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Kategorien > Beziehungen > Liebe

Glück via Internet

von Rosemarie Möller

Wer glaubt an Liebe aus dem Internet?
Viele, doch niemand wirklich!
Es ist eine Geschichte, die nur selten im Leben so passiert. Eine Geschichte, die sich nicht realistisch liest und dennoch anregt, es nach zu machen. Wunder passen sich der Technik und dem Fortschritt an. Selbst Engel wissen es und bedienen sich dieser Methode, ihre Wunder geschehen zu lassen.
Dank des Internets war Lara nicht mehr so einsam und konnte sich mit einigen Menschen per Email austauschen. Den meisten Kontakt hatte sie zu männlichen Personen, denn sie hatte vor einigen Wochen eine Kontaktanzeige im Internet geschaltet.
Sie war alleine und traurig, wegen ihrer verflossenen Liebe, die sich im Sand verlor und ihr jede Hoffnung nahm. Lara konnte den Schmerz, verlassen zu sein, nicht ertragen und erhoffte sich Linderung durch neue Bekanntschaften. Sie war der Ansicht, nur auf diese Art und Weise vergessen zu können und das Internet mit all den vielen Angeboten, kam ihr sehr gelegen. Ihr Traum nach Liebe und Geborgenheit wuchs und mit ihm die Sehnsucht nach Zärtlichkeit und Hautkontakt. Lara konnte es nicht einfach so hinnehmen, verlassen zu werden und fühlte sich von auf morgen verlassen. In ihr befand sich eine Sucht nach Liebe, Lust, sowie nach Lachen und Geborgenheit. Sie fühlte sich reif für einen Neuanfang. Lara ist eine lebenslustige, fröhliche Frau um die Dreißig, die noch jede Menge Spaß haben möchte. Unternehmungslustig und temperamentvoll kurreagiert, wollte sie ein neues Leben beginnen. Ihre Vergangenheit sollte von ihr weichen und nur noch Vergangenheit sein. Alles was sie verließ und sie nicht liebte, sollte hinter ihr leben und nur noch ein Teil ihrer Geschichte des Lebens sein. Sie hatte die Nase gestrichen voll von allem, was mal war und vor allem, von dem, wie es war. Sie war nicht gut genug, es festzuhalten. Nun soll es gehen, aber ohne ihr Trauern und ohne ihr Weinen. In Lara fand sich nur die Sehnsucht nach etwas Besserem, nach etwas Schönerem und nach etwas Klügerem.
Mit ihrer Denkweise veränderte sich Laras Aussehen, ihre Art zu Leben und ihre Wünsche. Lara wollte nun einen Mann finden, der zu ihr passt und der sie liebt, so wie sie ist.

Was bietet sich mehr an, als das Internet. Es gibt viel zu viele einsame Menschen, die vielleicht den selben Weg wählen wie Lara. Viele suchen verzweifelt nach einem Partner, der Liebe und Zärtlichkeit vermittelt. Es ist ein Hoffnungsschimmer, sie im Internet zu finden. Warum auch nicht? Es ist eine Chance, die sich in unserer Zeit anbietet und wer weiß, vielleicht entsteht daraus das große Glück.. Vielleicht ist der Partner unsere Träume auch gerade Online.
Lara bekam einiges an virtueller Post von Männern. Es war stressig, den Antworten gerecht zu werden, ohne zu verletzen. Es waren Männer dabei, die nur nach Sex suchten. Männer, die gebunden waren und nur heimlichen Spaß suchten. Männer, die mit der Einsamkeit kämpften und es nicht mehr aushielten, so, wie Lara es nicht mehr aushielt.
Mit Letzteren suchte sie Kontakt. Emails gingen hin und her, solange bis Telefonnummern ausgetauscht wurden und sie sich mit einigen traf. Vor dem ersten Treffen hatte Lara große Angst, da sie nicht wusste, was auf sie zukam. Es könnte ja der Traummann sein und sie wäre am Ende, weil er sich seine Traumfrau ganz anders vorstellte. Ihre Fantasie ging mit ihr durch. Sie stellte sich die Person von der Stimme her, die sie kannte, vor und glaubte den Rest auch zu wissen. Der Tag des ersten Treffens begann mit Panik und Bauchgrummeln. Sie trank ein Glas Sekt, um ihre Nervosität unter Kontrolle zu halten. Lara gab alles. Sie hatte eine schöne, peppige Frisur, zog einen fetzigen Fummel an und übte vor dem Spiegel das Lächeln. Nun endlich fuhr sie los, um diesen Fremden zu treffen, der ihr so süße Mails schrieb und der sie auf Händen tragen wollte. Lara wollte den Mann sehen, der so eine sympathische Stimme hatte, die sehr männlich und vielversprechend klang.
Der Augeblick des Gegenüberstehens kam und Lara traf fast der Schlag. Sie war schockiert vor Enttäuschung.
Da hatte sie sich zwei Stunden lang gebadet. Sich mindestens einen Tag vorher Gedanken gemacht, über das, was sie anziehen sollte und mit Liebe und Geschick die Haare gefönt. Und nun stand so etwas vor ihr. Ein Mann im Bauernkarohemd mit schmutziger Jeans und fettigen, ungepflegten Haaren. Er gehörte zu der Sorte Männer, bei denen Lara die Einsamkeit vorzieht. Lara dachte sich nur, wenn ein Mann sich das erste Mal mit einer Frau trifft und mit fettigen Haaren auftaucht, wie sieht er aus, wenn er sich das zweite Mal mit ihr trifft?
Für Lara gab es keine weiteren Zukunftsgedanken mehr, denn diese haben sich im Nu in nichts aufgelöst. Sie trank in diesem Cafe einen Milchkaffee aus reiner Höflichkeit und verließ es nach einer Stunde wieder. Ein weiteres Treffen wurde nie erwähnt. Enttäuscht fuhr sie nach Hause und lies den Computer für diesen Tag Computer sein.
In den nächsten Wochen traf sie noch drei weitere Männer, die sich im Internet ganz nett machten, doch auch bei diesen gab es keine weiteren Verabredungen. Es waren eigentlich nette Männer. Vielleicht mochte sie diese Männer nicht, weil sie nicht so rochen, wie sie riechen sollten. Lara verlor den Glauben an das Internet und die Männer darin. So lies sie ihre Kontakte einschlafen. Sie wollte nicht zu viele Entmutigungen in Kauf nehmen und jegliche Lust an der Suche nach ihrem Mann verlieren. In ihren Kopf machte sie einen Haken hinter die Sache, speicherte das Ganze unter dem Begriff „wissenschaftlicher Fehlversuch“ ab und lies es dabei bleiben.

Die nächsten Tage und Wochen kümmerte sich Lara kaum noch ums Internet, vor allem nicht mehr um die Männer darin. Sie ging öfter aus und traf sich mit Freunden, um auf diese Art und Weise Zehrstreuung zu finden.
Doch Nachts, wenn sie alleine in ihrem Bett lag, überkam sie Traurigkeit und die Sehnsucht nach Liebe und Zärtlichkeit. Sie hatte kalte Füße. Wie gerne hätte sie sich die Füße von einem lieben Mann wärmen lassen. Mit warmen Füßen schläft es sich schöner und besonders, wenn dieser Mann auch noch gut duften würde. Sie sehnte sich so sehr nach gutriechendem Köperduft, dass der Gedanke daran ihre Sinne durcheinander wirbelte.
Auch ging ihr das Kuscheln ab, das Lara so viel Geborgenheit vermittelte und ihr immer das versichernde Gefühl gab, beschützt zu sein. Ihr Verlangen nach Hautkontakt und der Lust, die aus Duft, Wärme und Haut entsteht, wurde von Minute zu Minute größer. Es war schwer, dann noch einzuschlafen. Wahrscheinlich könnte sie mit einem gutriechenden lieben Mann an ihrer Seite auch nicht einschlafen, doch das wäre für Lara die schönste Schlaflosigkeit der Welt. Kuscheln, Nähe, Wärme und Liebe gaben ihr immer sehr viel Energie, sie lud ihren Akku damit auf, um den Alltag zu bewältigen.
In diesem Moment wurde Lara ganz besonders bewusst, das sie in ihrem Bett ganz alleine lag. Sie bekam Angst davor, dass es noch viele Nächte geben wird, die sie so verbringen würde. Wann würde ihre Sehnsucht durch Liebe ersetzt? Es schien unmöglich, einen lieben Mann zu finden. Sie konnte sich nicht damit abfinden, in Einsamkeit zu leben. Sie war nicht der Typ der sich’s alleine schön macht. In Lara baute sich Wut und Frust auf. Sie verfiel in eine tiefe Traurigkeit und weinte die nächsten Nächte. Die Einsamkeit schmerzte in ihrem Herzen so sehr, dass sie glaubte, es nicht mehr lange aushalten zu können. Sie konnte nur noch weinend einschlafen und wachte mit dicken Augen auf. Dementsprechend fühlte sie sich auch tagsüber. Oft hatte sie Angst vor der Nacht und vor dem ins Bett gehen.

Eines abends, es war ein Samstagabend, saß Lara in ihrem gemütlichen Wohnzimmer, hörte leise Musik und lies ihre Träume fliegen. Sie saß allein bei einem Glas Wein im Kerzenschein und genoss die Stimmung, die sie um sich hatte. Lara war zuvor mit ihrer Freundin aus und die beiden verlebten einen netten Abend. Bevor sie schlafen ging, wollte sie diese Stimmung des schönen Abends noch etwas in sich wirken lassen.
Sie schloss die Augen und malte sich aus, wie es wäre, wenn sie morgen nicht mehr alleine wäre. Die Zeit verging und während leise Musik im Hintergrund lief, verlor sie sich in ihrer Wunschvorstellung. Sie fühlte sich wohl und war innerlich sehr ruhig. Es gefiel ihr, sich die Bilder ihrer Vorstellung auszumalen und ihre Gedanken flogen dahin. Es verging einige Zeit in diesem Zustand, wie viel weiß sie nicht. Lara sah bildlich einen Mann auf sich zukommen, der nicht in ihren Traum gehörte. Er kam auf sie zu und ein unruhiges und verwundertes Gefühl kam in ihrem Innersten auf. Dieser Mann sah sie mit dem Blick eines Engels an, für einen Moment hörte sie vor staunen auf zu atmen. Er reichte ihr die Hand und sagte zu ihr: „Gib mir deine Hand und komm mit mir.“ Sie bewegte sich nicht, sie sah nur in sein freundliches Gesicht und betrachtete sein wunderschönes Lächeln.
Lara sah ihn lange an und fragte: “Wohin soll ich denn mit dir gehen?“
Er sagte nichts, doch sein Blick und sein Lächeln verrieten Lara, wo er mit ihr hingehen wollte. Ihr wurde durch seinen Blick klar, er wollte sie zu ihrem Mann bringen, der sehnsüchtig auf sie wartete. In diesem Augenblick wurde ihr ungutes Gefühl stärker und Lara lies seine Hand los. Ihr Herz klopfte, und sie riss die Augen auf. Sie fragte sich: „Bin ich verrückt oder kurz davor? Wie kann ich ohne zu schlafen, von einem Engel träumen? Hat er sich in meine Gedanken eingeschlichen?“
Sie erschrak und sprach laut mit sich selbst: „Das kann nicht sein, es gibt so etwas nicht!“ Niemand war im Raum, niemand nahm sie bei der Hand, niemand sah sie und niemand lächelte sie an. Sie saß immer noch auf ihrer Couch und glaubte verrückt zu werden.
Traurigkeit sammelte Wasser in ihren Augen und langsam lief es über ihr verzweifeltes Gesicht. Lara wurde bewusst, dass es nicht so weiter gehen konnte, da sie sonst bald keine Kraft mehr fand, um tapfer zu sein.
Sie war sich über ihren Zustand bewusst und wurde wütend. Sie fing an mit Gott zu schimpfen. Es war ihr egal, ob ihm das gefiel oder nicht. Sie wollte nur wieder ein normales Leben führen und nicht in dieser Verfassung verzweifeln.
Sie klagte Gott an und fragte ihn: „Wenn du so mächtig bist und alles erschaffen haben sollst, warum bringst du es nicht fertig, mir zu helfen? Warum siehst du zu, wenn ich weine? Warum setzt du nicht deine Macht ein und hilfst Menschen, glücklich zu werden? Warum kannst du mir nicht das Nötige zum Glücklichsein ermöglichen? Es wäre doch eine Kleinigkeit für Dich, mir einen lieben Mann zu vermitteln!“
Nach diesem verbitterten Flehen ging sie ins Bett. Sie wollte schlafen und die ganze Sache vergessen, denn es war ihr zu verrückt, so drauf zu sein.
Mit den verwirrenden Gedanken im Kopf, lag sie da in ihrem Bett und schloss die Augen. Mit dem schließen der Augen, überkam sie ein angenehmes Gefühl im Herzen. Ein starkes Gefühl der Ruhe und des Friedens. Lara fühlte sich zu ersten Mal, seit langer Zeit, nicht so alleine. Sie war zwar immer noch traurig, doch sie verspürte keinen Schmerz nicht. Sie kuschelte sich unter in ihre Decke und schlief langsam mit ihren kalten Füßen ein. Es umgab sie ein wohliges Gefühl der Nähe. Es kam ihr vor, als würde sie ein Engel streicheln und über ihre Seele wachen. Sie schlief beschützt und jegliche Angst verlor sich mit jeder Träne, die in ihr Kissen lief. Sie fiel in einen tiefen Schlaf und erwachte am nächsten Morgen ohne Kummer und ohne ein schlechtes Gefühl. So, als wäre jegliche Traurigkeit mit den Tränen im Kissen verschwunden. All die Panik, die in ihr war, fand sich nicht mehr. Ihr Herz war frei von Angst, als wüsste sie, das alles gut wird.
Seit dieser Nacht fühlte sich Lara wohl, sie hatte keine Angst mehr alleine zu sein. Lara wusste, dass sie bald dem Mann ihrer Träume begegnen würde. Sie lachte wieder und schlief jede Nacht gut ein, ohne diese verzweifelnde Sehnsucht. Denn ihr wurde mehr und mehr klar, dass es ihn gibt und dass sie ihn finden würde, ohne ihn zu suchen. Geduldig war sie bereit, darauf zu warten, denn es würde der Tag kommen, an dem sie ihn treffen würde.


Ein paar Tage später saß Lara vor dem Computer, um nachzusehen, ob sie Post bekommen hatte. Sie entschloss sich ihre Emailadresse für die Bekanntschaftsanzeige zu löschen. Ihr Gefühl sagte ihr, das tun zu müssen und sie tat oft das, was ihr Gefühl ihr rät.
In den letzten Wochen hatte sich dort viel Post angesammelt. Sie hatte siebzehn Mails von unbekannten Männern, die sie kennen lernen wollten. Sie las eine nach der anderen und löschte eine nach der anderen. Sie hatte ein gutes Gefühl und wollte mit dieser verrückten Sache aufhören. Als sie die letzte Mail las, stieg Neugierde in ihr auf und etwas in ihr weigerte sich, diese Mail zu löschen. Sie las sie nur oberflächlich durch, doch ehe sie sich versah, beantwortete sie diese nette Anfrage. Innerlich fand sie es blöd, dies zu tun und doch gab sie dem Zwang in sich nach. War es nur die Neugierde, oder war es etwas anderes, das Lara dazu brachte, dies zu tun? Sie ärgerte sich über ihre Schwäche, doch es war geschehen. Die Mail war schon im virtuellen Briefkasten dieses fremden Mannes Namens Peter.
Peter schien wohl ein ganz schneller zu sein, den ruckzuck kam eine Antwort zurück.
Eine Antwort, über die Lara lachte. Denn ihr war klar, das es sich schon wieder um einen handelte, der auf der Suche nach Sex war. Komischer Weise war Lara nicht enttäuscht, denn sie hatte keine großen Erwartungen an ihn gestellt. Lara war nicht gegen Sex. Es gehört zum Leben und es ist wichtig. Nur hat sie in ihrem netten Schreiben an Peter nichts derartiges erwähnt. Es nervte sie, dass dieser Peter auch nur an Sex interessiert war. Sie beantwortete seine Mail zickig und blöd. Es war ihr egal, was er von ihr hält. Ihretwegen hätte er sich nicht mehr melden brauchen. Schließlich wusste sie, was sie wollte. Auf jeden Fall wollte Lara keinen Mann, der nur an einer Sexbeziehung interessiert war.
Auf diese Antwort erhoffte sie sich keine weitere mehr. Viele Männer sind schnell desinteressiert, wenn Frauen nicht ziehen, wie sie sollen. Es war ihr egal, ob sie von Peter noch einmal etwas hören würde. Nur kam es nicht so, wie Lara dachte. Peter meldete sich glatt wieder, sehr zu ihrem Verwundern. Sie war sehr überrascht. Es tat ihr sogar leid, was sie da zickiges schrieb. Peter lies sich Laras Antwort nicht gefallen. Er gab ihr auf nette Weise zu verstehen, das sie etwas falsch verstanden hatte und stellte einiges klar. Es sah aus, als hätte Lara da einiges in den falschen Hals bekommen und diesen armen Mann völlig zu Unrecht so behandelt. Lara vergas die vergangene Mail, denn sie wusste, das Frauen und Männer oft ein Kommunikationsproblem haben. Frau und Mann sprechen zwar die selbe Sprache, doch denken und empfinden sie völlig anders und das führt dauernd zu Auseinandersetzungen. Sie machte sich nichts daraus, denn man konnte jetzt über alles reden, vielmehr schreiben. Für Lara war das eine schöne Art, um sich auszutauschen und offen zu sein.
Nun saß sie wieder fleißig am PC. Täglich schrieb Lara ihrem doch so netten Peter. Tag für Tag tauschten die beiden ihre Gedanken und Vorstellungen aus. Es war gut so, wie es geschah. Lara hatte kein schlechtes Gefühl dabei, es war schön. Nach einigen Mails bekam sie die Telefonnummer seines Handys. Sie freute sich, bald die Gelegenheit zu haben, mit ihm zu sprechen. Lange hielt es Laras weibliche Neugier nicht aus und es wuchs der Wunsch, ihn anzurufen. Sie wusste, dass ihr Peter nicht erreichbar war, da er das Handy beim Arbeiten auf lautlos stellte. Lara wollte nur mal lauschen, wie sich seine Stimme auf seiner Mobilbox anhört. Sie amtete tief durch, hörte Peters Stimme und legte wieder auf, denn was sie da hörte, war zu viel für ihre Sinne. Peters Mails waren schon sehr schön, aber die Stimme dazu, brachte ihre Knie zum Zittern. Lara beruhigte sich ein paar Minuten und rief dann noch einmal an. Beim zweiten Anruf war sie etwas ruhiger und konnte Peter eine Nachricht auf der Mobilbox hinterlassen. Doch als sie wieder diese Stimme hörte, klopfte ihr Herz und ihre Knie schlotterten wieder. Vor lauter Aufregung vergaß Lara, ihre Telefonnummer zu hinterlassen. Das viel ihr aber erst auf, als sie wieder beruhigt war. Lara begann das Ganze Spiel noch mal von vorne, sie hatte ja auch schon Übung darin!
Am nächsten Morgen hatte Lara wieder Post von ihrem Peter. Er bedankte sich für das Vertrauen, das sie ihm schenkte. Peter war sehr erfreut über Laras Telefonnummer und versprach im Laufe des Nachmittags noch anzurufen. Sie war sehr erfreut darüber. Sie konnte es kaum erwarten, bis es Nachmittag wurde. Die Zeit verging und Peter rief an. Es fiel Lara nicht schwer, mit ihm zu reden, denn Peter hatte einen sanfte und angenehme Stimme. Peter erzählte sehr schön und Lara lauschte mit einem Lächeln im Gesicht. Ihre Aufregung wurde von Moment zu Moment weniger. Sie mochte seine Stimme, sie mochte seine Art zu erzählen und sie fing an, sich in Peter zu verlieben. Alles war gut, so wie es war. Peter kam Laras Herz immer näher. Von diesem Tag an telefonierten Lara und Peter täglich und es dauerte nicht lange, da wuchs das Verlangen, sich zu sehen. Sie wollten die letzte Ungewissheit aus dem Weg schaffen, denn Briefe und Telefonate reichen nicht aus, um sicher zu sein, dass man sich gefällt und dass man sich riechen kann.
Für Lara, war es sehr wichtig, das alles passt. Jeder Mensch hat einen eigenen Körperduft und wenn zwei Menschen sich verstehen und miteinander leben wollen, ist es ein wichtiger Bestandteil, das sie ihre Körperdüfte mögen. Lara versprach sich eine Art von Magie daraus. Vielleicht wollte sie auch die Gewissheit haben, das die Chemie stimmt, damit eine ewige Liebe daraus hervorgeht. So verabredeten sie sich in Peters Stadt und wollten sich in seiner Wohnung treffen. Etwas verrückt und gewagt, dachte sich Lara, doch es war ihr Wunsch, zu Peter zu fahren. Sie konnte sich nicht vorstellen, das Peter sie verletzen würde. Keinen Moment hat sie daran gedacht. Sie hatte mehr Angst davor, dass sie ihm nicht gefiel und dass er ihr nicht gefiel. Sie wagte gar nicht, darüber nachzudenken, was passieren würde, wenn da plötzlich ein Fremder vor ihr steht, der ihr zwar wunderschöne Briefe schrieb und eine zauberhafte Stimme hatte, doch im Moment des gegenüberstehens ein Fremder ist. Was dann? Wie soll es dann weitergehen?
Der Tag der Verabredung kam näher und näher. Beide freuten sich sehr darauf. Sie waren aufgeregt und doch verzauberte jede Minute, die sie dem Moment näher brachte, ihre Gefühle. Lara fühlte sich, als kenne sie Peter schon sehr lange. Doch sie hatte Herzklopfen bis zum Hals, bei dem Gedanken, Peter bald gegenüber zu stehen. Sie durchlebte die Stunden bis dahin wie im Trancezustand. Ihre Gefühle wirbelten sich durcheinander. Sie fuhren durch ihren Körper wie Strom. Ihre Sinne waren wie berauscht. Es war anstrengend für sie, alles richtig zu machen und nichts zu vergessen. Sie wollte alles richtig machen und nichts sollte verkehrt sein. Auf der Fahrt zu ihrem Peter war sie glücklich, wie schon lange nicht mehr. Doch kamen immer wieder diese Angstgefühle in ihr hoch und die quälenden Fragen. „Was ist, wenn ich ihm nicht gefalle? Und was mache ich, wenn er mir nicht gefällt?“ Diese Fragen schossen ihr abwechslungsweise, trotz des schönen, zuversichtlichen Gefühls, immer wieder durch den Kopf. Je näher sie Peter kam, desto öfter passierte dies und ihre Aufregung wurde immer mehr. Es steigerte sich sehr, so dass sie eine kurze Rast machte, um sich zu sammeln, um ruhiger zu werden. Sie genoss den Augenblick der Ruhe und lies die fremde aber doch schöne Landschaft auf sich wirken. Dann war sie entschlossen, keine Minute mehr zu zögern, um schnell bei ihrem lieben Peter zu sein, damit endlich ihre Neugier gestillt wird.
Peter wartete schon ungeduldig und er sorgte sich um Lara. Das stellte sich heraus, als plötzlich Laras Handy klingelte und Peter dran war. Sie war nur noch ca. einen Kilometer von ihm entfernt und das Herz schlug ihr bis zum Hals. Es schlug so laut, das sie glaubte, es hören zu können. So aufgeregt war sie noch bei keinem Treffen. Sie hatte totale Panik, doch würde sie nie umkehren. Sie beruhigte sich mit dem Gedanken, es bald überstanden zu haben. Peter stand mit dem Handy in der Hand auf der Straße und lotste sie zu sich. Vor lauter Aufregung konnte Lara ihn gar nicht sehen, erst als er neben ihr stand und sie lieb begrüßte, sah sie ihn. Er drückte Lara an sich und Laras Angst verlor sich in seiner Nähe. Sie war nur noch mit Schüchternheit befallen und wagte es nicht, ihm in die Augen zu sehen. Sie genoss nur den Moment der Nähe und fühlte sich Zuhause, so als wäre sie auf einer langen Reise gewesen.
Schon bei dieser liebevollen Umarmung war ihr klar, das sie in den Armen ihres Mannes war. Sie sah und spürte Peters Körper zum ersten Mal, doch es fühlte sich an, als hätte er sie schon mal im Arm gehalten. Vertrautheit durchströmte ihre Sinne und fand sich in ihrem Herzen wieder. Sie wusste, warum alles passierte und fand keinerlei Fragen in sich.
Dann fing sie an, an Peters Hals heimlich zu schnuppern. Er roch so gut, das Lara schwindlig wurde. In ihrem Sinn flogen tausende kleiner Funken durcheinander, die ein warmes Gefühl durch ihren Körper fließen ließen. Alle ihre Ängste waren der Lohn für diese wunderschönen Gefühle. Lara wusste jetzt, warum sie all dies durchmachen musste und sie wusste, sie hätte noch mehr Ängste dafür in Kauf genommen.

Seit diesem Tag sind viele Wochen vergangen, doch kein Tag ohne Laras Liebe zu Peter. Zwei Menschen haben sich auf wundervolle Art und Weise gefunden und möglich wurde es durch das Internet. Lara war das gegeben, was sie sich immer ersehnte: Liebe, Geborgenheit und Wärme. Das Problem mit den kalten Füßen ist nun auch keins mehr, denn Peter sorgt dafür, dass sie warm werden. Ihre Liebe und ihr Engel werden dafür sorgen, das sie zusammen durchs Leben gehen. Lara und Peter lieben sich ohne Garantie, sie lieben sich einfach nur.
Ihre Geschichte wird ihnen helfen, das Feuer der Liebe nicht ausgehen zu lassen.

Gewittmet der Liebe und den Engeln, die dafür wirken!



Rosemarie Möller 19. Februar 2001


Kommentare

bla@gmx.de schrieb:
also diese geschichte kommt mir sehr bekannt vor, hab ich schon auf ner anderen site gelesen...
jessy_100@gmx.de schrieb:
ich finde die geschichte sehr gut nur dass ich nicht glaube dass das in wirklichkeit auch passieren kann , es wäre auch zu schön um wahr zu sein
nikeair25@freenet.de schrieb:
also bei mir ist es passiert ich bin mit der frau schon seit fast 1jahr zusammen und die verliebtheit ist immer noch da.
achderbloss@web.de schrieb:
Man spürt, dass der Autorin etwas derartiges wirkich widerfahren ist.
Moonligth1694@aol.com schrieb:
Die schönsten Geschichten schreibt das Leben. Diese Geschichte wurde für all die Menschen geschrieben, die den Glauben an das Außergewöhnliche nur noch in ihren Täumen sehen.
Es kann Jedem passieren, man muss es nur für möglich halten und immer daran glauben, so als warte man auf eine Bestellung.

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