Hirnverletzt
von
Wildhias
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Als Gernot Salzer eines Morgens aus unruhigen Träumen erwachte, fand er sich wider in einem völlig fremden Raum. Er fühlte sich unwohl, spürte einen stechenden Schmerz im Kopf. Wo war er? Was ist gestern Nacht geschehen? Gar nichts, er ging zu Bett ganz normal in seinem Appartement.Was ist das für ein Bett? Wessen Schränke sind das? Eine Unmöglichkeit Ihm musste noch träumen! Es passiert manchmal, dass man wissend träumt und das Spiel durchschaut. Nun versuchte er sich wach zu bekommen. Es wollte nicht recht gelingen. Hatte er wirklich nichts getrunken? Vielleicht hat er im Rausch alles vergessen? Nein, er verwarf den Gedanken wieder, daran müsste er sich doch erinnern.
Verzweifelt suchte Gernot jetzt mit dem Kopf gegen die Wand zu stoßen, Schmerz, so schien es ihm, sei die einzige Möglichkeit, diesen Albtraum zu verlassen und in die wahre Wirklichkeit zurückzukehren. Aber es wollte nicht funktionieren. So kam er nicht weiter, er beschloss ganz starr liegenzubleiben und so das Erwachen zu erwarten. Nach einigen Minuten des Stillliegens und der furchtsamen Gedanken, beschlich ihm der Wunsch aufzustehen und den Raum zu inspizieren. Gegenüber hing eine Wanduhr in einem blauen Plastikmantel gehüllt, er hatte sie nie gesehen, ein scheußliches Ding, viel zu infantil, wie alles in diesem Zimmer. Es war 7 Uhr. Er müsste schon längst ins Büro, der Chef würde sauer sein. Gernot war der wichtigste Mitarbeiter in seiner Marketingagentur und sehr stolz auf seinen Job. Er sprang aus dem Bett. Ihm ging es gar nicht gut, der Kopf schmerzte, der Schwindel machte sich bemerkbar, das Herz klopfte und die Lunge rasselte und machte ihm die Atmung schwer. Noch nie hatte er sich so unwohl gefühlt in seinem Körper. Erstaunt fühlte er, kerzengerade vor dem Bett stehend, die ungewohnte Last von Haaren auf seinen Schulter. Es durchzuckte ihn wie ein Blitz. Er griff sich auf den Kopf. Nein, kein Zweifel besteht, er hatte jetzt auf einmal widerlich lange Haare, die noch dazu unheimlich fett und verfilzt waren. Noch im Bett, hatte er sie vermutlich nicht beachtet, da es genug anderes Entsetzliches gab auf das sich seine Aufmerksamkeit gerichtet hatte. Auch trug er zu seiner großen Verwunderung einen Pyjama, etwas, was er seit er Zehn war nicht mehr gemacht hatte. Flugs den Lichtschalter gefunden und betätigt grinste ihn nun ein riesiger Snoopy Schädel von seinen etwas weit anmutenden Pyjamaleibchen an.
Das und vor allem die schreckliche Haartracht, dies alles war der Beweis, es war entweder ein entsetzlicher Traum oder, und vor dem Gedanken graute ihm, etwas Übernatürliches geht vor. War sein Geist in einen anderen Körper geraten? ‚So ein Blödsinn, verficktes Hollywood’, dachte er ‚vergiftet unseren Geist’. Er schritt zum Fenster, dabei wäre er fast über die E-Gitarre gestolpert, die am Boden herumlag, und öffnete es um vielleicht durch die dringend benötigte Prise Frischluft zu klaren Gedanken zu kommen. So sah er das Gebäude in dem er sich befand von außen, es war nicht der 10. Stock des Hochhauses, indem er sich ein Apartment gemietet hatte. Nein er befand sich in einem schäbigen Einfamilienhaus. Das Zimmer in dem er erwacht ist befindet sich anscheinend im ersten Stock. Er war immer noch in seiner Stadt Urbania, vermutlich aber in einem Vorort davon. ‚Vielleicht hört alles auf wenn ich aus dem Fenster springe’, dachte er ‚Der totale Schmerz wird mich in die wahre Wirklichkeit bringen’ er erschauderte aber beim Gedanken mit gebrochenen Knochen, er befand sich ja lediglich im ersten Stock; auf der Straße darnieder zu liegen, gefangen in dieser so seltsamen Wirklichkeit. Da kreuzte eine weitere Spielfilmfantasie seine Gedanken. Vielleicht hatte er sein Erinnerungsvermögen verloren. Quatsch! Wie nur hätte er, der erfolgreiche Marketingmann zu so einem schrägen und was noch schlimmer war, infantilen Typen werden können, der in einem Kinderzimmer wie diesem wohnt und in Snoopy Pyjamas herumläuft. Niemals könnte er so tief sinken.
Egal ob Traum oder Realität oder was auch sonst. Er hatte nichts mehr zu fürchten. ‚Alles gleichgültig’, dachte er und beschloss das Zimmer, zu verlassen egal was ihn jenseits der Türe erwarten würde. ‚Die Wahrheit liegt vielleicht da draußen’, sagte er sich und raffte sich auf um das Zimmer zu verlassen. „Ahhhhh“, schrie er auf. Er sah eine ältliche Frau mit blanken Busen auf dem länglichen Gang, welcher als Vorraum zu dienen schien und auch ein Verzweigung nach links nahm. Ihre Brüste hingen wie zwei ausgeleierte Gummischläüche dem Erdmittelpunkt entgegen. „Oh mein Gott Gernot schrie sie und bedeckte ihre Blöße mit einem Handtuch, das sie in der linken Hand getragen hatte. „Wieso bist du um diese Zeit schon auf, es ist 7 Uhr“. War es denn die Möglichkeit, er kannte diese Frau es war seine eigene Mutter, das konnte er erkennen, aber sie war alt. Ihre Stimme war rauh, ihr Gesicht faltendurchfurcht die Haare blondiert. ‚Nur weg von hier’, er konnte nur an Flucht denken. Er wollte keine Konfrontation mit dem Menschen, der seiner Mutter so unwahrscheinlich ähnlich sah. „Was ist mit dir, fühlst du dich wieder unwohl, Gernot?“ schrie sie ihm nach als er panikartig Fersengeld gab. Da stand plötzlich ein ganz und gar fremder alter Mann vor ihm. Ein lustiges und gutmütiges altes Kerlchen in Unterwäsche mit Glatzkopf und Bierbauch, etwas heruntergekommen, Gernot legte stehts sehr viel Wert auf Hygiene und die äußere Erscheinung. Um den Leuten zu entgehen ergriff er einfach die nächste Türschnalle und betrat den Raum. Er hörte noch wie seine Mutter, den Fremdling Herbert nannte. Der Flüchtende hatte Glück er war im Badezimmer angelangt. Sogar ein Schlüssel steckte im Schloss. Reflexartig drehte er ihn herum. Nun war Gernot in Sicherheit. Er atmete tief durch und blickte sich um. Auch diesen Raum hatte er noch nie gesehen. Rechts und links von der Tür entlang der Wand standen weiße Holz-Schränke. Auf der rechten Wandseite folgte dann eine Toilette. ‚Welche bescheuerten Prolls’, dachte er’ die Toilette im Badezimmer, widerlich.’ Es folgte, also in der hinteren rechten Ecke eine Badewanne. Eigene Dusche gab es keine, nur oberhalb der Wanne ragte ein einfacher Duschkopf aus der Wand, auch einen Duschvorhang konnte man sehen.
Auf der anderen Seite genau gegenüber der Badewanne, stand sein Schicksal. Sein Herz klopfte noch stärker. Da musste er jetzt durch. Es half nichts. Es stand nämlich ein Waschbecken auf der linken Seite und darüber war ein größerer kreisrunder Spiegel. Ihm schwahnte Übles. Trotz der bösen Vorahnung erschrak er als er sich mit seinem Äußeren konfrontiert war, er musste den Blick sofort abwenden. Es war ein häßliches Gesicht, verlebt, mit Pickeln übersät. Die aus allen Poren scheinbar unkontrolliert hervorsprießenden Barthäärchen wirkten nicht verwegen sondern schlicht und einfach ungepflegt. Beim zweiten Blick bemerkte er etwas viel Schockierenderes: ziemlich viel Speck! ‚Unmöglich’ dachte er entsetzt, deshalb fühlte er sich so schlecht, beinahe fett war
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