Hazel - Jetzt ist eine Zeit, stark zu sein, bis an
von
Soraya
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Hehe...Ich werde niemals eine Geschichte beenden, immer nur welche beginnen^^
„Hazel Meyer?“ „Ja.“ „Dreizehn Jahre, weiblich?“ „Ja.“ „Bist du nicht zu jung für die neunte Klasse?“ „Ich durfte ein Jahr überspringen.“ „Ist ja gut. Hier sind die Dokumente. Dritter Stock, linker Flur, Raum einhundertacht.“ „Danke.“ Das Mädchen nickte, nahm die Blätter, klemmte sie zu den Büchern unter ihrem Arm und ging ruhig aus dem Sekretariat. Dann suchte sie den beschriebenen Raum. Da sie etwas zu früh war, lehnte sie sich an die Wand. Mit der Zeit kamen auch andere Schüler. Langsam und analysierend betrachtete sie jeden einzelnen, schätze ihn ein, überlegte, ob sie mit ihm klar kommen würde, ob sie sogar Freunde finden würde. Aber das Ergebnis fiel ziemlich karg aus. Gerade mal zwei konnte sie in die Kategorie ganz nett einstufen, sechs, die sie ignorieren würden, keiner, mit dem sie sich befreunden würde. Sie seufzte. Was hatte sie auch erwartet? Durch ihr Seufzen sind die einige der anderen auf sie aufmerksam geworden. Kategorie Rufverteidiger. Drei Typen, der in der Mitte vermutlich der allgemeine Anführer. „Eine Neue. Aha. Name?“ „Geht dich das was an?“ „Oh, da ist aber wer mutig. Ich sag dir was. Ich bin hier der King, verstanden? Und man redet doch respektvoller mit einem König, oder Kleine?“ fragte er selbstgefällig und wollte ihr Kinn anheben, als sie seine Hand wegschlug. „Fass mich nicht an!“ zischte sie. „Hexe!“ Stolz warf sie ihren langen schwarzen Zopf über die Schulter und hob das Kinn. „Neidisch?“ „Auf so eine Schlampe? Niemals!“ „Dann ist ja gut.“ Inzwischen kamen auch die anderen. ‚Wahrscheinlich neugierig, wie ich so bin. War klar.’ „Hör mal, Mädel, ich kann auch anders!“ „Ich auch.“ Er grummelte und drehte sich dann um. Seine Leute scharten sich um ihn und betrachteten sie heimlich. Wer wagt es dem King zu widersprechen? Ihr war das inzwischen vollkommen egal. Inzwischen hat sie so oft die Schule gewechselt, sie war es gewöhnt. Der Lehrer kam und ließ sie in den Klassenraum. ‚Weiß, Grau, Türkis. So sehen alle Klassenräume aus.’ Sie ging als eine der Ersten rein und suchte sich einen Platz in der Ecke aus. „He, das sitze ich immer!“ rief ein Mädchen ihr zu. „Nicht mein Problem.“ „Aber meines. Steh auf!“ „Steht hier dein Name?“ „Nein.“ murmelte sie kleinlaut. ‚Das war leicht. Schon die Zweite, die ich heute vergrault habe. Ich bin gut.’ Nachdem alle sich gesetzt haben und auch das Mädchen einen anderen Platz gefunden hatte begrüßte der Lehrer sie. „Guten Morgen, Kinder.“ „Guten Morgen Herr Roweda.“ riefen die Schüler im Chor – alle bis auf Hazel. „Wir haben einen Neuzugang. Stellst du dich einmal vor?“ fragte er in ihre Richtung. „Ich heiße Hazel Meyer und bin zwölf Jahre, habe einen kleinen Bruder und mehrere Stiefgeschwister. Und ich bin jetzt hier, weil wir aus Holthausen hergezogen sind.“ In den Reihen ging Getuschel um. „Hat jemand Fragen an Hazel?“ „Ja, ich. Warum bist du schon in der neunten, du siehst eher aus, als würdest du gerade mal in die siebte gehen?“ „Ich bin von der Realschule auf ein Gymnasium gekommen. Und dann war ich so gut, dass ich noch ein Jahr überspringen konnte.“ Noch mehr Getuschel. So eine Streberin konnte es nicht geben! „Wie ist es in Holthausen?“ „Die Landschaft ist recht hübsch, aber die Leute sind genauso blöd wie hier.“ Jetzt rief der Anführer-Typ in den Raum: „Blöd? Herr Roweda, dass lass ich mir nicht gefallen.“ „Soso. Aber ich muss dir ausnahmsweise Recht geben, David. Sehr gute Manieren sind das nun ehrlich nicht. Hazel?!“ ‚David heißt er also, hebräisch, der Geliebte. Süß.’ „Was erwarten sie, dass ich mich entschuldige?“ „Zum Beispiel.“ „Dann muss ich sie enttäuschen.“ „Aber du hast die anderen gerade beschimpft.“ „Falsch. Ich habe die Wahrheit gesagt. Das ist doch kein Fehler.“ „Man hätte es freundlicher ausdrücken können.“ „Hätte. Nicht hat. Und selbst wenn ich es bereuen würde, was nicht der Fall ist, ist es zu spät, es ungeschehen zu machen.“ ‚Wer ist dieses Mädchen, dass es von der Realschule aufs Gymnasium geschafft hat und dann noch ein Jahr überholen konnte, eine solche Wortgewandtheit besitzt, sich so gut wehren kann und so viel Lebenserfahrung zu haben scheint?’ dachte der Lehrer im Stillen. „Das stimmt, aber eine Entschuldigung könnte das ganze im Nachhinein in einem anderem Licht erscheinen lassen.“ „Ich habe nichts falsches getan.“ beharrte sie noch immer vollkommen ruhig. „Hazel! Sei jetzt ruhig!“ „Was habe ich jetzt getan?“ „Du sollst ruhig sein! Wir wollen anfangen!“ Während der ganzen Schulstunde war sie aufmerksam, meldete sich immer und beantwortete jede Frage richtig.
In der Pause hörte sie in einer Schulhofecke mp3-player und betrachtete weiter die anderen. Da kam David auf sie zu. „Da ist unser Streberlein also.“ Sie tat als bemerke sie ihn nicht. „Hörst du schlecht?“ Sie nahm die Kopfhörer aus den Ohren. „Ich höre perfekt. Leider auch dich.“ „WAS? ! Jetzt reicht es mir!“ schrie er und schlug ihr heftig ins Gesicht. Ein gefährliches Glitzern lag jetzt in ihren Augen. „Fass – mich – nicht – an!“ „Dann hör auf damit!“ Ihr Gesicht wurde wieder ausdruckslos, nichts zeigte ihre Gefühle, wie immer. Jahrelange Übung zahlt sich aus. „Womit?“ „Mit diesen... Beleidigungen.“ „Wieso? Verletzten sie den Kleinen?“ fragte sie, aber weder spöttisch, noch ernstgemeint – einfach normal. „Nein!“ „Wieso reagiert er dann so gereizt?“ „Weil..., weil sie nerven!“ „Jeden verletzt irgendetwas.“ sagte sie. „Was soll das heißen?“ „Nichts. Alles.“ ‚Wer ist das? Kein Mädchen. Keine Frau. Nicht sanft. Nicht gehässig. Nicht streberhaft. Nicht cool. Was ist sie? Ich verstehe sie nicht. Erst ist sie so provozierend, dann schlägt sie meine Hand weg. Und dann meint sie ruhig – oder beschwichtigend? – dass jeden irgendetwas verletzt.’ Sie stand auf und ging einfach – nicht herablassend oder ängstlich – an ihm vorbei. Nach einigen Minuten ging er auch wieder hinein. Der Lehrer kam gerade in dem Moment, in dem er auch ins Klassenzimmer gehen sollte. Als er sich hinsetzte suchte er flüchtig nach Hazel. Ihre Wange war rot. Sie sah starr nach vorne. „Hazel! Was ist mit deinem Gesicht?“ „Wissen sie, Herr Roweda, da war eine Wespe, und ich habe eine wahnsinnige Angst vor Wespen, da wollte ich sie totschlagen, aber ich hab sie verfehlt.“ Die Klasse lachte über ihre Ungeschicktheit. Alle bis auf David. ‚Wieso hat sie das gemacht? Und außerdem lachen jetzt alle.’ „He, Kumpel! Warum lachste nicht, findeste das nicht lustig?“ „Nein.“ Neben ihn zuckte sein Freund mit den Schultern. ‚Aber warum hab ich nicht gelacht? Ich bin der King, es war mir nur würdig, dass sie nichts gesagt hat. Irgendwas ist mit ihr, dass sie das einfach so kann.’ „Also, gut, wir wollen fortfahren.“
Am Ende des Unterrichts packte Hazel hastig ihre Sachen und wollte so schnell wie möglich verschwinden. Als sie schon den Schulhof verließ packte jemand sie an der Schulter. „Hazel...“ fing David an, als sie sich umdrehte und ihn wütend ansah. „FASS MICH VERDAMMT NOCHMAL NICHT
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Kommentare
Gimliy schrieb am 2008-09-03 12:51:12:
Hi, schön mal wieder was von dir zu lesen!!! Hab echt gewartet, dass es wieder was von dir gibt.
Diese Story ist mal wieder richtig Klasse! Du hast es voll drauf, spannende aber immer noch witzige Stories zu schreiben! Respekt! Mach bitte weiter und schau auch mal bei Gelegenheit in meiner Sammlung vorbei. (so was nennt man Schleichwerbung^^)
Aber im Ernst: Ich finde deinen Schreibstiel und deine Ideeen einfach toll!
lg: Gimliy
PS: Meine Lieblingsstelle (Zitat Anfang) „Hörst du schlecht?“ Sie nahm die Kopfhörer aus den Ohren. „Ich höre perfekt. Leider auch dich.“ (Zitat Ende)
Soraya schrieb am 2008-09-02 06:27:28:
Vielleicht...aber mir ist aufgefallen, dass der Titel nicht gepasst hat also vergesst das 'bis an'^^
Gimliy schrieb am 2008-09-01 21:07:41:
Hi, schön mal wieder was von dir zu lesen!!! Hab echt gewartet, dass es wieder was von dir gibt.
Diese Story ist mal wieder richtig Klasse! Du hast es voll drauf, spannende aber immer noch witzige Stories zu schreiben! Respekt! Mach bitte weiter und schau auch mal bei Gelegenheit in meiner Sammlung vorbei. (so was nennt man Schleichwerbung^^)
lg: Gimliy
PS: Meine Lieblingsstelle (Zitat Anfang) „Hörst du schlecht?“ Sie nahm die Kopfhörer aus den Ohren. „Ich höre perfekt. Leider auch dich.“ (Zitat Ende)
Jony schrieb am 2008-09-01 14:11:41:
Ich finde das gut mit dem nicht-beenden von geschichten, vielleicht kannst du darüber ja mal eine Geschichte schreiben, bei Humor oder so
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