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Kategorien > Fantasy > Himmelsdämonin

Himmelsdämonin I

von Soraya

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Ein Mädchen steht draußen im Regen. Man sieht selbst vom Fernem, das sie rote Haare hat, rot wie Blut. Sie trägt einen schwarzen bodenlangen Mantel mit Kapuze. Eine Träne rinnt ihr feines, elfenbeinfarbenes Gesicht herunter. Sie weint. Man könnte sie für ein normales Mädchen, das weint, halten – solange man nicht ihre Augen gesehen hat. Grün wie Opale, mit feinen, silbernen Sprenkeln. Sie waren tiefer als der tiefste Abgrund. Man sah eine unendliche Weisheit in ihnen.
Doch nie, nie habe ich ein Wort dieser Weisheit von ihr vernommen. Nein, ich habe sie noch nie sprechen gehört. Sie schweigt. Immer. Aber wer sie kennt weiß, dass auch sie spricht, mit ihren Augen. Und ich kenne sie sehr lange.
Luzifihel.
Ja, so heißt sie. Doch sie hasst diesen Namen. Er erinnert sie an ihre Taten, an ihr Vermächtnis, an ihre riesige Macht, die größer ist als die eines Elbs, eines Engels - oder die eines Dämonen. Denn sie vereint beides in sich, ist jedoch keines von beiden. Sie ist ein Himmelsdämon.
Mit dieser Macht hat sie unendlich viele Menschen getötet. Sie hat. Sie vermeidet es. Doch sie hasst dieses Vermächtnis, die Lebenskraft eines Menschen für sich zu erhalten, denn es tötet ihn. Sie muss jedoch damit leben, da es eine Eigenschaft ist, wie das Atmen, man muss sich sehr konzentrieren um es zu stoppen. Sie wusste es damals nicht besser, doch nun weiß sie es. Sie trauert um die Menschen, denen sie das Leben genommen hat. Immer noch. Sie kann es nicht vergessen. Nie. Es bedrückt sie viel zu sehr. Nein, ich habe sie nur ein einziges Mal lächeln gesehen. Für mich, nur für mich. Das schönste Lächeln in ganz Iiläsara hat sie nur für mich gelächelt. Es war voller Vertrauen, Freundlichkeit und, was mich an diesem Lächeln gewundert hat, voll unendlicher Trauer. Nun endlich verstehe ich diese Trauer. Nun endlich kenne ich ihr Leiden.
Doch wir müssen los, bevor sie uns finden.
„Luzifihel! Komm! Wir sind schon zu lange hier.“
Traurigkeit liegt in ihren Augen, sie hasst auch das ständige Verstecken. Doch es geht nicht anders. Sonst wird sie gefunden. Ich will das nicht.
Sie entblößt ihr Flügel, schwarz wie die Nacht. Sie versteckt sie die meiste Zeit, da sie sonst noch leichter zu erkennen wäre. Wir fliegen durch die Nacht. So ist es sicherer als unter hellen Sonne zu fliegen, denn der blaue Mondmann erlaubt es, außer den Elfen, Elben und Drachen, fast niemanden, während der Nacht zu fliegen.
Früher, vor 187 Jahren, mit 50, als Kind also, dachte ich nicht, dass es den blauen Mondmann gibt, von dem roten habe ich damals noch nicht einmal gehört. Er achtet auf die Sterne, der Blaue Mondmann achtet auf die nächtliche Ruhe.
Sie jedoch, hat ein stilles Einverständnis bekommen. Sie ist etwas Besonderes, das merkt jeder. Doch niemand wünscht sich ihr Schicksal, denn es ist so schattenüberzogen wie kein anderes. Sie hat Macht, aber dennoch lebt sie auf der Flucht, denn diese Macht ist begehrter als jede andere. Denn sie erweckt Tote zum Leben, verwandelt Schatten in Licht und stellt selbst Elfen unter ihre Kontrolle. Diese
Macht ist mächtiger als die des Königs von Ililäsäa. Sie kann ihre Kraft aus der der Menschen beziehen, sodass sie sterben. Und da Luzifihel nicht will, dass die Menschen weiterhin durch ihre Macht sterben, wird sie sich weiter verstecken, wird sie sie weiterhin hüten, bis sie stirbt, denn wer es schafft, sie gefangen zu nehmen und mit einem Bann zu belegen, beherrscht auch ihre Macht und ihr Vermächtnis.
Man sieht uns nicht in der Nacht, denn auch Himmelsdämonen haben eine unbegreifliche Tarnung in der Nacht, genauso wie Engel am Tag.
So fliegen wir weiter. 10 Stunden lang, bis die Nacht vorüber ist. Man sieht ihr an, wie viel Kraft der Flug und meine Geheimhaltung sie gekostet haben, den auch sie hat keine unendliche Macht – und sie weigert sich zu schlafen. Ich mache mir Sorgen um sie. Sie scheint völlig entkräftigt und mit den Nerven am Ende. Ob sie wieder Gebrauch von ihrer Macht machen musste? Oder Schlimmeres? Denn sie verbirgt viele ihrer Gefühle, solange sie kann, und darin ist sie besser als die geheimnisvollen Elben oder die weisen Alten, sagenumwobene Geschöpfe, von denen nicht mehr bekannt ist, als dass sie einem in der tiefsten Verzweiflung helfen. Erst wenn es nicht mehr anders geht, zeigt sie diese, denn sie scheint gelernt zu haben, dass auch Emotionen gefährlich sind. Niemand, selbst ich nicht, kann ihre Gefühle abschätzen. Wer jedoch weiß, was sie wütend macht, sorgt dafür, dass es nicht dazu kommen wird. Denn auch wenn sie ihren Zorn nicht zeigt, kann er über Jahrhunderte hinwegziehen, den Himmelsdämonen werden bis zu 750 Jahre alt, älter als Elben. Aber sie ist sanftmütig, und gerät nur außer Kontrolle, wenn jemand ein anderes Wesen aus dieser Welt oder den anderen vier Welten wie der ‚Erde’ quält. Oder aber wenn jemand auch nur den Namen Brünont erwähnt, kommt es zum Teil sogar vor, dass man ihr ihre Wut anerkennt. Ich weiß nicht, was es mit diesem Namen auf sich hat, dass sie sich nicht mehr halten kann. Aber sie muss es mit etwas sehr Schlimmem verbinden.

Wir schweben sanft zum Boden. Diesmal hat sie sich einen steinernen Pavillon ausgesucht. Sie belegt das Gemäuer mit den üblichen magischen Barrieren, um Feinde abzuhalten. Sie verlässt in wieder wortlos und lässt mich alleine. Ich weiß nicht, wo sie hinläuft, ich weiß nicht, wann sie zurückkommt, ich weiß es nie. Nur, dass sie jeden Morgen auf mich wartet. Ich lege mich auf den harten, kalten Boden des Pavillons und versuche zu schlafen, es gelingt mir schnell, da ich von den Strapazen der langen Reise so entkräftet bin, dass ich sonst morgen nicht mehr mit Luzifihels Reisetempo mithalten könnte, was ich eh kaum kann.
Der Mond scheint hell als ich aufwache. Luzifihel wartet, wie so oft auf mich, doch in ihren Augen erkenne ich die Eile, aufzubrechen. Sie nimmt noch eben die Schutzzauber von dem Pavillon.
Ich wasche mich kurz mit ein wenig Wasser aus meinem Wasserschlauch und esse ein wenig, bevor wir weiterreisen.
Sie fliegt schneller als sonst, aber ich weiß nicht was passiert ist. Ich frage sie, doch in ihren Augen erkenne ich nur eine große Angst, aber keine Antwort. Sie wird ihre Gründe haben.

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Kommentare

Jeiy schrieb am 2008-04-22 15:22:49:
Ach du brauchst dich doch nicht zu entschuldigen ^^ So eng sieht das alles hier doch wirklich niemand. Und außerdem glaub ich kaum, dass jemand wirklich denkt du würdest Ideen klauen!
Wie gesagt, deine Gesichte sieht Anariels 'Engel der Nacht' ja auch nur ähnlich, sie sind ja nicht identisch! Und im Übrigen kommen diese Ähnlichkeiten hier sowieso sehr oft vor (Anariel und ich können ein Lied davon singen ^^).
Also: Ja nicht abbringen lassen und weiter schreiben, denn aus dieser Geschichte hier könnte wirklich noch etwas sehr interessantes werden!
Mfg
Jeiy

P.S: Nochmals Danke, dass dir 'Todesengel' scheinbar so gut gefällt. Das freut mich ^^
Soraya, noch mal schrieb am 2008-04-21 17:48:31:
Sorry, Jeiy, Sorry, Sorry, das ist deins, und es ist wirklich gut, sehr gut, sorry nochmal.
Und falls irgentwer das denkt, ich klaue niemandem Ideen.

LG

PS.: Sorry noch mal Jeiy
Jeiy schrieb am 2008-04-21 17:10:30:
Todesengel? Aber nicht von Anariel, oder? Sie hat ja soweit ich weiß keine Todesengel geschichte, oder? Hm....ne, hat sie nicht ^^ (Hab ich grade nachgeguckt!)
Oh, aber du meinst doch wohl nicht meine Todesengel Geschichte, oder etwa doch?! Ich hab eine, ja, (bestehend inzwischen aus Prolog, erstem Kapitel und zweitem Kapitel) und falls es tatsächlich die sein sollte, die du meintest freut es mich natürlich, dass sie dir gefältt ^^
Deine Geschichte hat allerdings auch sehr viel Potential! Bleib auf jeden Fall an ihr dran!
Mfg
Jeiy
Anariel schrieb am 2008-04-21 11:48:54:
Hallo Soraya,

sag hab ich hier eventuell ein wenig Muse gespielt?-grinst- Egal, es liest sich ausgesprochen gut, vor allem da du ja erst 12 bist. Kann ich ja kaum glauben.
Bin mal gespannt was du da noch draus machst.
Du hast echt alle meine Geschichten gelesen? Oder meinst du jemand anderes?
Wenn das erstere zutrifft, dann sag ich mal vielen lieben Dank für das tolle Kompliment.Denn ein solches ist es.
Übrigens Todesengel 1 und 2 hat Jeiy geschrieben.-grinst-

Nun denn bin schon mal gespannt wie diese Geschichte weitergeht.
Ahja, kleiner Tipp noch am Schluss. In Geschichten werden normalerweise Zahlen ausgeschrieben. Keine Ahnung warum, aber is so.

Mit liebem Gruße
Anariel
Soraya schrieb am 2008-04-21 09:17:53:
danke, für mein ersten netten Kommentar.
Ja, ich hab alle ihre Geschichten gelesen. Sie ist gut, hast du mal Todesengel1 und 2 gelesen? die sind auch gut.

LG, Soraya
Jeiy schrieb am 2008-04-20 10:36:18:
Hallo Soraya,
Das ist deine erste Geschichte, die du hier reinstellst, richtig? Nun, dafür ist der Anfang meines Erachtens nach wirklich gut und interessant (vor Allem, da du ja grade mal 12 Jahre alt bist! Respekt!!)
Ich bin ein fan von Fantasy und tragischen, dunklen Schicksalen, daher gefällt mir auch das hier sehr gut. Ich hoffe doch, dass diese Geschichte noch weiter geht? Alles andere wäre doch Verschwendung!
Hm, aber sag mal, hast du schon mal Anariels Geschichte 'Engel der Nacht' gelesen, die hier reingestellt ist? Sie sieht deiner von der Thematik her wirklich unglaublich ähnlich. Schau sie dir mal an, das könnte dir gefallen, denke ich, auch wenn sie noch nicht abgeschlossen ist ^^
Mfg
Jeiy

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