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Kategorien > Liebe > Hoffnung

Hoffnung stirbt zuletzt Engel

von Essaye

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Es war vor 5 Jahren, damals war ich frische 22 jahre alt und noch in meinem Job als Krankenpfleger sehr unerfahren. Obwohl ich schon seit 2 und halb Jahren in diesem Beruf tätig war. Krankenpfleger war meiner Meinung nach ein sehr anstrengender und langweiliger Beruf, vor allem die Nachtschichten machten mir sehr zu schaffen. Erst als mein Chef mich anrief und mir verriet das ich nun Krebskranke betreuen sollte, fing ich an meinem Beruf Wert zu schenken, denn ich liebte Herausforderungen. Eine Woche später fand ich mich nun zwischen Krebskranken wieder. Mir wurde von meinen neuen Arbeitskollegen die Patienten vorgestellt, deren Verantwortung ich ab sofort übernehmen sollte. Die meisten von ihnen hatten bereits eine Therapie hinter sich, womit einige geheilt wurden und somit bald entlassen werden würden. Dennoch gab es Patienten die auf keine Therapie reagierten. Besonders bei diesen Patienten war strickte Vorsicht angesagt.

Es tat mir weh in die schmerzgefüllten Gesichter dieser Menschen zu sehen. Und auch wenn nicht alle, versuchten einige trotz allem zu lachen und stark zu bleiben, dies zeigte mir immer wieder wie kostbar das Leben doch eigentlich war... Menschen die nicht mehr als 1 Monat zu leben hatten, zeigten sich von ihrer besten Seite und versuchten trotz allem ihren Leben Wert zu schenken und unvergesslich zu bleiben. Es gab viele verschiedene Menschen, manche waren alt und manche jung, manche dunkel und manche hell, manche reich und manche arm, aber dennoch litten sie wegen der gleichen Krankheit. Es tat mir weh diese Menschen zu sehen, vor allem abends. Sie schrien so laut wie sie konnten, denn der Schmerz machte sich breit. Es hörte sich schrecklich an, bereitete mir Gänsehaut und zerriss mein Herz. Ich wollte nicht das diese Menschen leideten, ich wollte ihnen helfen, für sie da sein, aber ich wusste das ich nichts dagegen tun konnte, außer diese schmerzstillenden Tabletten zu geben.

"HERR OSKAR ICH WILL DIESE TABLETTEN NICHT..." schrie ein junges Mädchen. Sie hatte blonde lockige Haare, blaue Augen und wirkte wie ein Engel, so unschuldig und rein.
"Christina, es wird dir dadurch besser gehen, glaub mir" versuchte ich sie zu überreden, leider ohne Erfolg, denn sie entschied sich für die schmerzvollen Qualen, als für die Tabletten und mir blieb keine andere Wahl, außer den Arzt zu rufen, doch sofort bereute ich meine Tat, denn der Arzt spritzte ihr nun diesen Zeug in ihren Arm. Ich wurde sprachlos und meine Augen füllten sich, weil ich zu sehen musste, wie sie schreiend einschlief. Am nächsten Morgen, als ich wieder im Krankenhaus war, teilte ich das Essen aus und lief als letztes in das Zimmer von Christina, wo sie ganz alleine lag. Gerade als ich das Zimmer betrat, sah ich wie sie hastig noch versuchte ihre Tränen zu wischen. Ich ging mit langsamen Schritten auf sie zu, legte das Tablett auf ihren Bett und fütterte sie leise, bis sie plötzlich mir tief in die Augen schaute und fragte "wie lange habe ich noch?"
"du weist das ich dir das nicht sagen darf..." erklärte ich ihr.
"Herr Oskar bitte, ich will meine letzten Tage nicht hier verbringen."
"Christina rede nicht so bitte..."
"Sie wissen ganz genau das ich ein Realist bin und deswegen auch ein Recht dazu habe es zu erfahren!"
"du bist erst 17 Jahre alt, bitte lass dich nicht so hängen."
Sie fing an zu lachen, schüttelte ihren Kopf und meinte ironisch "Sie haben Recht, ich sollte glücklich sein, immer hin habe ich ja noch einige MONATE".
"Christina red kein Unsinn" forderte ich sie auf.
"Seit 6 verdammten Monaten lebe ich schon hier in diesem GEFÄNGNIS ich ertrage nicht einmal mehr Besuch, sie wissen doch gar nicht was ich hier durch mache, also erzählen sie mir nichts..." ermahnte sie mich und brachte mich somit zum schweigen. Dieses Mädchen raubte mir jedes Mal die Nerven, sie war so kalt und realistisch das ich langsam aufgab ihr Lebenshoffnungen zu machen, diesem Engel, für den ich langsam aber sicher Gefühle bekam, obwohl ich wusste das dies mir nicht gestattet war...

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