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Kategorien > Jugendliebe > Life Is Peachy With(-Out) You

Herbstnachtsträume, Kap. 9: "Missverständnisse"

von Yellow Orchid

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der Bibliothekarin auf ihr lag - diese Frau sollte sie neben unverschämt nicht auch noch für unheilbar verrückt halten, falls Nicki diese Bibliothek je wieder betreten wollte, ohne pausenlos gemustert zu werden.
Doch trotz ihrer missglückten Suche spürte sie, dass die Botschaft des Zettels ein wohliges Gefühl in ihrer Magengrube zurückgelassen hatte. Zufrieden entschied sie, dass es für heute genug war.

„Was ist eigentlich mit dir los?“ Lauren hatte argwöhnisch die Hände in die Seiten gestützt und betrachtete ihren Bruder dabei, wie er in der anderen Zimmerhälfte auf und ab lief.
„Juliane wird nicht erfreut sein, wenn du ihr den Boden mit deinen Schuhen verschmutzt.“, fügte Lauren an und spürte, wie ihre Skepsis weiter wuchs.
Dominic seufzte, lief achselzuckend an ihr vorbei und setzte sich wortlos auf ihr Bett.
„Du solltest immer so wortgewandt sein. Dann könnten wir den Leuten vielleicht glaubhafter machen, dass wir uns auch ohne Worte verstehen.“ Lauren hatte sich umgewandt, bestand aber immer noch darauf, stehen zu bleiben. Ihr Blick galt ihrem Bruder; mit zu einem Strich verzogenen Mund musterte sie ihn. Sie glaubte, sogar fühlen zu können, dass etwas nicht stimmte. Schwesterliche Intuition, eben.
„Sogar Collin findet sie jetzt hübsch.“ Dominic zuckte erneut die Achseln, der Blick weiterhin gesenkt.
„Wen findet Collin hübsch?“ Lauren hatte das dumme Gefühl, dass sie heute jedes Detail aus ihrem Bruder herausziehen musste; freiwillig würde er nichts sagen.
„Ist das wichtig?“
Ungläubig rümpfte Lauren die Nase. „Damit ich nachvollziehen kann, was du mit deinen Worten bezweckst – ja.“ Sie verstand noch immer nicht, was geschehen war. Kurz nach der Schule war er in ihr Zimmer gestürmt und einige Minuten wortlos in der fremden Zimmerhälfte auf und ab gelaufen. Dass sie ihn dazu hatte bewegen können, sich zu setzen, sah Lauren deshalb bereits als immensen Fortschritt an.
„Nein, es ist nicht wichtig“, beschloss Dominic und zuckte erneut die Achseln.
„Dann ist es nicht wichtig. Von mir aus.“ Lauren seufzte. „Aber erklär mir bitte trotzdem, was los ist.“
„Collin findet sie hübsch“, sagte Dominic, als erkläre er jemandem das einmaleins.
„So viel habe sogar ich bereits verstanden.“ Lauren bedachte ihren Bruder mit einem kritischen Blick. Er schien dies gespürt zu haben; auch er schaute nun hoch, jedoch geradewegs an Lauren vorbei, an irgendeinen Punkt der gegenüberliegenden Wand.
„Das ist ja gerade das verwirrende: Ich weiss nicht, was los ist.“
„Hmm.“ Lauren legte den Kopf schief. Irgendetwas musste hier tatsächlich mächtig verkehrt sein. Die ihr dargebotene Situation begann ihr unangenehm zu werden.
„Kannst du dich an Dana erinnern?“ Lauren ahnte, dass Dominic bereits wusste, dass sie diese Frage bejahen würde. Sie seufzte leise. Sie hätte gedacht, dass die Geschichte mit Dana eindeutig abgeschlossen sei: Ihr Bruder und Dana waren letztes Jahr für ein paar Monate zusammen gewesen. Da beide jedoch augenscheinlich nicht hatten treu sein können und Dana zudem als Abschlussschülerin viele Türen offen gestanden hatten, war es schliesslich zum Bruch gekommen. Für Lauren hatte diese Beziehung nichts mit Liebe zu tun gehabt, doch für Dominic galt sie als nennenswert, da er sich dadurch den Stempel ‚beziehungsunfähig’ hatte abkratzen können.
„Was ist mit ihr?“
„Eigentlich nichts.“ Dominic fuhr sich durch sein blondes Haar. Selbst nun, da er offenkundig verwirrt schien, sass es ähnlich wie Laurens Haar perfekt.
Lauren stöhnte händeringend. „Tu mir den Gefallen: Sperr dich in dein Zimmer ein und wag dich erst wieder in diesen Raum, wenn du bei klarem Verstand bist.“
„Ich glaube, ich bin… verliebt.“ Dominic zuckte erneut innerhalb weniger Minuten die Achseln. Tatsächlich erhob er sich jedoch.
„Das warst du doch schon oft, Brüderchen.“
Dominic erwiderte nichts darauf. Wortlos war er durch die Tür verschwunden.
Unentschlossen, was sie nun tun sollte, blieb Lauren stehen. Schliesslich entschied sie, etwas für ihr Äusseres zu unternehmen. Eine Hautmaske auflegen, ja, das wäre keine schlechte Idee. So könnte sich ihre durch merkwürdige Zimmerpartner, verwirrende Brüder und nervende Projekte in Mitleidenschaft gezogene Haut etwas beruhigen. Doch noch immer glitten ihre Gedanken unentwegt zu ihrem Bruder; irgendetwas belastete ihn zurzeit tatsächlich mehr als Lauren lieb war.

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Kommentare

Nella schrieb am 2010-05-04 19:59:21:
Wieder mal eine tolle Forsetzung :)
Freue mich schon auf die nächste und hoffe sie kommt bald :)
Lieben Gruß, Nella.
!!! schrieb am 2010-05-03 14:18:09:
Ganz schnell weiter!!!
LG
schrieb am 2010-05-03 13:23:55:
super geschichte...
freu mich schon auf den nächsten teil...

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