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Kategorien > Spannung > Emotionen

Hartmuts Verlangen

von Christian Schulz

Hartmut lächelte, als er den schmalen von Blumenbeeten umrandeten Weg zur Haustür mit wuchtigen Schritten entlang schritt. Die Werkzeugtasche in seiner Hand, malte er sich in seinem schmutzigen Hirn schon allerlei aus, was ihn in diesem netten kleinen Haus erwarten könnte. Als er sie gestern gesehen hatte, war ihm fast die Fluppe aus der Schnauze gefallen. Er war gerade dabei gewesen, eine neue Dichtung aufzuschrauben, blickte nur kurz aus dem Arbeitsraum in den Verkaufsraum des Ladens, wo sein Chef hinter der Theke stand, als er sie erblickte. Blondes langes Haar, eine bis zum dritten Knopf geöffnete weiße Bluse und einen sexy Minirock, so stand sie an der Theke und sagte : „Als ich gestern meine blöde Heizung abdrehen wollte, hatte ich auf einmal den Regler in der Hand. Scheint abgebrochen zu sein, ich krieg ihn jedenfalls nicht wieder drauf! Könnte wohl jemand von Ihnen mal vorbeischauen ?“ Seit fünf Wochen hatte Hartmut diesen Job bei Heizungsinstallateur Friedmann. Friedmann war der Einzige gewesen, der ihm eine Chance gegeben hatte, obwohl er in der Bewerbung das beachtliche Vorstrafenregister mit Unterpunkten wie „schwerer Körperverletzung“ oder „Gefängnisstrafe“ gelesen hatte. Drei Jahre hatte Hartmut von Sozialhilfe gelebt, in seiner dreckigen Bude gehaust wie ein Untier, von einem besseren Leben geträumt. Dieser Job brachte ihm immerhin das Doppelte der Sozialhilfe ein, so dass er seinen bescheidenen Lebensstandard zumindest ein wenig verbessern konnte. Und dann diese Frau! Vielleicht Anfang dreißig, ein wahrer Leckerbissen, dachte Hartmut, als er die kurze Treppe zur Haustür hinaufschritt. Im ersten Stock wohnte sie, zusammen mit drei anderen Parteien in diesem kleinen Wohnhaus, das stellte er fest, als er auf die Klingel blickte. Frau Jasmine Plumont, allein schon der französische Name war sexy. Natürlich lebte sie allein, das war sonnenklar, sonst wäre sie ja wohl kaum hilfesuchend zum Heizungsmonteur gekommen. Das hatte er sich natürlich vorher überlegt, Kombinieren war nämlich eine von Hartmuts Stärken. Und eine rege Phantasie hatte er auch, er hatte sich schon allerhand ausgemalt, was gleich in dieser Wohnung dort oben passieren könnte. Er hatte sich sogar extra geduscht heute morgen, ein Luxus, den sein etwas übergewichtiger Körper seit zwei arbeitsreichen Wochen in der Werkstatt nicht mehr erfahren hatte, und auch ein frisches Hemd spannte über dem etwas gewölbten Bauch. Zum Rasieren hatte er keine Zeit mehr gefunden, doch auf so 5-Tage-Bärte standen Frauen ganz bestimmt, davon war er fest überzeugt, als er seine wulstigen Lippen zu einem Lächeln formte und zwischen den braunen Bartstoppeln blitzende gelbe Zähne zum Vorschein kamen und er auf die Klingel drückte. Zum Glück hatte der Chef ihn und nicht diesen bekloppten Azubi damit beauftragt, zu Madame Plumont zu fahren. Und wenn schon, diesem gepuderten Lackel von 25 Jahren hätte Hartmut schon ganz bestimmt klargemacht, wer dort in der Werkstatt der Boss war. „Meine Faust riecht nach Friedhof!“, das hatte er diesem Weichei schon am ersten Tag unmissverständlich klargemacht, als dieser ihm sagen wollte, was er hier in diesem Betrieb beachten sollte und was nicht. Hartmut war nicht der Typ, der sich etwas sagen ließ, außer natürlich vom Chef, das war ja auch eher eine Frage des Geldbeutels als der Hierarchie. „Wer ist da ?“, ertönte eine glockenhelle Stimme aus dem Lautsprecher. „Äähh, Firma Friedmann, bin wegen Ihrer Heizung hier!“, brummte Hartmuts heisere Bassstimme in die Membran. „Wunderbar! Ich dachte schon, Sie hätten es heute nicht mehr geschafft!“ Hartmut grinste. Natürlich war er kurz vor Feierabend zu ihr gefahren, er brauchte heute also nicht mehr in das Geschäft zurück, und er hatte sehr viel Zeit mitgebracht. Der Türverschluss summte und er betrat das Haus. Er lächelte, als er das Geräusch einer sich öffnenden Wohnungstür im ersten Stock hörte. Nicht mehr lange und er würde vor ihr stehen. Er warf sich ein Pfefferminzbonbon in den Mund, denn sein Atem war von drei Schachteln Zigaretten, die er heute schon geraucht hatte, nicht mehr sehr frisch, und ein großer Teil des schlechten Atems kam auch von den Zähnen. Außerdem hatte er heute bislang nur ein trockenes Brötchen gegessen, na, da war es ganz normal, etwas Mundgeruch zu haben, sagte sich Hartmut. Und bis die Wirkung des Pfefferminz-Bonbons verflogen war, würde sie schon längst in seinen Armen liegen! Und wenn sie auf die sanfte Tour nicht ansprang, nun, Hartmut würde Mittel und Wege finden, sie zum Gehorchen zu bewegen. Lange hatte er keine Frau gehabt. Nicht mehr, seit er aus dem Knast entlassen worden war vor drei Jahren. Und von den paar Kröten, die er bislang im Monat gehabt hatte, war ein Besuch im Puff eben nicht drin gewesen, drei Viertel des Geldes waren ja schon von der Miete verschlungen worden. Aber gleich würde es wieder soweit sein. Er malte es sich schon seit gestern Abend in den schönsten Farben aus und hatte natürlich auch schon weiter gedacht. Vielleicht gefiel er ihr ja, und so war alles in bester Ordnung. Und wenn nicht...hm, ein wenig Gewalt und Drohungen...so würde sie auch noch weitere Male ihm gehören! Helmut setzte seinen linken Fuß auf die erste Treppenstufe und verzog den gemeinen Mund abermals zu einem grässlichen Grinsen. Er schritt die Stufen der sich um 180 Grad windenden Treppe voller Vorfreude hinauf, die schweißnasse linke Hand über das Geländer schiebend, den Arbeits-Koffer in der rechten. Und endlich stand er auf dem Flur, die halb geöffnete Wohnungstür nur noch fünf Meter vor sich. Wie groß wohl ihr Bett sein würde, dachte er. Nichts würde mehr dazwischen kommen können, da war er sich sicher. Eine allein lebende Frau, ha, ungefähr in seinem Alter, und wenn er ihr auch noch gefiel, wie oft hatte er sich an diesem Tag schon vorgestellt, was ihn Wunderbares hinter dieser Tür erwarten würde....
Bestimmt öfters, als er damals zugeschlagen hatte, als er den Schaffner für acht Wochen krankenhausreif geprügelt hatte, da dieser ihm nicht glauben wollte, dass ihm sein Zugfahrschein auf der Toilette ins Klo gefallen war. Hartmut leckte sich über die gesplissenen Lippen, als er sich der Wohnungstür Meter um Meter näherte. Am besten schnell noch ein Pfefferminz nachwerfen, überlegte er sich und blieb kurz stehen, um die Bonbonrolle aus der Hosentasche seiner Jeans zu ziehen. „Warum kommen Sie denn nicht herein ?“, hörte er die helle Stimme der blonden Schönheit fragen. „Sekunde“, stammelte Hartmut und trat im nächsten Moment über die Schwelle der Wohnung, in der er sich die heißesten Momente seines zukünftigen Lebens versprach. Jedoch fand er sich in diesem nächsten Moment nicht der blonden Schönheit gegenüber, sondern jemand anders, den er nicht in seine Vorüberlegungen mit einbezogen hatte. Ein ca. 50 Zentimeter großer schwarzer Terrier sprang bellend auf ihn zu und begann, die Schuhe und Schienbeine von Hartmut zu beschnüffeln. Bislang hatte er immer rücksichtslos zugetreten, wenn solch ein Vieh auch nur annähernd in seine Nähe gekommen war, aber da dies der Hund seiner Zukünftigen war, musste er sich nun beherrschen. Er war auch viel zu erstaunt, denn er war überzeugt gewesen, an wirklich alles gedacht zu haben, was an Hindernissen zwischen ihm und dieser Frau stehen könnte, aber einen Hund hatte er nicht in seine Überlegungen einbezogen. Einen Freund, natürlich hatte Hartmuts messerscharfer Verstand auch diese Möglichkeit durchgespielt, diese jedoch nach angemessener Betrachtungszeit erleichtert verworfen. Hätte diese Schönheit einen Freund, hätte sie diesen ja gefragt, ob er ihr nicht bei der Heizung zur Hand gehen könne, denn Männer verstehen sich ja bekanntlicherweise auf technische und handwerkliche Dinge, dafür war ja Hartmut selbst ein prächtiges Beispiel. Und selbst wenn ein potenzieller Freund kein handwerkliches Genie wäre, Hartmut hatte sich noch genau an ihre Worte im Geschäft erinnern können : „Scheint abgebrochen zu sein. Ich krieg ihn jedenfalls nicht wieder drauf!“ Hallo hallo! Macht es da Klick ? Niemanden hatte sie gefragt oder um Hilfe gebeten, der ihr, dieser geilen, aber handwerklich völlig unbegabten Frau wenigstens in dieser Hinsicht Sicherheit hatte geben können. Ha! Sicherheit würde er, Hartmut, ihr geben können, und das in zweierlei Punkten : Was mit der Heizung los war, und : Er wollte sie!
Auch dieser Köter würde ihn nicht davon abhalten können, für den Ernstfall hatte Hartmut immer sein Schweizer Messer in der Hosentasche. Jedoch bemühte er sich ernsthaft, nicht an das Schlimmste, in diesem Fall an brutale Gewalt zu denken, sondern er brachte es doch wahrhaftig fertig, wenn auch mit Überwindung, das Fell dieses räudigen Köters zu streicheln und zu brummen : „Bist ein guter Hund!“. Und da erblickte er zum zweiten Mal dieses Gesicht, diese personifizierte Schönheit, die lachend aus einem Zimmer hervortrat und sagte : „Keine Angst, der beißt schon nicht! Das ist Jimmie, der begrüßt jeden so!“
Hartmut war fasziniert, von dieser Schönheit, von dieser Stimme, von diesem Körper. Heute in eine schwarze Bluse und eine hellblaue Jeans gekleidet, stand sie dort und lächelte ihn an.
Gutes Zeichen, dachte sich Hartmut. Eine Welle der Erleichterung durchfuhr ihn, als Jimmie plötzlich kehrtmachte und er nicht mehr gezwungen war, seine Hand durch dieses stinkende Fell fahren zu lassen. Hartmut bemühte sich, das geile Ding, das da aus dem mit weißen Kacheln gefliesten Badezimmer hervorschaute, nicht allzu intensiv anzustarren, stattdessen blickte er Jimmie nach und meinte : „Ich mag Hunde!“, und wandte sich Jasmine mit einem unwiderstehlichen Lächeln zu. „Echt?“, entfuhr es ihr, „das find ich ja toll! Ich liebe Hunde über alles!“ „Na, da haben wir ja was gemeinsam!“, erwiderte Hartmut, und das ehrlich freudige Gesicht Jasmines ließ ihn fast den Verstand verlieren. „Einen kleinen Moment noch, dann können wir uns weiter unterhalten!“, sagte sie und verschwand kurz wieder im Badezimmer, ließ die Tür dabei leicht angelehnt. Hartmut wurde heiß und kalt zugleich. Er bräuchte nur drei Schritte zu gehen und die Tür aufzustoßen....aber...er schien ihr wirklich sympathisch zu sein, und da wollte er es doch erst einmal langsam angehen lassen. Vielleicht würde sie gleich, wenn er mit seiner Arbeit fertig war, auf einen Annäherungsversuch eingehen, und nachdem er seine von fachmännischen Kommentaren begleitete Arbeit beendet haben würde, war sie ihm zweifelsohne zu Dank verpflichtet. Er gefiel ihr, davon war er nun, als er aus dem Badezimmer die Klospülung rauschen hörte, felsenfest überzeugt. Mensch, sie hat auf dem Klo gesessen, die Hose unten! Hartmut verlor bei dieser Vorstellung fast den Verstand, doch erst mal hieß es kühlen Kopf bewahren! Auf jeden Fall, bis er sein Ziel erreicht hatte. Und das würde er problemlos erreichen, davon war er jetzt vollkommen überzeugt. Denn sie hatte ja noch nicht mal abgeschlossen gehabt, als sie auf der Toilette war. Vielleicht hatte sie sogar gewollt, dass er ihr folgte! Vielleicht hatte er gerade DIE Chance vergeben! Aber wenn sie auch IHN wollte, dann würden sich weitere ergeben!
Einen Moment später öffnete sich die Badezimmertür und Jasmine kam lächelnd auf ihn zu. Einen guten Eindruck machen, nicht in ihre Bluse schauen! In die Augen! In die Augen!, versuchte Hartmut sich einzuhämmern, als er fragte : „Nun, wo darf ich denn Hand anlegen ?“
Und er musste vor Erregung schlucken, als sie kichernd erwiderte : „Och, hier ist so einiges im Argen, wo Sie mal Hand anlegen könnten, aber weswegen ich gestern zu Ihnen gekommen war, das ist der Heizungsregler in der Küche! Da vorne rechts!“ Guten Eindruck machen! Guten Eindruck machen! Nicht zu früh! Nicht zu früh!
Hartmut fiel es schwer, sich zu beherrschen. Er hätte sie greifen können, so nah stand sie nun vor ihm, er konnte fast ihren Atem spüren. Hartmut kostete es fast übermenschliche Beherrschung, nicht seinem Verlangen nachzugeben, und so wandte er sich ruckartig ab, schloss einen Moment die Augen und ging in die ihm zugewiesene Richtung. Schon wieder dieser Hund! Fast wäre er über ihn gestürzt! Es war kein Licht in diesem Raum, und draußen war es schon seit einer Stunde dunkel. „Ey Jim, was liegst du da herum ?“, stammelte Hartmut, noch immer halb von Sinnen. Und er hatte anscheinend wieder genau das Richtige gesagt, denn von hinten hörte er Jasmines Stimme kichern : „Das macht er gerne! Er schleicht sich immer an Leute heran, die er mag!“ Verdammt, war heute sein Glückstag ? Selten in seinem Leben hatte er sich so gut gefühlt, als er die Tür zur Küche öffnete.
Eine Sekunde später war es damit jedoch schlagartig vorbei. Auf dem Herd kochte ein Topf mit Kartoffeln und im Backofen erblickte er einen Topf mit....was war der Scheiß...Gratin ? Hatte er sich doch verrechnet ? Es sah alles danach aus, als erwarte sie jemand zum Essen! Mist! Das durfte nicht sein! Nein! Er war sich doch gerade so sicher gewesen! Nichts hatte ihn mehr aufhalten können! Aber.....vielleicht hatte sie das Essen ja für ihn gekocht! Ja, vielleicht hatte sie ihn gestern schon gesehen, als er in der Werkstatt arbeitete, und ihr heißer Blick war ihm nur entgangen! Oder...oder....sie kochte das Essen für sich und den Hund! Sie hatte doch gerade selbst gesagt, wie sehr sie Hunde liebte! Und...aber, verdammt!
Hartmut war zu intelligent, um sich selbst etwas vorzumachen, aber...scheißegal!!! Und wenn sie auch einen Freund hatte, diesen...diesen Schwanzlecker heute hier erwartete, dann war es eben dessen Pech! Hartmut würde sich nicht mehr von seinem Vorhaben, dieses geile Weib zu besitzen, abbringen lassen! Sämtliche Erregung in Hartmuts Körper war gewichen, mit einem Gefühl blinder Wut schritt er durch die Küche und erblickte dabei auch schnell den defekten Temperaturregler. Direkt hinter dem Esstisch, nur einen halben Meter vom Herd entfernt befand sich die Heizung. Er verspürte den Drang, seine Werkzeugtasche quer durch den Raum zu schleudern, doch da holte ihn die Stimme Jasmines ein : „Es stört Sie doch nicht, wenn ich Ihnen bei der Arbeit zusehe ? Vielleicht können Sie mir beibringen, wie ich solche Sachen beim nächsten Mal selbst reparieren kann!“ „Ähh, natürlich können Sie zusehen...“, stammelte Hartmut. Ihm stand der Schweiß im Gesicht, nicht nur, weil er vor Aufregung und Hilflosigkeit zu schwitzen begann, sondern auch, weil der Ofen ein Stück neben ihm eine enorme Hitze verbreitete und das dampfende Kartoffelwasser die Luftfeuchtigkeit in dem kleinen Raum erheblich erhöhte. Mir wird schon was einfallen, machte Hartmut sich selbst Mut, während er sich hinkniete und schließlich seine Werkzeugtasche öffnete. Jasmine setzte sich an den Tisch gegenüber des Ofens wenige Zentimeter hinter ihm und blickte interessiert auf Hartmut hinab. Nachdem er sich die Bruchstelle einen Moment angesehen hatte, meinte er : „Ganz klar abgebrochen. Das haben Sie schon richtig gesehen. Das kann jetzt einen Moment dauern, denn ich muss erst das kaputte Gewinde abschrauben und dessen Größe feststellen!“ Er würde absichtlich versuchen, Zeit zu schinden, vielleicht konnte er ja in einer Unterhaltung feststellen, wann sie ihren Gast erwarten würde. „Dann wird es Sie sicherlich nicht stören, wenn ich währenddessen das Gemüse aufsetze ?“ „Nein, nein, natürlich nicht! Sie stören mich doch nicht!“, brabbelte Hartmut nahezu unverständlich. Er war der Verzweiflung nahe. Was sollte er tun ? Er wollte diese Frau, aber offensichtlich würde sie in der nächsten halben Stunde Besuch erhalten. Und....ein kleiner Rest von Gewissen schien ihm wohl noch zu eigen, denn er rang förmlich mit sich selbst : „Ich will...aber ich kann doch nicht einfach....ich hab doch jetzt ne ehrliche Arbeit....nicht noch mal strafbar machen......“. Hartmut war ein starker Mann, kaum jemand würde ihn mit den bloßen Fäusten besiegen können. Aber er konnte doch nicht einfach......... Kühlen Kopf. Auf jeden Fall erst mal kühlen Kopf bekommen! „Haben Sie ein Glas Wasser ?“, stotterte er unbeholfen. „Aber natürlich! Eine Sekunde!“, säuselte Jasmine und gab ihm wenige Sekunden später ein volles Glas Mineralwasser in die Hand. Hartmut trank gierig und überlegte fieberhaft. Wie konnte er die Situation noch zu seinen Gunsten drehen ? Fakten. Er brauchte Fakten! „Ööh, so wie es aussieht, ist das gute Essen bald schon fertig! Wann wird denn ihr Besuch eintreffen ? Denn es könnte sein, dass ich länger brauchen werde!“
Ein genialer Schachzug! So würde er mit einem Mal erfahren, wie viel Zeit er noch hatte, in der er mit ihr allein sein würde, und vielleicht würde sie auch sagen, wen sie zu Besuch haben würde! In Gedanken klopfte Hartmut sich selbst auf die Schulter, aber das half nicht viel, alles würde von ihrer Antwort abhängen.......

*****

„Och, so in zehn Minuten denke ich, aber lassen Sie sich ruhig Zeit! Wir werden Sie auch ganz bestimmt nicht stören!“ Bad luck. Er hatte nicht mehr viel Zeit. Für Hartmut brach eine Welt zusammen, die Welt, die er sich innerhalb der letzten 24 Stunden in Gedanken aufgebaut hatte. Aber....wenn er sagen würde, er hätte die passenden Teile für die Heizung nicht dabei, er müsse morgen noch einmal wiederkommen! Dann würde sie wenigstens morgen ihm gehören! Hartmut stand der Schweiß auf der Stirn, während er den abgeschraubten Regler in der Hand hielt, ihn immer wieder drehte und nervös mit dem Fingernagel des rechten Daumens daran herumkratzte. 50 Zentimeter hinter ihm setzte Jasmine einen Topf mit Mischgemüse auf. „Aaach, das war wieder eine Hetzerei heute. Noch schnell einkaufen, und dann war der Laden voll.....aber Sie kennen das ja bestimmt! Fahren von Kunde zu Kunde.....bestimmt haben Sie gleich noch einen Termin ?“ Hartmut verschluckte sich fast. Warum gab sie immer diese zweideutigen Sätze von sich ? Wo sie doch gleich Besuch erwartete! Ob er noch einen Termin hätte! Als ob sie herausfinden wollte, wie viel Zeit er für sie mitgebracht hatte. Verdammt, Hartmut war nur wegen ihr hier! Hätte gestern ein achtzigjähriger Mann wegen einem kaputten Regler im Laden gestanden, hätte er doch den bekloppten Azubi hinfahren lassen. Hartmuts Nerven lagen blank, er stammelte nur : „Nein, keine Arbeit mehr. Hab jetzt Feierabend!“ Er zitterte vor Anspannung und Erregung, als Jasmine dicht hinter ihn trat, ihm auf die Schulter klopfte und sagte : „Noch nicht, mein Lieber! Erst müssen sie hier noch zeigen, was sie können!“ Verdammt, was sollten diese dauernden Anspielungen ? Wenn sie nicht gleich jemanden erwartete, dann wäre die Sache sonnenklar, dann wollte sie auch IHN, aber so machte das alles doch keinen Sinn! Niemand würde anderenfalls pausenlos solch zweideutige Dinge von sich geben. Und er wollte diese Frau, er wollte diese Frau unbedingt! Nur war die Situation dermaßen ungünstig, aber wenn er sagen würde, er müsse morgen noch mal wiederkommen.... „Meinen Sie nicht auch, dass das viel zu viele Möhren sind ?“, hörte er Jasmine plötzlich fragen. „Kaum Erbsen und viel weniger Blumenkohl als Möhren. Sah auf der Packung ganz anders aus.“ Offensichtlich wollte sie nun, dass er in den Topf sah, also stand er auf und drehte sich zum Herd. Er beugte sich über den Topf, und als Jasmines Kopf sich seinem bis auf nur wenige Zentimeter näherte, verlor er fast den Verstand. Er spürte ihre Körperwärme und roch ihr Parfum, Hartmut begann fast zu schielen, sah nur ein grün-weiß-orangenes Mischmasch im Topf. Jasmine wandte sich ihm zu und sagte : „Außerdem ist kein Broccoli drin, dabei steht es auf der Packung!“, und blickte ihn aus nächster Nähe mit gespielt verärgerten Blick direkt an. Hartmut schmolz fast dahin. Sie schaute ihm fest in die Augen, er spürte ihren Atem, ja, er roch ihren Atem, etwas süßlich kam er zwischen den geraden weißen Zähnen hervor. Hartmut krallte seine Fingernägel in sein Bein, um nicht die Beherrschung zu verlieren. Das Verlangen, sie an sich zu ziehen und sie zu küssen, überkam ihn fast, aber er musste sich beherrschen! Morgen, ja, morgen, dann würde er sie kriegen! Und wenn dann ihr Freund oder sonst wer da war, dann......dessen Pech! Hartmut schwor sich, er würde alles tun, um diese Frau zu bekommen! Jasmine lächelte ihn herausfordernd an, schickte dabei noch einen Hauch dieses geilen Atems in Hartmuts Gesicht. Er bemühte sich, vor Erregung nicht die Augen zu verdrehen und wandte sich wieder dem Topf mit den vielen Möhren zu, um nicht doch noch schwach zu werden und nach ihr zu greifen. „Viele Möhren“, brabbelte er geistesabwesend vor sich hin. „Sehen Sie, ich sag es doch! Man sollte doch glatt ne Beschwerde an diese Firma schreiben! Eigentlich habe ich das Gemüse nur wegen dem Broccoli gekauft, das essen wir am liebsten!“ Mit zitternden Händen wandte sich Hartmut wieder der Heizung zu. Nur nicht den Verstand verlieren! Jasmine setzte sich an den Tisch und blätterte in einer Modezeitschrift, während Hartmut....eigentlich gar nichts machte, außer sinnlos in seinem Werkzeugkoffer zu wühlen. Mit glasigen Augen blickte er auf die Unzahl kleiner Schräubchen und Muttern, nahm sie heraus und ließ sie wieder hineinpurzeln.
Hartmut zuckte zusammen, als die Türschelle ertönte. „Oh, endlich!“, rief Jasmine und eilte schnellen Schrittes aus der Küche, um die Tür zu öffnen. Verfluchte Scheiße. Aber....morgen.....morgen war es soweit. Nichts und niemand würde das verhindern! Nicht dieser dreckige Köter, der ihn nun aus der gegenüberliegenden Zimmerecke beobachtete, und auch nicht Jasmines Freund oder sonst wer, das war dann eben deren Pech, wenn sie ihm dazwischenkommen würden. Noch fünf Minuten würde Hartmut da herummurksen, bis er sagen würde, er müsse morgen noch mal kommen. In der kurzen Zeit konnte er sich den Lackel wenigstens kurz ansehen, um zu wissen, mit wem er es vielleicht zu tun bekommen würde. Hartmut war kein Monstrum, er würde niemanden umbringen, so weit würde er niemals gehen. Jedenfalls keinen Menschen. So Viecher wie diesen Mistköter da vorn hatte er schon öfters plattgemacht, seien es Wachhunde gewesen oder herumstreunende Tiere, an denen er seinen Frust hatte auslassen können. Mensch, wann würde er denn endlich die Stimme seines Feindes hören ? So lange konnte doch kein Mensch brauchen, um von der Haustür bis zur Wohnung zu gehen! Hartmut grummelte unverständliche Worte vor sich hin. Warum hatte er immer so ein Pech ? Warum konnte nicht auch er endlich mal Glück haben ?

„Hi!“ Hartmut fielen vor Schreck die Schräubchen aus der Hand und verteilten sich auf dem graugefliesten Küchenboden, er glaubte seinen Ohren nicht zu trauen. Jasmine war gerade von einer weiblichen Stimme begrüßt worden! Hartmuts Verzweiflung wich, er schöpfte wieder neue Hoffnung. Nur eine Freundin! Ha, dann war ja doch alles in Ordnung! Dann war er heute nur zu einem ungünstigen Zeitpunkt gekommen, morgen würde er dann sicher mehr Glück haben! Und Glück auf jeden Fall, denn nun ergaben diese zweideutigen Bemerkungen auch wieder einen Sinn. Hartmut grinste und hob indessen die kleinen Schrauben auf, die in seiner Reichweite lagen. Auch Jimmie begann, an einer Schraube, die bis zu ihm gerollt war, herumzuschnüffeln. Hartmut hörte die beiden Frauen im Flur kichern, und auch er lächelte, während er ein bisschen Öl von der Heizung putzte. Alles war im Lot.
„Jimmie, hey! Aaaah, Kleiner, wie geht’s dir denn ?“, hörte er die Stimme der anderen Frau aus dem Wohnzimmer. War die also auch so eine Hundenärrin. Was konnte man an diesen Viechern nur finden, fragte sich Hartmut. Jasmine trat lächelnd in die Küche und sagte : „Machen Sie ruhig weiter, das Essen braucht ja sowieso noch ein bisschen!“ „Aah, der Mann vom Fach!“, hörte er die etwas dunklere Stimme der Bekannten Jasmines hinter sich sagen. Er drehte sich um und blickte in das Gesicht einer dunkelhaarigen Frau Mitte 30, die ihn freundlich anlächelte. Nicht annähernd so hübsch wie Jasmine, aber auch ganz süß, meinte Hartmut. „Schönen guten Abend wünsch ich!“, lächelte er, der Mann vom Fach. Ha, ein Mann vom Fach war er wirklich, und das in einigen Bereichen!
„Dauert noch ein bisschen mit dem Gemüse. Hätte ich geahnt, dass du soo früh kommst, wäre ich doch eher angefangen!“ „Ach, das macht doch nichts!“, hörte er die beiden Frauen hinter sich reden. Hartmut fummelte wieder ein bisschen an der Heizung herum, noch zwei, drei Minuten, dann würde er Jasmine sagen, dass er aufgrund fehlender Ersatzteile morgen noch einmal kommen müsste. Und das würde sie garantiert freuen, dessen war er sich sicher. Er grinste, war seine Aufregung also ganz umsonst gewesen. Und bis morgen würde er sich sein Vorgehen noch einmal ganz genau überlegen.
Grinsend begann Hartmut, die Werkzeugtasche zu schließen, als er plötzlich wie vom Donner gerührt erstarrte. Ein schmatzendes Geräusch hinter ihm war der Grund dafür, und dieses Geräusch wurde nicht vom leckerlifressenden Hund verursacht, nein, das Tier lag unter dem Tisch und spielte wie verrückt mit den kleinen Schräubchen. Mit einer grauenvollen Ahnung drehte sich Hartmut langsam um, und diesmal brach seine Welt endgültig zusammen. Er sah die beiden Frauen in engster Umarmung vor der Spüle stehen, sich leidenschaftlich küssend, Jasmines Hände fuhren dabei zärtlich über Rücken und Po ihrer Freundin. Hartmut fielen fast die Augen aus seinem hässlichen Schädel, das konnte doch nicht wahr sein! Er saß dort mit ungläubigem Blick auf dem Boden, die Schnauze offen und starrte die beiden fassungslos an. Jimmie krabbelte direkt neben ihn und beroch und beleckte seine Hemdärmel, was Hartmut jedoch überhaupt nicht wahrnahm. Schließlich unterbrach Jasmine den langen Kuss und wandte sich kichernd Hartmut zu : „Entschuldigung, ich hoffe, wir stören Sie nicht! Das ist übrigens meine Freundin Katja! Wir feiern heute unser Einjähriges! Ist das nicht toll ?“

*****

Hartmut wäre am liebsten angefangen zu heulen. Er bekam keinen Ton heraus, saß stattdessen wie ein begossener Pudel mit offenem Maul auf dem Fußboden, während Jimmie ihm liebevoll über den Handrücken leckte. „Mensch, Sie gucken ja aus der Wäsche! Haben Sie noch nie zwei knutschende Frauen gesehen ?“, lachte Katja freundlich, gab Jasmine einen kurzen Kuss auf die Nasenspitze und wandte sich dem Geschirrschrank zu, um die Teller heraus zu holen. Jasmine hatte wohl bemerkt, dass diese Sache den armen Hartmut vollkommen verwirrt hatte und blickte ihn etwas verlegen an. „Noch ein Glas Wasser ?“, stammelte sie leicht errötet. „Was ?“, entgegnete Hartmut vollkommen geistesabwesend. Das war zu viel für ihn gewesen. Mit allem hatte er gerechnet, nur damit nicht. Wie konnte es sein, dass diese Jasmine, diese wunderschöne Frau, nicht auf Männer, sondern auf Frauen stand ? Das durfte nicht wahr sein! „Äh, ein Glas Wasser. Sie brauchen ja auch noch länger, wie sie sagten.“ Hinter Jasmine knallte der Korken einer Sektflasche an die Decke.
„Aber Jasmine, doch kein Wasser! Wir feiern Einjähriges, also kriegt der Herr auch dasselbe wie wir!“ Schon goss Katja ein Glas randvoll mit Sekt und reichte es Hartmut. „Machen Sie mal eine Pause, jetzt wird erst mal angestoßen! Und darauf können Sie sich was einbilden : Der erste Mann, mit dem wir trinken und der überhaupt jemals hier in der Wohnung war!“ Hartmut begann sich langsam zu erheben, stellte das Glas Sekt dabei mit zitternden Fingern auf dem Tisch ab. Der Ofen war aus. Auch das letzte Fünkchen Hoffnung, dass diese beiden Damen vielleicht bisexuell sein könnten, schwand nun. Jasmine würde niemals ihm gehören. Jedenfalls nicht freiwillig. Aber was hatte er sich diesen Punkt betreffend vorhin geschworen?
Er würde sie sich nehmen, um jeden Preis. Auch, wenn er Gefahr laufen würde, dass sie sich nicht von ihm einschüchtern ließ und ihn verpfiff. Und er hatte geglaubt, dass, wenn er sie erst einmal hatte, sie sich ihm garantiert willig hingeben würde, so unwiderstehlich, wie er war. Das dachte er jedenfalls von sich. Aber wenn sie nicht auf Männer, sondern nur auf Frauen stand ? Dann war es auch Essig damit. Dann würde es kein Spaß für ihn werden, sondern nur ein Akt der brutalen Gewalt. Mensch, und er hatte sich eben schon solche Hoffnungen gemacht. Als sie ihm so nahe gekommen war über dem Gemüsetopf....er hatte wirklich geglaubt, sie wollte auch ihn. Aber gleichzeitig meldete sich die leise Stimme in Hartmut, die „Nicht aufgeben!“ rief. Doch jetzt war er erst einmal wie vor den Kopf geschlagen. Und außerdem hieß es nun mit den beiden Frauen anstoßen. „Nun kommen Sie schon hoch! Oder haben Sie schon vorher was getrunken ?“, kicherte Jasmine und gab Katja einen Kuss. Hartmut richtete sich mühsam auf und griff mit der von Jimmie nassgeleckten Hand das Glas Sekt. Dieses Mistvieh, dachte Hartmut. Und dieses Mistvieh saß auf nun dem Boden vor ihm und blickte ihn mit freundlichen Augen an, die tropfende Zunge aus dem Maul hängend.
„Prösterchen!“, kreischte Katja, und die Gläser klirrten. Hartmut nippte am Sekt, während die beiden Frauen das Glas mit einem Zug hinunter stürzten. „Denken Sie nichts Verkehrtes, wir wollen uns nur schon mal ein bisschen in Stimmung bringen!“, lachte Katja und die beiden Frauen wandten sich einander zu, um mit einem langen Zungenkuss zu beginnen.
Langsam begann Hartmuts Verwirrtheit einer heißen Wut zu weichen. Er stürzte nun ebenfalls das Glas Sekt hinunter und rieb sich anschließend angewidert die nasse Hand an der Hose trocken. Am liebsten hätte er jetzt zugetreten und dieses Fellbündel da unten erledigt.
Das Kichern und das lustvolle Keuchen der beiden Frauen stachelten seine Wut noch weiter an, er verspürte den heißen Wunsch, mit dem Schraubenschlüssel auf diese Katja loszugehen und Jasmine mit Gewalt ins Schlafzimmer zu zerren. Aber warum sollte er nicht trotz allem auf seinen Plan zurückgreifen und morgen noch einmal wiederkommen ? Er hatte sich schon so viel vorgestellt, sah diese Jasmine in Gedanken nur noch nackt vor sich, und jetzt sollte alles vorbei sein ? Verdammt, er hatte sich zwar geschworen, sich nie wieder strafbar zu machen, aber....am nächsten Tag würde er sie dann wenigstens EIN MAL haben können! Morgen würde das Schlafzimmer endlich mal einen Mann kennen lernen! Verdammt, zur Not tat es auch der Fußboden in der Küche, hier gab es zwar kein Fenster, nur einzig und allein einen schlecht arbeitenden Abzug, so dass die Luft äußerst stickig war und Hartmut darum mittlerweile in Schweiß gebadet war. Und sowieso musste er jetzt erst einmal raus hier, denn diese Hitze, diese knutschenden Frauen und vor allem dieser HUND brachten ihn um den Verstand, er konnte hier drin keinen klaren Gedanken fassen. „Ich hab das passende Teil leider nicht dabei. Das liegt hinten in der Werkstatt, also muss ich morgen noch einmal wiederkommen.“, unterbrach Hartmut den Kuss der Frauen.
Völlig außer Atem wandte Jasmine sich ihm zu und lächelte : „Prima, dann können Sie morgen wieder ein Glas Sekt mit uns trinken!“
Hartmut fiel die Kinnlade runter. Mit UNS ? Nein, was hieß denn das jetzt schon wieder, nein, das durfte nicht sein, das durfte ni... „Wir beide werden die nächsten 2 Tage aus dem Feiern wohl nicht rauskommen“, kicherte Jasmine erklärend. „Und aus dem Schlafzimmer auch nicht“, fügte Katja grinsend etwas leiser hinzu.
Das war’s. Hartmut wusste, dass er verloren hatte. Er konnte vielleicht mit einer Frau allein fertig werden, aber nicht mit zweien auf einmal, ohne eine von beiden ernsthaft außer Gefecht setzen zu müssen, und zudem war da noch dieser Hund, der pausenlos in seiner Nähe hockte, fast wie ein Wachhund. Und einen anderen Tag auswählen konnte er auch nicht mehr, er hatte ja gerade selbst gesagt, er würde morgen wiederkommen. Vielleicht....ein dritter Tag...noch mal vergessene Ersatzteile....nein....das wäre ja lächerlich...und Fremden würde sie bestimmt nicht einfach so die Tür öffnen, an diese Möglichkeit dachte er erst gar nicht, dass ihm durch bloßes Schellen bereitwillig beide Türen geöffnet werden würden. Also war es das gewesen. Auch morgen würde er nicht mit ihr allein sein. Denn Jasmine hatte von 48 Stunden geredet. Und sie von irgendwo her bis zu ihrer Wohnung zu verfolgen, um dann schließlich...nein, irgendwo tief in Hartmut gab es anscheinend doch noch einen letzten Rest von Anstand. In Gedanken verabschiedete er sich von all seinen Vorstellungen von heißen Stunden und Nächten mit Jasmine, aber andererseits verspürte er auch eine gewisse Erleichterung. Er würde sich also nicht strafbar machen, niemandem etwas tun und keine Frau vergewaltigen, und plötzlich meldete sich der klägliche Teil seines noch vorhandenen Gewissens und ihm wurde die Tragweite seines vorhin gefassten Planes erst richtig bewusst. Ist vielleicht besser so, dachte Hartmut und wollte gehen. „Ach, und die ganzen Schrauben, die Sie hier in der Küche verteilt haben, brauchen Sie dann morgen wieder, oder ?“, stichelte Katja. „Ähhh, das, das...“, begann Hartmut stammelnd, aber Katja fiel ein : „Macht doch nichts, wir suchen sie schon für Sie zusammen, die können Sie morgen wieder mitnehmen, wenn Sie fertig sind. Aber kommen Sie nicht allzu früh, wir schlafen gern lange.“ Der letzte Satz ging beinahe in Gekichere unter, aber Hartmut hatte ihn verstanden und so einen weiteren Tritt in die Magengrube erhalten. Ihm war richtig schlecht. Zum Kotzen zumute war ihm. „Tschüs“, stammelte er und ging an den Frauen vorbei. „Sie können gern eben noch Ihre Hände im Bad waschen. Sie Armer haben ja die ganzen Hände voller Ölflecken.“, rief ihm Jasmine hinterher. Und warum nicht, das war keine schlechte Idee. Hartmut war wie in Trance, die stickige Luft in der Küche und diese niederschmetternde Enttäuschung hatten ihm arg zugesetzt, und ihm war wirklich mulmig zumute. Er war schweißgebadet, und da konnte es nicht schaden, sich eben noch ein wenig frisch zu machen, bevor er ging, um nach Hause zu fahren. Außerdem spürte er bereits eine nicht zu unterschätzende Wirkung des Glases Sekt in seinem nahezu leeren Magen. Hartmut betrat das Badezimmer und schlurfte zum Waschbecken, ließ seine Werkzeugtasche achtlos zu Boden fallen. Er wusch seine Hände und beugte sich anschließend tief hinunter, um einige Schlücke Leitungswasser aus dem Wasserhahn zu trinken und sich mehrere Male kaltes Wasser ins Gesicht zu klatschen.

„Das ist ja vielleicht ein komischer Vogel. Also, ich hätte den an deiner Stelle nicht reingelassen.“, sagte Katja unterdessen zu Jasmine und leckte ihr vorwurfsvoll über ihre vollen Lippen. „Ja, vielleicht hast du recht, irgendwie scheint der mir auch nen leichten Hau zu haben. Aber er wirkt auch so hilflos, weiß nicht....der ist bestimmt harmlos. Und vor allem : Er mag Hunde! Du hättest mal sehen sollen, wie Jimmie ihn begrüßt hat!“ - „Na, wenn du meinst....aber ich bin froh, dass du morgen nicht allein bist, wenn er wiederkommt.“ - „Kati-Schätzchen, du musst doch nicht immer gleich so misstraui...“ Jasmine wurde von einem lauten Krachen im Badezimmer unterbrochen. „Verdammte Scheiße!“, hörten sie Hartmut fluchen. „Was ist passiert ?“, rief Jasmine erschrocken und eilte zum Badezimmer, um nachzusehen, was geschehen war.
Hartmut saß auf dem Klodeckel und rieb sich mit schmerzverzerrtem Gesicht die Stirn. Er war, nachdem er aus dem Wasserhahn getrunken hatte, beim Hochkommen mit der Stirn voll unter die Ablage unter dem Spiegel geschlagen und gab nun ein Paradebeispiel für einen geprügelten Hund ab. „Hab mir den Kopf an der verdammten Ablage angehauen! Scheiße, tut das weh!“ - „Oh nein, und das ist alles meine Schuld, weil ich Sie noch ins Badezimmer geschickt habe. Oh, was tut mir das leid! Zeigen Sie mal her, hoffentlich bluten Sie nicht!“ Eine Sekunde später kniete Jasmine vor Hartmut, legte einen Arm um seine Schulter und fühlte mit der Hand des anderen Arms besorgt über seine Stirn. „Oh, das hab ich nicht gewollt! Aber es ist zum Glück keine Platzwunde! Wissen Sie, wenn Sie morgen wiederkommen, kriegen Sie nen Zehner extra. Hätte ich geahnt, dass Sie sich hier verletzen, dann....aber es ist wohl nur eine Beule“, redete Jasmine in einem fort, um sich zu entschuldigen. Hartmut sah ihr besorgt dreinblickendes Gesicht nur wenige Zentimeter vor sich, spürte die Wärme ihres Armes, der Hand in seinem Gesicht, konnte in ihre Bluse blicken, roch ihren vom Alkohol getränkten Atem, SAH DIESE GEILE FRAU DIREKT VOR SICH UND.....er konnte sich nicht mehr beherrschen. Jasmine befand sich in solch nächster Nähe zu ihm und löste eine Kurzschlussreaktion in seinem verdrehten Hirn aus.

*****

Hartmut packte Jasmine mit beiden Händen am Oberkörper und zog sie an sich, um sie zu einem Kuss zu zwingen. Jedoch traf er mit seinen wulstigen Lippen nur die mit Rouge geschminkte Wange Jasmines, sie hatte blitzschnell ihren Kopf zur Seite gedreht und fing im nächsten Moment schrill an zu kreischen. Gleichzeitig schlug sie Hartmut vor den Kopf und zog ihm in heller Angst in seinen fettigen Haaren, doch Hartmut war wie von Sinnen, er merkte all dies gar nicht. Immer wieder versuchte er Jasmine zu küssen, hatte sie bereits in die Höhe gerissen und sie an die Wand neben der Toilette gedrückt. Da hörte er die bebende Stimme Katjas hinter sich : „Lass sie los oder du kriegst das Messer in den Rücken!“ Hartmut drehte den Kopf leicht nach hinten und sah Katja mit einem Schälmesser in der Toilettentür stehen. Im selben Moment kratzte Jasmine ihm mit ihren langen roten Fingernägel über seine stoppelige Wange und riss drei schmerzhafte Wunden in seine lederne Gesichtshaut. Hartmut schrie auf, löste sich von Jasmine und stieß sie von sich, bis zur Dusche, über dessen Rand Jasmine fiel und wie benommen auf dem marmornen Duschenboden liegen blieb.
Er wandte sich nun Katja zu, die ihm mit Hass in den Augen in eineinhalb Metern Entfernung gegenüberstand, das scharfe Messer in der Hand. Sie zitterte vor Angst, wenn sie sich auch zu beherrschen versuchte, um Hartmut Respekt einzuflößen und ihn in Schach zu halten. Doch Hartmut zeigte ein gemeines Lächeln. Jetzt war ihm alles egal. Irgendetwas in seinem Hirn hatte ihn die Kontrolle über sich verlieren lassen und nun war er wie von Sinnen. Das Messer in Katjas zitternder Hand beeindruckte ihn nicht im Geringsten, er war schon durch zahllose Kneipen- und Gefängnisschlägereien gegangen, und auch einige Messerkämpfe hatte er ohne größere Wunden überstanden. Mit einem Ruck riss Hartmut das gelbgefleckte Handtuch vom Halter neben dem Waschbecken, wickelte es sich um seinen rechten Arm und schritt langsam auf Katja zu. „Stehenbleiben!“, kreischte diese in heller Angst. Doch Hartmut murmelte mit ruhiger, angsteinflößender Stimme : „Das kriegst du nicht hin! Ich mach dich gleich so fertig, wie du es noch nie erlebt hast! Ich mach Euch beide fertig...“ Mit einem Satz sprang er auf Katja zu und schnappte mit zielsicherem Griff ihr rechtes Handgelenk. Dieses verdrehte er ihr, so dass Katja vor Schmerz schrie und das Messer bald fallen ließ. Hartmut ließ ein widerliches Lachen hören, während Jasmine langsam ihre Benommenheit verlor und sich vor der Dusche aufrichtete. Mit Entsetzen beobachtete sie, was dort vor ihr geschah. Katja versuchte sich verzweifelt aus Hartmuts Griff zu winden, jedoch zeigte sich dieser unbeeindruckt und hielt sie mit eisernen Armen lachend fest. Jasmine sah das Messer, es lag unter Hartmuts Füßen, sie konnte es nicht bekommen, denn er war momentan zu sehr Herr der Lage, um nicht zu bemerken, wenn sie es versuchen würde. Zwecklos, er würde sofort nach ihr treten. Katja schrie in Panik Jasmines Namen, aber diese rannte an den beiden vorbei hinaus aus dem Zimmer.
Hartmut versuchte nun unter widerlichem Lachen auch Katja zu küssen, er drückte sie an die Wand neben dem Waschbecken und drängte sich an ihren Körper. Ein Entkommen war ihr nicht möglich, Hartmut hatte ihre Handgelenke mit stählernem Griff umschlossen und presste sie rücksichtslos an die Wand. Katja wehrte sich verzweifelt, jedoch erhielt sie als Reaktion lediglich ein erneutes ekelhaftes Lachen und diesem folgende Wolken von Hartmuts stinkendem Atem in ihr Gesicht. Mit Ekelerregen schaute sie in die hässliche Fratze Hartmuts, die dieser zu einem grässlichen Grinsen verzogen hatte, das die ungeraden gelben Zähne enthüllte. Katjas Hass gegen dieses Gesicht stieg ins Unermessliche, in einem erneuten Aufflackern ihres Zorns neigte sie ihren Kopf und rammte ihn frontal in Hartmuts Gesicht. Hartmut jaulte auf vor Schmerz, war für einen Moment wie benommen, hielt sich die Nase und wankte zurück. Katja stürzte vor, um das Messer zu greifen, das einen halben Meter entfernt von ihr lag. In ihrer verzweifelten Panik würde sie es diesem Monstrum so lange in den Körper stoßen, bis er sich nicht mehr rühren würde, das war ihr innerhalb eines Bruchteiles einer Sekunde völlig klar, und noch nicht einmal der Hauch eines Erschreckens kam ihr bei diesem Gedanken. Fast hatte sie es gegriffen, da fühlte sie jedoch die unbarmherzige Hand Hartmuts, die ihr in das Haar am Hinterkopf griff, sie in die Höhe riss und quer durch das Badezimmer schleuderte. Katja krachte vor das hölzerne Badezimmerregal, das sie in ihrer Not, sich fest zu halten, mitsamt seinen darauf befindlichen Schmink- und Waschutensilien zu Boden riss.
Mit schmerzverzerrtem Blick sah sie hinauf zu Hartmut, der das Schälmesser aufhob und sich ihr mit einem bösen Gesichtsausdruck zuwandte. Ihm rann das Blut aus der Nase, diese stand etwas schief, es sah so aus, als ob sie sie ihm gebrochen hätte. Hartmuts wie versteinertes Gesicht verzog sich plötzlich zu einem grausamen Grinsen. Mit fast irre klingender Stimme sagte er : „Das hättest du nicht tun dürfen, meine Kleine. Oh nein, das hättest du nicht tun dürfen. Jetzt stech ich dich ab! Ich stech euch alle beide ab!“ Katja kroch am Boden weiter zurück bis in die Ecke des Zimmers und blickte voller Entsetzen zu Hartmut hinauf, der die Hand mit dem Messer hob und mit irrem Blick einen kleinen Schritt auf sie zutrat. Der Schweiß in seinem Gesicht vermischte sich mit dem aus der Nase rinnenden Blut und tropfte sowohl auf sein Hemd wie auch auf den Badezimmerboden, während er Schritt für Schritt auf Katja zuging. Sie kreischte Jasmines Namen, versuchte verzweifelt, sich zur Seite zu drehen, um zu entkommen, doch waren ihr auf der linken Seite durch die Toilette und auf der rechten Seite durch die Dusche die Wege versperrt. Sie lag auf dem Rücken zwischen den Schmink- und Waschutensilien Jasmines und sah mit flehendem Blick zu Hartmut auf. Dieser war bis auf einen halben Meter an sie herangetreten und sprach immer noch wie von Sinnen : „Oh nein, das hättest du wirklich nicht tun dürfen! Das ist deine eigene Schuld! Das hättest du nicht tun sollen! Ihr hättet soviel Spaß mit mir haben können! Aber jetzt.....“

Was auch immer Hartmut noch hatte sagen wollen, im nächsten Moment stieß er aus Leibeskräften einen schmerzerfüllten Schrei aus. Heißer Wasserdampf umhüllte ihn und stieg von seiner von den Schultern bis zu den Kniekehlen komplett mit Wasser getränkten Kleidung auf. Fast ohnmächtig sackte er in sich zusammen, ließ das Messer fallen und fiel im nächsten Augenblick wie ein gefällter Baum zur Seite, wo er schließlich regungslos in einer heißen Wasserpfütze zwischen herumrollenden Pellkartoffeln liegen blieb. Jasmine war hinter ihn getreten und hatte den gesamten Topf mit dem kochenden Kartoffelwasser über Hartmuts Schultern entleert.
Sie sprang über den reglosen Körper Hartmuts auf Katja zu und half dieser auf die Beine. Unter Tränen umarmten sich die beiden Frauen, der Schreck saß beiden noch tief in den Gliedern, Katja wurde regelrecht von Weinkrämpfen geschüttelt.
„Es ist ja alles wieder gut, mein Herzchen.“, flüsterte ihr Jasmine immer wieder ins Ohr, streichelte ihr zärtlich übers Haar und küsste ihre Wangen. Nach einiger Zeit vernahmen die beiden ein erbärmliches Stöhnen knapp ein Meter sechzig unter ihnen. Hartmut war aus seiner Bewusstlosigkeit erwacht und begann nun die Schmerzen zu spüren. Schmerzen, wie man sie verspürt, wenn man von oben bis unten mit kochendem Wasser übergossen wurde. Er vermochte sich kaum zu rühren, lag auf dem Boden und wimmerte wie ein geprügelter Hund, stöhnte vor Schmerzen. „Warte“, sagte Jasmine und ging schnell aus dem Badezimmer, „ wir fesseln ihn besser noch.“ Bald darauf war sie mit einer Rolle Paketschnürband wieder zurück und die beiden begannen nun Hartmuts Beine an Knöcheln und Waden zusammen zu binden sowie die Hände auf dem Rücken zu fesseln. „Ihr verdammten Drecksweiber“, stöhnte Hartmut mit gepresster Stimme, während die beiden Frauen ihn fesselten. Die verbrannte Haut seines Nackens begann sich bereits abzulösen und wies eine blutrote Färbung auf. Und die Schultern, der Rücken, die Brust und ein Teil seiner Beine sahen unter der Kleidung wohl nicht viel besser aus. Jasmine kniete mit ihrer blauen Jeans auf dem nassen Badezimmerfußboden, zog die letzten Knoten fest und blickte auf Hartmut hinab, der als Häufchen Elend zwischen etwa zwanzig Kartoffeln auf dem Badezimmerfußboden lag und nach Linderung seiner Schmerzen wimmerte. „Keine Bange, mein Lieber, wir rufen deinen Arzt schon an. Und natürlich die Polizei!“, stieß Jasmine scharf hervor und musste sich beherrschen, nicht ihre Wut an Hartmuts verbrannten Körperteilen auszulassen. Darum verließ sie schnell den Raum, um die Polizei anzurufen. Katjas Selbstbeherrschung war jedoch nicht so stark, aber wenn man bedenkt, in welche Todesangst Hartmut sie nur wenige Minuten zuvor versetzt hatte, dann ist das vielleicht nachzuvollziehen. In einem plötzlichen Anfall von Wut begann sie schließlich, Hartmuts Rücken und Schultern mit massageähnlichen Bewegungen durchzukneten, und dessen bestialische Schreie stachelten ihre Wut noch weiter an.
„Bist du verrückt ? Hör auf damit, der hat genug!“, rief Jasmine, die gerade wieder herein kam und zog Katja zu sich hinauf. „Es ist alles wieder in Ordnung, Schätzchen. Verstehst du ? Der kann uns nichts mehr tun.“ Und damit hatte Jasmine Recht.
Hartmut lag dort unten zu ihren Füßen und weinte. Er weinte bitterlich, schluchzte hemmungslos, wohl vor Schmerz, aus Selbstmitleid und Demütigung, und vielleicht auch irgendwo ein kleines bisschen aus Reue vor dem, was er getan hatte und zu tun beabsichtigt hatte. Während sich Katja und Jasmine erleichtert in den Armen lagen, trottete der kleine Jimmie herein, der von all dem Lärm unbeeindruckt in der Küche gesessen und mit den kleinen Schräubchen gespielt hatte. Er gab ein leises Winseln von sich, trottete auf Hartmut zu und ließ sich neben ihm nieder. Jasmine und Katja begannen einen langen Kuss der Erleichterung und ließen schließlich verwundert voneinander ab, als sie ein Schmatzen vernahmen, dass das ihres Kusses noch übertönte. Jasmine blickte hinab und sah auf Jimmie, der dem weinenden Hartmut liebevoll durchs Gesicht leckte. Sie wendete sich wieder Katja zu, drückte sie ganz fest an sich und sagte lachend : „Na, so leicht wie Jimmie sind wir beide nicht rumzukriegen!“


Kommentare

Sam Chaucer schrieb am 2007-03-20 18:44:33:
Die Geschichte ist super geschrieben, du solltest unbedingt weitermachen! Die Story ist sehr spannend und die detailierten Beschreibungen machen das Ganze besonders packend!
Herr_Penaten@web.de schrieb:
Puh... Wat 'ne lange Geschichte, aber nu bin ich durch *g*
Hat sich gelohnt, wie ich finde. Schön geschrieben und obwohl die Geschichte nicht sonderlich umfangreich ist, hast du sie ziemlich ausgedehnt, schön ausgeschmückt und viele kleine Überraschngen eingebaut, sodass es nicht langweilig wurde.
Da gibt's nichts dran auszusetzen... Rundum gute Geschichte mit einem anderen Happy End als man zu Beginn erwartet.

- Stephen Kall
Gott schrieb:
Das ist wahnsinnig Spannend geschrieben, KOMPLIMENT!

Ich war gepackt von der Geschichte und konnte nicht mehr loslassen bis zum Schluss.

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