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Kategorien > Harry Potter > Nach Band 7

Harry Potter und die Erben (8 Var.b Verzicht)

von Wolf_93

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Hallo an alle Leser, erst mal danke für die vielen Kommentare, freue mich immer, wenn ich welche bekomme.
Wie ihr merkt, gibt es jetzt bei der Fortsetzung Trennung Variante a und b. In einer davon nimmt Lily ihr Erbe an, in der anderen kämpft sie dagegen. Die beiden Varianten sind unabhängig von einander, die Charaktere behalten jedoch die selben Gesichtszüge und zum Teil gibt es parallelen zwischen den beiden.
Würde mich sehr über weitere Kommentare freuen, besonders wie euch die Idee mit den beiden Handlungsstrengen gefällt...
so und nun zur eigentlichen Geschichte:

Verzicht


Die letzten Monaten vor den Ferien waren die reinste Qual. Lily zählte nicht nur die Wochen, auch die Tage bis zum nächsten Wochenende, an denen sie in den drei Besen als Kellnerin aus half um nicht im Schloss sein zu müssen, sogar die Stunden bevor sie sich in ihren traumlosen Schlaf zurück ziehen konnte, rechnete sie sich nach dem Aufstehen aus und zog den ganzen Tag über die Stunden ab. Wenn sie nicht im Unterricht war, befand sie sich an der Grenze zum Verbotenen Wald um dort allein zu sein und zu lernen.

Es war schwer ihren Freunden aus dem Weg zu gehen. Ihr engster Bekanntenkreis wusste dank Malfoy von ihrem düsteren Kern und sie sah deren Angst, deren Ehrfurcht und so viel mehr in ihren Gesichtern. Scorpius betrachtete sie, wenn sie sich im selben Raum befanden – was Lily zu vermeiden versuchte - , mit einer Sehnsucht, die der ihren gleich kam. Aber sie konnte nicht mehr mit ihm zusammen sein, sein Vater und vermutlich auch er, wollten ihre dunkle Seite unterstützen und das konnte sie sich und der Welt nicht antun. Außerdem packten sie jedes mal die Selbstvorwürfe, wenn sie den leichten Schatten in seinen Augen bemerkte, die letzten Erinnerungen an das, was sie ihm an ihrem Geburtstag angetan hatte. Kerstins Gesicht spiegelte Bewunderung, wenn sich ihre Blicke kreuzten. Und die anderen zeigten etwa Furcht oder Loyalität ihr gegenüber. Lily war sich sicher – und dass sie diesen Gedanken überhaupt hegte, machte ihr Angst -, dass die ganze New Generation ihr bereitwillig als Todesser folgen würden.

Ihr fehlte Oscar, auch wenn sie ihn nie mit nach Hogwarts genommen hatte, wünschte sie sich jetzt einen Vertrauten, und wenn es nur das Tier war, das sie seit Jahren begleitete. Aber er war fort, sie hatte ihm verboten zurück zu kommen und er würde irgendwo alt werden, vielleicht Nachwuchs bekommen und dann irgendwann sterben.

An diesem Tag waren ihre Prüfungsergebnisse bekannt gegeben worden. Lily hatte durch ihr ständiges Lernen zu ihrem Erstaunen, und auch dem der Lehrer in den meisten Fächern Bestnoten. In einer Woche würde es zurück nach Hause gehen. Dieses Jahr wusste Lily nicht, was sie davon halten sollte. Sie hatte Angst vor der Kälte in ihrer Familie, aber ebenso wenig wollte sie hier bleiben und sich immer vor den anderen Slytherins verstecken.

Wie hatte er seine Einsamkeit ertragen, die seine Macht immer begleitet hatte? Lily riss sich sofort von dem Gedanken los, sie wollte nicht an ihn denken, er war nicht mehr und er würde nie wieder kommen. Dennoch ertappte sie sich immer öfter dabei, wie sie ihr Leben mit den Legenden über seines verglich. Wenn sie auf Parallelen stieß, wuchs ihre Verzweiflung ins Unermessliche, dagegen beruhigten sie ihre wenigen Unterschiede, sie liebte Scorpius und er, dessen Namen nicht genannt werden durfte, hatte nie auch nur Zuneigung zu einer anderen Person außer sich selbst gefühlt.

„Meine Herrin.“ Ohne es zu bemerken, war plötzlich Kerstin vor ihr aufgetaucht, die zur Begrüßung einen kleinen Knicks machte. Sowohl die Begrüßung, als auch dieses Zeichen der Unterwürfigkeit trugen keine Spur von Spott, sondern waren völlig aufrichtig, dennoch stieg sofort wieder Wut in Lily auf. „Muss ich dich an deinen Schwur erinnern?“, zischte sie gefährlich. Ja sie hatte mittlerweile erfahren, was den anderen in jener Nacht noch widerfahren war, und war froh darüber, nicht ebenfalls geblieben zu sein. Obwohl Draco wahrscheinlich nicht den Mut aufgebracht hätte, den – seiner Meinung nach – Erben Voldemorts zu einem lächerlichen Schwur zu zwingen. Würde Lily reden, hätte man auch sie selbst nach Askaban gebracht oder schlimmer. Darauf konnte sie echt verzichten, auch wenn sie sich noch immer wunderte, wie sie nach ihrem Zaubern am Rande dieses Muggeldorfes und den zwei unverzeihlichen Flüchen noch immer frei durch Hogwarts spazieren konnte.

„Nein.“ Kerstins Antwort war kaum zu verstehen, als sie mit gesenktem Kopf vor ihr stand. Als sie aufblickte, fielen ihr einige Locken ihres schwarzen Haares ins bleiche Gesicht. Das Mädchen war eine begnadete Hexe, die einen Hang zur schwarzen Magie hegte und ihrer Tante – einer getöteten Todesserin - nacheiferte. „Scorpius möchte dich sprechen“, meinte sie in einem Tonfall, als würde Lily ihr wegen der Nachricht den Hals umdrehen.

Einen Moment lang wollte Lily bereits ablehnen. Dann begriff sie jedoch, dass es Zeit wurde nicht mehr die Konfrontation zu scheuen. Sie würde tun müssen, was sie tun musste, aber sie würde ihrem Freund nicht einfach so in den Rücken fallen. „Bring mich zu ihm.“

Ein Lächeln huschte über Kerstins Gesicht, dann wandte sie sich mit einer Verbeugung um und führte die Freundin zurück zum Schloss und hinab in die verlassenen Gemäuer des Kerkers.
„Lily“, rief Scorpius begeistert aus, als er sie und die Freundin erblickte. Der Junge wirkte nicht so, als hätte er wirklich gedacht, dass Lily seiner Einladung nachkommen würde. Elegant aber schnell löste er sich von der kalten Steinwand, an der er lehnte und lief auf sie zu.

Die Rothaarige hielt ihn mit der Hand davon ab, ihr um den Hals zu fallen. Bevor sie sich an ihn wandte, schickte sie Kerstin fort. Widerstrebend aber ohne etwas zu sagen, gehorchte diese und ließ die beiden allein.

„Ich bin so froh, dass wir endlich wieder miteinander sprechen“, fing Scorpius an, aber Lily unterbrach ihn: „Nein, es ist nicht so wie du denkst. Ich bin nur hier, weil du mir etwas bedeutest und ich dich nicht hintergehen werde.“

Der Junge blickte sie verwirrt und beunruhigt an. Das Mädchen lehnte sich an die Wand um Halt zu finden. Macht, du hast die Macht, setze sie doch ein, raunte die heißere Stimme in ihr und sie wusste, dass sie keinen Aufschub mehr dulden konnte. „Beachte meine Warnung oder du wirst es bereuen“, erklärte Lily. Sie sah Scorpius nicht an. Dennoch wusste sie sofort, an woran er bei ihren Worten dachte.

„Es ist vergessen, Lily. Es war nur ein Unfall“, versuchte Scorpius sie zu beruhigen.
Das Mädchen schüttelte den Kopf: „Ich meine nicht das. Verschwinde sobald wir zurück in London sind mit deiner Familie, denn ich werde Harry alles erzählen. Mir ist es mittlerweile egal, welche Konsequenzen es für mich hat.“

Malfoy erbleichte sichtlich. Er hatte sich bisher in Sicherheit gefühlt, nach dem sie an jenem Abend nichts verraten hatte. Die Angst kroch wieder in ihm hoch. „Draco würde geküsst werden, wenn sie ihn

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