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Kategorien > Fantasy > Liebe und Abenteuer

Herr der Drachen

von Fay

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Prolog

Regungslos stand König Galien auf dem steinernen Balkon seiner prächtigen Festung und blickte über die Dächer und Zinnen hinweg hinunter auf die Stadt. Sie lag ruhig und friedlich vor ihm und erstrahlte im Licht der untergehenden Sonne. Von Zeit zu Zeit wurden die Geräusche der Menschen und der Klang ihrer Stimmen vom Wind zu ihm getragen und erweckten den trügerischen Anschein, dass alles so war wie es sein sollte. Stumm schloss Galien die Augen und beschwor ein anderes Bild in seinem Inneren herauf. Ein Bild von Tod und Zerstörung. Er hörte die verzweifelten Schreie von Kindern, die den Armen ihrer Eltern entrissen wurden und das Kreischen der Frauen, die mit ansehen mussten wie ihre Männer von den Horden feindlicher Krieger abgeschlachtet wurden, ohne auch nur den leisesten Hauch einer Chance zu haben.
Erst vor einer knappen Stunde war ein Bote in Erlstadt eingetroffen und hatte berichtet, dass die Heerscharen von Sartaros weiter vorgestoßen waren und bereits den gesamten Nordkapp von Aglatan unter seine Herrschaft gebracht hatten. Es war nur noch eine Frage der Zeit, bis seine Armee stark genug war um Galiens Festung zu belagern und einzunehmen.
Was ward wird nicht mehr sein und niemand vermag zu unterscheiden zwischen Wahr und Schein…
Wütend über seine eigene Ohnmacht ballte der König von Aglatan die Hand zur Faust und richtete seinen Blick auf den Horizont, der wie ein mit Blut getränktes Tuch über dem Himmelszelt lag und nicht mehr golden leuchtete wie noch wenige Augenblicke zuvor.
Überschattet von Krieg und Tod gerät die Welt aus den Fugen, beherrscht von Leid und Not …
Es war zwecklos. Ganz gleich wie viele seiner Streitmächte der König im Kampf gegen den dunklen Herrscher auch ins Feld schickte, er war dem Feind immer unterlegen. Zu viele seiner Männer waren schon gefallen, ohne auch nur das Geringste zu bewirken. Sartaros war ein zu mächtiger Gegner. Geschickt wie der Taktiker, der er war, hatte er sich mit den Bewohnern der Marekanischen Inseln verbündet, die mit ihren mächtigen Kriegsflotten die Häfen entlang der Küsten plünderten und in Brand steckten, um den Weg für Sartaros Soldaten zu ebnen. Galien wusste nicht, was er ihnen versprochen haben musste, um sie auf seine Seite zu ziehen. Die Inselbewohner waren schon immer ein seltsames Volk mit rauen Sitten gewesen. Zu stolz um sich mit den übrigen Bewohnern dieser Welt abzugeben und zu streitlustig, als dass jemand je versucht hätte mit ihnen auskommen zu wollen. Tatsächlich erzählte man sich schaurige Geschichten über die Krieger, die ihren Feinden im Kampf gnadenlos den Kopf abschlugen, deren Blut tranken und das Fleisch über ihren großen Siegesfeuern brieten.
Seufzend schüttelte Galien den Kopf. Die Frage wie Sartaros es fertig gebracht hatte spielte keine Rolle mehr. Die Tatsache allein genügte schon, um das Schicksal von Aglatan und dem benachbarten Férland zu besiegeln. Wenn kein Wunder geschah waren beide Kontinente dem Untergang geweiht.
Einer nur ist ausersehen das Schicksal abzuwenden, doch wird unbestimmte Zeit vergehen …
Ein freudloses Lächeln spielte um Galiens Lippen, als ihm die Zeilen der alten Prophezeiung in den Sinn kamen. Wo war er dieser Auserwählte? Wann kam er um die Welt und deren Menschen darin zu erretten?
Wann er sich zu erkennen gibt, ist allein ihm vorbestimmt …
Galien wandte dem Anblick von Erlstadt den Rücken zu und lehnte sich gegen die Palisade des Vorsprungs. Er musste handeln und das schnell. Es war keine Zeit um auf jemanden zu warten, der das Schicksal, das sie alle erwartete, abwenden sollte. Wenn es überhaupt einen Auserwählten gab. Doch was konnte der König schon tun, außer dem, was er bisher versucht hatte? Noch standen ihm genügend Männer zu Verfügung, doch auch sie würden einer nach dem anderen von Sartaros Soldaten niedergemetzelt werden. Nein, so würde er nichts bewirken. Er sah nur noch eine einzige Möglichkeit. Bis jetzt hatte er noch nicht gewagt diese in Betracht zu ziehen. Allein der Gedanke daran bereitete ihm Übelkeit und versetzte seinem Herzen jedes Mal aufs Neue einen schmerzenden Stich. Ganz am Anfang bei Beginn der Kriegshandlungen hatte der König versucht mit Sartaros zu verhandeln. Dieser hatte eine Bedingung gestellt. Er würde seinen Truppen den Rückzug befehlen und sich nur das nehmen, was ihm zustünde, wenn er im Austausch dafür Galiens Tochter Alána zur Frau bekäme.
Wütend hatte der König damals den Brief, den der Bote gebracht hatte, zerrissen und die Fetzen in das Feuer seines Kamins geworfen. Jetzt allerdings war er an einem Punkt angelangt, an dem er sich ertappte, wie er tatsächlich mit der Überlegung spielte. Er war Vater, doch in allererster Linie war er König. Als solcher war er verantwortlich für jedes Geschöpf, das in seinem Reich lebte. Die Pflicht, die er hatte, stand über seinen eigenen Wünschen. Doch konnte er es verantworten? Er liebte seine wunderhübsche kluge Tochter so sehr und sie unglücklich zu sehen würde ihm das Herz brechen. So wie es jedoch aussah hatte er keine andere Wahl.
Unruhig begann Galien auf dem Balkon seines Palastes auf und ab zu gehen. Alána war längst im heiratsfähigen Alter und hätte eigentlich schon vor Jahren vermählt werden sollen. Aber würde sie es ihm je verzeihen, wenn er sie einem Mann, den sie nicht liebte, zur Frau gab?
„Es ist das einzig Richtige, mein König.“, unbemerkt war Galiens Berater Aran an ihn herangetreten und einmal mehr fragte sich der Herrscher von Aglatan, wie es dem alten Mann immer wieder aufs Neue gelang zu erraten, was gerade in seinem Kopf vorging. Abschätzend betrachtete er Aran von der Seite und blickte geradewegs in die alten weisen Augen, die schon so viel von der Welt gesehen hatten.
„Was ist schon das Richtige?“, fragte er ihn, „Wenn ich nicht handle wird mein Volk früher oder später den Waffen des Feindes zum Opfer fallen. Handle ich, dann werde ich keine Nacht mehr schlafen können mit dem Gewissen, dass meine Tochter fortan tausende von Meilen entfernt bei einem Tyrannen lebt.“
Zu seiner Verblüffung ließ der Alte ein leichtes Lächeln erkennen, ganz so als gäbe es keinen Grund sich über irgendetwas Gedanken zu machen.
„Die Dinge kommen des Öfteren anders, als man denken mag. Werft nur mal einen Blick zurück in die Geschichte unserer Vorfahren, Eure Majestät.“ Ungeduldig kehrte Galien seinem Berater den Rücken zu: „Wenn Ihr nur gekommen seid, um mir meine ohnehin schon kostbare Zeit mit vagen Vermutungen zu stehlen, dann könnt Ihr ebenso gut wieder gehen.“
Natürlich wusste er um die Geschichten und Erzählungen längst vergangener Zeiten, doch was hatte das jetzt für einen Nutzen für ihn?
„Wie lautet ein Sprichwort so schön? Vergangenheit ist dazu da, dass man zurückblickt und sich von ihr belehren lässt.“, Aran trat an das Geländer heran und legte seine faltigen, dürren Hände auf die Balustrade, „Auch wenn es hart ist, mein König, müsst Ihr tun, was Eure Pflicht ist. Alána ist stark und weiß um ihre Pflicht als Thronfolgerin von

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Kommentare

Emmanuel schrieb am 2007-08-29 20:43:32:
Wow gute arbeit Fey!!!
Weiter so!!!

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