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Kategorien > Humor > Sonstiges

Ich bin ironisch

von Finni!

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Ich bin ironisch

Ich bin ironisch. Und die Eingeweihten verstehen diese Ironie. Also werde ich mein Bestes
geben und nun auch ironisch über meine Eigenschaften schreiben. Denn man muss ja nur
anfangen und den ersten Satz schreiben. Dann hat man schon einen. Der erste Satz ist oft
entscheidend. Denn durch ihn wird man eingeschätzt, der erste Eindruck entsteht, und dieser
ist manchmal der wichtigste. Mit „Ich bin ironisch“ fange ich also an. Ganz ehrlich: Ich würde
über mich denken: `Die ist doch dumm! Ich bin ironisch, damit fängt man doch nicht an.`
Ja, zum Glück habe ich das auch nicht bei meinem ersten Gespräch gemacht, als ich in
Leipzig anrief um nach einem Vorstellungsgespräch zu fragen. „Ich bin... Lilly S.,
und habe mich um einen Ausbildungsplatz zur Gestaltun... ÄHHM...“ Ja, das waren meine
ersten Sätze, denn meine Schüchternheit hat mal wieder alle Funktionen meines Hirns
lahmgelegt. Selbst der Zettel, von dem ich ablesen wollte half da nicht mehr. Deshalb werden
die mich auch nicht nehmen. Weil ich einfach zu schüchtern bin, zu verschlossen. Die können
mich nicht leiden, wenn ich zeige wie ich bin, denke ich immer. Aber das ist doch egal, meint
die andere Stimme in meinem Kopf. Entweder die lieben dich so wie du bist oder die lassen
es bleiben. Die ganze Welt als Freund haben, das geht doch nicht. Dann kannst du nie so sein
wie du willst, weil du nur damit beschäftigt bist es allen recht zu machen. Wie wahr, wie
wahr.
Nur ist das leichter gesagt als getan. Es kostet Überwindung. Mein Freund meint, ich solle
einfach auf der Straße Leute ansprechen und sie nach der Uhrzeit fragen. Es ist nur dumm,
das ich immer eine Uhr trage. Und ich meine, soll ich etwa zu einer gestressten Mutter mit
ihren drei kleinen Quälgeistern gehen und sie fragen „Entschuldigen Sie bitte, aber wissen sie
vielleicht wie spät es ist?“ Die wird mir genervt sagen „Nein, das würde ich auch gern mal
wissen, denn der Vater dieser drei sollte schon längst da sein um sie abzuholen damit ich
Wochenende habe!“
Und da wären wir auch schon bei der nächsten Eigenschaft, der Pünktlichkeit. Ich achte
immer sehr darauf, pünktlich zu sein. Lieber hänge ich dann noch eine halbe Stunde am
vereinbarten Treffpunkt rum, als schweißgebadet aus der Bahn zu springen und außer Atem
anzukommen, „Ich bin da!“ zu rufen um mich dann anschließend eine Stunde auf die nächste
Parkbank setzen zu müssen weil ich Zeit zum akklimatisieren brauche. Außerdem nehme ich
es Leuten, die zu spät kommen übel. Doch mittlerweile weiß ich ganz gut wer zu spät kommt,
und ich bestelle sie vorsichtshalber eine paar Minuten eher. So sind sie dann zum eigentlichen
Zeitpunkt da, nicht zu spät. Oft sagen sie auch, sie wollen mich abholen kommen, doch dann
stehe ich unten und warte. Und warte. Und warte und warte und warte und warte und warte und
warte. Nach 5 Minuten habe ich keine Lust mehr, ist doch lange genug!
So gehe ich allein. Bloß gut, dann brauche ich sie wenigstens nicht einzuladen. Na Klar, wer
wird schon nicht gerne eingeladen, einladen macht ja auch Spaß! Aber eingeladen zu werden
ist noch viel toller. Danach tun sie mir leid, doch ich bin satt oder hatte eine tolle
Filmvorstellung im Kino. Meist revanchiere ich mich und lad sie danach zum Eis ein. Wenn
sie dann sagen, es hätte ihnen nicht geschmeckt bin ich sauer.
Nein, eigentlich nicht, das ist nur mein Vorwand um zur nächsten Eigenschaft zu kommen.
Ich bin nämlich sensibel und leicht reizbar. Ich gerate sehr schnell aus der Fassung wenn sich
meine kleinen Schwestern mal wieder zur Aufgabe gemacht haben, mir das Leben zur Hölle
zu machen. Wenn ich mich wehre bin ich die Meckertante und es werden Türen geknallt. Na
wenigstens ist dann Ruhe. Mit dem Vorsatz Meckertante vor meinem richtigen Namen kann
ich leben. Meist hält das eh nur ein paar Minuten an, dann kommen sie an und fragen ganz
scheinheilig „Spielst du mit uns?“ Klar. Manchmal tu ich das tatsächlich. Es ist ja auch
ziemlich lustig, mit Barbiepuppen ein Liebesdrama nachzustellen oder cooles Kid am Strand
von Hawaii zu sein, das täglich surfen geht und darin die Beste ist.
Das ich sensibel bin schrieb ich schon. Oft verletzen mich Worte mehr als körperlicher
Schmerz. Beim Training war ich bei meiner alten Trainerin oft DIE. Egal was und wie ich es
machte, es war scheiße und falsch und sowieso voll dumm. Sie sagte es mir nie direkt so, aber
ich bekam es zu spüren. Ich stand in der letzen Reihe. Ok, so viel Platz hat man nicht, um alle
in die erste Reihe zu stellen, doch sie ließ keine Gelegenheit aus, mich bloßzustellen. Und
wehrte ich mich, indem ich die Wahrheit sagt, schikanierte sie mich noch mehr. Persönliche
Gespräche mussten dann geführt werden. Hieß: Sie redet. Monolog von ihr, du musst so tun
als würde dir alles leid tun, am Schluss war alles wieder gut und sie sagte dir für zwei
Wochen wie toll du dich doch in deiner Trainingseinstellung verändert hast. Nach diesen
Gesprächen wäre ich am liebsten heulend nach Hause gegangen. Was ich auch tat, zumindest
fast. Ich hasste mich dafür, das sie mich zum heulen damit brachte. Was kann ich denn dafür,
wenn sie die Wahrheit nicht erträgt, die ich ihr an den Kopf warf?! Am Ende des Trainings
war die ganze Sache eine Lachnummer auf ihre Kosten, und wir machten uns über sie lustig.
Das nenn ich Ironie! Doch mit Gesprächen durch Teammitglieder bekam ich immer wieder
das Feedback, das richtige getan zu haben, und ich sagte weiter meine Meinung. Jetzt würde
ich gerne sagen, ich bin dadurch hart wie Stahl geworden, doch dem ist nicht so. Nur
gegenüber dieser Frau bin ich härter geworden, denn ich weiß, dass ich mehr auf meiner Seite
habe.
Ich bin naiv und kreativ und sportlich, positiv Eingestellt.
Naiv:
- genug zu glauben, das Disney recht hat: Prinzessinnen verlieben sich in Frösche!
- Deshalb fragte ich meine Freund nach dem zweiten Treffen ob es dumm wäre zu
glauben “Einen für immer“
- Er sagte nein.
- Ob er es ernst meinte weiß ich nicht.
Kreativ:
- ich male und zeichne oft
- manchmal schreibe ich sogar
Sportlich:
- bin Cheerleader
- wer sagt es ist nur „ Gib mir ein A, gib mir ein B“ und ein bisschen Rumgehüpfe und
Tamtam bei Sportveranstaltungen meint es ironisch!
- Denn Cheerleading ist einer der vielseitigsten und härtesten Sportarten die es gibt,
bestehend aus Tänzen, Sprüngen und Pyramiden.
- Und es kommt aus Amerika, und alles was die Amis erfinden ist gut!
- Ok, anfeuern ist wirklich doof, ich mein „Los, weiter!“ und „Go, runners, go!“ zu
rufen ist schon albern, aber es hilft zu motivieren, wirklich!
- Und meistens bekommt man gratis etwas Cola oder eine kalte Bockwurst nach der
Arbeit
Positiv Eingestellt:
- ich denke eigentlich immer positiv und bin ein Optimist
- ich stecke manche Leute damit an, andere nicht, die Dauerpessimisten denken sowieso
es ist immer alles scheiße, auch wenn die Sonne scheint. Es könnte ja im nächsten
Moment regnen.
- Manchmal erhalte ich

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