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Kategorien > Aus dem Leben > Nachdenkliches

Heiner und Bruno die Tippelbrüder

von mariah

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Heiner und Bruno die Tippelbrüder. (weihnachtliches)

Heiner und Bruno sind seit sechs Jahren gemeinsam auf Platte. Ihren Lebensunterhalt verdienen die beiden sich mit der Mundharmonica als Strassenmusikanten. Der letzte Ort hat keine Kohle eingebracht, so sind sie mal wieder auf Trip. Müde und heruntergenörgelt entdeckte Heiner einen Wald in dem beide sich erstmal einen Schlafplatz suchen wollen.
Es war schon spät am Abend, als sie einen Rabe der in Richtung Wald flog sahen. So beschlossen die beiden ebenfalls in die Richtung zu gehen. Am Wald angekommen, fanden sie schnell eine geeignete Stelle um sich ihren Schlafplatz einzurichten.
Puuuh, es war saukalt, wenigsten ist es ein bischen Windgeschützt hier neben dem Buschwerk findet Heiner. Zu Ihren wenigen Habseeligkeiten gehört auch ein Karton, den sie sich ausgebreitet haben. So konnten sie es sich endlich ein bischen gemütlich machen. Bruno holte schnell aus seinem Beutel eine Buddl Schnaps und nahm auch gleich einen kräftigen Schluck um dann die Flasche an Heiner weiter zu reichen. Prost! Wenigstens kam jetzt ein bischen Wärme von innen heraus. Bruno erinnert an die lange Freundschaft, die beide schon haben. Heiner bestätigt und sagt: „wir werden für immer die besten Kumpels bleiben“. Frohe Weihnacht, und nochmal nen kräftigen Schluck. Frohe Weihnachten, sagt Bruno. Das hatte ich tatsächlich vergessen. So wie die Leute in dem Dorf drauf waren. Der ganze Tag war so kalt!
So langsam zu Ruhe gekommen, schwelgten die beiden in alten Erinnerungen wie schön es doch mal war und was man so erlebt hatte.
Plötzlich einen Schreck ein rascheln und lautes knacken, fast vergessen zu atmem entdeckten die beide eine Horde Rehe am Waldrand und weiter links im Wald einen Lichtschein der aussah wie von einem Feuer. Bruno und Heiner wurde es richtig unheimlich. Die beiden wussten nicht ist das der Schnaps oder was passiert jetzt. Nun hörten sie wie aus weiter Ferne auch noch eine Frauenstimme immer deutlicher und näherkommend sagend: „kommt her, hier ist es warm, ich hab Euch etwas zu essen, kommt zu mir!“ Zögerlich standen die beiden auf, die kälte fest vergessen, merkten sie dass sie ja Hunger haben, denn sie hatten ja den Schnaps. Also folgten die zwei der Stimme und gingen vorsichtig in Richtung des Lichtscheins. Da ist ja eine Höhle bemerkt Heiner. Wo ist die Frau, fragt Bruno. Bestimmt in der Höhle meint Heiner und macht pssst: „hör mal“. Kinderlachen und wieder die Frauenstimme kommt aus der Höhle. Kommt doch rein! sagte sie.
Zögerlich, kamen die beide der Aufforderung nach und gingen hinein. Sie trauten ihren Augen nicht als sie diesen prallvoll gedekten Tisch sahen. Davor standen die Frau mit einem kleinen Mädchen und sagten nur „Fröhliche Weihnachten“ und baten Heiner und Bruno an Ihrem Tisch Platz zu nehmen. Beide waren eingeladen Weihnachten zu feiern wie sie es sich für ihr Leben niemals erträumt hätten.
Bruno und Heiner waren ja Aussenseiter, glaubten schon lange nicht mehr an solch eine Warm- herzigkeit und Freundlichkeit.
Nach dem Bruno sich hingesetzt hatte, konnte er die Frau besser sehen und stellte gleich fest, dass er diese Frau ja kennt. Ja, es war Mary, seine Geliebte, die er vor Jahren im Stich gelassen hatte und das Mädchen war seine Tochter Ivy.

Damals verursachte Bruno einen schweren Unfall und wollte Mary vermutlich harte Folgen verschonen. So erfand er eine Beziehung zu einer anderen Frau, statt die Warheit über den Unfall zu
erzählen. Die Schuld erdrückte ihn und er suchte nur noch die Flucht. Ivy, seine Tochter war gerade erst zwei Jahre alt.
Ob Mary ihren Bruno auch erkannt hat?

Nachdem alle gemeinsam, ausgelassen und fröhlich gefeiert hatten und das Mädchen auch schon schläfrig wurde, zeigte Mary den beiden wo sie sich waschen und auch schlafen können.
Doch Bruno konnte keine Ruhe finden. Sein Gewissen machte Ihm zu schaffen. Hat sie mich erkannt?, schoss ihm laufend durch den Kopf. Denn die ganzen Jahre Platte haben ihn schon gewaltig zum negativen verändert.
Auch Mary, hat diese Zeit nicht spurlos gelassen. Sie hatte sich mit ihrem Kind in einer Höhle verkrochen, so verlassen und gedemütigt hatte sie auch jeden Mut und Willen verloren. Aber sie hatte ja das Kind von dem Mann den sie am meisten liebte. Mary hätte Bruno alles verzeihen können. Sie hatte Nächtelang geweint und immer gehofft, dass er eines Tages wieder zu Ihr und Ivy zurück kommen würde.
Heiner konnte auch vor lauter Glück nicht einschlafen und Bruno erzählte ihm das erste mal seine Geschichte. Heiner traute seinen Ohren nicht was er da eben hören muss. Sein Freund, sein Kumpel, der ihm alles erzählt hatte und jetzt das.

Mary, die mit ihrer Tochter in einer anderen Ecke der Höhle ihre Schlafstelle hat konnte auch nicht schlafen. Sie wusste genau, wen sie da als Gast in ihrer Behausung hat. Es war Heilig Abend. Ivy schlief sofort ein. Mary zündete nochmal eine Kerze an und stellte diese neben sich auf den Boden. Ein Wunder, am Heilig Abend, das kann nur ein Wunder sein. Ihr Bruno, gerade acht Meter von Ihr entfernt liegt da und schläft. Bruno ist wieder da. Aber was mach ich morgen früh, hat er mich auch erkannt? Bleibt er bei uns, oder will er wieder abhauen? Mary konnte keine Minute schlafen, es kam wieder Angst auf verlassen zu werden. Das darf nicht passieren. Ich brauch ihn und Ivy braucht Ihren Vater. Gleich morgen früh rede ich mit Ihm.
Ivy wird unruhig und windet sich im Schlaf, hat wohl einen Traum. Papaaa, schrie sie plötzlich laut und wurde wach. Unsere beiden Gäste wurden davon auch wach und Bruno reagierte im Halbschlaf „jaaa, was ist“
Bruno kam daraufhin gleich zu uns rüber und nahm seine Tochter Ivy ganz fest in die Arme und beruhigte sie.

Zum Frühstück hat sich Bruno „Höhlenmäsig mit fliesend Wasser“ ganz besonders fein gemacht. Ivy, bemerkt, so einen hübschen Papa hab ich mir immer gewünscht! Einen Wunsch habe ich noch, dass Papa jetzt für immer bei uns bleibt! Und Heiner ist mein Onkel, der soll auch bleiben, sagt Ivy.

Während Mary und Bruno sich miteinander aussprechen wollen und auch klären, was werden und wie es weiter gehen soll, machten sich Ivy und Heiner auf den Weg um Holz zum feuern zu holen.
Unterwegs, trafen die beide einen Förster der das Mädchen kannte. Ein fremder Mann mit der kleinen hier im Wald, war dem Förster nicht ganz geheuer. Doch Ivy erzählte dem Förster gleich alles. Wer der Mann ist und das ihr Vater wieder da ist. Bernhard, so heist der Förster, kannte ja die Sorgen und Probleme von Mary, auch warum sie in einer Höhle hausen müssen. Bernhard erlaubte ihnen das Holz vom Boden aufzusammeln. Beim Abschied lies er Mary ausrichten, es sollen alle am nächsten Tag bei ihm vorbeikommen, er hätte da eine Überraschung.
Ungeduldig was das für eine Überraschung sei, machten die Höhlenbewohner sich auf den Weg zum Förster Bernhard.
Ein Wunder kommt bekanntlich selten allein, so ein zweites Wunder. Es ist Weihnachten.
Der Förster

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