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Kategorien > Romantik > Glücklichmacher

Ich & Du

von Tiramisu

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In einer sternklaren Dezembernacht, nur vom stillen hellerleuchteten Mond beobachtet, ging Lilia Redner die Straße hinunter, die sie schon ihr Leben lang kannte. Seit sich ihre Eltern scheiden ließen und sie am Wochenende zwischen ihrem Vater und ihrer Mutter hin und her pendeln musste, hatte sich in dieser Straße vieles verändert. Manches zum Guten, manches zum Schlechten und über manches wollte sie nicht nachdenken.
Zum Beispiel über ihren neuen Nachbarn Peter. Er war ein Jahr älter als sie, groß, gut gebaut, sehr attraktiv also, aber ziemlich eingebildet und arrogant. Er gab an und machte alle fertig, die nicht so toll waren wie er. Das war so ziemlich jeder Gleichaltrige, den er finden konnte. Lilia fand ihn schrecklich, hasste ihn schon beinahe, und trotzdem schlug ihr Herz immer einen Tick schneller, wenn sie ihn sah. Das ließ sich nicht vermeiden, denn ihre Gärten lagen genau neben einander. Obwohl er so fies und so ein verdammter Angeber war, dauerte es nicht lange, bis er Anhänger und Freunde gefunden hatte. Kaum eine Woche nach seinem Einzug in das Haus neben den Helgers war er der Schulschwarm schlechthin und sehr beliebt bei so ziemlich allen Schülern. Die Cheerleaderinnen schmissen sich förmlich an ihn und nur die Ausgewähltesten durften in seine Clique. Peter und Co. waren sogar beliebter als unsere Fußballspieler. In kürzester Zeit hatte sich so etwas wie ein Kastensystem gebildet.
Lilia starrte auf den Boden. Ja, nur die Auserlesensten durften in die Oberschicht der Peter-Westhoff-Clique, dachte sie und biss sich auf die Unterlippe. Nicht daran denken, ermahnte sie sich selbst.
Und über Mirja wollte sie erst recht nicht nachdenken. Mirja, die gegenüber von Lilia wohnte und ihre beste Freundin gewesen war. Sie hatte Peter auch sehr nett gefunden, das hatte sie Lilia gleich gesagt, als er hergezogen war. Doch Mirja war anders als Lilia, denn sie war hübsch genug, um eine Chance bei ihm zu haben. Sie war groß, schlank, hatte ein zierliches Gesicht, blaue leuchtende Augen und blonde Haare. Lilia dagegen hatte dunkel braune Haare und grüne Augen. Das war auch der Grund wieso Mirja in die Clique von Peter kam und Lilia nicht, das redete sie sich jedenfalls ein. Seit dem war ihre Freundschaft zu Mirja ziemlich kompliziert geworden. Nicht nur, dass Mirja jetzt nur noch mit Peter und dessen Clique unterwegs war, sie wurde langsam zu einer von denen. Die, die Lilia und sie früher nie leiden konnte und über die sie oft geschimpft hatten. Die, die kichernd in ihren Grüppchen standen und den Jungs mit ihren übermäßig geschminkten Wimpern zu klimperten. Die, die Lilia mied und die, zu der Mirja jetzt geworden war: Einer kleinen Zicke, die sich zu gut war für diese Welt. Eine weitere Miss Perfect.
Lilia schüttelte es bei dem Gedanken an ihre beste Freundin und Peter. Die Beiden verursachten bei ihr Bauchschmerzen. Mirja war seit ein paar Tagen mit ihm zusammen - das wurde in der Schule überall verbreitet - und nun knutschten sie ununterbrochen in der Öffentlichkeit herum. Dazu gehörte die Schule und alles was dazu zählt, die Straße in der die Drei wohnten, der Weg zur Schule und alle anderen Orte an denen man stehen und sich gegenseitig abschlabbern konnte. Lilia hatte sich schon längst daran gewöhnt, dass ihre beste Freundin jetzt nicht mehr ihre Freundin war und dass das Leben in ihrer Straße nicht mehr das war, das sie früher so gern gehabt hatte.
Aber es gab auch Dinge, über die Lilia zwar nicht nachdenken wollte, die aber eigentlich sehr schön waren. Da war ihre kleine Schwester, die letzte Woche ihren ersten Geburtstag gefeiert hatte und die ihre Mutter und ihr Stiefvater Helmut Anna nannten. Lilia gefiel der Name nicht. Sie fand, er passte nicht zu ihrer kleinen Halbschwester und versuchte daher immer noch ihre Mutter dazu zubringen das kleine Geschöpf umzutaufen, da es schon so viele Annas gab, aber ihre Mutter wollte nichts davon hören. »Nein Lilia, Anna bleibt Anna und sie wird immer Anna heißen. Sei doch froh, dann habt ihr was gemeinsam!«
»Ach ja? Und was bitte? Wir hätten was gemeinsam, wenn ihr sie Tulpe oder Nelke nennen würdet«, hatte Lilia ärgerlich geantwortet.
»Nein, ich meinte eigentlich das A in euren Namen«, hatte Juliane Helger gereizt klargestellt.
Jetzt hieß ihre kleine Schwester genauso wie ihre Ex-beste-Freundin mit zweiten Vornamen: Mirja Anna Mennering. Aber über sie wollte Lilia nicht mehr nachdenken, denn ihre anfängliche Enttäuschung über Mirja und deren Verrat an ihrer langjährigen Freundschaft hatte sich im Laufe der letzten Wochen in Wut und Zorn verwandelt. Sie hatten sich geschworen immer Freundinnen zu bleiben und dann kam dieser verfluchte Peter und brachte die beiden so einfach auseinander. Das wollte Lilia weder ihm noch Mirja verzeihen und ging ihnen lieber aus dem Weg. Ihr war bewusst, dass „Der Clique“ das ziemlich egal war, sie war sich nicht mal sicher, ob „die Clique“ überhaupt wussten, dass es noch andere Leute auf dieser Welt gab.
Lilia kam zum Park, der von den meisten Anwohnern als Hundeklo verwendet wurde und keinen sehr schönen Anblick bot. Sie ging den Weg quer durch den verwilderten Park und kam zu einer Wiese. Wohl die letzte hier in der Nähe. Sie gehörte einem Bauern, der fünfzig Kilometer entfernt in einem kleinen Dorf wohnte und kaum nach seinem Feld sah. Nur ab und zu wurde das Gras geschnitten, Warnschilder aufgestellt auf denen stand: Betreten verboten! Und die Hundebesitzer angemault, weil ihre Hunde auf der Wiese tobten. Lilia ging weiter und hatte bald das Ende der Wiese erreicht. Sie blieb stehen und sah sich um. Wo wollte sie eigentlich hin? Sie war einfach raus gegangen und los gelaufen. Nach dem Traum den sie gehabt hatte und nach dem sie nicht mehr einschlafen konnte, wollte sie nur noch weg. Sie ging wieder etwas weiter ins Feld hinein ließ sich in das verschneite Gras fallen, auf dem schon zwanzig Zentimeter Schnee lagen, und schaute in den nächtlichen Sternenhimmel.
Julius Listers lief zum Feld des alten Bauern Weldkirch, der nur einmal jährlich her kam um sich um sein total verkommenes Feld zu kümmern. Das große und wohl letzte Feld hier lag hinter dem Park. Dort konnte man in so sternklaren Nächten am besten die Sterne beobachten und die Gedanken schweifen lassen. Das hatte er jetzt dringend nötig. Seit Tagen konnte er nicht mehr richtig schlafen und wachte jedesmal mitten in der Nacht auf. Das Feld lag nicht weit von dem Haus der Listers‘ entfernt und Julius war schon oft nachts rausgelaufen um sich ins Gras zu legen und zu überlegen. Manchmal war er auch eingeschlafen und erst wieder bei Sonnenaufgang aufgewacht. Bis jetzt hatten seine Eltern nichts von seinen nächtlichen Abenteuern erfahren und ihm war ganz recht, wenn das auch so bleiben würde. Er ging zielstrebig darauf zu und blieb abrupt stehen, als er sah, dass da schon jemand lag. Er ging langsam auf die Person zu. Es war ein Mädchen, sie kam ihm bekannt vor und als er näher kam erkannte er, dass es Lilia war. Sie

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Kommentare

louisa schrieb am 2008-06-26 15:38:42:
TOOOOOL einfach nur toll so suess
KiaraMissKovu1981@gmx.de schrieb am 2007-04-16 20:43:23:
Die anderen haben Recht. Diese Geschichte ist noch schöner als deine Fahrkarten Geschichte. ;-)
BlackRaven schrieb am 2007-03-16 12:23:32:
Hi Ti
ich finde deine Geschichte echt klasse. Man hat das Gefühl, als sei es eine Momentaufnahme und du würdest gleich weiterschreiben, was ich echt gut fände. Wenn ich deine Geschichte durchlese, denk ich mir immer, dass es leicht sein könnte, das sie wirklich so passiert ist. Sie ist einfach zum träumen schön.
Nilli schrieb am 2007-02-23 18:24:27:
Deine Story ist tooooooooooootal süß!!!!!!!!
Camy schrieb am 2007-01-23 20:37:19:
Ich find deine Geschichte auch wunderschön!!!!!! Ganz großes Lob!!! *grübel* Ich überleg schon die ganze Zeit, welche mir am besten gefällt, aber ich kann mich nicht entscheiden... Deine Geschichten sind wirklich super!
Man mekrt deutlich, dass du sie geschrieben hast, also wenn ich mir dann mal so sachen angucke ;-)
cya Ti..^^
Camy schrieb am 2007-01-23 20:34:57:
Ich find deine Geschichte auch wunderschön!!!!!! Ganz großes Lob!!! *grübel* Ich überleg schon die ganze Zeit, welche mir am besten gefällt, aber ich kann mich nicht entscheiden... Deine Geschichten sind wirklich super!
Man mekrt deutlich, dass du sie geschrieben hast, also wenn ich mir dann mal so sachen angucke ;-)
cya Ti..^^
ANTIFLAG schrieb am 2007-01-23 20:34:55:
echt gute geschichte und vorallem solange XD ich lese eigentlich überhaupt nicht gern aber dass hab ich sogar zuende gelesen XDDDD nochmal glückwunsch ^^ bb
Tiramisu schrieb am 2007-01-23 06:43:15:
Erstmal herzlichen Dank an euch alle!

Es freut mich wirklich unglaublich wahrnsinnig, dass ihr meine Geschichte so toll finden *riesig grins* und über die Komplimente hab ich mit natürlich auch gefreut (da werd ich ja gleich rot *lach*)
Ich werde mich auch weiterhin bemühen zu eurer Zufriedenheit zu schreiben und kann hoffentlich den einen oder anderen Fehler, den ich hier gemacht habe bei anderen Geschichten vermeiden.
Nochmal vielen Dank, Ti

PS: Ja, du hdkA-Girl (XD), ich weiß, dass man nebeneinander zusammen schreibst *lach*, aber trotzdem danke für den Tipp... Beim nächsten Mal achte ich drauf ^^
Tiramisu schrieb am 2007-01-20 12:03:05:
Vielen, vielen herzlichen Dank , Lee ^^
Das freut mich unheimlich, dass dir meine Geschichte gefallen hat! Hoffentlich geht es dir mit meinen anderen Geschichten auch so *lach*
LG, Ti
hab-doch-keine-Ahnung schrieb am 2007-01-19 23:44:09:
Hi Tiramisu!

Ich finde die Geschichte sehr gelungen und könnte mir aufgrund der vielen Nebenhandlungen gut eine Fortsetzung vorstellen. Die Beziehungen der Personen untereinander werden gut dargestellt.
Du schreibst übrigens sehr gefühlvoll.

Liebe Grüße, hdkA

(P.S: "Nebeneinander" schreibt man zusammen.)
Franzi schrieb am 2007-01-19 17:02:46:
Die Geschichte ist echt toll! Ich find die total süß...eine richitg schne Liebesgeschichte.Kompliment an dich.Wenn du gern schreibst und Schriftsteller werden willst...du hast auf jeden Fall das Talent dazu!
Ebony schrieb am 2007-01-18 18:34:04:
@Lee dito, - sollte mir mal abgewöhnen zu Lesen, das hält man ja auf Dauer nicht mehr aus *schmacht*.
Nebbia schrieb am 2007-01-18 18:29:40:
ganz ehrlich:beste Kompliment, das ich vergeben kann. Eine super Geschichte total süß und einfühlsam.man kann sich richitg gut in die Situation hinein versetzen.echt tolle Geschichte...
Lee schrieb am 2007-01-18 12:55:27:
Hey ich find deine Geschichte echt süß!!!
Gut geschrieben, sehr gute Wortwahl ;-)
schöööhön^^

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