Heart of the Pirate
von
Ciina
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natürlich, daran sehe ich keinen Zweifel., lachte Mary und warf den Kopf in den Nacken. Die Matrosen lächelten sie schüchtern an. Mary sah es und grinste:
Nun, ich will Euch Männer nicht von der Arbeit abhalten. Ich sehe mir ein wenig das Schiff an.
Damit ließ sie die Männer zurück und schlenderte die Reling entlang zum Bug des Schiffes. Dort hatte sie einen tollen Blick über die Themse.
Gegen Nachmittag erreichten sie das Meer. Mary hatte sich vorne auf einer Kiste nieder gelassen und sah auf das weite Meer. Fasziniert stand sie auf und trat an die Reling. Soweit man schaute, sah man zu Himmel und Wasser.
Wenn ich wieder komme, bin ich ein reicher Mann. Dann können wir uns alles leisten. Auf dem Meer und in der neuen Welt kann alles möglich werden, sagt Old John. Das bedeutet für mich Freiheit., hatte er gesagt. Sie hatte ihm zugestimmt, es allerdings nicht verstanden.
Nun aber wurde es ihr klar.
In diese Unendlichkeit scheint man wirklich frei zu sein., murmelte sie und griff unbewusst zu dem kleinen Beutel, denn sie mit einem dünnen Lederband um den Hals trug. Darin war das einzige Andenken an ihn. Eine Hälfte eines zerbrochenen schwarzen Steins, in den ein S eingraviert war.
Wenn ich diese Weite sehe, bin ich wieder zu Hause!, hörte sie hinter sich Josef sagen. Sie drehte sich um und lächelte ihn an.
Dann ist also das Meer deine Heimat?, fragte sie ihn.
Ja, jeder von der Mannschaft sieht das Meer als Heimat. Jeder von uns liebt das Meer und ich kann mir vorstellen, dass es jedem so geht., er stellte sich neben sie und sah aufs Meer hinaus.
Das kann ich verstehen!, Mary atmete tief ein und roch Salz, Wasser und Freiheit.
Wisst Ihr, Josef, ich habe war mein ganzes Leben in London und hatte auch ein wenig Angst mein vertrautes Umfeld zu verlassen. Aber nun freue ich mich. Ich habe das Gefühl, es könnte alles passieren., meinte Mary.
Kann es auch. Ich fahre jetzt 15 Jahre zur See und jedes Mal weiß man nicht, was auf der Fahrt passiert!, erklärte Josef. Danach schwiegen sie. Am Abend aß Mary mit Josef und dem Kapitän.
In Lissabon ging Mary mit Josef über den Markt. Sie wäre alleine gegangen, doch Howers war dagegen gewesen. Die letzten Tag hatte sie man ihr ein Frühstück in ihre Kabine gebracht und das Abendessen hatte sie mit dem Kapitän eingenommen. Tagsüber war sie in ihrer Kabine und las, oder starrte auf das Meer hinaus. Der Markt befand sich die ganze Uferpromenade entlang und während die Mannschaft ihrer Arbeit nachging, schlenderten Mary und Josef am Markt entlang. Mary suchte nichts Bestimmtes und auf dem Markt gab es fast alles, von Stoffballen bis Fisch. Schließlich kaufte Mary sich ein kleines in Leder gebundenes Buch mit leeren Seiten. Sie hatte vor ein Tagebuch über die Reise anzulegen. Erst am nächsten Morgen lief die Blue Eagle wieder aus. Nach einer Woche kamen sie in Kap Verde an. Dort füllte die Mannschaft die Vorräte auf und auch Mary kaufte einige Lebensmittel. Danach überquerten sie den Atlantik. Wochenlang sah Mary nichts als Wasser und Himmel. Ihre Bücher hatte sie alle gelesen und auch das Meer zu beobachten wurde langweilig. Deshalb begann Mary mehr mit der Mannschaft zu machen. Sie würfelte mit einigen oder hörte sich Geschichten zu. Abends, wenn die Sonne nicht mehr so stark brannte, kämpften die Matrosen mit Schwertern. Mary sah interessiert zu. Sie selbst konnte auch mit dem Schwert umgehen. Sie hatte es heimlich hinter dem Rücken ihres Vaters gelernt, da sie es hasste wehrlos zu sein. Wilmas Sohn hatte sie unterrichtet. Gerne würde sie ebenfalls bei den Trainingskämpfen mit machen, doch das zierte sich für eine Lady nicht. Deshalb begnügte sie sich zuzuschauen. Wenn sie allerdings alleine in ihrer Kabine war, machte sie Ausfallschritte und Vorstöße. In der dritten Woche auf dem Atlantik wurde das Wetter schlechter und die Wellen höher. Es begann zu regnet und zu stürmen. Mary blieb in ihrer Kabine und schrieb in ihr Tagebuch. Manchmal saß sie auch einfach nur da und sah aus dem Fenster. Dann dachte sie auch an ihn. Es war schon lange her, dass sie so oft an ihn gedacht hatte. Er war zwar immer in ihrem Herzen, doch jedes Mal, wenn sie auf das Meer hinaus schaut, fragte sie sich, wie es ihm geht. Dann griff sie unbewusst nach dem kleinen Beutel. Manchmal nahm sie den Stein auch heraus und fuhr das S nach. Nach einer Woche ließ das schlechte Wetter wieder nach. Beim Abendessen mit Howers fragte Mary dann:
Wie lange werden wir noch unterwegs sein?
Ungefähr noch drei Wochen. Doch durch den Sturm sind wir vom Kurs abgekommen. Wir sind viel zu weit Nördlich. Wir werden unsere Vorräte im Hafen von San Salvador auffüllen und dann nach Anguilla übersetzten., antwortete der Kapitän. Mary nickte.
Nach San Salvador kamen sie ohne Probleme. Dort ging Mary an Land und schaukelte erstmal weiter. Josef, der sie begleitete, lachte amüsiert und erklärte:
Ihr habt Euch so an das Schaukeln des Schiffes gewöhnt, dass Ihr das Gefühl habt, dass das Land auch schaukelt.
Mary nickte und war dankbar, als Josef sie einhaken ließ. Der Monat an Bord hatte ihre Haut gebräunt und sie fand, dass sie wie eine Seefahrerin aussah. Am nächsten Morgen ging die Fahrt weiter. Am dritten Tag ertönte es dann vom Krähennest, das sich oben am Mast befand:
Käpt'n, da kommt ein Schiff auf uns zu. Backbord.
Mary, die neben Howers stand, schaute nach links und sah am Horizont ein kleines schwarzes Schiff. Der Kapitän nahm sein Fernglas und schaute dadurch.
Es trägt keine Fahne!, murmelte er.
Und das bedeutet?, fragte Mary neugierig.
Es könnte ein Geisterschiff, also ein verlassenes Schiff sein, oder der Kapitän gehört niemanden an und hat selber kein Wappen, oder er hat vergessen die Flagge zu hissen. Es gibt unendlich viele Möglichkeiten. Aber noch kann es uns nicht gefährlich werden., erklärte Howers und lächelte die braunhaarige an. Mary lächelte zurück, doch ein ungutes Gefühl breitete sich in ihrem Bauch aus. Sie beobachtete das Schiff weiter, dass immer näher kam. Bald konnte sie sehen, dass es rote Segel hatte.
Käpt'n, das Schiff kommt direkt auf uns zu., ertönte es wieder vom Krähennest. Wieder blickte Howers durch sein Fernglas.
Immer noch keine Fahne., grummelte er und kratzte sich den Bart. Dann wandte er sich Josef zu:
Sag allen Bescheid, sie sollen sich bereithalten. Macht die Kanonen fertig. Man kann ja nie wissen.
Josef nickte und lief los. Howers beobachtete weiter hin, dass immer näher kommenden Schiff. Auch Mary ließ das Schiff nicht aus den Augen. Bald konnte sie einige Menschen ausmachen und sah, wie etwas hochgezogen wurde. Howers fluchte. Mary sah ihn an und merkte, dass sein Gesicht einen grimmigen Ausdruck bekam.
Was ist los?, fragte Mary und konnte nicht verhindern, dass ihre Stimme unsicher zitterte.
Howers sah sie an und knurrte:
Das sind Piraten! Ich muss Sie bitten in Ihre Kabine zu gehen.
Mary nickte und eilte nach unten. Noch bevor sie ihre
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Kommentare
Lee schrieb am 2010-02-20 17:10:48:
das ende ist aber sehr schnulzig...
Lee schrieb am 2010-02-20 17:07:45:
"Sie sah zu, wie Josef neben ihnen schwimmte"
das üben wir aber noch....
Lee schrieb am 2010-02-20 16:56:02:
so heute lese ich weiter (grad Seite 4) und bin begeistert von deiner geschichte!
großes Lob :)
Ciina schrieb am 2010-02-19 08:08:54:
Hehehe,
das Herz des Piraten ist diegleiche Geschichte.
Das kommt davon, wenn man zu ungeduldig ist.
Gruß Ciina
Lee schrieb am 2010-02-18 22:13:13:
ich habe die erste seite gelesen und mag deinen schreibstil sehr :)
es erinnert mich (bisher) sehr doll an die boston jane triologie.... ich liiiebe diese bücher und bin gespannt, wie deine geschichte weitergeht!!!
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