der Bahn und verfolgte das Geschehen entsetzt. Erst nach ein paar Sekunden konnte er sich aus der Starre lösen und rannte wie ein Besessener zu Victoria.
Sie lag merkwürdig verdreht auf dem hellen Sandboden. Wonder stand mit hängenden Zügeln neben ihr und beschnupperte vorsichtig ihr Gesicht. Das Pferd verstand nicht, warum sie nicht einfach aufstand, wie sonst auch. Sie war doch schon öfter herunter gefallen und jedes Mal, war sie sofort wieder aufgesprungen, aber nicht so heute.
Endlich hatte Johnny sie erreicht. Ihm wurde übel, als er ihr Gesicht sah. Es war leichenblass und sie blutete. Ihr rechtes Bein stand unnatürlich weit vom Körper ab und Johnny wagte es nicht sie zu bewegen. Geistesgegenwärtig zog er sein Handy aus der Tasche und tätigte den Notruf. Die Frau am anderen Ende stellte ihm einige Fragen und versprach, dass der Notarzt sowie der Rettungsdienst so schnell wie möglich kommen würden.

Wie in Trance stand Johnny neben dem Pferd und seiner Reiterin, unfähig sich zu bewegen oder nachzudenken. Immer wieder lief die Szene in seinem Kopf ab: Victoria ritt auf das Hindernis zu, Wonder sprang ab… es war alles perfekt….
Nach Stunden oder Minuten, Johnny hätte es nicht sagen können, hörte er endlich die Sirenen des Notarztes und des Krankenwagens. Noch ein wenig später rauschten die beiden Fahrzeuge auf den Hof und Johnny winkte am Halleneingang mit beiden Armen, um den Rettern den Weg zu zeigen.
Jetzt ging alles ganz schnell. Eine unglaublich Ruh ausstrahlend liefen der Notarzt und die Sanitäter in die Halle zu der verletzten Victoria. Einer der Männer drückte Johnny Mr. Wonderful in die Hand und er machte sich auf den Weg in den Stall, um ihn abzusatteln.
Als er gerade mit dem Pferd am Zügel über den Hof schritt, kam Sebastian ihm entgegen: „Moin Johnny, was ist denn hier für ein Krach? Und warum bringst du Wonder in den Stall?“
Johnny brachte keinen zusammenhängenden Satz heraus sondern krächzte nur: „Victoria… Halle…“
Sebastian verstand nicht, aber Johnnys blasses Gesicht sagte ihm, dass etwas schlimmes passiert sein musste und so nahm er die Beine in die Hand und sprintete zur Halle.
Victoria war inzwischen auf eine Trage gelegt worden. Ihren Hals umschloss eine Krause.
Gerade als Sebastian das Hallentor aufschob, trugen die Sanitäter das verletzte Mädchen hinaus.
Ihm wurde schlecht, bei dem Anblick, den seine geliebte Schwester bot. Noch immer war sie sehr blass und blutete.
Sebastian trat einen Schritt zurück um den Sanitätern Platz zu machen, doch dann ging er hinter ihnen her und wollte wissen: „Kann ich mitfahren ins Krankenhaus?“
„Wer sind sie?“, kam die Gegenfrage. „Ich bin ihr Bruder!“ „In Ordnung, steigen sie ein.“
Sebastian kletterte hinter dem Notarzt in den Krankenwagen und schon verließen sie den Hof in Richtung Krankenhaus.
******
Die Fahrt schien gar nicht enden zu wollen, so kam es jedenfalls Sebastian vor.
Immer wieder warf er seiner kleinen Schwester angsterfüllte Blicke zu. Sie sah so schrecklich blass aus und ihre Züge schienen schmerzverzerrt.
Als das Krankenhaus in Sicht kam, konnte Sebastian endlich aufatmen und auch die Rettungsassistenten machten sich bereit um Victoria so schnell wie möglich in die Notaufnahme zu bringen.
Das Fahrzeug hatte kaum gehalten, als die Türen geöffnet wurden und die Trage auf Rädern Richtung Krankenhaus geschoben wurde.
Sebastian eilte hinterher, wurde jedoch im Gebäude von einer freundlichen und recht molligen Krankenschwester abgefangen, die ihn mit einer Tasse Tee zur Beruhigung ins Wartezimmer bugsierte.
Sebastian war das überhaupt nicht recht, aber er sah doch ein, dass Victoria schneller geholfen werden konnte, wenn er den Ärzten nicht im Weg stand.
Plötzlich viel ihm ein, dass seine Eltern noch gar nichts von dem Unfall wussten. Er tastete mit der rechten Hand seine Hosentasche ab und wurde fündig. Mit zwei Fingern zog er das winzige Handy aus der Tasche und wählte die Nummer des Büros seines Vaters.
„Rechtsanwalt Richard Schäfer, Maria Hansen am Apparat, was kann ich für sie tun?“
„Hallo, Frau Hansen. Hier ist Sebastian, ich muss dringend meinen Vater sprechen.“
„Tut mir leid, der ist in einem Kundengespräch.“
„Hören Sie schlecht? Ich habe gesagt, dass ich ihn dringend sprechen muss! Und wenn ich das sage, dann meine ich das auch!“ Er konnte sich kaum zügeln. Seine Angst um Victoria ließ sein Temperament mit ihm durchgehen.
Für einige Sekunden hörte Sebastian nichts an der anderen Leitung, dann jedoch vernahm er die dunkle Stimme seines Vaters : „Sebastian? Was soll das, warum holst du mich aus einem wichtigen Kundengespräch?“
„Vater, es geht um Victoria. Sie ist gestürzt und… und sie liegt im Krankenhaus…“
„Wie bitte? Ist es schlimm?“
„Ich weiß es nicht, ich konnte noch mit keinem Arzt sprechen.“
„Ich komme sobald ich kann!“ Und schon klickte es in der Leitung.
Als nächstes wählte er die Handynummer seiner Mutter und hoffte, dass sie ausnahmsweise einmal abnehmen würde.
„Schäfer Modedesign. Guten Tag?“
„Mama, gut das du da bist!“
„Sebastian? Was möchtest du? ich hab nicht viel Zeit!“
„Mama, reg dich jetzt nicht auf… Victoria ist gestürzt. Sie liegt im Krankenhaus.“
„Im Krankenhaus? Oh mein Gott… ich hab doch immer gesagt, dass die Reiterei zu gefährlich für Victoria ist!“
„Mama, das können wir später besprechen! Kannst du her kommen?“
„Natürlich, ich bin schon auf dem Weg!“
Beinahe erschöpft von den Gesprächen mit seinen Eltern steckte er sein Handy wieder weg und ließ sich in die Lehne des ungemütlichen Sessels sinken.
Sein Blick blieb an der großen Uhr an der sterilen weißen Wand gegenüber hängen. Die Sekunden und Minuten verrannen unerträglich langsam.
Es kam

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Kommentare

eli schrieb am 2008-05-15 12:25:17:
ich freue mich auf die fortsetzung :-)

klasse geschrieben
jane schrieb am 2008-05-14 21:22:21:
absolut spannend!! freue mich auf den nächsten teil!!:)

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