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Kategorien > Jugendliebe > Life Is Peachy With(-Out) You

Herbstnachtsträume, Kap. 2: "Alles nimmt seinen A

von Yellow Orchid

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(2) - Alles nimmt seinen Anfang -


„Willkommen Schülerinnen und Schüler!“ Ein grosser, rundlicher Mann war auf die Tribüne getreten und starrte angestrengt auf seine Notizen, die vor ihm auf einem Tischchen ausgebreitet lagen.
Hailey wartete mehr oder minder gespannt auf die Fortführung der Rede. Sie befand sich auf einem hohen Stuhl aus reinstem Ahornholz in einem auffallend grossen Klassenzimmer des Schulgebäudes neben etwa zwei Dutzend ebenfalls neuen Schülern. Die meisten von ihnen blickten geradewegs an Hailey vorbei, als wäre sie unangenehmer Gestank, der es nicht wert war, den Duft, den ihre teuren Designerparfums versprühten, einzuatmen. Instinktiv spürte Hailey, dass der Reichtum hier tatsächlich Hand in Hand mit der Eitelkeit der Schüler ging. So blieb ihr lediglich die Hoffnung, dass es Schüler gab, die schon länger zu dieser Schule gehörten und sich weniger um ihr Geld kümmerten. Ansonsten würde sie eine nicht gerade rosige Zukunft empfangen, schloss Hailey. Eine einsame Zukunft, präzisierte sie ihre Gedanken.
Einige der Eltern waren ebenfalls anwesend und hatten sich mit strengem Blick neben ihre Töchter und Söhne gesetzt, die beinahe genauso grimmiger Mienen waren wie ihre Eltern. Der Direktor der Oberstufe, der sich ihnen zu Beginn als Mr. Martin Eddings vorgestellt hatte, hatte die Schüler nach Geschlechtern getrennt. Die Jungen sassen auf der linken Flügelseite des Klassenraums, die Mädchen auf der rechten. Hailey wusste wirklich nicht, was der Direktor damit bezweckte, denn würde die Rede erst einmal vorüber sein, würden sich Jungs und Mädchen in Grüppchen mischen, so dachte es sich Hailey zumindest. Wie Hailey von Chris erfahren hatte, waren auch die Schlaftrakte in einen Jungen- und einen Mädchenteil unterteilt. Instinktiv wagte Hailey bei diesem Gedanken einen Blick nach links zu Chris, der zwischen einem Vater mit kräuselndem Schnurrbart und einem Jungen mit langer Adlernase und schlitzartigen Augen sass. Sie sah wie der Junge neben Chris seinen Nasenlöchern ekelhaft viel Zuwendung schenkte und konnte ein Lächeln nicht unterdrücken. Es schien, als spürte Chris ihren Blick, denn auch er drehte in diesem Moment den Kopf in ihre Richtung und grinste ihr achselzuckend zu.
Nur Sekunden später hörte Hailey, wie der rundliche Mann – der Direktor der Oberstufe - sich räusperte und mit seiner Rede fortfuhr. „Wie manche von Ihnen vielleicht bereits in Erfahrung gebracht haben, bin ich, Mr. Martin Eddings, der hiesige Direktor der Oberstufe an diesem Internat. Es freut mich die neuen Schülerinnen und Schüler empfangen zu dürfen, und ich hoffe, ihr werdet euch schnell hier eingewöhnen, an einem Internat, das insbesondere für sein gutes Lernsystem und loyal agierende Lehrpersonen bekannt ist. Wir setzen auf ein gutes Lehrer-Schüler-Verhältnis und gewaltfreies Konfliktelösen. Ich bin froh, dass ihr euch für unser Internat entschieden habt, und wir so die Möglichkeit erhalten, euch im fortlaufenden Jahr auf hohem Leistungsniveau zu unterrichten.“
Hailey begann abzuschalten. Sie schalt sich zwar selbst dafür, doch nach der langen Busfahrt verbreitete die monoton näselnde Stimme des Mannes auf der Bühne eine schläfrige Atmosphäre. Zu alledem war ihr Verstand sowieso bereits damit beschäftigt, die nachmittäglichen Ereignisse rekapitulieren zu lassen. Nur ungern fügte sie in Gedanken hinzu: Chris‘ Worte, seine Körpersprache und die schiere Energie seiner blossen Anwesenheit rekapitulieren zu lassen. Verlegen zuckte Hailey zusammen, als Eddings weitersprach.
„Was die allgemeinen Schulregeln angeht, so dürfte manchem von Ihnen bereits zu Ohren gekommen sein, dass wir vom Edward Steppfield Internat auf Geschlechtertrennung in den Schlaftrakten setzen - bei den höheren Semestern ebenso wie bei den Grundschülern. Weiterhin gibt es zwei separate Gebäude für die Oberstufen- und Unterstufenschüler. Wie genau die Geschlechtertrennung und Zimmerzuordnung vorgenommen wurden, erfährt ihr später von eurem jeweiligen Hausmeister. Mr. Peter Jenkins ist für das Oberstufen-, Mrs. Martha Becker für das Unterstufengebäude verantwortlich. Allgemeine Fragen und Anregungen nehmen sie gerne entgegen. Es teilen sich jeweils zwei Schüler ein Zimmer, was sich in den letzten Jahren als bewährtes Prinzip herausgestellt hat. Die Namen der Zimmerpartner können an einem Schriftzug an der Tür des betreffenden Zimmers erfahren werden. Soweit zu den allgemeinen Angaben, nun weiter zu den Regeln. In jedem Schlafzimmer sind jeweils zwei Exemplare dieses Regelblattes“, der Direktor hob ein leuchtendgelbes, A4 grosses Blatt, „vorhanden und ich bin erpicht darauf, dass diese Regeln eingehalten werden. Bei jedweder Regelwidrigkeit kann es zu Strafaufgaben und schlimmstenfalls zur Dispensierung kommen.“ Der Direktor hob forschend den Blick. „Ich werde nun kurz die Regeln vorlesen und bitte um volle Aufmerksamkeit.“
Ironischerweise geschah es in diesem Moment, da Haileys Verstand erneut auf Durchzug stellte. Schwach seufzte sie, während sie hörte, wie der Mann über ihr angeekelt zusammenzuckte, als er die Worte ‚Drogen, Zigaretten und Alkohol’ fallen liess. Hailey lächelte. Sie musste nicht einmal zuhören, um zu erahnen, dass diese drei Dinge als verboten galten. Eigentlich hätte es bereits genügt, die Mimik des Direktors zu betrachten, und man wäre bereits Herr über alle wichtigen Informationen gewesen.
Nun war er zum Liebesleben der Internatsschüler übergegangen, das, daran liess Eddings Miene keinen Zweifel, am besten nichtexistent war und auch blieb. Hailey gähnte schwach – deshalb also auch die Geschlechtertrennung. „Liebt das Lernen und lernt aus der Liebe“, sagte Hailey nun der Blick des Direktors. Sie lächelte erneut, konnte sich jedoch ein breiteres Grinsen nicht verkneifen, als er das Thema der Funktionsweise der Beleuchtung auf dem Internatsareal in den Mund nahm. Ungläubig hob Hailey die Brauen, als auch er davon sprach, dass die Strassenlampe mit der Nachtruhe um elf Uhr ausgeschaltet werden würden. Chris hatte Recht gehabt, wurde ihr unweigerlich bewusst.
So konnte Hailey nicht umhin, Chris ein weiteres Mal anzustarren. Doch er schien offensichtlich zu beschäftigt damit, die Worte des Direktors zu ignorieren, als dass er Haileys irritierten Blick bemerkt hätte.
Unterdessen hatte der runde Mann auf der Tribüne munter weitergesprochen. „Das wären die drei wesentlichen Punkte gewesen. Zum Thema Wochenende und Ferien gilt es zu erwähnen, dass dieses Internat es vorschreibt, dass die Schülerinnen und Schüler während des Wochenendes im Internat bleiben. Ihnen ist es ermöglicht, Freitagabends die Internatsdisco am Nordende des Internatgeländes zu besuchen. Natürlich ist je nach Motto ebenfalls ein Mindestalter festgelegt. Die Öffnungszeit kann auf der Infotafel nachgelesen werden. Zudem ist es den Schülern natürlich erlaubt, das Internatgelände zu verlassen, um etwa wichtige Einkäufe zu tätigen. Nur wenige hundert Meter von hier entfernt finden die Naschkatzen unter uns ihren

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Kommentare

jenny schrieb am 2010-02-03 16:06:54:
wow. echt gut. schnell weiter!!
lg

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