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Kategorien > Liebe > Liebesgeschichten

Holidays in Kampodia

von Alias.I.

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Kapitel I – Teil 2 HERRENHAUS

Archibald hatte sie in eine Wohnung im ersten Stock geführt. Sie war gut aufgeteilt, mit zwei kleinen Schlafzimmern, einem großen Wohnraum mit Kochnische und natürlich einem Badezimmer mit Wanne und Dusche. Von den Schlafzimmern aus gelangte man auf die Galerie, die rund ums Haus lief und die durch Holzspaliere von den anderen Wohnungen abgeteilt war. Von dort aus sah man hinunter auf eine riesige Terrasse und einen parkähnlichen Garten mit vielen alten Bäumen. Rebekka hatte also recht gehabt mit ihrer Vermutung.
Nachdem sie ihre Sachen in den Schränken verstaut hatten, führte Archibald sie im Haus herum. Sammy und Biggi waren nicht bei der Führung zugegen, wahrscheinlich hatten sie Wichtigeres zu tun, und Archibald entschuldigte ihre Abwesenheit mit einem wissenden Grinsen.
Er fing ganz unten im Haus an, welches zwar ein Hotel war, aber kein besonders typisches, denn die Besucher wurden eher wie Familienmitglieder behandelt, und sie mussten anscheinend auch viel Eigenleistungen erbringen, wie Archibald mehrmals andeutete.
Im Souterrain befanden sich die Wirtschaftsräume.
„Wie praktisch“, meinte Rebekka.
„Hier sind die Waschmaschinen und die Trockner, falls ihr etwas waschen wollt. Natürlich könnt ihr eure Wäsche auch bei Mansell abgeben.“
Rebekka und Sabine entschieden spontan, ihre Wäsche selber zu waschen. Zumindest größtenteils, wenn es denn bei den fünf Urlaubstagen bliebe. Max hatte ihnen geschrieben, dass sie bei Gefallen unendlich verlängern könnten. Allerdings hatte Sabine nur fünf Tage Urlaub – und Rebekka bis jetzt noch keine Ahnung, ob und überhaupt...
Archibald zeigte ihnen die Vorratskammer, darin hingen riesige geräucherte und ungeräucherte Schinken und Würste aus eigener Schlachtung, standen massenhaft Konserven und Einmachgläser, gefüllt mit Obst und Gemüse, und im kleinen Kühlhaus stapelten sich Kisten mit Mineralwasser, Limonade und Bier.
„Bist du Brauereibesitzer?“ fragte Rebekka aus Spaß.
„Das bin ich! Die Brauerei ist unser drittes Standbein, nach dem Gutshof und dem Hotel...“
„Ist ja irre“, murmelte Rebekka und musste grinsen.
Im Souterrain gab es zwei Wohnungen, und zwar die von Tante Bernadette, der Köchin – und von Mansell, die wohl eine Art Hausdame war. Die beiden hüteten übrigens für ihr Leben gern die Kinder anderer Leute, wie Archie erzählte.
Sabine wies auf eine Tür, an der ein Schild mit Aufschrift ‚Swimming Pool’ hing. „Ist da etwa ein Swimming Pool drin?“
„Er ist nicht besonders groß“, gab Archibald von Kampe zu, „nur sieben mal vier Meter. Aber wenn man die Gegenstromanlage einschaltet, kann man ganz nett schwimmen.“
Daraufhin war Sabine zum ersten Mal wirklich beeindruckt. Nur sieben mal vier Meter! Eine Pfütze von einem Swimming Pool...
„Also weiter“, Archibald fing nun an, den Tagesablauf auf dem Hotelgut zu erklären: „Frühstück gibt es schon ab sieben. Sieben Uhr hört sich vielleicht früh an“, er lächelte, „aber die meisten unserer Gäste stehen früh auf, um irgend etwas zu unternehmen, seien es Ausflüge oder Erbsenpflücken. Manche wollen schon um sechs Uhr geweckt werden.
Erbsenpflücken? Rebekka überlegte. Was zum Geier sollte das für eine tolle Unternehmung sein?
„Kannst du reiten, Rebekka?“, fragte Archibald sie in ihre Gedanken hinein.
„Nein, ich glaube nicht...“ Sie hatte zwar mal auf einem dicken Bauernpferd gesessen, aber das konnte man wohl nicht als Reiten bezeichnen
„Du solltest es unbedingt lernen. Wir haben da ein besonders gutmütiges kleines Pferdchen. Ein richtiges Schaukelpferdchen.“
„Ssaukelferdchen? Ich mag Ssaukelferdchen!“ Morgaines süße Stimme meldete sich wieder zu Wort.
„Ach Morgi, du kennst doch nur die aus Holz“, Rebekka schaute ihr Töchterchen besorgt an.
„Wir haben hier auch ein winziges Pony“, sagte Archibald und zwinkerte Morgaine zu. „Das könnte für dich passen. Aber du hast doch bestimmt Angst, auf einem Pony zu sitzen?“
„Wer ich, nööö!“
„Aber ICH hab’ Angst, du bist doch noch so klein...“ gab Rebekka zu bedenken.
„Andy pässt auf!“
„Na gut, wenn Andy aufpässt...“ Rebekka musste lachen. „Und Archibald pässt bestimmt auch auf.“
Archibald von Kampe lächelte zustimmend. „Und du Sabine? Wie steht’s mit dir?“
„Du lieber Himmel! Auf so ein Biest kriegt mich keiner drauf!“
„Wir werden bestimmt auch für dich etwas finden...“ Bei diesen Worten hörte sich Archies Stimme noch sonorer an als sonst.
Er fuhr mit seinen Ausführungen fort: „Mittagessen gibt es bei uns nicht – wer Hunger hat, kann sich aus dem Kühlschrank bedienen – aber am frühen Nachmittag vespern wir, dann gibt es Malzkaffee, Milch und Brot mit Marmelade, Schmalz, Mettwurst und Schinken.“
„Mein Cholesterinspiegel steigt schon beim bloßen Zuhören“, sagte Rebekka lächelnd. Sie sah, dass Morgaine gerade in die Vorratskammer marschierte, hoffentlich stellte sie dort keinen Unsinn an. Und wieso kannte sich ihr Töchterchen so gut mit den Örtlichkeiten aus, obwohl sie doch noch nie hier war?
„Der Cholesterinspiegel ist hier kein Thema, das Fett verbrennt vollständig, und man nimmt sogar noch ab. Das macht der viele Sauerstoff in der Luft.“
„Echt?“ fragte Sabine ungläubig.
„Echt!“ Archie lächelte sie an. „Um noch mal auf die Aktivitäten zurück zu kommen, man kann hier in der Nähe Segelfliegen oder mit dem Gleitschirm was machen. Oder einfach nur wandern oder joggen. Und wir bieten noch ganz besondere Aktivitäten, ich nenne mal ein Beispiel: Ein weiblicher Gast, eine reiche Industrielle liebt es, der Köchin zu helfen.“
Rebekka und Sabine schauten sich verblüfft an.
„Jawohl, sie findet Vergnügen daran, Brot zu schneiden, Gemüse zu schnetzeln, Kartoffeln zu schälen, der Köchin bei ihrer Arbeit zuzuschauen, einen Speisenplan aufzustellen und natürlich auch für viele Leute zu kochen. Es handelt sich eine Art Kochkurs für Großfamilien, nach dem Motto: Man nehme zwanzig Eier...“ Archie amüsierte sich sichtlich. „Übrigens sind Tante Bernadette und Mansell Schwestern von mir, die sich hier die Langeweile vertreiben mit ihrer Arbeit, man kann die Tanten also nicht als Personal bezeichnen.“
„Vielleicht wäre das mit der Küche was für dich“, schlug Sabine vor und schaute Rebekka dabei hinterhältig von der Seite her an.
„Möglicherweise...“, Rebekka verfiel in einen leicht tranceartigen Zustand. Sie hat gerade ein wunderbares Mahl zubereitet, und alle loben begeistert ihre Kochkünste. Natürlich sind nur ein paar Leute da, Sabines Eltern, mit denen sie sich gut versteht und ihre ältere Nachbarin, die manchmal Morgaine betreut. Mit Sabine und Morgaine sind sie sechs Personen, eine Großfamilie in den heutigen Zeiten...
„Wir hätten vielleicht doch die Schürzen einpacken sollen“, witzelte Sabine, doch Rebekka hörte sie gar nicht, sie träumte weiter ihren Großfamilienkochtraum. Dann jedoch sagte Archie etwas, das sie aufwachen ließ.
„Wenn jemand lesen möchte, steht ihm unsere Bibliothek zur Verfügung. Meine Vorfahren haben allerlei Schätze im Laufe der Jahre zusammengetragen, von Ovid bis

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