Heldentod
von
Seth
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Endlich war es soweit. Yunnar war vor einem halben Mond in den Kreis der Männer aufgenommen worden und nun stand ein Kampf gegen einen befeindeten Clan vor der Tür. Es war Yunnars erster Kampf. Es ging auch um etwas sehr wichtiges: Dieser Clan hatte versucht, Yunnars Clan einen Morgen Land zu stehlen. Es war eine gerechte Sache und Gott stand auf ihrer Seite. Sie konnten also gar nicht verlieren. Und was war besser, als die Aufregung des Kampfes ohne das Risiko des Todes? Nichts!
Yunnar strich seinen Kilt glatt. Er war sehr stolz auf diesen Kilt, denn er zeigte, dass Yunnar ein Mann war. Er lies sich von seiner Verlobten die Haare in Kriegszöpfe flechten und legte selbst die Kriegsbemalung an: zwei streifen aus Schweineblut unter jedem Auge und dazwischen je ein Streifen schwarze Farbe, die aus der Rinde der Kheela-Bäume gewonnen wurde.
Es sollte ein glohrreicher Tag werden. sie würden einen feindlichen Clan besiegen, wohlmöglich gar ausrotten und dann ihr and besitzen. Dennoch - am meisten reizte Yunnar die Aufregung über seinen ersten Kampf.
Dann war es soweit. Die Männer brachen auf.
"Pass auf Dich auf", sagte seine Verlobte.
"Aufpassen?!", erwiderte Yunnar. "Warum? Wir gewinnen doch sowieso."
lachend zog er mit den Männern fort, als die Sonne unterging.
Sie marschierten die ganze Nacht. kurz vor Morgengrauen, als es im Osten schon ein klein wenig dämmerte, kam einer der Späher zu ihnen zurück und gab Bescheid: man hatte den Feind gesichtet, auf einem Hügelkamm nicht weit des Waldes, in dem Yunnars Clan nun auf die Entscheidung wartete.
Schliesslich sagte der Häuptling: "Sie versuchen die Dunkelheit gegen uns einzusetzen. Sie wissen nicht, dass wir wissen, wo sie sind. Wir werden den Spieß umdrehen und jetzt sofort angreifen und die Dunkelheit zu unserem Vorteil nutzen."
So geschah es. Man schlich sich aus dem Wald und als die Männer nur noch einen halben Speerwurf weit weg waren gab der Häuptling das Signal.
Alle stürmten gleichzeitig auf den Feind zu und schrien: "Für den Clan der Lothain"
Dann ging die Sonne auf.
Yunnar wurde geblendet.
Im nächsten Moment spürte er kalten Stahl an der Brust und dann hörte er, wie Fleisch zerriss. Er wusste, dass dies sein eigenes Fleisch gewesen war und spürte, wie Blut aus seinem Körper lief. Das Schwert wurde wieder aus ihm heraus gezogen und er fiel zu Boden.
Dann plötzlich sah er seine Verlobte vor sich, weinend über seinen toten Körper gebeugt. Man würde ihr sagen, dass er heldenhaft gestorben war, um die Sache des Clans zu verteidigen. Doch was war ein Morgen Land für das Leben? Yunnar begann zu weinen und es war das letzte, was er tat.
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Kommentare
RisingSun schrieb am 2006-10-16 18:19:20:
Wow, ist diese Geschichte traurig. Aber mir gefällt sie wirklich gut, denn sie zeigt, wozu Krieg führt. Für mich ist sie ein schönes Symbol für heutige Zeiten, in denen Menschenleben auch oft für nichts geopfert werden.
Dein Schreibstil ist sehr schön, passend zur Geschichte kunstvoll einfach und naiv. Weiter so!
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