Geschichte einsenden Links & Rings AGBs Impressum
Kategorieauswahl
Wir freuen uns über jeden Autor, der hier auf Storyparadies.de seine Geschichten veröffentlichen möchte.Da jeder Autor Feedback braucht, sind Kommentare, solange es sich um konstruktive Kritik handelt, möglich und auch ausdrücklich erwünscht. Bitte verwenden Sie zur Einsendung der Geschichten und Kommentare unser Formular und beachten Sie dabei unsere Regeln.
Suche


Kategorien > Jugendliebe > Life Is Peachy With(-Out) You

Herbstnachtsträume, Kap. 5: "Vom Reden und Lernen

von Yellow Orchid

1 2 3 4 5

(5)- Vom Reden und Lernen -



Der Vollmond war soeben hinter einer dicken Wolkendecke verschwunden. Einzeln funkelten Sterne durch den grauen Dunst, doch zumeist waren es die Strassenlaternen, die das Gelände beleuchteten.
Hailey tappte ungeduldig von einem Fuss auf den anderen. Sie meinte sogar zu spüren, wie ihre Ungeduld sekündlich wuchs. Hatte Chris Nicki nicht am Vormittag noch als Boten missbraucht, um ihr mitteilen zu lassen, dass er sie heute Abend sehen wollte? Gerade, als sie begann, am Wahrheitsgehalt von Nickis Worten zu zweifeln, hörte sie das leise Knacken eines morschen Zweiges, der entzwei gebrochen war; jemand musste darauf getreten sein.
„Wenn ich mich jetzt umdrehe, stehst du dann tatsächlich hinter mir und bist nicht nur Teil eines Traums, den ich träume, nachdem ich hier draussen auf grausamste Weise erfroren bin?“ Hailey vernahm, dass ihre Stimme zitterte. Der Spätseptember hatte sich mit Pauken und Trompeten und zudem äusserst kalten Temperaturen angemeldet - so schnell der Sommer gekommen war, so schnell war er auch entschwunden.
„Was wäre dir denn lieber?“ Es war eindeutig Chris, der ihr geantwortet hatte.
„Vielleicht sollte ich mich einfach mal umdrehen und nachschauen?“
„Das wäre wohl wirklich nicht schlecht.“ Sie hörte ein leises Lachen.
Nur langsam wagte es Hailey, sich auch tatsächlich umzudrehen. Mit dem Anflug eines Lächelns betrachtete sie die Gestalt, die ihr gegenüberstand.
„Deine Idee war nicht gerade ausgereift. Es ist bereits halb Elf.“ Hailey trat vorsichtig ein paar Schritte näher, um nicht selbst auf einen der morschen Äste zu treten und sich so zu Tode zu erschrecken.
„Wer musste denn heute Abend noch arbeiten? Da musste ich mich wohl oder übel mit den wenigen Minuten begnügen, die mir noch bleiben. Also ist es eigentlich eine gute Idee. Aber ich fasse es einfach mal als Kompliment auf, dass du mehr als ein paar Minuten mit mir zusammen sein willst.“ Trotz des vorherrschenden Halbdunkels glaubte Hailey Chris typisches Lächeln zu erkennen. Sie erwiderte es zaghaft.
„Mach das.“
Es entstand ein Schweigen, das sich über mehrere Minuten hinweg erstreckte. Hailey vermochte sich nicht zu erinnern, wann sie diese Stille zum letzten Mal als so wohltuend wahrgenommen hatte. Sie überbrückte die Minuten, indem sie unsicher an den Horizont starrte; der Himmel begann sich aufzuklären, bald würde sich der Mond von dem Dunst befreit haben.
Schliesslich war es Chris, der den Blick hob und zu einer Erwiderung ansetzte: „Wegen dem Notfallgroschen…“ Chris erstarrte in seiner Erklärung. Hailey erkannte, wie seine Mimik augenblicklich kühler geworden war, als sich sein Blick auf einen Punkt hinter Hailey fixierte.
„Was…?“ Verwirrt betrachtete sie ihren Gegenüber, der ihr nun noch näher trat, dann wortlos an ihr vorüber schritt.
Noch immer irritiert über den plötzlichen Stimmungswechsel dauerte es einige Sekunden, ehe Hailey es wagte, sich umzudrehen; da stand eine weitere Gestalt, nur wenige Meter von ihr entfernt, von den Schatten der Nacht ins Dunkel getaucht.
„Was willst du hier?“ Chris Stimme war erfüllt von Abneigung. Ungläubig schüttelte Hailey den Kopf. Was passierte hier gerade? Hatte er nicht eben noch über ihren Notfallgroschen gesprochen?
Erst mit Verzögerung registrierte sie, dass Chris sich erneut ihr zugewandt hatte und allem Anschein nach mit ihr sprach: „Wir sollten uns ein anderes Mal wiedersehen. Es tut mir Leid, aber wie es aussieht, lässt es sich nicht verschieben.“
Es lag Hailey auf der Zunge, genauer nachzuhaken, doch ihr Körper widersetzte sich ungefragt ihrem Verstand. Ein kurzes Kopfnicken und dann hatte sie sich bereits umgedreht. Sie wagte keinen Blick zurück, lief stattdessen stur geradeaus. Nur im Stillen fragte sie sich, wer die Gestalt war, die sich ihnen angeschlichen hatte.
Wenig später liess sich der dunkle Schemen des Wohngebäudes vernehmen. Mit starrem Blick begab sich das Mädchen zurück in sein Zimmer.

Die Wochen zogen sich eindeutig dahin, seit Lauren ihre Zeit damit zubringen musste, sich zu einer Gruppe Menschen zu gesellen, zu der sie normalerweise wohlbegründet Abstand hielt. Zum wiederholten Mal schüttelte Lauren nun den Kopf, seit sie sich hier zu einer weiteren Sitzung für ihre Semesterarbeit eingefunden hatten.
„Merkt ihr eigentlich nicht, wie klischeehaft das alles doch ist? Füreinander da sein, gute Zeiten, schlechte Zeiten, Streit, Versöhnung. Wollen wir nicht gleich eine eigene Seifenoper auf die Beine stellen?“ Sie konnte es noch immer nicht fassen, welch geringen Sinn die Sitzungen immer mehr annahmen und in welche Richtung ihr Projekt zunehmend verlief. Sie waren zwar mittlerweile von den überflüssigen Definitionen verschiedener Schriftsteller, Philosophen und sonstiger Seelenwracks weggekommen, doch stattdessen sammelten sie nun all die Klischees, vor denen sich selbst die berühmten Zitateverfasser stets gehütet hatten. Und das mochte einiges bedeuten. Juliane nannte es „Begriffesammlung“. Lauren hingegen nur „der nackte Wahnsinn.“
„Das ist alles verdammt abgegriffen.“, meinte sie schliesslich aufgebracht. Sie beobachtete, wie Julianes Hand, die einen Stift umklammerte, erzitterte.
„Nostalgie. Warum nicht? Das ist doch gerade in Mode.“ Nicki, die Lauren geradewegs gegenüber sass, kam Juliane zuvor. Sie schloss ihre Worte, indem sie ausgiebig gähnte.
Lauren musterte gedankenverloren Nickis Augenbrauenpiercing. „Piercings sind 21.Jahrhundert. Also von wegen ‚Nostalgie’“, merkte sie noch immer verstört an.
„Sonst noch irgendwelche Einwände?“ Juliane, die ihren Blick zwischenzeitlich wieder gesenkt hatte, blickte nur kurz auf. Wie bei jedem ihrer bisherigen Treffen schrieb sie in einem fast schon halsbrecherischen Tempo Seite um Seite ihres Notizbuches mit allen möglichen unwichtigen Dingen voll, wie Lauren empfand.
„Ich will keine Nostalgie“, protestierte Lauren deshalb.
„Gut. Wo das jetzt gesagt ist, fahren wir dann fort?“, erwiderte Juliane achselzuckend.
Lauren war aufgesprungen, ehe sie sich Zeit genommen hatte, einen klaren Gedanken zu fassen oder die Bedeutung von Julianes Worten genauer zu analysieren. Unschlüssig blickte sie nun auf die vier Mädchen hinunter, die ihre Gruppe vervollständigten.
„Müssen wir uns als Gruppe nicht einig sein, ehe wir weitermachen können?“
„Nichts geht doch über die gute, alte Demokratie.“ Nicki nickte, allem Anschein nach von ihren eigenen Worten überzeugt.
„Und was macht dich so sicher, dass die anderen ebenfalls eine Seifenoper schreiben wollen?“ Zu spät nahm Lauren wahr, dass sie angriffslustiger klang, als sie dies vorgehabt hatte.
„Dann meldet euch, wenn ihr gegen eine Seifenoper seid.“ Gelangweilt spielte Nicki mit einem stumpfen Bleistift.
Juliane hob erneut den Blick von ihren Unterlagen auf. „Was hat unsere Begriffesammlung mit einer Seifenoper gemein?“
„Stell dir mal laut und deutlich die Frage, wie wir nach dieser wunderbaren Klischeesammlung mit unserem Projekt fortfahren wollen. Und irgendwie

1 2 3 4 5

Kommentare

!!! schrieb am 2010-03-15 17:32:51:
Wann gehts weiter? Ich hoffe doch ganz schnell!
lg
Smilla schrieb am 2010-02-08 19:02:00:
Boah hab ich mich gefreut als ich deine Fortsetzung gesehen habe ;D
Ein sehr schöner Teil, mach weiter so.
Bin total gespannt auf die Fortzsetzung, lieben Gruß Smilla.
MOon Dancer schrieb am 2010-02-08 16:27:16:
echt gut=) mach weiter so!!
lg

Kommentar hinzufügen



Aufgrund des extremen Mißbrauchs der Kommentarfunktion sind wir leider gezwungen, die Kommentare ab sofort redaktionell zu überprüfen. Wir bitten um Ihr Verständnis.

Google
Pagerank Tools Pagerank Tools