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Kategorien > Jugendliebe > Life Is Peachy With(-Out) You

Herbstnachtsträume, Kap. 11

von Yellow Orchid

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Adoptiveltern haben keine Zeit für uns. Für mich und meinen Bruder. Meine Adoptiveltern.“ Lauren schluckte. „Ihr könnt mir also nicht sagen, dass ich gelogen habe. Ich habe euch lediglich nicht alles erzählt.“
Juliane hielt es nicht länger aus. Wie in Trance war sie aufgesprungen, zum Fenster gestürmt und hatte das Schloss entriegelt – Kälte strömte ihr erfrischend entgegen, umhüllte auf betörende Weise ihren Körper. Sie fröstelte trotz der Kälte nicht. Draussen herrschte munteres Schneetreiben – die Flocken wirbelten sanft im schwachen Wind. „Für uns. Für mich und meinen Bruder“, wiederholte Juliane in Gedanken. Dominic, wurde ihr sogleich bewusst. Ihre Hände glitten zu dem dünnen Fensterbrett, ihre Finger krallten sich Halt suchend daran fest – Schmerz fühlte sie nicht. Endlich verstand sie, warum Dominic so heftig auf ihren Vorwurf reagiert hatte, seine Eltern wären nicht stolz auf ihn. Doch wie hätte sie davon wissen sollen? Niemals hätte sie ihm solche Dinge an den Kopf geworfen, hätte sie die Wahrheit gewusst.
„Es… es tut mir Leid.“ Nur schwach nahm Juliane wahr, dass Nicki dem anbahnenden Schweigen keinen Raum gelassen hatte. Sie brauchte sie nicht umzudrehen, um sich sicher zu sein, dass diese Worte Lauren galten.
Als Nächstes hörte sie Lauren leise seufzen. „Ihr wolltet doch, dass ich mich wie eine… Freundin verhalte.“ Juliane lächelte schwach – Lauren hatte den Satz eher herausgewürgt, als dass sie ihn tatsächlich ausgesprochen hatte. Aber immerhin hatte sie ihn überhaupt ausgesprochen.
„Vielleicht könnten wir jetzt einfach fortfahren? Juliane, wie war das noch gleich mit deinen Eltern?“
Juliane zuckte ertappt zusammen. Erst jetzt spürte sie, dass ihre Finger von Krämpfen erfüllt wurden. Verstört wandte sie sich vom Fenster ab und schüttelte die tauben Finger.
„Ich soll erzählen?“ Ihr Verstand schien ihr benebelt, noch mehr ausser Funktion gebracht, als es an dem Sonntag der Fall gewesen war, da sie Dominic das letzte Mal gesehen hatte. Sie fühlte sich nicht fähig, von ihrer eigenen Vergangenheit zu berichten, nachdem, was sie diesen Morgen bereits hatte hören müssen. Doch wie hätte sie das den anderen Mädchen sagen können, ohne Ungläubigkeit zu ernten? Sie verstand ja nicht einmal selbst, warum sie Laurens Worte so mitgenommen hatten. Und warum ging ihr Dominic einfach nicht aus dem Kopf?
„Sie… sie sind Anwälte.“, stotterte sie deshalb unsicher.
„Das wissen wir.“ Laurens Stimme hatte wieder an Selbstsicherheit gewonnen. Ein Blick auf ihre Zimmernachbarin zeigte Juliane, dass diese sogar Ansätze eines genervten Lächelns zustande gebracht hatte.
„Sie wollen ein breitgefächertes Berufsfeld…“
„Juliane!“ Nun war es Nicki, die leise stöhnte. „Auch das wissen wir“, fügte sie an.
„Oh.“ Juliane nickte schwach. „Wenn das so ist…“
Nicki hatte den Kopf leicht schief gelegt und betrachtete sie verwirrt. „Warum bist du hier?“
„Ich bin hier, ja.“, erwiderte Juliane. Trotz starken Bemühens schaffte sie es nicht, dass ihr Verstand ihr und ihrem Mundwerk gehorchte.
„Das hätte ich mir schon fast gedacht.“ Nicki gewann zunehmend an Stärke. „Und warum?“
„Meine Eltern sind Anwälte.“
Nicki verdrehte die Augen. „Sehr schön. Das wäre dann wohl alles.“ Leiser ergänzte sie: „Wie es aussieht, hat das hier keinen Zweck.“
„Ich fühle mich nicht so gut.“ Tatsächlich tat Juliane das nicht. Sie wollte sich zurückziehen, alleine sein und ihren Gedanken nachgehen. Unsicher knabberte sie an ihrer Oberlippe. „Können wir die Sitzung für heute auflösen?“
„Das sollten wir wohl.“ Lauren seufzte schwach. „Das hier macht wirklich keinen Sinn.
„Na dann.“ Juliane ahnte, dass sie misstrauische Blicke erntete, als sie sich aus ihrer Starre löste und zur Zimmertür eilte. Frische Luft, lechzte ihr Verstand. Sie konnte keine Sekunde länger hier bleiben. Eiligen Schrittes rannte sie den Gang entlang zur Treppe.
Dominic war adoptiert. Sie hatte ihn unwissend verletzt. Immer wieder spukten ihr diese Gedanken durch den Kopf. Sie müsste eindeutig erst zu klarem Verstand kommen, ehe sie den Entschluss fassen konnte, was es als nächstes zu tun galt. Erstmals in ihrem Leben freute sie sich auf die Schneeflocken, die feuchtkalt auf ihre Haut wehen würden. Sie fühlte sich verwirrter denn je.

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Kommentare

Manuela schrieb am 2010-06-22 15:10:33:
SCHNELL EINE FORTSETZUNG ! Kanns kaum erwarten mehr von der Geschichte zu lesen :-)
BadAngel schrieb am 2010-06-15 16:39:25:
Super Story
schnell weiter schreiben...
lg
!!! schrieb am 2010-06-15 15:04:51:
schreib bloß schnell weiter!!!
LG
Emily schrieb am 2010-06-15 13:31:29:
Oh...dieser Teil war wie die davor einfach nur atemberaubend!!!
Aber bitte mehr von Juliane und Dominic!!! Die sind toll !!!! xD
Nella schrieb am 2010-06-15 12:22:51:
Eine tolle Fortzsetzung :)
Ich hoffe du schreibst ganz schnell weiter.
Lieben Gruß, Nella.

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