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Kategorien > Fantasy > Liebe und Abenteuer

Herr der Drachen Kapitel 1 - Aufbruch

von Fay

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Kapitel 1 – Aufbruch

Alána war bereit. Zumindest war es das, was sie sich seit Anbruch des gestrigen Tages stur versucht hatte einzureden. Ruhig und steif stand sie am Ansatz der großen marmornen Treppe, die hinunter auf den Hof der stolzen Feste von Erlstadt führte. Ihr Gesicht war ausdruckslos und scheinbar gleichgültig hatte sie ihren wachen Blick auf den Reitertrupp gerichtet, der den Weg zum Tor des Schlosses hinauf ritt. Niemand der Anwesenden, die sich an diesem Tage hier versammelt hatten, sollte denken, dass die junge Daphé, die spätere Thronerbin, sich vor dem was sie erwarten sollte, fürchtete. Alána war sich ihrer immensen Verantwortung nur zu gut bewusst und genau das war es, was sie ihrem Vater und dessen Hofstaat beweisen wollte. Die junge Frau musste stark sein. Stark für ihr Volk und auch für sich selbst. Und so verharrte sie regungslos an Ort und Stelle, bis die Männer, die sie zu Sartaros nach Danaka eskortieren sollten, ihre Pferde auf dem großen Platz zum Stehen brachten.
„Seid Willkommen!“, Alánas Vater stieg die Stufen der Treppe hinab und senkte kaum merklich sein Haupt mit der goldenen, Edelstein verzierten Krone, die im Sonnenlicht kurz aufblitzte.
Der Mann, der an der Spitze der Kolonne geritten und offenbar der Anführer war, stieg elegant aus dem Sattel seines edlen Hengstes und sank vor dem König auf ein Knie herab.
„Ich erbiete Euch meinen Gruß, König Galien, Herrscher von Aglatan.“, die Stimme des Hauptmannes war tief und volltönend, sodass man jedes Wort verstand, obgleich er nicht beabsichtigt lauter sprach.
„Steht auf. Nur zu.“, forderte Galien ihn auf und wartete, bis er sich erhoben hatte, „Nennt mir Euren Namen.“
„Vor Euch steht Dáric aus Capveran mein König. Ich bin der Anführer dieser Männer, die Ihr zum Schutze Eurer Tochter beordert habt.“
Alánas Vater nickte wohlwollend und betrachtete jeden einzelnen der Krieger, die geordnet in der Mitte des Hofes standen und darauf warteten aufzubrechen. Auch der Blick der Königstochter schwenkte kurz über die Truppe, ehe sie wieder auf den Hauptmann sah. Sein etwas längeres dunkelblondes Haar war vom schnellen Ritt ein wenig zerzaust und ließ ihn zusammen mit den Bartstoppeln auf eine attraktive Art verwegen aussehen. Er trug braune Hosen und Stiefel aus dunklem fein gearbeitetem Leder, auf denen ein paar Schlammspritzer von der Reise hierher nach Erlstadt zu sehen waren. Die Ärmel seines weisen Hemdes hatte Dáric bis zum Ellenbogen hin nach oben gekrempelt, sodass man seine von der Sonne gebräunte Haut sehen konnte, die davon zeugte, dass er die meiste Zeit im Freien verbrachte. Überdies bewegte er sich trotz des schweren Eisenschutzes, den er am Körper trug, geschmeidig und mühelos, ganz so als schien ihn die zusätzliche Last kein bisschen zu beeinträchtigen.
„Alána?“
Abrupt wurde sie aus ihren Gedanken gerissen und merkte erst jetzt, dass sie den Anführer die ganze Zeit über stillschweigend betrachtet hatte. Ertappt sah sie rasch zur Seite in das Gesicht ihres Vaters, der sie zu sich winkte.
„Dies ist meine Tochter.“, informierte er Dáric als die junge Frau an Galiens Seite getreten war, „Sie ist es, die Ihr und Eure Leute auf der Reise beschützen werdet.“
Dáric drehte den Kopf um sie anzusehen und tastete nach ihrer Hand. In dem Moment, in dem sich ihre Blicke begegneten, hatte Alána das Gefühl, als vermochten es die dunkelgrünen Augen ihres Gegenübers geradewegs in ihr Innerstes zu sehen. Sekundenlang schlug er sie mit diesem intensiven Blick in seinen Bann und die junge Thronerbin war unfähig sich zu rühren. Alles um sie herum verlor an Bedeutung, rückte in weite Ferne und sie verlor sich in seinen Augen, die auf eine faszinierende Art das Leben selbst in all seinen wunderbaren wie zugleich schrecklichen Aspekten widerspiegelten.
„Seid gegrüßt, Daphé Alána.“, sagte Dáric und ihr war es, als würde seine Stimme in ihrem Kopf hallen wie das Echo in einem Gebirge.
Dann senkte der den Blick um einen zarten Kuss auf ihren Handrücken zu hauchen und mit einem Mal befand sich die junge Frau wieder im Hier und Jetzt. Sie wusste nicht, was gerade passiert war, doch der Umschwung glich einem Sprung ins kalte Wasser. Perplex blinzelte sie ein paar Mal und versuchte ihre Gedanken zu ordnen. Auf eine seltsame Art hatte dieser Fremde es gerade fertig gebracht all ihre Sinne zu betäuben und Alána mit einer eigenartigen Empfindung zurückzulassen. Sie fühlte sich entblößt und verletzlich und entzog ihm mit erstaunlicher Entschlossenheit ihre Hand. Leicht verärgert funkelte sie den breitschultrigen Mann, dem sie gerade mal bis zum Kinn reichte, an. Doch entweder schien Dáric es nicht zu bemerken, oder es war ihm schlichtweg gleichgültig. Letzteres erschien Alána jedoch wahrscheinlicher, was sie nur noch mehr verärgerte.
„Wir werden gut auf sie Acht geben und Eure Tochter mit unserem Leben beschützen.“, schwor der Anführer und klang dabei so todernst, dass Alána sich sicher war, dass niemand an seinen Worten zweifelte.
Der König betrachtete die kleine Heerschar zufrieden und wendete sich dann seiner Tochter zu. Sanft legte er beide Hände auf ihre Schultern und sah sie mit väterlicher Wärme an. Dieser eine Blick genügte, dass Alánas Entschlossenheit und Aufopferungsbereitschaft für einen Moment ins Wanken gerieten. Seit Tagen hatte sie sich auf diesen Augenblick vorbereitet, um standhaft zu bleiben und ihrem Titel als Daphé gerecht zu werden und ihrem Vater alle Ehre zu machen. Jetzt allerdings wurde ihr erst bewusst, was sie alles zurücklassen musste. Ihr Heim, ihre Familie, alles, was ihr lieb und teuer war. Ohne, dass sie es verhindern konnte, füllten sich ihre Augen mit Tränen und die Welt verschwamm hinter einem Schleier der Traurigkeit. Beschämt senkte sie den Kopf, damit ihr Vater den Schmerz in ihrem Gesicht nicht sehen konnte.
„Nicht weinen, mein kleines Mädchen.“, behutsam nahm er ihr Kinn zwischen Daumen und Zeigefinger und hob ihren Kopf an, „Dein Volk braucht dich, Alána. Sei stark.“
Ihre Lippen pressten sich zu einem dünnen blutleeren Strich zusammen, während sie einmal kurz nickte. Galien gab ihr einen Kuss auf die Stirn und flüsterte noch ein paar letzte, aufmunternde Worte in ihr Ohr, ehe er sie losließ und einen Schritt von ihr zurücktrat.
„Seid Ihr bereit?“, fragte Dáric und Alána glaubte fast einen mitfühlenden Unterton in seiner Stimme mitschwingen zu hören, doch als sie den Kopf drehte und zu ihm hochsah, war seine Miene ausdruckslos und seine Augen hart.
„Wir gehen.“, bestimmte sie kurz angebunden und war erstaunt, wie entschlossen ihre Stimme in ihren eigenen Ohren klang.
Die Kutsche fuhr vor und ein Diener eilte herbei, um Alána die Tür zu öffnen. Mit mechanischen Bewegungen stieg sie ein und nahm auf den prachtvollen mit rotem Samt bestückten Sitzen Platz. Sie wagte es nicht hinauszusehen, als sich das Gefährt in Bewegung setzte und die Kutsche vom Hof fuhr. Weder hörte sie die Menschen, die sich aus allen Ecken der Stadt zusammengefunden hatten

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Kommentare

Fay schrieb am 2007-08-28 19:21:40:
Nur zur Info ... es gibt auch einen Prolog zu dieser Geschichte. Ich dachte ich erwähne das mal ;)
Lg, Fay
Jeiy schrieb am 2007-08-28 17:22:51:
Ein wirklich guter Anfang! Mir gefällt deine Geschichte schon jetzt und dein Schreibstile ist auch echt gut ! Mach weiter so, ich werd deine Geschichte bestimmt auch in Zukunft verfolgen ^^
mfg
Jeiy

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