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Kategorien > Jugendliebe > Life Is Peachy With(-Out) You

Herbstnachtsträume, Kap. 4: "Darf ich vorstellen?

von Yellow Orchid

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immer spitzbübisch grinsend.
Verwirrt betrachtete sie Joonas ein weiteres Mal - der Junge machte keine Anstalten, sich an dem Gespräch zu beteiligen. Stattdessen starrte er das Buch an, als wäre es ein heiliges Relikt, den Mund noch immer zu einem dünnen Strich verzogen.
Sollte sie sich dieses Szenario wirklich noch länger antun? Nein, das würde sie nicht. „Ich sollte wohl gehen.“ Nicki warf die Gabel, die sie eben noch in der Hand gehalten hatte, auf das Tablett. Ein dumpfes Scheppern ertönte. „Ich glaube, ich habe Hailey gesehen. Wir wollten noch über Shakespeares ‚Herbstnachtstraum‘ und so reden. Ihr wisst schon – höchst intelligente und obendrein intellektuelle Frauengespräche und so.“
„Sommernachtstraum.“ Hatte sich Nicki das nur eingebildet, oder hatte der blonde Junge soeben zu ihr gesprochen? Erneut schüttelte sie den Kopf und wandte sich ab, ihre Augen zusammengekniffen. Da spielte ihr ihre Paranoia wohl wieder einmal Streiche. Denn wer war schon so unverschämt…? Nicki wagte es nicht, ihre Frage fertig zu denken.
„Bis dann“, rief sie noch über ihre Schulter.
„Ja, bis später.“ Adam Antwort kam nur keuchend, da er vor Lachen mittlerweile prustete.
Joonas erwiderte nichts.

Juliane wusste nicht, was sie als Nächstes erledigen sollte. Nie hatte jemand sie davor gewarnt, wie Kräfte raubend dieses Schuljahr sein würde. So hatte sie die plötzliche Hektik unerwartet getroffen und die Abende, die sie mit Lernen zubrachte, gewannen immer mehr an Länge und Intensität. Tatsächlich war es so weit geraten, dass sie ihr Zeitgefühl langsam aber sicher verliess. Es musste Freitag in der 10-Uhr-Pause sein, die dritte Schulwoche somit fast beendet. Zumindest sprachen alle Mädchen in ihrer Klasse von der abendlichen Disco. Oder irrte sie sich?
Mit Büchern beladen eilte sie durch den überfüllten Schulflur. Sie hatte vorgehabt, mit ihrem Deutschlehrer vor Beginn der Stunde noch einmal über die grosse Semesterarbeit zu reden und da half es nicht, dass die Zeit auch in diesem Fall drängte. Juliane musste ihm unbedingt eine Änderung in der Gruppenkonstellation vorschlagen. So konnte es einfach nicht weitergehen. Ihre Gruppe… Sie war eine einzige Katastrophe: Lauren, die sich unentwegt mit Nicki stritt und sich auch bei ihr nicht sträubte, unerschrocken in den verbalen Krieg zu ziehen. Kaitlin, die sich nur einmal in der Woche wagte, etwas zu sagen. Und schliesslich Hailey, die sich schon in ihrem ersten Jahr von den schlimmsten Jungs einwickeln liess. Kopfschüttelnd drängte sich Juliane weiter durch die Schülermassen. Nur noch wenige Meter, dann würde sie vor der Tür des Gemeinschaftsraums der Lehrer stehen…
Im nächsten Moment bereits spürte sie, wie sie angerempelt wurde und das Gleichgewicht verlor. Sie sah in Zeitlupenaufnahme, wie ihr die Bücher aus den Händen glitten und sie sich im letzten Augenblick an jemanden festkrallte, um einen Sturz zu vermeiden. Erschrocken presste sie die Augen zusammen.
Es dauerte einige Sekunden, ehe sie sich so weit beruhigt hatte, dass sie es wagte die Augen zu öffnen und ihren Griff um die Person zu lösen. Keuchend schob sie ihre Brille zurecht. Um sie herum war der typischen Hektik während der 10-Uhr-Pause kein Abbruch getan worden, niemand hatte ihrem Beinahesturz Beachtung geschenkt. Erleichtert seufzte sie, als eine Stimme ihre Gedanken unterbrach.
„Du hast es wohl tatsächlich raus, im richtigen Augenblick deine Krallen auszufahren, nicht?“
Ein Junge mit perfekt sitzendem blondem Haar und tiefbraunen Augen betrachtete sie kopfschüttelnd. Eine einzelne Strähne war ihm ins Gesicht gefallen, die er nun mit einer einfachen Bewegung zurückstrich. Als schien er sich seiner Wirkung auf andere Menschen bewusst, musterte er sie selbstbewusst.
„Juliane Piper, richtig?“
Juliane nickte schwach. Sie spürte, wie Ärger über den Jungen in ihr aufkeimte - er verkörperte all das, was sie in einem Menschen nicht ausstehen konnte: Das makellose Aussehen, Markenkleidung und schliesslich – was Juliane keineswegs wunderte – hatte er eine Frau im Arm. Sie musste nicht nachfragen, um zu erahnen, bei welcher Tätigkeit sie die beiden unterbrochen hatte.
„Woher kennst du meinen Namen?“
„Ein ‚richtig’ hätte mir auch genügt.“ Der Junge zuckte gelangweilt die Schultern. Das Mädchen neben ihm schlang besitzergreifend die Arme um seine Hüften. Es war keine wirkliche Schönheit, doch hatte es Kurven an den richtigen Stellen, so, wie es anziehend auf die Männer wirkte.
„Wohl eher richtig kratzbürstig.“ Klug war es auch nicht, schloss Juliane aus den wenigen Worten, die das Mädchen nun gesprochen hatte.
Juliane entschloss sich, den schlechten Scherzen keine Aufmerksamkeit zu schenken. Stattdessen kniete sie nun auf den Boden und griff nach ihren Büchern. Sie hatte Glück gehabt: Sie waren nicht weit geflogen. Bestimmt richtete Juliane sich auf und begann sich weiter in Richtung Lehrerzimmer vorzudrängen. Vielleicht würde sie Glück haben und ihr Deutschlehrer sich noch nicht ins Klassenzimmer zurückgezogen haben?
„Dann mach’s mal gut!“, rief der Junge ihr hinterher – seine Stimme triefte vor Selbstbewusstsein. Juliane hörte das Mädchen schrill lachen.
Angewidert schüttelte sie den Kopf. Niemals, so schwor sie sich in Gedanken erneut, würde sie zu einem dieser Mädchen mutieren.

Als der Dienstag langsam dem Mittwoch wich, spielte Lauren gedankenverloren mit einem kleinen Papierstück in ihrer Hand. Endlich war wieder einmal etwas Leben in das Internat gekommen. Schon seit zwei, drei Tagen wurde hier heftig über diesen kleinen Flyer diskutiert. Was nur wenige Sätze bei Durchschnittsjugendlichen anrichten konnten, war immer wieder amüsant zu beobachten. Drogen. Wäre hätte gedacht, dass sich ein Eliteinternat je mit solchen Sorgen würde herumplagen müssen? Kopfschüttelnd betrachtete sie zum wiederholten Mal die wenigen Zeilen, über die die wildesten Gerüchte verbreitet worden waren.

Liebe Schülerinnen und Schüler.
Wir von der Schulleitung möchten euch mit dieser Mitteilung davor warnen, mit jeglichen unerlaubten Substanzen zu experimentieren oder gar zu handeln. Wie eigentlich bereits bekannt sein sollte, ist dies illegal und wird auch am Edward Steppfield Internat mit Rauswurf und Strafanzeige geahndet.
Mit freundlichen Grüssen,

Martin Eddings,
Direktor der Oberstufe des Edward Steppfield Internats.

Lauren hatte bereits in den letzten Jahren gehört, dass es im wiederholten Falle zu Drogenexzessen gekommen war und nur selten jemand dafür verantwortlich gemacht werden konnte. Ein solches Schreiben hatte sie jedoch während ihrer gesamten Zeit an diesem Internat noch nie erhalten. Das musste unweigerlich bedeuten, dass etwas geschehen war. Normalerweise interessierte sich Lauren nicht für solche kindischen Belange wie der Konsum von verbotenen Substanzen. Doch etwas Abwechslung hätte dem gesamten Internat gut getan.
Nur mühsam konnte Lauren ein Gähnen unterdrücken. Es war bereits kurz vor 22 Uhr und sie musste noch einige Dinge erledigen.

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Kommentare

Ein-guter-Tipp schrieb am 2010-02-07 21:15:35:
Hallo, daß hat zwar nichts mit der Geschichte zu tun, aber ich muß hier mal was loswerden:
Nervt das euch nicht auch, wenn man in den Suchmaschinen nur Angaben findet,
die man nicht gebrauchen kann? Wenn man ein Suchwort eingibt, werden meistens
auf den forderen Plätzen nur irgendwelche Müllseiten angezeigt.
Das muß aber nicht sein, ich kenne jetzt eine Seite, wo man mit einem Klick
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suche gehe ich einfach auf die www.top3-suche.de und klicke bei der Kategorie
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Schaut doch mal selbst auf www.top3-suche.de und probiert es aus.
Smilla schrieb am 2010-02-06 20:02:20:
Wirklich eine richtig tolle Geschichte!!
Du hast einen unglaublichen Schriebstyle.
Man kann sich richtig gut in die Personen hinnein versetzten.
Ich bin total von deiner Geschichte begeister und hoffe das so schnell wie möglich die Fortsetzung kommt, liebe Grüße Smilla (:

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