Herbstnachtsträume, Kapitel 1: "Aufbruchsstimmung
von
Yellow Orchid
1
2
3
4
5
Vorabinfo:
"Herbstnachtstraum" ist das erste Buch der Jugendbuchreihe "Life Is Peachy With(-Out) You" (zu deutsch: Das Leben ist wunderbar ohne dich). Inspiriert ist der Titel von Missy Higgins' Lied "Peachy". Bisher existieren 1,5 Bände, die Storyline habe ich in Gedanken jedoch bereits fortgeführt bis und mit Band 4.
In dieser Reihe geht es um fünf Mädchen (Hailey, Juliane, Lauren, Nicki und Kaitlin), die unterschiedlicher nicht sein könnten, jedoch durch ein Schulprojekt gezwungen sind, miteinander zu kooperieren (bzw. sich nicht gegenseitig die Köpfe einzureissen). Allem voran geht es um Freundschaft, erste Liebe und - natürlich - "Drama Baby" (wie Bruce Darnell es formulieren würde).
Ich hoffe, euch gefällt die Geschichte. Ich freue mich über jegliches Feedback.
So, genug meinerseits, für nun überlasse ich meinen Buchcharakteren die Bühne :-)
Prolog
Ein Semester an dem Edward Steppfield Internat konnte unglaubliche Gradwandlungen mit sich bringen. Hailey Summer hatte dies am eigenen Leib erfahren müssen, resümierte sie nun, als sie auch den letzten Pullover in ihrer Reisetasche verstaut hatte.
Würden ihre Grosseltern die vollbrachten Veränderungen von äusserem Auge erkennen können? Bald würde dies Hailey erfahren. Sie hoffte nicht. Sie brauchte selbst Zeit, um zu verdauen, was geschehen oder auch nicht geschehen war. Lauren, Kaitlin, Nicki, Joonas, Adam, Juliane und Dominic – sie alle waren in diese Veränderungen involviert. Und natürlich Chris. Chris, der sie aufgefangen hatte. Chris, der sie fallen gelassen hatte. Chris.
Hailey schluckte ernüchtert, während sie nach der Tasche griff. Nur einen letzten kurzen Blick warf sie zurück in das Zimmer, das ihr beinahe ein halbes Jahr lang Obhut geboten hatte, dann trat sie auf den Gang. Nach dem Chaos der letzten Tage war nun Ruhe eingekehrt, die Hailey bis tief in die Glieder frösteln liess.
Es war also wirklich soweit – Hailey trat ihre Rückreise an. Nun war tatsächlich bereits Weihnachten gekommen. Sie vermochte es selbst kaum zu glauben. Doch passierte sie ein weiteres Mal die im Internat verbrachte Zeit in Gedanken, erschien dies zumindest etwas plausibler. Erneut stand Hailey ein Aufbruch bevor. Aber bevor sie nach draussen in die Kälte trat, liess sie es ein letztes Mal zu, Revue passieren zu lassen, was das letzte Semester ihr alles geboten hatte…
4 Monate zuvor
- Aufbruchsstimmung –
Es war wirklich kein Geheimnis, dass der Sommer endgültig vorüber war. Der Duft von Sonnenlotions wurde nun zunehmend von dem welkenden Laubes überdeckt. Übersäht von blutroten und honiggelben Flecken tanzten die Blätter sanft im Takt des Windes. Irgendwo in den Wipfeln der Tannen krähte ein Rabe seine Melodie, die von Melancholie erfüllt war. Leise sang er von der Vergänglichkeit, die sich wie unsichtbarer Dunst über das Land geschlichen hatte und unaufhaltbar auf die angekündigten Veränderungen hindeutete.
Der Tag neigte sich seinem Ende zu, die Dämmerung machte sich daran einzusetzen. Einer Feuerkugel gleich präsentierte sich die Sonne in ihrem abendlichen Antlitz, langsam hinter den zerklüfteten Hügeln schwindend. In Kürze würden die leuchtenden Kupfertöne durch das Grün der Wiesen erstickt worden sein.
Hailey Summer betrachtete unruhig das Schauspiel, das die Natur ihr bot. Bald schon, so wusste sie, würde sie den Himmel von einem anderen Flecken Erde aus beobachten müssen. Sie hatte gedacht, ebenfalls von der Melancholie gefangen genommen zu werden, nun, da sie dem Spektakel ein letztes Mal ihre Aufmerksamkeit widmete. Doch sie nahm nur eine merkwürdige Leere wahr, die sich von der Magengegend bis über ihr Herz ausgebreitet hatte.
„Jetzt ist es also soweit.“ Ihre Stimme klang heiser. Sie war alleine – das erste Mal in ihrem bisherigen Leben. Es schien ihr beinahe absurd, als sie daran dachte, wie schnell der Sommer dem Herbst gewichen war. Es musste Anfang Juni gewesen sein, als sie hier, in diesem kleinen Dörfchen, mitsamt ihrer ganzen Garderobe und persönlichen Wertgegenständen ihren ersten Atemzug in fremder Umgebung genommen hatte. Sara, ihre kleine Schwester, hatte an diesem Tag schrecklich geweint und ihre Arme mit geballter Kraft um ihre Mutter geschlungen. Dennoch hatten ihre Eltern noch am selben Abend das Dorf und somit auch ihre Kinder verlassen. Wie lange war es her, da ihre Eltern ihr mitgeteilt hatten, dass sie nach Kenia gehen würden? Als Archäologen, so war Hailey stets bewusst gewesen, zeigten sich oft Schwierigkeiten, Beruf und Privatleben miteinander zu verbinden. Niemand konnte ahnen, wo die nächsten Ausgrabungen ihren Einsatz forderten. So gesehen hatte es bereits schon als Wunder gegolten, dass ihre Eltern 16 Jahre das Land nicht hatten verlassen müssen. In diesem Sommer aber war dieser Zeitpunkt gekommen und somit auch der Augenblick des Abschiedes. Hailey wusste nicht, wie lange sie auf ein Wiedersehen würde warten müssen. Sie hatte den Sommer über bei ihren Grosseltern verbracht, hier, in diesem kleinen, bescheidenen Dorf. Jeder kannte an diesem Ort jeden und jeder kannte die Geheimnisse des anderen – so hatte es Hailey in den vergangenen Wochen erleben müssen. Doch mit dem Herbst war erneut die Zeit für einen Abschied gekommen – ihr eigener, wie ihr Unterbewusstsein ihr unentwegt zuraunte. Was sollte sie von einem Eliteinternat halten, wo doch ihre Eltern in ihren alten Kleidern irgendwo im Dreck wühlten? Es schien einer verkehrten Welt gleich, aber war es der ausdrückliche Wunsch ihres Vaters gewesen, ihr eine gute Zukunft zu ermöglichen. Eine saubere Zukunft, wie sich Hailey mit dem Anflug eines Lächelns an die Worte ihres Vaters erinnerte.
Ein Klicken ertönte. Die Strassenlaterne, die - ihrem Namen trotzend – am Wegrand eines schmalen Pfades angebracht worden war, verströmte nun flackernd ihr Licht. Der Abend war eindeutig angebrochen.
Schnell warf Hailey einen Blick auf die Uhr, um sich zu versichern, dass sie nicht zu spät war. Es blieben ihr noch einige Minuten, wie sie erleichtert feststellen konnte. Vielleicht wäre eine Autofahrt zur örtlichen Bushaltestelle bequemer gewesen, doch Hailey hatte es nach grosser Anstrengung geschafft, ihre Grosseltern von der Idee abzubringen, ihre Enkeltochter mit ihrem alten Auto aus dem vorangegangenen Jahrhundert vor das Schild mit der Aufschrift ‚Bushaltestelle’ zu verfrachten. Sie hasste Abschiede und dementsprechend hatten ihr die letzten Stunden stark auf die Nieren geschlagen. So hatte sich Hailey zwar in die Lage gebracht, ihr gesamtes Gepäck über einen Fussmarsch von zehn Minuten selbst tragen zu müssen, gleichzeitig hatte sie aber auch die tränenreichen Umarmungen vorverschieben können.
„Pass auf dich auf und sag dem Busfahrer, er soll vorsichtig fahren.“ Ihre Grossmutter hatte mit tränennassen Wangen ein Taschentuch gezückt und sich die Augen getupft.
„Chauffeur und nicht Busfahrer, meine Liebe.“ Ihr Grossvater hatte hingegen stirnrunzelnd die Arme verschränkt. „Dass dein Vater
1
2
3
4
5
Kommentare
fanpire 1612 schrieb am 2010-03-16 21:42:12:
hier ist ija meine namensstehlerin xD
hey laura ^^ ich hab mal dein kapitel gelesen und OO W.O.W. du hast ein total schönes deutsch! da kann cih überhaupt nicht mehr mithalten >.< :P
jedenfalls wollte ich diir diesen comment mal stehen lassen und dir noch sagen dass weiterhin kapitel von meiner story veröffentlicht wurden, wenn du wieder lust hast mit mir über mein deutsch zu diskutieren :P ich finde, du gibst immer so tolle feedbacks und auch sehr hilfreiche, darum wollte ich dich das wissen lassen.
würd miich freuen =)
md und lg
laura ^^
Yellow Orchid schrieb am 2010-02-03 18:52:19:
Huhu Leeza
Danke dir vielmals für dein nettes Feedback:-) Mein erstes Feedback überhaupt *freu* :-)
Du hast mir damit etwas die Befürchtungen genommen, dass der erste Teil überhaupt nicht gut ist - ich hatte die ersten 20 Seiten mit 15 geschrieben und mich dann erst drei Jahre später erneut an die Geschichte gesetzt. Deshalb hat mich der erste Teil immer besonders gestört, egal, wie lange ich daran herumgetüftelt habe :-)
ich hoffe, die restlichen Teile werden dir ebenfalls zusagen :-)
Gruss, YO
Leeza schrieb am 2010-02-03 08:39:13:
Du schreibst wirklich sehr schön. Genau richtige Mischung von Erzähltem und wörtlicher Rede.
Es macht Spaß deine Geschichte zu lesen!!!
Inhaltlich und sprachlich, und davon kann man hier leider nicht sooft reden...
Ich freue mich auf die Fortsetzung!!!
Kommentar hinzufügen