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Kategorien > Fantasy > Liebe und Abenteuer

Herr der Drachen Kapitel 3 - Kampf

von Fay

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Kapitel 3 – Kampf

Lautlos wie ein Schatten bewegte sich Dáric durch das Unterholz des Waldes, bis er das Tier gefunden hatte, dessen Fährte er bereits seit einer Weile lang verfolgt hatte. Mit langsamen und ruhigen Bewegungen nahm er seinen Bogen von der Schulter und zog einen Pfeil aus dem Köcher, der an seinem Hosenbund befestigt war. Darauf bedacht das Reh, das etwa zwanzig Meter von ihm entfernt graste, nicht aufzuschrecken, legte er den Pfeil auf und zog die Sehne bis zum Kinn. Seine Augen verengten sich zu Schlitzen, damit er sein Ziel noch genauer anvisieren konnte und dann wartete er auf den richtigen Moment.
Die Bedingungen hätten nicht günstiger sein können. Dáric hatte den Wind im Gesicht, sodass das Wild ihn nicht riechen konnte und sich in Sicherheit wiegte. Friedlich zupfte es die Grashalme aus der Erde und zuckte nur dann und wann mit dem Ohr.
Jetzt, dachte Dáric bei sich, spannte die Sehne noch ein wenig mehr an und wollte gerade loslassen, als ein verzweifelter Schrei in seinem Kopf ertönte, der ihm durch Mark und Bein ging. Seine Finger ließen den Pfeilschaft los und das Geschoss flog mit einem sirrenden Laut durch die Luft, um das Tier nur um Haaresbreite zu verfehlen und sich stattdessen in den Stamm eines morschen Baumes zu bohren. Aufgeschreckt floh das Reh in das schützende Dickicht der Büsche, um außer Sichtweite des Jägers zu gelangen, doch dieser sah ihm nicht mal mehr nach.
Alána.
Dáric wusste nicht, wie es der Daphé gelungen war seine Barrieren zu durchbrechen, was noch niemand zuvor hatte bewerkstelligen können, doch sie hatte es geschafft. Er musste nicht erst nach ihr fühlen, um zu wissen, dass etwas nicht stimme. Sie vermittelte es ihm unwissentlich von ganz allein. Dáric spürte die Angst, die von ihr Besitz ergriffen hatte und die Panik in ihr, als wären es seine eigenen Gefühle. Es dauerte ein paar Augenblicke, ehe er tief Luft holte und sich wieder gefasst hatte, um nun endlich zu handeln. Er schulterte den Bogen und stieß einen lauten Pfiff aus, der von einem Wiehern dicht hinter ihm beantwortet wurde. Artas war seinem Ruf gefolgt und brach nun durch das Unterholz, damit Dáric sich im Lauf auf seinen Rücken schwingen und ihn antreiben konnte. Geschickt griff dieser nach den Zügeln und beugte sich tief über den Hals des Pferdes um so wenig Luftwiderstand wie möglich zu erzeugen und das Tempo zusehends zu steigern.
Er wusste nicht, was vorgefallen war, dass sich die Königstochter so sehr bedroht fühlte, aber er wusste er würde sich beeilen müssen. Deutlich konnte er spüren, dass sich Alána nicht dort befand, wo sie eigentlich hätte sein sollen. Dáric musste jedoch nur seinem Instinkt folgen. Die Verbindung zwischen ihnen beiden würde ihn zu ihr führen. Und das auf dem schnellsten Weg.
Zielsicher suchte Artas sich seinen Weg durch den Wald, wich größeren Steinen aus und setzte mühelos über umgestürzte Baumstämme, sodass sein Reiter nichts weiter tun musste, als die Richtung vorzugeben. Sie waren schnell, keine Frage und dennoch dauerte es Dáric viel zu lange, ehe sein Gefühl ihm endlich sagte, dass er bereits ganz in ihre Nähe gelangt war.
Ein paar Augenblicke später dann sah er den Schein eines Lagerfeuers, um das sich fünf Gestalten versammelt hatten, die eine sechste zierliche in ihrer Mitte gefangen hielten.
Selbst aus dieser Entfernung sah Dáric die Angst, die sich auf ihr hübsches Gesicht gemalt hatte. Ihre langen schwarzen lockigen Haare waren zerzaust und der dunkelblaue Umhang, den sie getragen hatte, war ihr von einem der Wegelagerer vom Leib gerissen worden, sodass sie nun nur noch ihr blau weises Kleid trug. Eine goldene Kette um ihren Hals glänzte als das Licht der Flamen sich darauf spiegelte, bis einer der Männer, der dadurch darauf aufmerksam geworden war, danach griff und sie grob an sich riss.
„Das ist echtes Gold!“, ehrfürchtig starrte der Kerl auf den Anhänger und drückte ihn habgierig an die Brust, als sein Kumpan danach greifen wollte, „Das ist meins! Finger weg!“
„Wen interessiert das bisschen Gold, wenn wir etwas viel wertvolleres hier haben?“, meinte der dritte, offenbar der Anführer und näherte sich Alána, die von den beiden noch übrigen Waldläufern festgehalten wurde.
Er kam ihr so nahe, dass sie seinen stinkenden Atem riechen musste, krallte die Finger in ihr Haar und zog ihren Kopf mit einem groben Ruck zu sich. In dem Moment zog Dáric mit einer einzigen fließenden Bewegung sein Schwert aus der Scheide und hielt es hoch erhoben, als er auf Artas Rücken aus dem Dickicht preschte, gerade als ein weiterer Blitz über den Himmel schnellte.
Die Fremden erstarrten für einen Moment, als sie den Reiter mit rasanter Geschwindigkeit auf sich zustürmen sahen, der die funkelnde Klinge durch die Luft wirbeln ließ und den ersten, der das goldene Medaillon an sich genommen hatte, damit niederstreckte. Dieser hatte noch nicht einmal versucht in Deckung zu gehen, denn er hatte nicht die Zeit gehabt zu reagieren. Noch bevor die anderen realisieren konnten, was da vor sich ging, hatte Dáric sein Pferd bereits gewendet und auch dem zweiten Wegelagerer das Schwert in den Leib gerammt. Sterbend brach er neben dem anderen zusammen und tränkte den Boden mit seinem Blut, das aus der Wunde in die Erde sickerte.
Schnaubend blieb Artas wenige Meter vor den restlichen drei Männern und Alána stehen, die mit großen Augen auf die leblosen Körper starrte und dann Dáric ansah. Auf ihrem blassen Gesicht spiegelten sich Entsetzen und zugleich Dankbarkeit. Die Erleichterung, die sie bei seinem Anblick empfand war für Dáric nur zu deutlich spürbar.
„Gebt sie frei!“, sprach er so laut, dass selbst der Donner ihn nicht übertönen konnte, während er die Fremden einen nach dem anderen böse anfunkelte.
Was er allerdings zur Antwort erhielt war ein verächtliches Lachen des Anführers, der sich zu ihm umgedreht hatte. Der Tod seiner Gefährten schien ihn nicht sonderlich zu kümmern, aber was wollte man auch von solchen Gesetzlosen erwarten? Sie mochten zusammen durch die Lande streichen, sich verbünden um Reisende ihres Hab und Gutes zu berauben und sie mochten vielleicht auch zusammen das Nachtlager teilen. Doch der eine bedeutete dem anderen nicht das Geringste. Hier draußen fernab jeder Stadt lebte jeder nur für sich.
„Wieso sollten wir?“, fragte der Mann jetzt und verschränkte die Arme vor der Brust, „Das ist die Tochter des Königs. Was glaubst du wohl wie viel Gold und Silber wir bekommen, wenn wir Lösegeld für sie einfordern, he?“
Dáric fluchte im Stillen. Sie wussten also wer sie war. Das gestaltete die Sache nicht gerade einfacher. Unter anderen Umständen hätten sie möglicherweise das Weite gesucht, anstelle sich auf einen Kampf mit ihm einzulassen. Nur ein Narr würde dieses Wagnis eingehen nachdem er gesehen hatte wie schnell es mit den anderen beiden zu Ende gegangen war. Dáric zweifelte zwar nicht, dass er auch mit diesen hier leichtes Spiel haben würde, doch befürchtete er, dass der Daphé etwas zustoßen könnte.

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Kommentare

Meluse schrieb am 2007-10-16 10:28:44:
Hey,
ich habe auch diesen Teil sehr gerne gelesen... eigentlich schon vor einer ganzen Weile. Ich dachte ich hätte ihn schon kommentiert, aber dem war leider nicht so.
Irgendwie war hier bei Storyparadies auch so eine Art Blockade, dass Tagelang keine neuen Geschichten erschienen sind. Deshalb war ich in der Zeit bei bei www.verlorene-werke.de Du kannst dort ja auch mal vorbeischauen :) Ich bin wieder unter dem Namen Meluse zu finden.
Liebe Grüße
Meluse
jessa schrieb am 2007-10-03 14:35:29:
hey deine geschichte ist echt toll
bitte schnell weiterschreiben
Meluse schrieb am 2007-09-28 15:33:25:
Och du bist wieder so gemein und lässt es an so einer spannenden Stelle enden!
Daric ist ja wirklich ein sehr sympathischer Typ… Ich wäre an Alanas Stelle froh so einen Beschützer zu haben.
Also, schreib fleißig weiter!!
Ich habe übrigens auch einen zweiten Teil meiner Wahre Magierin Geschichte reingestellt…
Bis dann
Meluse

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