Harika
von
Mary
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Kapitel 1.
Unfreiwillige Überraschung
Ich öffnete meine Augen. Gleißendes Licht blendete mich. Ich kniff sie zusammen und versuchte mich aufzurappeln. Ein Schmerz durchzuckte mich und so ließ ich es bleiben. Ich versuchte mich zu erinnern was geschehen war. Doch es klappte nicht. Ich wusste nichts mehr. Stimmen. Vorsichtig machte ich meine Augen auf. Sie hatten sich noch nicht ganz an das Licht gewöhnt, doch es klappte ganz gut. Ein junges Mädchen kam herein. Sie sah mich kurz an und schrie dann etwas hinaus in den Gang. Kurz darauf kam eine etwas ältere Dame mit einem modernen, enganliegenden Kleid und haufenweise Schmuck und einer ebenfalls modernen Perücke auf dem Kopf herein. Sie lächelte mich freundlich an und setzte sich auf das Bett. Bett. Dieses Wort schwirrte einige Sekunden in meinen Gedanken herum. Ich lag auf einem Bett!! Ich bin in meinem ganzen Leben noch nie in einem Bett gelegen! Ich hatte nur ein oder zwei Mal eines gesehen. Mir tat immer noch alles weh. Ich sah dass die Frau eine helle Haut hatte. Und viel Schminke im Gesicht. ”Sie sind adelig nicht wahr?” brachte ich mühsam hervor und es klang krächzend. Die Frau nickte. “Ruh dich aus. Du hast sicher Hunger oder?” Mit ihrem Kopfnicken huschte das Mädchen das an der Wand stand hinaus. “Wo bin ich?” hauchte ich leise. “Jetzt ruh dich erst mal aus. Du kannst dich an nichts erinnern oder?” Ich nickte. “Das hat der Heiler schon vermutet. Keine Angst, du wirst dich bald an alles erinnern können. Die Zeit läuft schließlich weiter ohne das wir sie aufhalten können. Du hast schönes Haar meine Kleine. Es wundert mich nicht dass du keine Perücke trägst.” “Das kann ich mir nicht leisten. Außerdem mag ich meine Haare so wie sie sind. Ich kann Perücken nicht ausstehen.” meinte ich langsam. Sie fing an zu lachen. Ein Mädchen mit Essen kam. In der einen Schüssel war Fleisch und in der anderen Datteln. Geschockt sah ich wie die Frau sich zwei nahm und in den Mund schob. “Köstlich, nimm dir ruhig. Es ist deins.” “Ich habe noch nie Fleisch gegessen. Und Datteln gibt es nur selten…” meine Stimme zitterte. Wieder nickte sie. “Ich weiß dass du allein lebst. Du wohnst ziemlich am Nil, nicht wahr? Ich schätze die Bauern und das was sie tun. Oh, aber ich plappere zu viel. Jetzt iss mein Kind! Es wird noch Kalt.” Zögernd schob ich mir ein Stück des Fleisches in Mund. Es schmeckte köstlich. Als wenn sie Gedanken lesen könnte sagte die Frau lächelnd: “Es scheint dir zu schmecken. Das ist gut. Dadurch bekommst du wieder etwas Farbe in dein Gesicht.” Je mehr ich aß desto mehr merkte ich welchen Hunger ich hatte. “Kann ich etwas Wasser haben?” Das Mädchen huschte hinaus und kam kurz darauf mit einem Krug und einem Becher zurück. “Aljeena ist ein gutes Mädchen und eine gute Dienerin. Du darfst sie jederzeit ansprechen wenn du etwas möchtest. Dafür bleibt sie bei dir. Denn ich verbiete dir dass du aufstehst. Du musst dich schonen.” Und zu Aljeena gewandt meinte sie streng: “Pass auf das sie nicht aufsteht und alles bekommt was sie will. Klar?” Das Mädchen nickte brav. Schonen? Weswegen? Was war nur passiert? Was wollte die Frau von mir? Wer war sie? Normalerweise kümmern sich Adelige nicht um Bauern. Das war merkwürdig. “Ich werde nun gehen, aber ich werde dich bald wieder besuchen.” Ich nickte und gab das leere Geschirr Aljeena. Ich war müde geworden vom Essen und reden. “Ruh dich sorgfältig aus.” Dann wandte sie sich der Tür zu. Einen Moment dachte so etwas wie ”Wir haben noch viel vor!” und ein Kichern gehört zu haben, aber das bildete ich mir wahrscheinlich nur ein. Kurz darauf war ich eingeschlafen.
Es ging mir rasch besser. Nach 4 Tagen war ich wieder fit. Die Frau hat mich noch ein paar Mal besucht aber als ich sie gefragt habe warum ich hier sei, hat sie mir nicht geantwortet. “Das klärt sich noch!” versprach sie und lächelte. Am Mittag des 4. Tages kam sie wieder und brachte einen Haufen voller Dienerinnen mit. Ich verstand gar nichts. Aber nach einiger Zeit sah es so aus, als würde ich ein neues Kleid bekommen. “Ein Kleid? Wieso? Und dazu noch ein so teueres!” fragte ich sie. Ich hatte immer ein einfaches Leinenkleid das bis zu den Knien gehabt. Es war mein einziges Kleidungsstück, außer den einfachen Schuhen. “Das siehst du gleich!” sie kicherte. Aljeena kam und wollte mir Schminke auftragen. “Nein! Ich bin gar kein Fan von diesen Zeug!” wehrte ich ab. “Aber Madam sie müssen doch, da…” Sie hatte wohl zu viel verraten und schwieg nun standhaft. So sehr ich sie bitte und drängte sie hielt den Mund. So zupften die Frauen an mir ca. eine halbe Stunde herum. Ich fragte mich warum und bekam fast die Krise. Keine beantwortete meine Fragen und auch die Frau schwieg beharrlich. Es kam mir außerdem seltsam vor das sie ihren Namen nicht preisgab. Die Dienerin sprachen sie nur mit “Madam” oder “Herrin” an. Es war zum verücktwerden. Ich war von dieser “Schönheitskur” gar nicht begeistert und so war es kein Wunder das meine Laune auf dem Nullpunkt war. Sie ließen von mir ab und reichten mir einen Spiegel. Sie sah kurz hinein. Meine langen hellbraunen Haare hatten sie offengelassen. Ich fragte mich warum dann so an mir herumgezupft worden war. Das Kleid war eine Pracht. Es war ein sehr feiner, edler Stoff der bestimmt nicht aus unserem Land stammte. Er war mit goldenen Bändern verziert und ging mir bis zu den Füßen. Den Schmuck den sie mir angelegt hatten war reines Gold mit wunderschönen Steinen verziert. “Wow…” hauchte ich entzückt. Und im nächsten Moment kamen die Zweifel. Weshalb hatte ich so etwas Kostbares an? Die Frau packte mich am Handgelenk und meinte lachend: “Komm! Endlich! Nach so langer Zeit. Komm schon!” Ich lief ihr hinterher. Panik kroch in mir hoch. Was sollte das? “Du brauchst keine Angst zu haben.” Irgendwann standen wir vor einer Tür. Soldaten standen davor. Als sie uns erblickten machten sie auf. Im den riesigen Raum befand sich eine Menschenmenge. Würdevoll trat sie im Schlepptau mit mir ein. Sie lächelte und die Leute verbeugten sich kurz und tief. Ich verstand gar nichts. Dann fing sie an zu reden. Derweil sah ich mich um. Vier Säulen stützen den Raum. Der Boden war weiß. Viele Tische mit Essen standen umher. Es wirkte alles sehr luxuriös und teuer. Dann hörte ich den Satz der mein Leben eigentlich komplett veränderte. “…und ich darf ihnen das Mädchen vorstellen das mein Sohn heute noch heiraten wird! Harika!” “WAS?!” zwei Stimmen erfüllten den Raum. Die eine war meine gewesen und die andere gehörte einem jungen Mann in meinem Alter. “MUTTER!!! Was ist das für ein Scherz?” Sie winkte ab. “Das ist kein Scherz sondern mein voller Ernst! Du wirst Harika heiraten. Und zwar jetzt.” “Ach und mich fragt kleiner!?” Sie sah mich kurz an. “Wenn du nicht freiwillig willst, dann ist es ein Befehl!” Sie grinste. “Nein! Nein! Nein! Nein! Ich heirate nichts und niemanden!!” “Ich auch nicht!” schrie der junge Bursche. Sie starrte uns kurz an. “Na das wollen wir ja mal sehen!”
2 Stunden später war die Zeremonie
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Kommentare
lu schrieb am 2009-11-23 17:39:57:
Ich bin auch ein grosser Fan von Ägypten,vor allem trift deine Geschichte genau meinen Geschmack
anna.uhl@gmx.at schrieb am 2009-01-31 21:43:55:
Ich finde deine Geschichte toll und würde mich über eine fortsetzung freuen
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