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Kategorien > Jugendliebe > Life Is Peachy With(-Out) You

Herbstnachtsträume, Kapitel 1: "Aufbruchsstimmung

von Yellow Orchid

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Chris knapp. Sein Lächeln war etwas verblasst, er schien bedachter in seiner Wortwahl, und dennoch zeigte er keine Anzeichen von Traurigkeit ob dieser Vergangenheit. Vielleicht half seine ironiegetränkte Stimme, den tieferen Sinn der Worte etwas zu verdrängen? Hailey konnte nicht umhin, erstaunt über Chris Ehrlichkeit und seine augenscheinlich mentale Stärke zu sein. Und dennoch konnte sie sich eine Frage nicht verkneifen.
„Stimmen Film und Realität überein?“
„Du willst es also tatsächlich wissen?“ Nun war es an Chris, überrascht zu wirken. Gleichzeitig wurde sein Lächeln wieder breiter, als schien er sich über ihre Naivität zu amüsieren.
Hailey nickte mutig, wie sie empfand.
„Wie bereits gesagt, die beste Schule ist noch immer die Realität“, wich er der Frage geschickt aus. Chris verstummte und senkte den Blick erstmals seit Beginn ihres Gespräches. Ein Zeichen für Hailey, dass er nicht weiter auf seine Vergangenheit eingehen wollte.
So vermied es Hailey, danach zu fragen, wie seine Eltern das Schuljahr finanzierten. Sie hatte das dumpfe Gefühl, dass es besser war, nichtsahnend zu bleiben. „Es tut mir Leid.“
„Muss es nicht. Man gewöhnt sich dran.“ Chris zuckte schwach mit den Schultern.
Und wieder dieses Schweigen. Hatte Hailey bei den letzten beiden Malen die Minuten heimlich mitgezählt, so verlor sie sich nun völlig in Gedanken - an Chris. Dass sie sich dafür hasste, hatte sie schon zur Genüge erwähnt. Gerechtfertigt hatte sie sich ebenso bereits. Übrig blieb das Gefühl, zentimeterweit über dem Boden zu schweben – trotz aller ernüchternden Worte. Sie fuhr sich über die Wangen und spürte, dass sie erneut glühten. Energisch drückte sie an den Knöpfen über ihr herum, die zur Regulation der Klimaanlage dienten. Als Nächstes hörte Hailey ein verdächtiges Summen, doch sah sie sich nicht imstande, schnell genug zu reagieren: Ein bedrohlich pfeifender Luftzug schlug ihr entgegen und blies ihr die blonden Locken in einem heftigen Zug aus dem Gesicht. Irritiert und beschämt zugleich schlug Hailey sich die Hand vor den Mund und versuchte mit zittrigen Fingern, den Abschaltknopf zu finden. Warum musste diese verdammte Anlage nur so viele Knöpfe haben? Und warum fand sie nirgends eine Gebrauchsanweisung? Verärgert drückte sie einen blauen, kleinen Knopf. Hailey hatte das dumme Gefühl, die Wirkung des Windes eben noch verstärkt zu haben, als ihr ein weiterer Schwall entgegenschlug. Im nächsten Moment bereits nahm sie eine schnelle Bewegung von rechts wahr und sah, dass Chris ihr allem Anschein nach helfen wollte. Für einen Augenblick – Haileys Ansicht nach viel zu kurz - berührten seine Finger die ihren, strichen sanft über ihre Haut. Wie elektrisiert zog Hailey ihre Hand zurück. Von der Berührung paralysiert, beobachtete sie Chris dabei, wie er den roten Knopf drückte. Die Anlage schaltete unverzüglich ab.
Verlegen bemerkte sie Chris amüsiertes Grinsen. „Das nächste Mal lässt du besser einen Fachmann ran.“
„Kleine, hör sofort auf, mit den Knöpfen zu spielen“, schallte im nächsten Augenblick auch schon die wütende Stimme des Chauffeurs zu ihnen nach hinten.
Hailey senkte peinlich berührt den Blick, ihre Wangen glühten noch mehr als zuvor, was sie nicht nur den Worten des Chauffeurs zu verdanken hatte.
„Mach dir nichts draus“, sagte Chris lächelnd. „Eigentlich müssten wir bald da sein.“
Überrascht von der Selbstverständlichkeit, mit der er dies erklärte, betrachtete sie ihren Gegenüber irritiert. „Woher willst du das denn wissen?“ Hailey wagte es nicht hinzuzufügen, dass sie nicht einmal wusste, wo genau sich das Internat überhaupt befand.
„Vorahnung“, antwortete Chris grinsend und deutete aus dem Fenster, zu einem nur wenige Meter entfernten Gebäude, das im Halbdunkel tiefe Schatten warf. „Das ist der Schlaftrakt der höheren Semester“, erklärte er. „Wir müssen jetzt noch durch das Wäldchen fahren und die restliche Kurve nehmen, dann sollten wir in fünf Minuten beim Tor und den Parkplätzen ankommen.“
„Da hat aber jemand ein wirklich gutes und detailliertes Vermögen, Prognosen zu erstellen.“ Hailey hob überrascht und skeptisch zugleich die Augenbrauen. „Aber jetzt mal ehrlich.“ Ihre Stimme war nun ein neckisches Flüstern. „Wer hat dir das zugeraunt?“
„Dazu brauche ich niemanden. Prognosen alleine reichen schon aus.“ Chris antwortete ihr mit einem verschmitzten Grinsen und deutete erneut nach draussen.
Und tatsächlich: Kurz darauf hörte Hailey, wie der Bus ratternd zum Stillstand kam und die Stimme des Chauffeurs murrend erklärte: „ Wir sind da! Nehmt bitte alle eure Sachen mit und ich warne euch, sehe ich nachher auch nur ein einen kleinen Flecken, beginnt ihr das neue Schuljahr kopflos.“
„Das sollte er so nicht zu den Kindern sagen.“, meinte Hailey besorgt, nun abgelenkt von den strengen Worten des Chauffeurs. Dadurch vergass sie tatsächlich, bei Chris über sein ausgeprägtes Wissen zum Standort des Internates nachzuhacken.
„Keine Sorge, wenn er erst einmal beim Empfang sein Glas Wein getrunken hat, wird er nicht mehr imstande sein, mehr zu tun als zu wanken.“
„Wenn du meinst.“ Hailey zuckte immer noch leicht skeptisch die Schultern. Zugleich war sie froh, dass sie später beim Empfang zumindest jemanden kennen würde. Jemand, der ausserdem auch noch die schönsten Augen weit und breit besass. Beim Gedanken daran schüttelte Hailey erneut ihren Kopf. Wie konnte sie nur so empfinden?

Schliesslich folgte Hailey Chris aus dem Bus in die kalte Abendluft hinaus. Sterne hafteten mittlerweile wie kleine Diamanten am Himmel. Ein roter Strich zog sich wie ein Faden durch den Horizont und bildete den letzten Überrest des Farbspektakels, das sich ihr vor nur kurzer Zeit noch geboten hatte. Zugleich spürte Hailey, dass sie in der kühlen Abendluft fröstelte. Chris Angebot, sich seine Jacke überzuziehen, lehnte sie lächelnd ab. „Nur weil ich friere, heisst das noch lange nicht, dass du nicht auch frierst.“
„Dreh dich um“, befahl Chris ihr nun und meinte zuversichtlich: „Es wird dir die Sprache verschlagen.“
Zögerlich tat Hailey dem Befehl Folge – sie wandte sich um und tatsächlich liess sie das Bild, das sich ihr bot, im ersten Moment sprachlos zurück. Sogar ihre Lungen versagten ihr für diesen ersten Augenblick ihren Dienst.
Ein riesiges Tor offenbarte ihr den Einblick in das dahinter liegende Internatsgelände. Hailey konnte sehen, wie ein dicker langer Kiesweg sich seinen Weg durch das gut geschnittene Wiesengelände bahnte. Er führte zu einem Kreis, in dessen Mitte ein Brunnen mit einer Engelsfigur thronte und von dem aus sich noch weitere drei Wege abtrennten. Weiter hinten erkannte Hailey die Umrisse eines grossen Schlossgebäudes mit einem Türmchen und der Fassade eines Baustils aus dem letzten Jahrhundert.
„Das Schulgebäude“, meinte Chris, der ihrem Blick weniger überwältigt gefolgt war. „Das Gebäude, in dem du dich die nächsten Jahre durch den Alltag quälen und in welchem du unzählige schleichende Stunden verbringen wirst“, fügte er schelmisch grinsend

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Kommentare

fanpire 1612 schrieb am 2010-03-16 21:42:12:
hier ist ija meine namensstehlerin xD
hey laura ^^ ich hab mal dein kapitel gelesen und OO W.O.W. du hast ein total schönes deutsch! da kann cih überhaupt nicht mehr mithalten >.< :P
jedenfalls wollte ich diir diesen comment mal stehen lassen und dir noch sagen dass weiterhin kapitel von meiner story veröffentlicht wurden, wenn du wieder lust hast mit mir über mein deutsch zu diskutieren :P ich finde, du gibst immer so tolle feedbacks und auch sehr hilfreiche, darum wollte ich dich das wissen lassen.

würd miich freuen =)

md und lg

laura ^^
Yellow Orchid schrieb am 2010-02-03 18:52:19:
Huhu Leeza

Danke dir vielmals für dein nettes Feedback:-) Mein erstes Feedback überhaupt *freu* :-)
Du hast mir damit etwas die Befürchtungen genommen, dass der erste Teil überhaupt nicht gut ist - ich hatte die ersten 20 Seiten mit 15 geschrieben und mich dann erst drei Jahre später erneut an die Geschichte gesetzt. Deshalb hat mich der erste Teil immer besonders gestört, egal, wie lange ich daran herumgetüftelt habe :-)
ich hoffe, die restlichen Teile werden dir ebenfalls zusagen :-)
Gruss, YO
Leeza schrieb am 2010-02-03 08:39:13:
Du schreibst wirklich sehr schön. Genau richtige Mischung von Erzähltem und wörtlicher Rede.
Es macht Spaß deine Geschichte zu lesen!!!
Inhaltlich und sprachlich, und davon kann man hier leider nicht sooft reden...
Ich freue mich auf die Fortsetzung!!!

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