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Heart of the Pirate

von Ciina

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Die Sonne spiegelte sich auf der ruhigen See. Der Himmel war am frühen Morgen hell und freundlich und sanfter Wind wehte Mary ihre braunen Haare ins Gesicht. Sie trug ein dunkelrotes Kleid und sah zu, wie die Matrosen der Blue Eagle die letzten Kisten an Deck brachten. Sie holte tief Luft und seufzte.
„ Miss Jennes, ist alles in Ordnung?“, fragte ein junger Mann namens Josef Mendres. Er hatte aus ihrer Kutsche ihren letzten Koffer geholt und sah sie nun fragend an. Er hatte graue Augen, ein sonnengebräuntes Gesicht und blonde Haare. Er war der zweite Steuermann der Blue Eagle und sollte sich um sie kümmern.
„ Ja, es fällt mir nur schwer London zu verlassen. Hier habe ich meine Kindheit verbracht.“, erklärte sie und lächelte ihn an.
„ Nun, Euer Vater ist Gouverneur von Anguilla geworden und es ist nur verständlich, dass er seine hübsche Tochter an seiner Seite haben möchte.“, Josef stellte den Koffer neben ihr ab.
„ Und außerdem hat er einen respektablen Ehemann für mich gefunden. Die Verlobung soll drei Tage nach meiner Ankunft stattfinden. Und wisst Ihr was, Mister Mendres, ich kenne noch nicht einmal seinen Namen. Aber er soll Leutnant bei der Armee sein!“, Mary schnaubte. Josef lachte und schulterte ihren Koffer.
„ So ist das Leben, Miss Jennes. Kommen Sie mit an Bord, dann zeige ich Ihnen ihre Kajüte.“, sagte er und ging vor weg. Mary raffte ihren Rock und folgte ihm.
Er brachte sie zur Kapitäns Kajüte und stellte dort ihren Koffer ab.
„ Das wird Eure sein.“, erklärte er.
„ Aber das ist die Kapitäns Kajüte.“, sagte Mary unsicher.
„ Euer Vater hat darauf bestanden, dass Ihr nicht im Mannschaft Quartier schlaft und das ist die einzige Kajüte, die frei ist und einer Dame gerecht wird.“, lachte Josef.
„ Nun, dann danke ich ihnen, Mister Mendres.“
„ Dankt nicht mir, sondern dem Käpt’n. Er hat es angeordnet. Außerdem nennt mich Josef.“, meinte er und schloss hinter sich die Tür. Mary sah sich die Kajüte an. Sie lag am Heck des Schiffes und es gab ein riesiges Fenster. Davor gab es eine breite Bank. An der rechten Seite stand ein Regal mit Bücher, Karten und anderen Sachen. In der Mitte stand ein großer Tisch. Links war ein schmales Bett, auf dem eine feine Decke lag. Mary erkannte diese Decke, denn sie lag schon immer auf ihrem Bett. Ihre Magd Wilma hatte sie wohl dort hingebracht. Untern und vor dem Bett entdeckte Mary ihre Koffer. Die Tür wurde hinter ihr aufgestoßen und eine stabile kleine Frau trat ein. Sie trug ein graues Kleid mit einer weißen Schürze. Ihr graues Haar wurde von einer weißen Haube bedeckt. Ihr Gesicht war rot vor Anstrengung. Es war ihre Zofe Wilma.
„ Miss Jennes, ich musste Ihnen noch einige saubere Tücher und einen Spiegel besorgen, denn so etwas gibt es auf dem Schiff nicht. Außerdem habe ich auch noch etwas Obst für Euch gekauft. Also, ich finde es gar nicht gut, dass der gnädige Herr Euch ganz alleine auf diese Fahrt schickt. Er hätte jemanden schicken sollen, der Euch begleitet. Oder jemanden anheuern. Einen Beschützer mit ehrenhaften Absichten. Aber so ganz alleine auf einem Schiff mit zwanzig Männern ist viel zu gefährlich!“, schimpfte sie. Mary lächelte. Wilma schimpfte darüber, seit Mary den Brief ihres Vaters erhalten hatte.
„ Mach dir keine Sorgen, Wilma. Mir wird schon nichts passieren. Vater kennt den Kapitän des Schiffes und vertraut ihm.“, meinte sie dann beruhigend.
„ Wenn ich dich doch wenigstens begleiten könnte!“, klagte die Frau.
„ Nein, deine Familie ist hier. Du hast schon so viel für mich getan und ich will, dass du glücklich wirst!“, Mary umarmte ihre Zofe. Als sie sie dann ansah, hatte sie Tränen in den grünen Augen.
„ Ich werde Euch vermissen, Miss Jennes. Ihr ward so ein liebes Kind. Ein bisschen wild, aber…!“, schluchzend brach die Zofe ab. Auch Mary hatte Tränen in den Augen.
„ Ich werde dich auch vermissen. Wir müssen auf jeden Fall in Kontakt bleiben. Ich werde dir auf jeden Fall schreiben.“, versicherte die braunhaarige der alten.
Es klopfte und Josef steckte den Kopf durch die Tür.
„ Wir legen bald ab.“, erklärte er und verschwand wieder.
„ Ich begleite dich noch von Bord!“, sagte Mary und hackte sich bei Wilma unter. So verließen sie die Kajüte und gingen zur Landungsbrücke. Dort drückte die Zofe ihren Schützling noch einmal und sagte:
„ Passt auf Euch auf und esst regelmäßig.“
Mary nickte und drückte ihr einen Kuss auf die Wange:
„ Grüße Michael und deinen Sohn von mir. Ich werde euch alle furchtbar vermissen.“
Die Zofe ging an Land. Kurz darauf legte die Blue Eagle ab und segelte die Themse in Richtung Atlantik. Mary stand am Heck des Schiffes und winkte Wilma zu. Tränen liefen ihr über das Gesicht, doch Mary wischte sie nicht weg. Als sie Wilma nicht mehr sehen konnte, hörte sie auf zu winken und sah zu, wie London an ihr vorbei zog. Bald hatten sie die Außenbezirke erreicht und Mary lehnte sich auf die Reling. Hier hatte sie einmal gelebt, doch es kam ihr vor wie ein anderes Leben. Sie sah an das Ufer und stellte fest, dass sie an der Stelle vorbei kamen, an der sie ihn zu letzt gesehen hatte.
„ Warte hier auf mich. Ich komm dich holen.“, hatte er gesagt und war dann mit dem nächst besten Schiff in Richtung neue Welt gefahren. Zwei Jahre hatte sie jeden Tag dort gewartet, doch er kam nicht wieder.
Mary schüttelte den Kopf, um die Erinnerung zu vertreiben. Es war schon lange vorbei und wenn sie in Anguilla ankommen würde, würde sie den Leutnant, wie immer er auch heißen mag, heiraten. London verschwand langsam am Horizont, als Josef zu ihr trat und ihr sagte:
„ Miss Jennes, der Käpt'n möchte mit Ihnen sprechen!“
„ Danke, Josef.“, Mary folgte ihm zu einem großen breitschultrigen Mann. Er hatte eine Glatze, doch dafür hatte er einen schwarzen Vollbart. Seine blauen Augen blickten auf eine Seekarte, die wie seinen breitkrempigen Hut auf einem Tisch lag. Kapitän William Howers trug ein weißes Hemd und einen schwarze Hose.
„ Käpt'n, Miss Jennes ist nun hier!“, Josef stand hinter Mary und kündigte sie an. Der Kapitän drehte sich um und lächelte schwach, als er die junge Frau sah.
„ Nun, Miss Jennes, wie gefällt Euch Euer Quartier?“, fragte er mit einer rauen Stimme.
„ Eure Kabine ist sehr hübsch. Danke, dass Ihr sie mir überlasst.“, antwortete Mary.
„ Nicht der Rede wert. Ich bin gerne bei meiner Mannschaft. Doch ich habe Euch rufen, da ich Euch unsere Route erklären möchte. Unseren ersten Landgang machen wir in Lissabon, da wir dort noch einige Waren abgeben müssen. Danach fahren wir nach Kap Verde und füllen da unsere Vorräte auf. Dann überqueren wir den Atlantik.“, erklärte Howers.
„ Und wie lange wird die Überfahrt dauern?“, fragte Mary und blickte auf die Karte.
„ Nun, bei guten Wind brauchen wir einen Monat, bei schlechten kann es bis drei Monaten dauern.“, erklärte Howers. Mary nickte nur. Noch konnte sie es sich nicht vorstellen, einen ganzen Monat auf einen Schiff zu verbringen.
„ Ich hoffe, dass Ihr Euch wohl fühlen werdet!“, Howers sah sie lächelnd an.
„ Aber

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Kommentare

Lee schrieb am 2010-02-20 17:10:48:
das ende ist aber sehr schnulzig...
Lee schrieb am 2010-02-20 17:07:45:
"Sie sah zu, wie Josef neben ihnen schwimmte"
das üben wir aber noch....
Lee schrieb am 2010-02-20 16:56:02:
so heute lese ich weiter (grad Seite 4) und bin begeistert von deiner geschichte!
großes Lob :)
Ciina schrieb am 2010-02-19 08:08:54:
Hehehe,

das Herz des Piraten ist diegleiche Geschichte.

Das kommt davon, wenn man zu ungeduldig ist.

Gruß Ciina
Lee schrieb am 2010-02-18 22:13:13:
ich habe die erste seite gelesen und mag deinen schreibstil sehr :)
es erinnert mich (bisher) sehr doll an die boston jane triologie.... ich liiiebe diese bücher und bin gespannt, wie deine geschichte weitergeht!!!

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