Hinterm Spiegel
von
melina ludwig
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Ich sehe in den Spiegel.
Sehe mich selbst, nur blasser als sonst und verschwommen wie wenn man in dunkles Wasser blickt.
Ich greife durch das Bild meinerselbst.
Kälte erfüllt mich.
Ich lasse meinen Körper meiner Hand nachfolgen und betrete die Welt hinter dem Spiegel.
Mein Auge erblickt viele Geschöpfe die mir bis auf das letzte Haar gleich sehen.
Sie sind beschäftigt mit den Dingen die auch ich praktiziere, in meiner Zeit auf der Erde.
Ich gehe durch eine Märchenwelt, die nur aus einer Figur zu besteht.
Ich eile zurück, will heraus aus dieser Hölle, doch der Ausgang ist verschwunden.
Ich sinke auf den Boden und weine bis meine Kleidung nass ist, von den Tränen der Verzweiflung.
Als sich meine Tränen in Blut verwandeln und mit ihrer dunkelroten Farbe Spuren auf meiner Haut hinterlassen, weiß ich, was zu tun ist.
Ich gehe zu meinem von Kerzen beleuchteten Schreibtisch, an dem niemand sitzt, nur ein Messer liegt da....
Ich nehme es und führe es an meine Ader.
Diese Welt der Sagen verschwindet, wird schwarz, ich gerate in den Wirbel, doch dann steht alles still. Ich sehe mich selbst von oben, in meinem Zimmer am Schreibtisch sitzen, wie ich die Klinge an meinen Arm führe und die ganze Welt rot wird, vom blut einer zerrütteten Seele....
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