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Kategorien > Fantasy > Abenteuer

Hab noch keinen Titel..

von Sternenkind

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“Alles wird gut!” Die Worte begleiteten mich, als ich auf die Straße trat. Die Nacht war überraschend klar. Ich hob meinen Kopf. Sterne blinkten in dem blauschwarzen Himmel, als wollten sie mir Mut zureden. Der Vollmond schien bleich herab, leuchtete mir den Weg. Die Luft war lauwarm und roch nach Blumen, Äpfeln und Heu, kurz: nach Spätsommer. Trotz meiner dünnen Kleidung fror ich nicht. Mein Brustkorb hob und senkte sich, als ich tief durchatmete. Die Dunkelheit war sanft, legte sich um mich, verschluckte mich. Das war gut. Niemand würde mich sehen.
Ich setzte mich in Bewegung, ging die Straße entlang, die von den Regenschauern am Vormittag noch feucht war. Die Straßenlaternen spendeten gelbliches Licht. Zu meiner Überraschung hatte ich keine Angst.
Da war die Kiesstraße, die ich nehmen musst, fast vollständig versteckt von dicht stehenden, schwarzen Laubbäumen. Die Steine knirschten leise unter meinen Schritten. Sonst war es ruhig. Ich fühlte mich wie von der Stille verschluckt.
Langsam kam die Panik. Ich hatte gewusst, dass viel schiefgehen könnte, dass ich alle verlieren könnte. Ich hatte damit gerechnet. Als die Nachricht kam, war ich nicht überrascht gewesen, nicht wütend, nicht verängstigt. Nur leer. Vollkommen emotionslos. Alle anderen sagten mir, ich wäre sehr tapfer, aber sie wussten auch nicht, wie es in mir aussah. Ich war mir nicht sicher, ob ich es selbst wusste. Die letzten Tage hatte ich wie in einem Film wahrgenommen. Als gehörten sie nicht zu meinem Leben, gingen mich nichts an.
Irgendwie war die Situation lächerlich. Fast hätte ich laut aufgelacht. Fast. Es erschien mir, als hätte ich seit Ewigkeiten nicht mehr gelacht. Ich hatte alles gehabt, Geld, Liebe, Talent, Freunde. Doch dann hatte ich alles verloren. Warum sollte ich lachen??
Mein Ziel wart ein gutes Stück näher gekommen. Die Steine waren jetzt größer, weiß schienen sie zu leuchten, weiß wie der Mond selbst. Man konnte den Fluss bereits hören. Das Rauschen des Wassers klang seltsam hohl, bedrohlich. Ich schluckte- Versuchte, die Angst zu verdrängen, die in mir hochstieg. “Bleib ruhig”, sagte ich mir selbst, aber die Worte steigerten meine Furcht nur.
Da! Eine Lücke in dem dunklen Wald aus Bäumen. Ich war fast angekommen. Nur noch ein paar Schritte.
Der Fluss lag still vor mir. Das Rauschen war verschwunden, ebenfalls verschluckt von der Stille um mich herum. Der Himmel wirkte hell gegen das Wasser, die Laubbäume am Ufer hoben sich klar dagegen ab.
Noch ein letzter Atemzug. “Du schaffst das.” Ich gab mir einen Ruck. Ging los. Eiskaltes Wasser drang in meine Schuhe, umspielte meine Zehen, meine Knöchel, meine Waden. Fast hätte ich laut aufgeschrien. Der Fluss war so kalt, dass meine Haut zu brennen schien. Ich schließe die Augen. Bereite mich innerlich darauf vor. Mein Herz klopft wie verrückt. Ich habe Angst. Tierische Angst.

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