Hab keine Angst
von
kathi669
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Sie vernahm ein leises, gleichmässiges piepen. Spürte wage das irgendwelche dinge an ihrem Körper befestigt waren und das da etwas Warmes auf ihrer Hand lag.
Ihre Mutter lag dort, müde, verweint.
Was war geschehen, wo war sie hier?? Sie wollte sich bewegen, aufstehen, fragen, aber ihr Körper reagierte nicht. Sprechen konnte sie nicht, ein Schlauch ragte aus ihrem Mund, der dies verhinderte.
Ein Arzt betrat das Zimmer, ihre Mutter wachte auf und sie hörte, wie sich der Arzt mit ihrer Mutter unterhielt. Verstehen konnte sie nicht alles, aber einige Fetzen drangen doch zu ihr durch.
Kaum feststellbare Hirnaktivität, kaum Überlebenschance.
Nein, sie konnten nicht über sie reden. Sie war wach. Sie bekam doch alles mit. Wenn erstmal all die Schläuche ab wären, wäre sie wieder die Alte. Sie wollte sich bemerkbar machen, aber es ging nicht. Ihr Körper wollte einfach nicht auf sie hören.
Eine Träne lief ihre Wange hinunter. Was war passiert? Wie konnte das sein, dass niemand auf sie reagierte. Auf einmal war sie so unendlich erschöpft, ihr fielen die Augen zu.
Als sie wieder wach wurde, lag sie immer noch in dem Zimmer und war umgeben von piependen Geräten. Dann bemerkte sie Ihn, er stand vor ihrem Bett und sprach sie an.
„Hab keine Angst, Helena!“
Sie wollte ihn fragen was los sei, wollte Antworten von Ihm, aber sie brachte immer noch keinen Ton herraus. Wieder begannen ihre Tränen an zu laufen.
Er lächelte sie an, und ein Gefühl von Geborgenheit und Trost durchflutete sie. Sie versuchte ihn zu fragen, wer er sei, aber es ging nicht.
„Versuch nicht zu sprechen, es wird dir nicht gelingen, denk einfach“
„Wer bist du? Was ist passiert? Was mache ich hier? Wo ist Mama?“ Ihre Gedanken überschlugen sich. Dennoch verschwendete sie keine Sekunde an die Frage, warum er ihre Gedanken lesen konnte.
„Du bist im Krankenhaus, du hattest einen schweren Autounfall und deine Mutter ist sich einen Kaffee holen gegangen. Hab keine Angst, ich bin da!“
Ich bin da? In ihrem Kopf begannen viele Fragen zu rotieren und da tauchte auch die Frage auf, wer er sei und was er hier tun würde, aber noch bevor sie die führen zu ende konnte konnte, betrat ihre Mutter den Raum.
Sie setzte sich wieder neben das Bett, aber ignorierte den Mann der vor ihrem Bett stand.
Fragend blickten ihre Augen zu dem Mann.
„Sie sieht mich nicht. Niemand ausser dir kann mich sehen“
„Aber wer bist du? Und warum kann nur ich dich sehen?“
„Du hast schwerste Verletzungen bei dem Unfall davongetragen, du liegst im Koma.“
Auf einmal kamen die Erinnerungen zurück.
Es war ein regnerischer Abend gewesen, sie waren von einer Party gekommen, Lisa und Jenny hatten mit im Auto gesessen, die beiden waren ziemlich betrunken, Helena war nüchtern geblieben, weil sie dieses Wochenende mit dem Fahren dran war. Nach kurzer Zeit war ein Streit um die Musik im Auto entfacht, den Helena mit dem Wechseln der CD unterbinden wollte. Dieser Moment der Unaufmerksamkeit reichte aus, um auf der nassen Fahrbahn die Kontrolle über das Auto zu verlieren. Der Baum kam immer näher…
Jetzt lag sie hier und dieser seltsame Mann stand vor dem Bett und las ihre Gedanken und nur sie konnte ihn sehen.
HAH, das wars, sie träumte, sie lag warscheinlich grade in diesem Augenblick zusammengekuschelt im Bett und träumte.
„Nein du träumst nicht“
„Was ist mit Jenny und Lisa?“ „Den beiden geht’s gut, sie haben sich nur leicht verletzt“
„Warum bist du eigentlich hier?“ „Damit du nicht alleine bist und um dich…“ Er sprach nicht weiter. „Um mich was?“ „Um dich nicht allein zulassen und um dich zu begleiten“
Ihr fiel ein Gedicht von Laura-Sophie Stern ein, dass sie irgendwann mal gelesen hatte:
„Er steht regungslos, die Schwingen wie Seide,
anmutig schaut er zu mir herüber.
Wer ist er?
Nur einen winzigen Augenblick treffen sich unsere Blicke.
Und doch wissen wir, wir sind vertraut.
Es ist ein tiefes Gefühl,
und ich weiß er ist der Engel an meiner Seite.
Er gibt mir Frieden, er gibt mir Zuversicht und Mut,
ich weiß ich werde von ihm getragen,
ich bin immer behütet, niemals in Gefahr.
Der Engel ist an meiner Seite.
Vertraut breitet er seine Flügel über mich
und ich weiß mir kann nichts geschehen
denn der Engel ist immer an meiner Seite.“
Er las ihre Gedanken und begann zu lächeln. „Komm einfach“ Sie nahm die ihr dargebotene Hand und konnte sie aufeinmal vom Bett erheben. Dieses Gefühl von Glück liess sie vergessen, dass sie sich bis grade nicht bewegen konnte. An seiner Hand fühlte sie sich sicher und geborgen. Sie schritten zu Fenster und sie sah den hellen Mond leuchten. Hinter ihr verschwamm alles. Sie sah nach vorne, war bereit für den nächsten Schritt.
Sie bemerkte nicht, dass ihr Körper immer noch im Bett lag, die Geräte um sie herum anfingen Alarm zu schlagen, ihre Mutter sich aufgelöst weinend über ihr Bett beugte. Von all dem nahm sie nichts mehr war.
Ein helles Licht hatte sie ganz und gar eingehüllt.
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Kommentare
steini schrieb am 2011-05-19 14:32:42:
geschichte ist zu lang
Traumfänger schrieb am 2008-10-15 12:41:07:
Eine wundervolle Geschichte - sehr schön geschrieben.
Hab sie gleich zweimal gelesen, weil sie so toll ist.
LG
Juju schrieb am 2008-09-27 03:41:39:
die geschichte ist wunderschön,... ich musste echt anfangen zu weinen!
sehr gut geschrieben aber verdammt traurig!
Großes Lob und Liebe Grüße,
juju
Talisa schrieb am 2008-07-14 11:16:44:
wow echt ergreifend und traurig..
Shakti1420@gmx.de schrieb am 2006-07-16 21:42:52:
Du kannst es!
Sehr schöne storry !
Sie regt zum Nachdenken an und genau das werde ich jetzt tun!
Thx für die schönen stunden die ich gleich haben werde dank deiner geschichte!
rubyk schrieb am 2006-07-12 13:15:50:
eine sehr traurige geschichte aber schön geschrieben....
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