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Kategorien > Mysterie > Fantastisches

HUMMER!!!! (Traurig geht die Welt zu Grunde!!)

von MG



Als junger Mensch sah ich einmal meinem Vater dabei zu, wie er einen Hummer
zubereitete. Dieser war noch fangfrisch und strampelte, mit
zusammengebundenen Scheren, gar unternehmungslustig in seinem
Aufbewahrungskorb herum.
Ich: ,,Was für ein lustiger Kerl, ob dies wohl sein erster Besuch hei uns
Menschen ist?“
Ich: <schaut fragend zu seinem Vater... »Vater, ich glaube der Hummer möchte
uns etwas sagen.
Vater: „Nein, mein Sohn. Dieser Hummer ist einfach nur
musikalisch.“
Ich: ,,Aber schau doch Vater, er strampelt mit all‘ seinen Beinchen
und klackt ganz ungeduldig vor sich hin".
Vater: <lachend< ,“Er tanzt für uns im Walzertakt und singt sein
allerschönstes Lied."»
Ich: „Ich wusste, dass er ein sehr lustiger Geselle ist, Vater!“
Vater: „Natürlich mein Sohn, denn schließlich wünscht er sich sehr,
dass er auch dir gut schmeckt.“
Ich: „Was für ein netter Hummer. Ob er versteht, wenn ich mich hei ihm
bedanke?“
Vater: „Laß‘ es lieber, Sohn. Du würdest ihn nur in Verlegenheit
bringen und die Schamröte wurde seinen ganzen Leib bedecken.“
Als mein Vater für kurze Zeit die Küche verließ, sprach ich den Hummer an:
,,Lieber Hummer, ich weiß, dass ich mich nicht hei dir bedanken soll, aber
du tanzt und singst doch so schön. Kann ich mich nicht ausnahmsweise einmal
dafür bedanken? Vielleicht ein ganz kleines bisschen nur?
Augenblicklich verstummte des Hummer Tanz und Gesang und irgendwo tief in
seinen blauschwarzen Stilaugen glaubte ich so etwas wie Trauer oder
Ausweglosigkeit zu entdecken.
„Was hast du nur getan?“, schrie mich mein Vater an, dessen
Rückkehr in die Küche ich gar nicht bemerkt hatte. „Nun schämt sich
der Hummer und wird vor lauter Zorn ganz rot und rasend.“
Sprach‘s und warf den bewegungslosen Hummer in einen hohen auf dein
Gasherd stehenden Topf mit siedendem Wasser.
Ich schämte mich ebenfalls und so sehr, dass mir Tränen über die Wangen
liefen und auf den gekachelten Boden tropften. Aus Angst vor weiterem Zorn
meines Vaters lachte ich eine tiefe, intensive Entschuldigung in Richtung
des Topfes und hoffte, dass diese den Hummer irgendwie erreichen und
besänftigen konnte. Ich strengte mich so sehr an, dass neben den Tränen nun
auch Schweißperlen an meinem Gesicht herunter liefen und sieh mit diesen zu
vermischen begannen.
Ich fühlte, wie meine Gedanken die Wand des stählernen Topfes durchdrangen
und durch das siedende Wasser den 1 Hummer erreichten. Als ich die seinen
las, ließ die Ausweglosigkeit seiner Musik meine noch junge Seele in den
Grundfesten erheben und für eine kurze Ewigkeit verschmolzen meine, sowie
des Hummers Qual zu einem gemeinsamen Sein, einer gemeinsamen Existenz.
Unfähig einer Bewegung oder eines Lautes vernahm ich das grauenhafte,
Geräusch, welches durch die sich panisch bewegenden Hummerbeine am Boden des
Topfes verursacht wurde.

Vater: ,,Siehst du, Sohn? Jetzt tanzt er wieder und mit etwas Glück wird er
vielleicht nicht ganz so rot!“

Woher kamen nur diese Worte? War es denn etwa der Teufel, vor dem uns der
Pfarrer immer in der Sonntagsmesse warnte? Oder war es sogar der liebe Gott,
der es jedes Mal zuließ, dass der Herr Pfarrer meine Freunde zusammenschlug,
wenn sie in der Kirche unartig waren?
Meine wirren Gedanken wurden jäh unterbrochen, als mit einem geradezu
gewaltigem Knall der Deckel des Topfes weggeschleudert wurde und wie eine
enorme Pforte klang, welche für immer die Tiefen der Hölle verschließt.
Der Ich-Hummer wollte seinem stählernen Sarg entfliehen. Doch das Letzte,
was unsere bereits halbgaren Stilaugen in der Menschenwelt erblickten, war
eine funktionell designte Küchenzange, welche uns unbarmherzig und
entschieden in den siedenden Tod zurücktrieb. Immer und immer wieder. Die
Verbrennungen schmerzten sagenhaft und die Brandwunden überzogen unseren
ganzen Körper. Die gellen Schmerzen ließen uns erzittern. Bis unser
Todestanz in einem schier wahnsinnigem ¾ Takt ein Ende fand und ich alleine
mit der Gewissheit in mir zurückblieb, dass diese Einsamkeit niemals mehr
schwinden würde.

Vater: “Nun ist er doch noch verdammt rot geworden, mein Sohn. Er hat
dir wohl doch nicht mehr verziehen.“

Ich aber wusste es besser und mit der Erkenntnis, das Menschsein vollends
begriffen zu haben, verzehrte ich anschließend mein eigen Fleisch und Blut
mit ausgesprochenem Genuss! Ich bemerkte nicht die Brandwunde auf meiner
Brust, welche die Form eines blutig eiternden Pentagramms annahm...


©MG
leichenwasser-mit-coke@gmx.de http://kickme.to/satan-lebt
www.sonofsatan.de

Kommentare

sunny schrieb am 2007-11-18 13:10:29:
die geschichte ist echt cool wäre die nicht geklaut ne ;)
S.T. schrieb am 2006-04-04 12:37:07:
Ist das nich von der Band Bethlehem???
Nakoruru@gmx.de schrieb:
ich find die geschichte richtig traurig. Klasee! Echt gut gelungen. Mfg yvonne
sunny-fiedler@web.de schrieb:
echt cool,die geschichte!aber ein bisschen traudig
amanita° schrieb:
armer hummer. man hätte ihn vorher töten sollen anstatt ihn so leiden zu lassen.
tolle geschichte!

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