Horror-Schulausflug
von
Annhede
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Piep piep. Piep piep.
Ein Arm sprang unter der Decke hervor und schlug auf den schon halb zerstörten Wecker. Es war viertel vor sieben und draußen war es noch stockdunkel. Kein Vogel zwitscherte, nur ab und zu fuhr ein Auto aus der Tiefgarage. Stacy Graul schob mit Mühe die Decke von sich und schaltete ihr Handy ein, das unter ihrem Kopfkissen gelegen hatte.
„Wirklich schon Zeit zum Aufstehen.“, grummelte sie vor sich hin, bevor sie aufstand und ins Bad ging.
Das Haus lag in tiefem schwarz. Die Tür des Schlafzimmers von Herr und Frau Graul war angelehnt. Kein Geräusch drang dort heraus. Auch das Zimmer der kleinen Schwester barg müde Stille. Stacy schaltete das Licht im Bad ein und sah verschlafen in den Spiegel. Fast wäre sie an die Decke gesprungen bei dem Anblick des Monsters, das ihr entgegen blickte, aber es war ihr Spiegelbild. Das Haar war zersaust, ihre Augen mit Ringen geschmückt. Immer noch wie ein Schlafwandler umherlaufend bewegte sich Stacy langsam in ihr Zimmer zurück. Die kleine Nachttischlampe leuchtete hell auf, so dass Stacy die Augen schloss und sich wünschte, es wäre noch eine Stunde Zeit, bis sie aufstehen musste. Die Decke auf ihrem Bett war zerknautscht und sah aus wie die Alpen, ihre Kleidung hing über einem gelben Holzstuhl. Auf dem Schreibtisch stapelten sich frisch gewaschene Socken, Lineale, Spitzer, Zettel und Bücher. Genauso wie neben ihrem Bett, denn sie war gestern in der Bücherei gewesen und hatte sich einiges ausgeliehen. Als sie sich langsam an das grelle Licht der Nachttischlampe gewöhnt hatte, suchte sie sich die braune Hose aus dem Schrank, die ihr gestern in Erinnerung gekommen war. Und noch etwas anderes kam ihr in den Sinn: Heute war Wandertag an Stacys Schule, für alle Gruppen und AGs.
Oh nein…
Sie stöhnte müde auf. Leider war ihr die braune Cordhose zu weit, sie hatte sie von ihrer Mutter geerbt, und außerdem konnte sie sich definitiv nicht in diesem Aufzug in der Schule blicken lassen. Also warf sie die braune Hose auf den Kleiderhaufen und suchte sich eine Jeans heraus. Ihre Auswahl war beschränkt. Also entschied sie sich für die, die sie schon die letzte Woche getragen hatte. Bis auf die Tatsache, dass diese Jeans einen ziemlichen Schlag hatte und derzeit enge Hosen, die geradewegs ohne Abstand am Bein entlang herabwanderten Mode waren, gefiel sie ihr. Jetzt musste sie sich ein Hemd aus dem Schrank im Flur holen. Leise öffnete sie die Tür und schloss sie wieder, damit nicht das ganze Stockwerk von dem grellen Licht verschlungen wurde. Im Schrank fand sie keine Hemden, die wirklich das waren, was sie anziehen wollte, aber sie war nicht pingelig und nahm ein langes weißes Hemd, auf dem in schwarz das Gesicht einer Frau abgebildet war. Die Jeans und das Hemd passten. Jetzt fehlte nur noch eine schwarze Jacke mit silbernen Sternchen und schon war Stacy in ihrer Wanderkleidung. Ihre Mutter hatte sie am vorigen Tag gebeten, dass Stacy sie wecken sollte, damit sie ihr etwas zu Essen richten konnte. Also schaltete Stacy die Nachttischlampe aus und schlich breitbeinig in den Flur, damit die Hosenbeine nicht aneinander rieben. Dieses Geräusch war wirklich unheimlich, wenn man nichts ahnend in einem dunkeln Zimmer saß. Sie drückte die Schlafzimmertür nach innen und wartete ab. Kein Geräusch. Dann wendete sie sich nach rechts und lief am Fußende des Bettes vorbei, zur Schlafseite ihrer Mutter. Diese war scheinbar schon wach, denn sie begrüßte Stacy leise.
„Guten Morgen Mama. Ich sollte dich doch wecken. Ich hab eine Jeans angezogen und ein Hemd. Und eine Jacke, damit ich, wenn mir warm wird, die Jacke ausziehen kann und die Regenjacke anziehen kann.“
Und schon war sie wieder verschwunden. In der dunklen Küche angelte sie sich die Corn Flakes-Packung von einem Küchenschrank, die Milch aus dem Kühlschrank und ein Löffel aus der Besteckschublade. Dann setzte sie sich an ihren Stammplatz im Esszimmer und genoss es, endlich mal wieder Corn Flakes zu essen. Sie überlegte währenddessen wie der Wandertag wohl werden würde. Zuerst wandern und dann Bowling spielen. Sie war beim Abstimmen nicht dabei gewesen. Grippe. Der Gruppenleiter, Herr Bölmer, meinte, es sei eine schöne Wanderstrecke und das Bowling-Center sei wirklich toll. Außerdem kamen Stacys Mathelehrer, Herr Klein, und sein Praktikant, Herr Wängler, mit. Herr Wängler war eigentlich ganz nett, nur verstand Stacy nicht, wie man Mathe studieren konnte um Mathelehrer zu werden.
Aber wenn ich Lehrer werde, bin ich Beamter und habe eine gesicherte Zukunft, außerdem ist der Job nicht gerade schlecht bezahlt.
Diesen Satz hatte Stacy nur zu oft gehört. Dennoch verstand sie diesen netten und noch unverdorbenen Praktikanten nicht. Aber sie wollte sich auch nicht weiter damit beschäftigen. Viel lieber dachte sie darüber nach, ob sie sich eines ihrer Gruselbücher mitnehmen sollte, um während der Zugfahrt darin zu lesen. Aber eigentlich wollte sie lieber mit ihrer Freundin reden, Luisa. Luisa war nicht besonders beliebt, da sie von ihren Eltern wie ein kleines Kind behandelt wurde. Sie musste um sieben zu Hause sein und durfte sich nur mit Leuten treffen, die ihre Eltern kannten. Es war manchmal ziemlich nervig, aber Stacy wusste: Luisas Eltern meinten es nur gut. Sie hatten Angst um ihr Kind, da vor fünf Jahren der Nachbarsjunge von Luisa verschwunden war und später tot im Wald aufgefunden wurde. Seitdem fühlt sich Luisa überkontrolliert, obwohl sie die Angst ihrer Eltern verstand.
Vor lauter Praktikanten und Elternliebe hab ich glatt drei ganze Schüsseln Corn Flakes gegessen! Das war echt zu viel…
Stacy atmete tief durch bevor sie aufstand und die Treppe hinauf sprintete, um sich die Zähne zu putzen. Oben angekommen erinnerte sie sich daran, dass noch die Hälfte dieses Haushaltes schlief, also verringerte sie ihr Tempo und lief auf Zehenspitzen ins Bad. Es war schwierig die Zähne zu putzen, wenn man eine feste Zahnspange trug, aber Stacy war geübt darin. Danach schlich sie sich wieder in ihr Zimmer und kämmte sich einigermaßen die lockigen Haare. Ihre Mähne war heute einfach zu bändigen. Ratlos schaute sie in den Spiegel. Sollte sie heute ein Haarband in die Haare machen oder sich sogar einen Zopf binden? Nein, sie ließ ihre Haare lieber so, wie sie waren. Als sie fertig war und auf den Flur trat, kam ihre Mutter gerade die Treppe herunter. Sie hatte drei Rucksäcke auf dem Arm.
„Such dir einen aus.“
Stacy fand sie alle etwas zu groß. Aber sie hatte doch noch einen unten am Ständer hängen!
„Also… Ich dachte ich könnte meinen türkisen von unten benutzen. Oder ist der zu klein?“
Frau Graul fasste sich an die Stirn.
„Natürlich! Den hatte ich ganz vergessen. Du kannst ihr ruhig nehmen.“
Im Zimmer der jüngsten Graul ging ein Licht an.
Betty ist wach…, dachte sich Stacy voller Neid.
Ihre Schwester musste erst um 8.30 Uhr an der Schule sein, Stacy um acht Uhr. Langsam wurde es auch Zeit. Frau Graul setzte die Rucksäcke ab und verschwand im Schlafzimmer. Stacy dachte kurz nach,
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Kommentare
Cory schrieb am 2008-01-18 15:35:55:
geht die geschichte noch weiter?
sie is eig ganz gut nur was passiert mit den Schülern ? und was ist mit dem Lehrer?
anschi schrieb am 2008-01-17 18:05:37:
jo....nd weiter? is scho aus?
wenn ned pls fortsetzung
sonst ganz gute geschichte.
lg.
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