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Kategorien > Love Story´s > Liebe

Herbstträume

von Dr.Soltberg

1

Es ist Abend…
Auf der Welt scheint ein bläulicher Schimmer zu lasten. Der Himmel vermischt sich in klaren, hellen Blautönen und einem bezaubernd entflammtem Rosa. Die vereinzelten, ja fast kunstvollen, Wolkenlinien perfektionieren dieses Werk. Die schwarzen Baumwipfel des Waldes hinter dem Haus werden von diesem bizarren Rosa durchschienen. Das leicht verträumte Blau haftet auf dem Gras und den Blättern der Bäume. Es kontrastiert das monumentale Schauspiel des Himmels. Das Sonnenlicht scheint im Sekundentakt zu verebben. Irgendwo in dieser Welt schalten sich Laternen mit schmerzlich künstlichem Licht an. Doch sie sind nicht hier. Es muss ein Traum sein. Die opulenten orchestralen Klänge der Melodie der Schöpfung hallen in seinem Kopf, während er auf dieser Wiese des Himmels steht. Während er in ihren Augen versinkt.
Das Licht mag schwinden, doch nicht die Romantik dieser ewigen Sekunde.
Sie stehen hier. Zwei Regentropfen im Sturm, zwei Einheiten in der Matrix der Schöpfung, personifizierte Menschlichkeit. Niemals hätte etwas dies verändern können. Die Melodie des Lebens schien ihren dramaturgischen Höhepunkt zu erreichen. Das Rascheln der unendlichen Baumkronen sind ihre Violinen.
Er ergreift ihre Hand. Beide blicken sie fasziniert über den Rand unserer Welt. In der Höhe des Himmels verharren die gefroren Flammen. Ein Firmament des Wahnsinns und einer unbeschreiblich abstrakten Schönheit. Er berührt ihre Oberarme und sieht in ihre Augen. Ihre Augen wandeln sich zu schimmernden Spiegeln. Verwundert blicken die perfekten Kopien auf das jeweilige Original.
Er sieht sie an und erkennt. Weiß, dass die Erscheinung der Welt noch so bezaubernd sein konnte. Weiß, dass die Symphonie des Lebens noch so laut in seinem Kopf hallen konnte.
Sie ist das Wunder. Die Schöpfung.
Wieder ergreift er ihre Hand und zieht sie fort von diesen Wiesen. Ihr blondes Haar folgt ihrem Korpus, als eine hibernale Briese über das Land fegt. Während sie glücklich und lebendig über die Landschaft laufen, türmen sich die dunklen Wolkenstreifen, wutentbrannt der Unachtsamkeit welche ihnen zuteil wird, zu einer Fontäne der Finsternis auf und legen einen lüsternen Schatten über die beiden himmlischen Geschöpfe. Natürlich vermag sie dies nicht zu stoppen. Er schaut in ihre nunmehr katzengrünen Augen und flüstert zwei Silben.
>>folge…<<
Hand in Hand durchqueren sie (, nun vom Schatten assimilierte,) goldene Felder, während der raue Wind die Komposition, welche ihn umgibt, auf den aggressiven Höhepunkt jagt. Es beginnt zu regnen, auch dies stört sie nicht. Der fallende Regen hört sich fremdartig an, auch die Geräusche, welche von ihm zu allen Richtungen dringen zeigen sich in der undefinierbaren Modulation eines Traumes. Der fallende Regen erfüllt das Bild dieser Welt mit seltsamen Schraffierungen. Vor ihnen erhebt sich eine dunkle Silhouette. Ihre winzigen Konturen nähern sich der alten Scheune. (Alt? Waren Zeit und Raum in diesem Traum von Romantik und Liebe nicht gleich?) Die Fensterläden sind verschlossen und in dem weiten Raum herrscht angenehme Wärme. Sie schüttelt ihr nasses Haar mit einer liebenswürdigen Extravaganz (Extraordinärität ?). Wassertropfen benetzen sein Gesicht.








Es ist Nacht…
In einer Ecke der Scheune liegt ein goldener Berg warmen Strohs, über dem eine Lampe baumelt. Nicht mehr als die klägliche Reinkarnation einer ausgeschalteten Glühbirne. Doch in dieser Welt und an diesem Ort eröffnete die Lichtquelle ein fulminantes Finale dieses Traumes. Sie hatten sich im Stroh niedergelassen und ihre langen Schatten füllen die Scheune vollends aus. Sie sind nass und genießen selbst an diesem Ort die wundervolle Wärme des Lichtes in vollen Zügen. Diese Lampe leuchtet nicht besonders Hell. Natürlich kümmert es sie nicht. Er betrachtet sie und sein Gesicht ist gefangen in einem Kampf zwischen zweier Extremen. Sein Ausdruck balanciert am Rand unbeschreiblicher Trauer, angesichts dieser ungebrochenen Schönheit und in den Fluten einer hemmungslosen Faszination und Gebanntheit, angesichts dieses Menschen. Jede Facette ihres Körpers spiegelt vollkommene Perfektion wider. Sie lächelt. Auch seine Mundwinkel fügen sich ihrem Willen und er kann nicht umher ihre wohlgeformte Talje zu berühren. Das nasse Haar lastet schwer auf ihren Schultern. Er streicht es fort. Er sieht dabei unablässig in ihre funkelnden Augen. Hinter den schützenden Wänden der Scheune beugen sich ganze Bäume klangvoll dem Willen des Windes. Weiterhin begleitet vom Nonsensmonolog des Regens. Das Wasser musste war unablässig gefallen sein, seit sie sich auf das warme und weiche Heu niedergelassen hatten.
Die Wassermassen musste bereits kleine Seen kreiert haben. Aber hier war das Heu trocken. Ein spalt silbernen Lichts fällt durch die Fensterländen. Draußen muss der Mond sich einen Weg durch die beharrlichen Wolkenmassen geschaffen haben. Weiterhin dominiert die kleine Lampe. Sie folgte seinem Blick als er das silberne Mondlicht betrachtete. Gefühle fluten sein Denken, angesichts all dieser Impressionen.
Sie spürt seine Unsicherheit und berührt seine Wange. Sie sehen sich wieder an.
Dieses Mal küsst er sie. Er berührt sie nun richtig und bestaunt ihre Perfektion mit allen Sinnen. Er liebt ihren Körper, ihren Geist, ihre Existenz. Er nimmt ihre Glieder in seine Sinne auf, möchte Talje und Hiatus fühlen.
Er durchbricht die Wand, welche ihm von Geburt an aufgezwungen wurde.
Der sprachlose Dialog der beiden Träumer endet in einer Klimax der Romantik und selbst der Mond wagt es nicht seinen silbernen Segen ihren Körpern zu entziehen.

Epilog (In Imperfekt)
Sie waren so jung.
Doch jeden Träumer (so lang der Traum auch sein mag) ereilt irgendwann das Moment des Erwachens. Ein letzter Abschied und es war Zeit für ihn zu erwachen.




Anmerkungen des Verfassers
Ich nutzte die Herbstzeit bewusst und gleichzeitig unbewusst zum Schreiben von Werken, welche in ihrem Kernspektrum die Romantik thematisieren. Die Romantik einer Welt welche niemals real sein. Das ist uns natürlich allen klar. Trotzdem ist es genau diese Realität, in die ich vorzugsweise meine Geschichten bette. Allein nur um das ansonsten unausweichliche Fazit zu verhindern.
Ich benutze nun bewusst die dritte Person. Auch bewusst lasse ich einen Nachklang von Elegie (Schwermut) in dieses Werk einfließen.
Vielleicht ist es genau diese Geschichte, welche einen Hauch der früheren Emotion meiner Geschichten zurückgewinnt.



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Kommentare

Dr.Soltberg schrieb am 2007-10-19 20:11:51:
@Anariel: Distance aus gutem Grund.
Talje ist die einzige Möglichkeit meines Wissens nach.
Anariel schrieb am 2007-10-17 04:02:47:
Hallo Soltberg

eine sehr schöne, leicht wehmütige Geschichte.
Hmm.....ich persönlich würde die Verwendung von diversen Fremdwörtern und Fachbegriffen eindämmen, das gibt dem ganzen text eine eher unpersönliche, kalte Note, die nicht zu dem romantischen Thema passen will.
Ich musste grade lachen, da ich mich gerade eben ebenfalls mit dem Wort "Talje" herumgeärgert habe. Ich bin mir nicht ganz sicher ob man es nun "Taille" oder "Tailie" schreibt. Oder doch so, wie du es geschrieben hast? Hat mal wer nen Duden da????

Was mir noch aufgefallen ist: "Das Wasser musste war unablässig gefallen sein, seit sie sich auf das warme und weiche Heu niedergelassen hatten.
Die Wassermassen musste bereits kleine Seen kreiert haben. Aber hier war das Heu trocken. Ein spalt silbernen Lichts fällt durch die Fensterländen. Draußen muss der Mond sich einen Weg durch die beharrlichen Wolkenmassen geschaffen haben. "

Das Wasser musste war..? Ich glaub, hier hast du den Satz im nachhinein nochmal geändert und ein Wort vergessen. Passiert mir selbst auch des öfteren. Außerdem hast du in diesem Teil öfters das Wort muss und musste verwendet und zwei mal das wort "Massen" in einem relativ kurzem Abstand. Das empfand ich persönlich als ein klein wenig störend. Mein vorschlag hierzu wäre:

"Sicher kreierten die Wassermassen bereits kleine Seen. " und " Der Mond ist aufgegangen und hat sich seinen Weg durch die behaarlichen Wolkenberge gekämpft."

Hoffe, du nimmst mir die viele Kritik nicht übel.
Wie gesagt, der Text an und für sich hat mir gut gefallen.

Mit liebem Gruße
Anariel
brummberr schrieb am 2007-10-16 22:02:21:
Guten Abend Herr Dr.Soltberg
ich hab schon viel von ihnen von einer Bekannten gehört, die mich auch hier her geführt hat. Hab aber erst heute zum ersten mal etwas von ihnen gelesen und habe gemerkt das ich noch viel an mir arbeiten muss, deshalb trau ich mir keine "Bewertung" über ihr Werk zu schreiben. Nur dass ich das kenne mit der Herbstzeit und kann sie gut verstehen kann.

mfg hans jörg

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