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Kategorien > Harry Potter > Nach Band 7

Harry Potter und die Erben (6 Potter oder Riddle)

von Wolf_93

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Potter oder Riddle

Erst als sie auf einem kleinen Hügel auftauchte auf dem ein altes Herrenhaus stand, wurde ihr bewusst, dass sie soeben einen der gefährlichsten Reisemethoden angewandt hatte. Aber zu ihrem Glück schien sie vollständig angekommen zu sein.
„Nein, nein, NEIN!“, brüllte sie in die Nacht hinaus. Ohne auf die Konsequenzen zu achten, feuerte sie verschiedenste Zauber in die Gegend. „Nein“, brüllte sie erneut.
Malfoy musste sich irren oder er spielte ein falsches Spiel mit ihr. Sie hätte ihn töten sollen, als sie die Gelegenheit hatte. Sie erschrak selbst über den Gedanken.
Ihr Vater hatte Voldemort getötet, er hatte keine Erben und selbst wenn wäre sie die letzte, die es sein könnte. Warum sollte gerade sie, wie kam Draco nur auf diese Idee? Mit viel Mühe zwang sie den erneut aufkommenden Hass zurück. „Ich bin NICHT er“, schrie sie den Sternen zu, die ihr kalt zu blinkten.
Sie ließ sich in das von einem kurzen Regenguss nasse Gras nieder. Verzweifelt legte sie ihren Kopf in ihre Hände. Sie versuchte ihr Leben hinter ihren Augen ablaufen lassen um sich zu beweisen, dass es unmöglich war. Aber je mehr in ihr aufkam, desto unsicherer wurde sie. Sie war in Slytherin, genau wie er. Oscar, hatte James nicht einmal behauptet, sie würde ihn genauso tragen wie der Dunkle Lord Nagini in der Schlacht von Hogwarts? Sie trug sein Mahl, warum nur trug sie sein Mahl? Plötzlich wusste sie keine Antwort mehr darauf. Sie riss ihren Ärmel auf und entfernte es mit einem Spruch, aber es blieb eine rote Fläche zurück. Und was war mit ihren Augen, warum änderten sie immer ihre Farbe.
„Nein! Ich bin nicht Du!“, brüllte sie einen unsichtbaren Feind an. Sie schnaufte schwer und richtete ihren Zauberstab an ihre Kehle. „Ich bin nicht du!“, kreischte sie.
„Lily.“ Es war nicht mehr als ein Flüstern, dass sie herum fahren ließ. Wutentbrannt richtete sie ihren Zauberstab auf den Jungen. „DU? Du, das war eine Falle nicht wahr? Ihr Malfoys seit doch alle gleich.“ Bedrohlich schwenkte sie ihren Stab vor ihm hin und her, bereit jedem Moment einen Fluch zu sprechen.
Trauer lag in dem Blick des Jungen, als er auf sie zu kam. Er selbst war unbewaffnet und dennoch traute er sich, ihr näher zu kommen.
„Bleib weg“, keifte das Mädchen, aber er ignorierte sie, setzte einen Schritt vor den anderen und kam immer näher. „Crucio“, stieß Lily aus. Der Fluch traf Scorpius oberhalb des Herzens. Der Junge klappte sofort zusammen und schrie auf. Die Arme zuckten in unkontrollierbaren Bewegungen um ihn herum. Es war nur ein Moment, bevor das Mädchen den Zauberstab sinken ließ und ihn von sich weg schleuderte.
„Scorpius!“ Sie ließ sich neben dem Jungen zu Boden fallen und hob seinen Kopf an. „Es tut mir leid, so unendlich leid.“ Tränen rannen aus ihren Augen und fielen auf sein Gesicht.
Angst stand in den Augen des Jungens, als er sie öffnete und von ihr weg wich.
„Scorpius, bitte, ich wollte nicht“, versuchte sie es, aber er unterbrach sie: „Du bist es doch, ich dachte Vater bildete sich etwas ein.“
„Nein, nein. Ich bin nicht er, bitte glaub mir.“ Verzweifelt blickte sie ihn an.
„Doch du bist sein Erbe.“ Dieses Mal klang jedoch kein Vorwurf mehr mit, sondern die Sanftheit mit der er sie immer beruhigte. Das Mädchen brachte nur ein schwaches Kopfschütteln zusammen.
„Du hast es gewusst, das heute war eine Falle?“ Verzweiflung, Wut, Trauer, alles mischte sich in ihrer Stimme.
Der Junge schüttelte den Kopf: „Zufall, wirklich. Er wusste wie viel Leute kommen würden und erkannte uns an der Größe. Er hat mir alles erzählt, damit ich es dir sage.“ 'Feigling', lachte diese Stimme in Lilys Kopf, die sie an diesem Tag bereits einmal gehört hatte und die sie nun mit aller Mühe versuchte zu unterdrücken.
„Vor fünfundzwanzig Jahren wurde der Dunkle Lord von Potter getötet und seit damals führte mein Vater jedes Jahr dieses Treffen. Vor fünfzehn Jahren hatten die dunklen Mahle erneut geglüht, in der Nacht als wir beide zur Welt kamen. Erst dachte er, ich konnte Riddles Erbe sein, da ich genau wie er in weitester Linie von Slytherin abstammte. Aber ich konnte es nicht sein, wie auch? Als du ihn heute angegriffen hattest, erkannte er in dir, dass was du bist.“
„Aber wie, wie kann ich sein Erbe sein. Ich, Harrys Tochter und nicht seine“, flüsterte das Mädchen. Ihr Kopf ruhte auf seiner Schulter und er strich ihr mit rhythmischen Bewegungen über die Haare. Über ihnen zogen dichte Wolken auf und es begann erneut zu regnen.
„Der Dunkle Lord hatte nach seinem ersten Anschlag auf Harry ein ungewolltes Band zwischen ihnen beiden geknüpft. Snape hatte meinem Vater im sechsten Schuljahr verraten, dass es sich dabei vermutlich um ein Horkrux handelte. Voldemort zerstörte dieses unbewusst, als er versuchte deinen Vater in der Schlacht von Hogwarts zu töten, aber anscheinend ist dennoch etwas in ihm vom Dunklen Lord zurück geblieben und aus diesem winzigen Teil bist du entstanden. Dracos Vermutung, nicht meine“, endete der Junge und wartete vergebens auf eine Antwort.
Der Regen nahm zu, aber keiner der beiden rührte sich. „Was denkst du?“, flüsterte Lily nach einer Weile, ihr graute es vor der Antwort, aber sie musste es wissen: „Bin ich Voldemorts Tochter und nicht Harrys?“
„Ehrliche Antwort?“, fragte Scorpius und sein Blick wanderte für einen Moment zu dem Zauberstab der einige Meter von ihnen entfernt im Gras lag. Das Mädchen nickte an seiner Schulter. Wie zuvor schon sein Vater am Rednerpult, holte der Junge dramatisch Luft, bevor er fort fuhr: „Ja ich denke schon, dass du sein Erbe bist. Bitte nimm das nicht böse. Du kennst meine Familie, wir waren immer treue Anhänger von ihm, und ich glaube du könntest es weiter bringen als er. Du bist eine Führerin und bereits in dem Alter fähig komplizierte Flüche zu verwenden. Du sahst seine Taten nur aus den Augen eines Aurors, wie es dein Vater ist, aber nimm es anders. Wenn Voldemort als Sieger hervor gegangen wäre, wäre der Krieg genauso zu Ende. Das erste Mal in der Geschichte würden Magier über die Muggels herrschen, wir müssten uns nicht mehr verstecken.“ Seine Stimme war sanft und überzeugend, dennoch schüttelte Lily den Kopf. „Ich bin nicht sein Erbe, ich bin eine Potter und wenn es sein muss werde ich gegen den Dämon in mir kämpfen. Ich habe heute zum letzten Mal die Kontrolle verloren.“
Damit stand sie auf, hob ihren Zauberstab auf und bevor sie disapparierte, meinte sie noch mit gesenktem Blick: „Vermutlich komme ich nach dieser Nacht sowieso nach Askaban. Zaubern in der Öffentlichkeit und verbotene Flüche.“ Sie hauchte ihm einen Kuss zu, dann verschwand sie mit einem Plopp.

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Kommentare

Desi schrieb am 2010-05-03 17:54:55:
hey
hat mir total gut gefalln!!

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