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Kategorien > zum Nachdenken > zum nachdenken

Hab ich mich bedankt?

von willy schroeder

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zum Nachdenken
geschrieben Sep.2004
Hab ich mich eigentlich bedankt?
Die Lebensuhr läuft schnell ab und dann ist ein "Danke" zu spät!
Heute zähl ich 48 Lenze und frag mich hab ich mich eigentlich bedankt, bei denen die mein Leben begleitet haben, die mir in der Not geholfen oder mich aufgebaut haben wenn ich traurig war. Aber auch bei denen wo ich Tränen gelacht habe. Bei meinen Eltern, das sie mich so erzogen haben, das ich mich jeden Morgen beim rasieren in den Spiegel anschauen kann, weil ich ehrlich zu mir und meinen Mitmenschen bin, eine kleine Notlüge vielleicht um den anderen nicht zu verletzen aber sonst nie. Danke liebe Eltern, das heißt für meinen Vater kommt der Dank zu spät er ist vor 9 Jahren gestorben.
Hab ich mich bei Onkel Paul bedankt, das er mich als Knirps spazieren gefahren hat in seinem Auto, da meine Eltern keinen Wagen besaßen oder als er mich als 8 jährigen, zum Nürburgring, zu einem Formel 1 Rennen, mitgenommen hat. Auch dieser Dank kommt zu spät er ist voriges Jahr gestorben.
Hab ich mich bei Tante Käthi (meine etti ) die Frau von Onkel Paul, bedankt, die mir zunaschen gab, mit der ich Samstags in unserer Wirtschaft war und immer 1 Mark für den Spielautomat bekam, 1 Mark war in den 60ern viel Geld. Auch zu spät sie ist vor 9 Jahren gestorben
Hab ich mich bei Tante Käthchen und Onkel Stephan bedankt? Sie wohnten zwar weiter weg aber freuten sich immer wenn wir sie besuchten, auch zu spät sind vor ein paar Jahren gestorben.
Und Onkel Peter mit ihm und meinen Vettern bin ich durch die Region gefahren und habe viel über Viehhandel gelernt und wie man Geschäfte macht. z.B. am Tag wo die Mehrwertsteuer eingeführt wurde, es gab eine Zeit ohne Mwst ., schenkte er einem Bauer von dem er Kühe gekauft hatte eine Packung Zigarette, zu mein Vetter der ihn fragend ansah sagte er: " der hat die Mehrwertsteuer vergessen, nun hab ich 2 Stangen Zigaretten verdient ". so macht man Geschäfte. auch hier kommt mein Dank 20 Jahre zu spät.
Heute schreiben wir den 14.09.2004, den Tag, wo wir meine Patentante, Tante Finni (meine inni ) die Frau von Onkel Peter, zu Grabe geleitet haben.
Als heute ihre Enkel in der Kirche ihre Erinnerungen an die Oma vor gelesen haben, vielen auch bei mir längst vergessene Erinnerungen ein.
Von Ferien auf dem Bauernhof, wenn morgens die Hähne krähten, meine beiden Vettern und ich die Kühe melkten, na gut ich hab meistens nur zugeschaut . Dann ein reich gedeckter Frühstückstisch mit frischer Milch. Den ganzen Tag durch Wiesen und Wälder streifen bis abends die Kühe gemolken wurden und immer eine Tante die lächelte, selbst wenn sie uns ausschimpfte, war nach dem letzten Wort schon wieder ein lächeln auf ihrem Gesicht, das einem sagte: war nicht so gemeint ihr seit doch die liebsten.
Auch bei ihr habe ich mich nicht bedankt, dabei war sie in meiner Jugend meine 2. Mutter. Jedes Wochenende war ich bei Ihr, um mit Ihren Söhnen auf die Piste zugehen oder sonst etwas zu unternehmen. Die Haus und Hoftür stand immer offen, im wahrsten sinne des Wortes und wenn wir samstags nachts nach hause kamen brauchten wir nie einen Schlüssel. Der Sonntagmorgen begann mit Kühe melken, ich war meinen Vettern dabei keine große Hilfe, danach Frühstuck und dann zur Kirche, das war Pflicht und im nachhinein die Pflichten haben uns nicht geschadet, im Gegenteil, den das Leben besteht nicht nur aus Party und Arbeit , sondern auch aus Glaube, Hoffnung und Leibe und die findet der Katholik in der Kirche.
Nach der Kirche Frühschoppen bis 12.30 Uhr dann wurde gegessen, es war immer ein Platz am Mittagstisch für mich und ich glaube ich hab mich nie Bedankt
Anscheinend war das als Jugendlicher ganz normal und als Erwachsener hat man es vergessen, sich für die Liebe und Zuneigung der Familie zu bedanken, man hat ja selber soviel zu tun und dann, auf einmal, geht das Telefon und jemand sagt : "Tante Finni ist heute morgen gestorben". schon wieder zu spät.............................. wem willst du jetzt noch danken ????
Dank den Lebenden Heute! Morgen ist es vielleicht zu spät.
Wie schnell es zu spät ist erfuhr ich jetzt.
Bei der letzten Beerdigung traf ich meinen Vetter Klaus aus Düsseldorf und siehe da er fuhr auch ein Motorrad eine dicke Intruder .
Wir beschlossen 2005 mal eine Tour gemeinsam zumachen.
Daraus wird nichts, er verstarb im Alter von 51 Jahren, Mitte Januar 2005.
Warte also nicht auf Morgen!

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