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Kategorien > Jugendliebe > Life Is Peachy With(-Out) You

Herbstnachtsträume, Kap. 5: "Vom Reden und Lernen

von Yellow Orchid

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läuft dies zwangsläufig auf ungewollte Dinge heraus.“ Hätte Dominic nicht seinen Hundeblick aufgesetzt gehabt, hätte Lauren lauthals gelacht.
„Du willst mir also sagen, dass kein Rock vor dir sicher ist? Das dürfte dann wohl aber eher dein Problem sein.“
„Das wollte ich nicht sagen, nein. Nur… ich will mich nicht ablenken lassen. Und vor allem soll nicht jeder aus meinem Jahrgang erfahren, dass ich sitzen bleiben könnte. Ich will ihnen keine unnötige Angriffsfläche schenken.“ Dominic schien es ernst zu meinen. So zumindest glaubte es Lauren aus seinem Blick herauslesen zu können.
„Warum müssen du und dein immenses Ego bloss immer so furchtbar kompliziert sein?“
„Weil ich dein grosser Bruder bin. Und weil ich zum anderen Geschlecht gehöre.“
„Ich werde mich nach einem geeigneten Nachhilfelehrer umhören“, gab Lauren schliesslich nach. Sie seufzte leise.

„Kannst du meinem Bruder helfen?“ Unschlüssig stand Lauren an der Grenze ihrer Zimmerhälfte.
Juliane, die eben noch in einen Aufsatz über Hemingway vertieft gewesen war, schaute zögerlich auf. „Bruder?“
„Gross, blond, gutaussehend. Du weißt schon.“
Allem Anschein nach meinte es Lauren ernst. Wann sonst hatte sie das letzte Mal freiwillig mit Juliane gesprochen? „Warum?“
„Warum ihm geholfen werden muss oder warum ausgerechnet du dafür auserkoren worden bist?“
Juliane entschloss, ihren Aufsatz endgültig wegzulegen. Was immer auch gerade geschah, es erforderte ihre gesammelte Konzentration. „Könntest du vielleicht etwas ausführlicher sein?“ Sie seufzte genervt. Ein Gespräch mit Lauren bedeutete nie ein grosses Vergnügen.
„Ich wüsste nicht, wie das gehen sollte.“ Offensichtlich hin und hergerissen zuckte Lauren die Achseln.
„Ein Versuch wäre es doch wert, nicht?“ Noch immer fiel es Juliane schwer, die Worte ihrer Zimmergenossin richtig zusammenzufassen. Laurens Bruder brauchte also Hilfe. Doch warum sollte ausgerechnet sie selbst diesen Helfer in Not darstellen?
Ein Schweigen entstand, das Juliane für einen Moment glauben liess, dass Lauren sich hilflos fühlte. Doch nur Sekunden später hatte sich ihr Gegenüber bereits wieder gefasst.
„Mein Bruder hat Probleme in der Schule. Mathematik. Das Fach mit den unnötigen Gleichungen und den unverständlichen Formeln.“
„Ja, ich weiss durchaus, was Mathematik ist. Obwohl sich darüber streiten lässt, wie unnötig diese Gleichungen tatsächlich sind.“ Lauren liess Juliane kaum aussprechen.
„Auf alle Fälle sollst du ihm helfen. Wäre das irgendwie möglich oder wird dir dann zu viel deiner kostbaren Zeit gestohlen? Nicht, dass du sie unnötigerweise bereits nur mit Lernen verbringst. Etwas Abwechslung könnte also nicht schaden und diese Abwechslung ähnelt obendrein beängstigend deinem unnötigen Lieblingshobby.“ Lauren räusperte sich kurz. „Schau mich nicht so an. Ja, das nenne ich unnötig.“
„Unnötig heisst doch, dass keine Not besteht? In deinem Fall tut sie es jedoch. Also, was soll ich genau tun?“ Juliane verdrehte genervt die Augen. Warum sich Lauren stets so kratzbürstig geben musste, war ihr noch immer ein Rätsel geblieben. Mit einer flüchtigen Handbewegung rückte sie ihre Brille zurecht.
„Dominic braucht drei Mal die Woche Nachhilfe. Ich denke, dass sollte reichen.“ Für einen Moment glaubt Juliane, dass sich ein diebisches Grinsen über Laurens Gesicht gestohlen hatte. Im nächsten Augenblick blickte sie jedoch bereits wieder kampflustig in Julianes Zimmerhälfte.
„Hast du nicht einmal erwähnt, dass er ein Jahr über uns ist?“
„Das sollte für dich doch kein Problem sein.“
Irritiert zögerte Juliane mit einer Antwort. „Aber warum sucht er sich nicht…?“
„Hilfst du ihm nun oder nicht?“, unterbrach sie Lauren ungeduldig. Es schien, als ob Lauren ihrem Gespräch überdrüssig geworden wäre.
„Ich will kein Unmensch sein“, stotterte Juliane verstört und ehe sie genau über ihre eigenen Worte nachdenken konnte.
„Danke.“ Und mit diesem Wort verschwand Lauren bereits durch die Tür.
Juliane seufzte, von dem Gespräch überwältigt. Auf was hatte sie sich da bloss in grösster Hektik wieder eingelassen?

Die kühlen Abendtemperaturen liessen keinen Ausweg zu: Bibbernd zog Nicki ihren Parka enger um sich. Warum es anfangs Oktober bereits so kühl sein musste, hatte sie noch nicht verstanden. Verstand der Wettergott da oben denn den Unterschied zwischen Herbst und Winter nicht?
Verärgert musste sie feststellen, dass es zu dunkel war, um einen Blick auf die Uhr zu erhaschen, die an der Frontseite des Schulgebäudes angebracht worden war, um die motivierten Schüler daran zu erinnern, pünktlich im Unterricht zu erscheinen. Nicki schätzte jedoch, dass sich die Zeiger bald der Elf nähern würden – eigentlich ein Zeichen für sie, dass sie sich sputen musste, um ohne mahnende Blicke des alten Aufsehers in ihr Zimmer zu gelangen.
Warum war sie überhaupt nach draussen gegangen? Vielleicht hätte sie ihre Zeit besser mit sinnvolleren Dingen zugebracht. Schulaufgaben zum Beispiel. Oder sie hätte sich Gedanken darüber machen können, welche Erinnerung sie ihren neuen Freundinnen Preis gab. Über sich selbst lachend ging Nicki weiter ihres Weges.
In Gedanken versunken hatte sie sich dem Haupttor, das sie armen Schüler von der Freiheit, der wirklichen Welt trennte, verdächtig nahe geschlichen. Genauso wenig gerne wie Nickis viele Totenkopfohrstecker sahen die Rektoren Schüler, die sich aus Verzweiflung durch die dünnen Gitterstäbe drängten. Kopfschüttelnd beschloss Nicki kehrt zu machen, als sie ein leises Geräusch wahrnahm – oder zumindest meinte, wahrgenommen zu haben. Nachdem sie die Lautstärkenregelung ihrer Musikanlage normalerweise in ohrenbetäubende Dimensionen aufdrehte, traute sie ihren Hörorganen nicht mehr sonderlich. Doch ein weiteres Geräusch liess sie erneut inne halten. Vorsichtig wagte sie ein paar Schritte vorwärts. Wurden in den Horrorschockern nicht immer die naiven Mädchen für ihre Neugierde bestraft? Dieser Gedanke war ihr reichlich spät gekommen, wie Nicki nun bewusst wurde. So zuckte sie erschrocken zusammen, als vor ihrem Blickfeld unerwartet ein Schemen auftauchte. Im selben Augenblick erweckte eine Strassenlampe nur wenige Meter entfernt mit einem Klicken flackernd wieder zum Leben. Nicki wagte nicht sich zu bewegen – die ganze Atmosphäre war wirklich Horrorfilm-tauglich. Ja, sie verehrte jede Art von Horrorfilm. Solange nur sie darin nicht mitspielen musste. Insbesondere die Rolle des Opfers sagte Nicki so überhaupt nicht zu.
„Oh.“ Ehe sie nachdenken konnte, entfuhr ihr ein Ausruf der Überraschung (manche hätten es auch Enttäuschung ob des plötzlichen Endes ihrer Horrorfilmgedanken nennen können). Es dauerte einige Sekunden, bis Nicki in der Gestalt vor sich Joonas erkannte; das kurze, blonde Haar in dem grellen Licht fast silbern, die Augen wie kleine, funkelnde Diamanten. Er wirkte kleiner und stämmiger, als Nicki es in Erinnerung hatte, doch da sie selbst von zierlicher Statur war, überragte er sie immer noch um schätzungsweise einen Kopf.
„Hallo.“ Ein

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Kommentare

!!! schrieb am 2010-03-15 17:32:51:
Wann gehts weiter? Ich hoffe doch ganz schnell!
lg
Smilla schrieb am 2010-02-08 19:02:00:
Boah hab ich mich gefreut als ich deine Fortsetzung gesehen habe ;D
Ein sehr schöner Teil, mach weiter so.
Bin total gespannt auf die Fortzsetzung, lieben Gruß Smilla.
MOon Dancer schrieb am 2010-02-08 16:27:16:
echt gut=) mach weiter so!!
lg

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