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Kategorien > Sehnsucht > Liebe

Herbstkind

von Freaka3.3

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Herbtskind
Es war dunkel. Die Wolken hingen tief über den Dächern des Dorfes und die Äste der alten Bäume knarrten im Wind. Die Häuser konnten der Wucht des Sturmes kaum standhalten, Zäune fielen um und Holztüren wurden auf und zu geschlagen. Kein Lebewesen war zu sehen. Noch nicht.
Es war eine dieser stürmischen Nächste im Herbst. Die Kälte ließ die Menschen drinnen bleiben und Tiere verkrochen sich in ihren Unterschlüpfen. Der Regen überschwemmte Gemüsegärten und die Bäume neigten sich zum Boden. Alles war grau und düster, nur hier und da sah man eine Kerze im Fenster tanzen.
Alles schlief und keiner hätte auch nur gewagt einen Fuß vor die Tür zu setzen, denn diese Nächte gehörten ihnen nicht mehr.
Immer wenn die Nacht so schrecklich regnerisch und dunkel und traurig war traute sie sich hinaus, um ihr Glück wiederzutreffen. Sie trat aus dem Haus ins Dunkle und begann leise das Lied über die Liebe zu singen. Es war ein schönes Lied, über Hoffnung und Freiheit und über den wohl einzigen Menschen den sie liebte.
Sie wanderte über Straßen und klopfte leise an Haustüren, sprang in Pfützen und ließ ihre Fingernägel über Fensterscheiben kratzen. Das sie den Menschen Angst einjagte wusste sie und es war ihr nur recht.
War sie weit genug gelaufen, stellte sie sich auf eine Wiese und zog ihre Schuhe und Jacke aus. Alles was sie noch anhatte war ihr Nachthemd, ihr weißes Kleid mit den glitzernden Perlen an den Nähten. Ihre blonden Haare hingen offen auf ihrer Schulter.
Der Mond war nicht zu sehen in dieser Nacht, doch guckte sie hinauf zum Himmel, sah sie dieses eine Licht dort oben. Es war weit weg, doch sie konnte es gut erkennen und fühlen. Sie war nicht mehr allein.
Und so legte sie den Kopf auf seine Brust und die Arme um seine Schultern und sie wiegten sich langsam zu dem Lied das sie sang. Sie fasste in seine Haare, schmiegte sich an diesen weichen, warmen Körper und küsste ihn auf die sanften Lippen. Sie nahm ihn an die Hand und hörte sein Atmen, fühlte seinen Herzschlag.
Und sie guckte in seinen tiefblauen Augen...und wollte nicht wahrhaben, dass er in Wirklichkeit nicht hier war.

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