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Kategorien > Psycho > Außergewöhnliches

H²o³

von blacknight99

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H²o³


"Gott würfelt nicht"
-Albert Einstein


-1-

Der weißbärtige Mann stand schweigend an der Kreuzung. In seinen Händen hielt er ein zerschlissenes Plakat. Auf ihm stand in verwackelter, schwarzer Schrift:
"The end is near"-Das Ende ist nah.
Tausende von New Yorkern gingen jeden Tag an ihm vorbei, ohne das ihm irgendjemand Beachtung schenkte.
"Der Typ steht schon seit zwei Jahren hier.-Und die Welt ist immer noch ganz."meinte Kain als er und sein Freund Jay an dem Mann vorbeiliefen und auf die Fifth Avenue einbiegten.
Jay nahm kurz seinen I-Pod-Lautsprecher aus dem Ohr.
"Hä? Was haste gesagt?"
Kain winkte lässig mit der Hand ab.
"Ist nicht so wichtig,Nigga!"
Jay sah Kain noch kurz an und steckte sich dann wieder den Lautsprecher ins Ohr.Jay war ein schwarzhäutiger, schlaksiger Jugendlicher. Er stammte aus dem Herzen der Bronx und war ein Paradebeispiel für die amerikanische Gangster-Jugend.
In seinen Ohren dröhnten immerzu Rapplieder aus seinem I-Pod, auf dem Kopf trug er eine schwarze New Yorkers-Kappe. Über einem grün-weiß gestreiftem Hemd trug er eine schwarze Lederjacke.
Kain hingegen war weiß, pflegte aber den selben Kleidungsstil wie sein Freund. Er hatte einen blondgefärbten Irokesen und trug ein rotes Halstuch. Darunter ein weißes Basketball-Shirt.
Sie liefen weiter die Fifth Avenue entlang. Überall war Leuchtreklame angebracht. Hunderte von Autos fuhren hupend die Straße entlang.
Bankiers und Geschäftsleute liefen mit Handys und Pagern an ihnen vorbei. Obdachlose bettelten sie um Geld an, Hot-Dog Verkäufer boten ihnen ihre Ware an.
Kain und Jay waren New Yorker Jugendliche. Sie waren resistent gegen Werbung. Ihre Lungen hatten sich längst an Abgase gewöhnt. Doch nichts, rein gar nichts in New York hatte sie auf die nächsten Stunden vorbereitet.


-2-

Nach einer halben Stunde erreichten die beiden ein trostloses, ärmliches Viertel.
Qualm stieg aus Kanalisationsöffnungen hervor, die ungepflegten Häuser waren mit Graffitis verschandelt.
Jay holte einen zerknitterten Zettel aus seiner Hosentasche.
"Abraham Street 18. Das muss ein paar Häuser weiter sein. Da muss der alte Knacker wohnen."
Kain nickte kurz und folgte seinem Freund, der sich bereits in Bewegung gesetzt hatte.
Warum die beiden in der Abrahm Street nach einem "alten Knacker" suchten ist schnell erklärt.Vor zwei Monaten hatten sie einen Juwelier in Manhattan überfallen. Da sie noch nicht haftpflichtig waren wurden die beiden dazu verdonnert, Sozialdienst zu leisten und alten Leuten in ihren Wohnungen zu helfen.
Heute war Francis M. Lloyd an der Reihe. Der alte Knacker aus Abraham Street 18.
"Hier muss es sein!"sagte Kain und blieb stehen.
Jay pfiff anerkennend."Schicke Bude!"
Abraham Street 18 underschied sich deutlich von den umliegenden Häusern.
Das Haus war von einem relativ gepflegten Garten umgeben. Das Haus war aus Holz gebaut und hatte drei Etagen. Ein kleiner Erker ragte an der Seite heraus.
"Dann wollen wir mal!"sagte Jay und öffnete das rostige Gartentor.
Die Hände in den Hosentaschen vergraben schlenderten sie zur Haustür.
Kain blickte sich verwirrt um."Hier ist ja gar keine Klingel!"
Jay klopfte dreimal gegen die Tür. Nichts geschah.
Kain lehnte sich gegen die Tür."Dann können wir ja wieder geh...uaahh!"
Als er sich gegen die Tür gelehnt hatte, war diese aufgeschwungen und Kain stürzte mit ihr ins Haus.
Jay betrat etwas würdevoller das Haus. Fluchend rappelte sich Kain auf.
"Schöne Scheiße!"zischte er und begutachtete seine verdreckte Hose.
"Wow! Alter, zieh dir das mal rein!"rief Jay und blickte sich in der Eingangshalle um.
Ein riesiger, juwelenbesetzter Kronleuchter hing von der Decke. Auf dem Boden lagen teure Teppiche.
"Wahnsinn! Der Alte ist ja stinkreich!"meinte Jay.
"Ich hatte gehört, dass zwei Jugendliche kommen sollten! Von zwei wandelnden Litfasäulen war keine Rede!"ertönte plötzlich eine krächzende Stimme.
die Jungen blickten sich verwirrt um, konnten aber niemanden erkennen.
"Ich spreche durch ein ausgeklügeltes Lautsprechersystem mit euch. Auch wenn es nicht so aussieht, aber dieses Haus ist eine Festung, die sogar einem Atombombeneinschlag aushalten würde."
der Alte kicherte vor sich hin.
"Seht ihr die Tür rechts von euch? Geht durch sie hindurch, hinter ihr ist eine Treppe die zu einer Titan-Tür führt. An der Tür ist ein Code-Schloss. Der Code lautet H2O3.
Alles verstanden?"
Kain und Jay nickten und folgten den Anweisungen.


-3-

Kain gab den Code ein und die Titantür öffnete sich surrend.
Als die Jungen den dahinterliegenden Raum erblickten, stockte ihnen der Atem.
Der Raum war eine riesige Höhle. Kain fand, dass sie in etwa wie das Versteck von Batman aussah. An den Seiten der Höhle waren riesige Glasbehälter, in denen rote, grüne und blaue Flüssigkeiten brodelten. Die Behälter waren durch Schläuche mit einer riesigen Maschine verbunden, die in der Mitte des Raumes stand.
Vor dieser Apparatur stand ein riesiger Computer. Auf dem Bildschirm flimmerten lange, grüne Zahlenreihen auf, die so aussahen wie in "Matrix".
Vor dem Monitor saß ein alter Mann in einem großen Ledersessel.
Er trug einen alten Anzug und rauchte eine riesige Zigarre.Er trug einen penibel geschnittenen schwarzen Schnauzer. Seine schütteren, grauen Haare waren zu einem ordentlichen Scheitel gekämmt.
"Domine labia mea aperies...so sehen also die Herrscher der Welt aus."sagte der Mann und blickte Jay und Kain an.
"Wenn ich mich vorstellen darf:Francis Miller Lloyd, mächtigster Mann dieses Erdballes."
Kain und Jay sahen den Mann verwirrt an.
Kain schätzte, der Typ war völlig durchgeknallt.
"Ich schätze ihr könnt euer Glück noch gar nicht fassen. Ihr werdet nämlich mit mir die letzten Menschen sein, die in wenigen Stunden noch auf diesem Planeten leben werden."
"Hey, Alterchen? Bist du ein wenig...na, ja...hast du heute morgen nicht deine Pillen genommen oder so?"fragte ihn Kain langsam und übertrieben freundlich.
Lloyd kicherte wieder.
"Es tut mir Leid dich enttäuschen zu müssen. Ich habe weder halluzinugese Substanzen zu mir genommen, noch bin ich in irgendeiner Form psyschich labil oder von Alterskrankheiten geplagt."
Jay hatte nur die Hälfte des Gefasels verstanden.
"Der tickt nicht ganz sauber!"murmelte er Kain zu.
Lloyd griff in seine Hosentasche und holte eine kleine, silberne Pistole hervor.
"Bittet nicht um eine leichte Bürde-bittet um einen starken Rücken. Das sagte einstmals unser seliger Roosevelt. Auch ihr habt eine schwere Bürde. Ihr entscheidet über Leben und Tod und den Fortbestand der

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Kommentare

Magnus schrieb am 2006-10-05 09:37:25:
Noch besser als der zweite baer setz mal deine Hafengeschichte hier rein
blacknight99 schrieb am 2006-10-03 19:23:35:
@pit petrol: Bei der Formel habe ich einfach iredneine genommen, die mir gerade in den Sinn kam. Egal ob möglich, oder nicht. Aber schließlich sind wir hier auch nicht auf einer Seite für den Verband engagierter Chemiker sondern für Schreiberlinge.
@Hitomi:
Der nächste Teil ist bereits abgeschickt. Danke für dein großes Lob. Lese auch mal, falls möglich, was von dir.
Am Anfang war mein Stil katastrophal, doch seit ich hier bei storyparadies bin und mir unter die Arme gegriffen wird und ich stetig schreibe und lerne, wird er immer besser.
Es ist Übungssache.
@christoph schlüter: die demonstration folgt im nächsten und abschließenden Teil (der bereits gepostet ist und in den nächsten Tagen hier erscheinen sollte).
Ich weiß nicht ob ich im 2. Teil auf deine dritte Lösung gekommen bin. Es würde mcih freuen, zu wissen, welche du meintest.
Apropo: Wo bleibt eigentlcih der nächste Teil von ANGST?











Pit Petrol schrieb am 2006-09-28 08:31:18:
Ich glaube, eine Verbindung names H2O3 ist gar nicht möglich, aber abgesehen davon:
Bist du sicher, dass es nicht das gefährliche C2H5OH ist, das die Menschheit zugrunde richtet???
Hitomi schrieb am 2006-09-27 19:21:40:
Wie gemein! Aber auch ultraspannend. ^.^
Ich hoff wirklich dass ich bald den nächsten Teil geniessen kann, denn dein Schreibstil ist phänomenal....
cu, hito

=^.^=
christoph schlueter schrieb am 2006-09-27 08:43:19:
Hm...interessante Ausgangssituation. Ich muss dich wirklich loben. Stilistisch wirst du immer besser und sicherer. Du schaffst es Atmosphäre zu schaffen, mit vielen detailierten Beschreibungen und lockeren Dialogen. Doch lass die Dialoge nicht zu locker wirken.
Ich mag zwar deinen Humor, aber Dialoge sollten auch ab und an ein gewisses ernstes Konfliktpotential enthalten.
Die Wahl vor der die beiden Jungen am Ende des Teils stehen, erinnert mich ein klein wenig an die oftmals krassen Eingangssituationen meiner eigenen Geschichten und gefällt mir daher natürlich. Obwohl ich mich fragte: Woher wollen die Jungen wissen, das der Alte wirklich in der Lage ist, die Welt zu zerstören? Eigentlich benötigen sie eine Demonstration seiner Macht, wenn sie sich überhaupt auf dieses "kleine" Spiel einlassen sollen.
Und selbst wenn der Beweis erbracht wird: Warum sollten sie sich nicht opfern? Dafür gibt es keinen vernünftigen Grund.
Wenn nur noch sie und der Alte übrig sind ( was völlig ausschließt, das eine Fortpflanzung stattfinden kann und somit die Menschheit weiter existiert ), ist das Leben nicht mehr lebenswert und ziemlich öde. Erst andere Menschen bereichern unser Leben, machen es abwechslungsreich. Wenn sie sich also opfern - was in meinen Augen die einzige richtige Entscheidung sein kann und muss - existiert die Menschheit weiter. Natürlich gibt es noch eine dritte Möglichkeit, die der Alte wohlweislich nicht benannt hat und ich bin wirklich gespannt, ob die Jungs drauf kommen.
Vielleicht greife ich aber auch nur vor und sollte lieber einfach auf die Fortsetzung warten ( mit der du dir hoffentlich nicht so viel Zeit lässt ).
Interessant geschrieben ist es auf jeden Fall. Ja, ich will wissen, wie es weitergeht, also halt dich ran!
Gruß, Chris.

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