Ich bitte zum Tanz - Byzanz
von
Kevin Scharr
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Ein matter Schein, der Tag erwacht.
Das Licht bekämpft den Fluch der Nacht.
Hinter Markttüren wird gerückt,
der kleine Stand noch schnell geschmückt.
An der alten Stadtmauer rennt entlang,
ein kleiner Junge, schon fast ein Mann.
Der schon wie die Alten an der Shisha zieht,
natürlich nur wenn's keiner sieht.
Zwischen Himmel und Erde wie ein Tor,
rennt er im Minarett empor.
Von dessen Brüstung sieht man endlich ganz,
Istanbul im Morgendrot und reflektiertem Glanz.
Erst Griechen, dann Perser, die Osmanen zuletzt,
man hat sich um diesen Glanz gefetzt.
Konstantinopel wurde sie einst genannt,
bevor sie von den Osmanen überrant.
Nach dem Vorbild Roms auf sieben Hügeln gebaut,
ists Abends munter und morgens laut.
Man schläft hier nicht, man geht zum Tanz,
in der einstigen Hauptsadt von Byzanz.
Auf zwei Kontinenten gelegen, blickt sie nach vorn,
der Morgenlandtraum am Goldenen Horn.
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Kommentare
honeymoon schrieb am 2007-01-07 14:08:11:
hi, wiedermal ein schöner text von dir. großen applaus und anerkennung von mir für deine werke. auch das hier ist wieder was besonderes: dein persönliches interesse, viele infos für den leser und vor allem in worte gesteckte, zum träumen verführerende Faszination in einem. gefällt mir sehr gut, ich konnte mich schon beim ersten lesen in die situation hinein versetzen - als Straßenpassant das lebendige treiben oder selbst vom minarett aus die aufgehende sonne betrachten. mach weiter so, freue mich auf neue texte im jahr 2007! bye, hmoon
K.Scharr@gmx.de schrieb am 2006-07-04 00:24:53:
PS: @Katana: achsö wegen der Überschrift. Das is im übertragenen Sinne zu verstehen. Wenn ich sage: Ich bitte zum Tanz Berlin, dann heißt das nichts weiter als das ich mich mit der Stadt befasse, sie schön finde und eventuell in ihr verweile oder mal verweilen will. Das kann man nicht wörtlich "übersetzen".
K.Scharr@gmx.de schrieb am 2006-07-04 00:20:50:
@Kalliope
1. Der Vers ist bewusst gewählt, spielt aber nicht auf politische (wie du das vielleicht meinst) Verhältnisse an, sondern heißt nicht mehr als das man als Kind der unteren Klassen in der Türkei (bzw. überall), wenn man auf der Straße aufwächst, schon mitarbeiten muss und von den Erwachsenen als bevorzugtes Geschlecht auch dementsprechend behandelt wird, höchstwahrscheinlich eher "reift", als ein Bubi in einem deutschen Plattenbau.
2. Falls du meinst dass ich das Ende auch mit dem kleinen Jungen aufhören sollte:
-nö
-hab ja auch nich mit ihm angefangen
-war nur Mittel zum Zweck
-mir gefällts und nur das is wichtig ;-p
K.Scharr@gmx.de schrieb am 2006-07-04 00:07:14:
@Katana
Byzanz? Ein Orienttanz? Byzanz ist Istanbul ist Konstantinopel. 3 Namen eine Stadt. Diese Stadt war die Haupstadt vom Byzantinischen Reich und wurde Neu Rom, später Konstantinopel (nach dem Gründer Kaiser Konstantin - Konstantinopel=Stadt des Konstantin) und im nachhinein einfach Byzanz genannt.
Kalliope schrieb am 2006-07-03 11:58:47:
Da war das Sternenkind wiedermal zur Stelle! ;)
Das ist eine einmalige Idee! Der Vers 'ein kleiner Junge, schon fast ein Mann' birgt einen großen Gegensatz in sich, ich hoffe, du weißt das! Man würde bei einem Gedicht über Istanbul nicht an so einen Jungen denken (und daran, was er schon tut).
Nur fehlt mir irgendwie das Ende ein bisschen - ist nicht so ganz abgerundet.
Katana schrieb am 2006-07-03 11:13:15:
nicht schelcht.
Byzanz muss wohl eine traumhafte Atmosphäre ausstrahlen.
geht es dabai um einen Orienttanz?
sternenkind schrieb am 2006-07-03 08:38:17:
Schön, mal was anderes! Das du Geschichte mit ins Spiel bringst gefällt mir.
Naja, das ist halt unser Kev - der sich immer neues einfallen lässt!
Freu mich schon auf das nächste!
LG
sternenkind
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