Geschichte einsenden Links & Rings AGBs Impressum
Kategorieauswahl
Wir freuen uns über jeden Autor, der hier auf Storyparadies.de seine Geschichten veröffentlichen möchte.Da jeder Autor Feedback braucht, sind Kommentare, solange es sich um konstruktive Kritik handelt, möglich und auch ausdrücklich erwünscht. Bitte verwenden Sie zur Einsendung der Geschichten und Kommentare unser Formular und beachten Sie dabei unsere Regeln.
Suche


Kategorien > Kurzgeschichte > Einfach so

Gott der Nacht

von AnastasiaCeléste

1

Gott der Nacht
Hier stehe ich nun, dein Retter. Nenn mich so wenn du willst. Oder nenn mich deinen lang ersehnten Tod. Nacht für Nacht hast du gebetet, hast gehofft, jemand erhört deine Bitten... und erhört habe sie letztendlich ich. Nacht für Nacht habe ich deine Gebete empfangen. Und nun stehe ich vor dir, meinen Blick auf deinen geschwächten Leib, umhüllt von der Dunkelheit der Nacht. Du fragst mich leise, ehrfürchtig wer ich bin. Erkennst du mich nicht? Ich bin es, der, der dein Flehen erhört hat und dir geben will, was du willst. Dein schwarzer Engel, dein Erlöser.
Du hockst vor mir auf dem kalten Boden, siehst mir fragend in die Augen, doch in deinem Blick sehe ich Angst. So sanft ich mich auch zu dir hocke und deine warme Haut berühr, mit meinen Händen, deren Blut aus Eis besteht, du führst einen inneren Kampf aus Angst und Hingabe. Meinen Blick auf deinem Hals, mein Gehör auf deinen Herzschlag gerichtet. Deine Augen sehen mich voller Trauer und Schmerz an. Ich nehme deine Gedanken wahr. Du erzählst mir von deinem Leid, von deinem Schmerz, den du in deinem bisher kurzen Leben erfahren hast. Deine Seele scheint leer, denn ich schaue ins Nichts, wenn ich in deine Augen sehe.
Dein Haar gleitet zart durch meine Hände, während ich dir näher komme. Meine Finger ruhen auf deiner weichen Wange, als du die Augen schließt. Du siehst mein leichtes Lächeln nicht. Deine Gebete haben mich zu dir geführt, heut Nacht!
Plötzlich schaust du mich an. Ja du hast begriffen, du weißt wer ich bin. Deine zarten Hände suchen die meinen, erstaunt über die Kälte, die meinen Körper durchfließt. Unsere Blicke treffen sich. Lässt du mich nun gewähren?
Deine Augen so verlangend unschuldig, schmiegst du dich an meinen Leib. Gebettet in meinen Armen schweigst du stumm. Deine warme Haut wärmt mich auf...doch etwas anderes von dir wird mich mehr wärmen. Zärtlich streiche ich dein Haar beiseite, deine Adern pochen klar. Wie Gold für mich dein Blut, wenn es durch meinen Körper strömt. Doch zuvor schenke ich dir meinen Kuss. Meine Lippen tasten sich an deine Haut. Ein warmer Schauer durchfährt deinen Körper, als du meine Fänge spürst. Wie feine Stecknadeln bohren sie sich durch deine Haut. Dein Zucken ist so sanft. Ich fange dich auf, halte dich in meinen Armen an mich gedrückt und genieße den warmen Schwall deines roten Goldes. So weich und wärmend es durch meine Kehle fließt, mein lebloses Fleisch belebt. Deine Hände klammern sich an mir fest, links an meiner Schulter, rechts an meinem Arm. So gehst du deinem Ende entgegen. Die Schwere legt sich sanft über deinen Körper und deine Lider wollen für ewig ruhen. Meine Fänge bohren tiefer, entlocken dir ein weiteres Zucken, das mich mit einem sachten Schauer erregt. Ja, so wolltest du es... Dein zarter Leib liegt verkrampft an mir während deine rosigen Hände mich umklammern. Dein Blut so rein, es wird zu einem Teil von mir und ich spüre, dass du sanft der Ohnmacht entgegenkämpfst. Schlaf mein Kind, schlafe und empfange die neue Welt. So wie du es wolltest. Ich gebe dir, was du willst. Tropfen um Tropfen entgleitet deinem Körper, deine Wangen verlieren ihr Rot. Sachte, schlafe und sterbe für mich. Der Strom versiegt langsam, deine Kraft lässt nach. Dein Bewusstsein driftet ab, keine Schmerzen mehr, du spürst nichts. Langsam sinkst du vor mir zusammen und dein Körper entgleitet meinen Armen. Nein, noch ist es nicht soweit. Dein Atem geht flach, dein Herzschlag versiegt zu einem sanften Donnern.
Meine Fänge, benetzt von deinem süßen Blut. So ruht mein Blick auf deiner Haut, langsam ihre Farbe verlierend. Ich habe dir gegeben, was du wolltest...aber wolltest du es so? Nun liegst du da, dein Herz gerade verstummt. Letzte Tropfen deines Blutes rinnen durch meine Kehle. Meine Finger streifen deine Hüfte, so zerbrechlich. Und lautlos stehe ich auf, senke den Blick auf dich herab und nehme deine Seele mit, während der Tag seinen Weg über die nachttrunkene Gegend sucht.

1

Kommentare

Keine Kommentare vorhanden.

Kommentar hinzufügen



Aufgrund des extremen Mißbrauchs der Kommentarfunktion sind wir leider gezwungen, die Kommentare ab sofort redaktionell zu überprüfen. Wir bitten um Ihr Verständnis.