Harry Potter und die Erben (2 Osterferien)
von
Wolf_93
1
2
anscheinend keine gelungene Streiche mehr zum Besten geben konnte. „Scorpius hat mich am 2 Mai zu sich eingeladen.“
„Deinen Geburtstag solltest du schon mit deiner Familie verbringen, wenn er schon mal in die Ferien fällt“, entgegnete Harry ruhig ohne den Verkehr aus den Augen zu lassen. Das Mädchen begann zu lächeln, genau auf diese Antwort hatte sie gebaut: „Das trifft sich gut, er hat nämlich die gesamte Familie eingeladen.“
Sie wurden alle vier nach vorne geschleudert, als Harry abrupt auf die Bremse trat und ein regelrechtes Hubkonzert kommentierte sein unüberlegtes Handeln. „Wir im Haus der Malfoys, ich denke eher nicht.“
„Ach bitte, bitte, bitte. Es ist so unhöflich ein Einladung auszuschlagen“, flehte Lily. James und Albus blickten sie an, als hätte sie den Verstand verloren und sie war froh, nicht auch noch das Gesicht ihres Vaters sehen zu müssen.
Harry schnaubte: „Lass uns erst mit deiner Mutter darüber diskutieren.“
Das Mädchen nickte und verhielt sich den Rest der Fahrt ruhig.
„Oscar, Oscar.“ Kaum war Lily aus dem Auto her außen, rief sie nach ihrem Haustier. Nur eine halbe Minute später, begann es im Gras zu rascheln und die fast drei Meter lange Python tauchte auf und schlängelte sich an dem Mädchen hoch um sich um ihre Schultern zu legen.
Im Alter von fünf Jahren, hatte das Kind die damals kaum einen Meter lange Schlange beim Spielen gefunden. Harry konnte nicht sagen, wie genau es damals abgelaufen war, aber als er in den Garten kam, saß Lily vor der aufgebäumten Schlange. In diesem Moment befürchtete er schon das Schlimmste, dass das Tier dabei war, seine Tochter anzugreifen oder dass sie – so wie er vor Voldemorts Tod – Parsel sprach. Aber nichts davon war der Fall, als er näher kam, hörte er wie das Kind der Python leise Kinderlieder vorsang als wäre es das normalste auf der Welt.
Oscar - wie sie die Schlange nannte - gehörte ab da zur Familie. Die beiden Jungs waren von Anfang an begeistert von dem Tier, auch wenn Oscar ihnen nie so nah kam oder so zutraulich zu ihnen wurde wie zu Lily. Ginny, die seit dem Vorfall in der Kammer des Schreckens in ihrem ersten Schuljahr eine Schlangenphobie hatte, versuchte alles um das Tier aus dem Haus zu bekommen. Aber nicht einmal die offene Terrariumtür und das offene Fenster konnte Oscar dazu bringen, Lily zu verlassen. In ihrer Verzweiflung bat sie sogar Harry um Hilfe, der versuchte die Schlange mit dem letzten bisschen Parsel, dem er noch fähig war, zum Gehen zu zwingen, aber natürlich half auch das nichts.
Seit Lily nun an Hogwarts war, verbrachte das Tier zwar die meiste Zeit in der Wildnis, aber kaum kehrte Lily nach Hause zurück, tauchte auch Oscar wieder auf und jedes mal schien er größer zu sein.
„Na hast du mich vermisst?“, fragte das Mädchen und kraulte der Schlange das Kinn. Harry konnte nicht verstehen, wie sie dieses Ungetüm ohne Parsel im Zaum halten konnte. Nur ein Zucken von Oscar könnte ihr das Genick brechen, aber das hinderte sie nicht daran, ihn stets um ihren Hals liegen zu haben.
„Herr.“ Kreacher lief aus dem Haus um die Koffer herein zu holen. Beim Anblick der Schlange blieb er jedoch fauchend stehen. Wütend spreizte er die großen Ohren ab und ließ sie hin und her zucken, was laut Hermine eine typische Verteidigungshaltung von Hauselfen war. Kreacher hasste die Schlange, seit er fast zu ihrem Abendessen geworden war und wenn das Tier sich im Haus befand, traute er sich nur selten aus seinem Nest in der Küche.
Lily lächelte schadenfroh über die Angst der kleiner Kreatur, dann verschwand sie mit der Schlange in dem Haus. „Ich hab dir etwas mitgebracht“, meinte das Mädchen, als sie in ihrem Zimmer das Tier von ihren Schultern auf das Bett gleiten ließ und sich neben es setzte. Aus ihrer Tasche nahm sie eine in Butterpapier eingewickelte, tote Ratte heraus und warf sie Oscar zu. Dieser verschlang das Fellbündel mit einem Bissen und ließ gleichzeitig seine Schwanzspitze zucken, so dass die Bewegung dem Wedeln eines Hundeschwanzes ähnelte.
„Thhanke Herrin“, zischte die Schlange und neigte den Kopf in der Andeutung einer Verbeugung.
„Nein, nein … du hast nicht gerade gesprochen, oder?“ Lily wich vor der Schlange zurück, die jedoch nur ihre Zunge herausstreckte und leise zischte. „Oh mein Gott ich glaub ich werde verrückt“, murmelte das Mädchen: „du wartest hier, ich muss mit meinen Eltern sprechen.“ Sie strich dem Tier noch einmal über den Kopf und ließ sie auf dem Bett liegen, denn für das Terrarium, das noch immer neben ihrem Schreibtisch gegenüber der Tür stand, war Oscar schon seit zwei Jahren zu groß.
1
2
Kommentare
Keine Kommentare vorhanden.
Kommentar hinzufügen