Heile Welt
von
Heather
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Die Straßen waren so leer, wie schon lange nicht mehr. Es wehte ein eisiger Wind, doch trotzdem erreichten einzelne Sonnenstrahlen den Erdboden.
Kate Watson schlich um die Häuser und spähte hin und wieder in die Fenster hinein.
,,Überall fröhliche Menschen, die in ihrer pseudoglücklichen Welt leben!", dachte sie verachtend. ,,Ich könnte wirklich kotzen!"
Sie schlich weiter, darauf bedacht keinen Ton von sich zu geben. Eigentlich hätte sie gemütlich die Straße entlang schlendern können, denn weit und breit war nicht eine Menschenseele zu sehen.
Den Gegenstand, den sie mit ihren Händen fest umklammert hielt, verbarg sie sicher unter ihrem langen, roten Mantel.
Nach einiger Zeit, in der sie sich immer wieder hastig umschaute, hatte sie ihr Ziel endlich erreicht. Das Haus am Ende der Straße. Es war das schönste und prachtvollste von allen. Genau aus diesem Grund haßte sie es einfach nur. Weil sie ganz genau wußte, dass sie solch einen Reichtum niemals besitzen würde.
,,Die Welt ist so ungerecht!", flüsterte sie leise. ,,Menschen, die ihr Lebenslang arbeiten bekommen rein gar nichts und solche Leute, die nie einen Finger krumm machen mussten, leben in einem solchen Reichtum....."
Sie keuchte. Vielleicht weil dieser Gedanke sie zu sehr aufregte und sie verhindern wollte, dass sie wieder einmal einen Wutanfall bekam.
Sie ging zu Tür und lauschte. Von drinnen drangen fröhliche Rufe an ihr Ohr, die Kate einen Stich ins Herz gaben. Sollte sie die ganze Sache wirklich wie geplant durchziehen?
Sie trat ein paar Schritte zurück, doch dann entschied sie sich doch dafür, die Sache durchzuziehen.
Sie ging zum Hintereingang und öffnete geräuschlos die Tür. Wie sie schon vermutet hatte war sie nicht abgeschlossen.,, Solche Vorzeigefamilien dachten also wirklich, dass Menschen einfach nur gut waren....."
Sie schlich ins Wohnzimmer, denn dort war die Familie anscheinend versammelt. Sie holte den Gegenstand unter ihrem Mantel hervor und gab ein leises Husten von sich.
,,Oh, Tante Kate!", schrie auf einmal der kleine Junge, der zusammen mit seinen Eltern auf dem Boden saß. Die Mutter des Buben stand auf und lief zu Kate. ,,Was machst du denn hier, Schwesterchen?", schrie sie vergnügt und deutete ihrem Mann sie doch endlich zu begrüßen. Auch der kleine Junge lief jetzt zu seiner Tante und umarmte sie freudig.
Kate schaute etwas verlegen zu Boden. ,,Also ich bin eigentlich nur hier um euch ein Geschenk vorbei zu bringen....", sagte sie und deutete auf das mit Geschenkpapier eingewickelte Ding in ihren Händen. ,,Schließlich ist Heute Weihnachten!"
Auf den Gesichtern der drei Familienmitglieder erschien ein breites, freudiges Lächeln. Der kleine sprang sogar vergnügt auf und ab.
Kate drückte das Geschenk ihrer Schwester in die Hand. ,,Ich will auch gar nicht lange stören...."
Ehe irgend jemand der drei etwas erwidern konnte, hatte sie das Haus auch schon verlassen.
Sie lief die Straße entlang und in ihr machte sich ein Gefühl der Erleichterung breit. Sie ließ das Haus jedoch nicht für einen Augenblick aus den Augen und auf einmal erschütterte ein lauter Knall den Erdboden. Helle Flammen hatten das Haus innerhalb weniger Minuten komplett eingehüllt.
,,Fröhliches Weihnachten!", flüsterte Kate. ,,Ich hoffe euch hat mein Geschenk gefallen!"
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Kommentare
Heather schrieb am 2006-07-26 20:13:26:
Danke...... naja, ich versuche halt immer aus so altäglichen Situationen eine Psychogeschichte zu mahcne. Wie hier an Weihnachten, dem Fest der Liebe, wird einer person klar, dass ihre Schwester alles hat, doch sie selber hat nichts....
Mythoswolf schrieb am 2006-07-25 21:04:52:
Moinmoin.
Ich mag die Psychos wirklich, die in deinen Geschichten rumlaufen xD
Was mir an dieser Geschichte aufgefallen ist, das Motiv ist nicht so genau erklärt wie in deinen anderen Geschichten und die Art des Mordes ist so.... herkömmlich *grins*
Wobei, um noch mal auf das Motiv zurückzukommen, irgendwie finde ich es auch ganz gut, dass du nur geschrieben hast, dass sie wütend war, weil sie mit Arbeit nie soweit kommen würde... das gibt zwar keinen tiefen Eindruck in die Psyche deiner Prot, zeigt aber trotzdem, dass sie ziemlich hasszerfressen sein muss, um ihre eigene Schwester und deren Familie, die sie ja scheinbar mögen, einfach in die Luft zu jagen.
Naja, und du hast ja auch recht, manche haben das Geld, ohne etwas dafür zu tun, und andere haben es trotz harter Arbeit eben nicht, was ziemlich ungerecht ist. Ob die Idee, alle Reichen einfach kalt zu stellen, eine gute ist, darüber ließe sich streiten (wobei ich die Vorstellung doch recht verlockend finde ^^).
Auf jeden Fall mag ich deine Geschichte =)
Liebe Grüße
Mythoswolf
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