Idylle
von
Dreamgyrly
„Jetzt sitzen wir also hier", dachte Hilda sich.
Die Koffer im Kofferraum verstaut und sie beide saßen schweigend im Auto. Hilda war gespannt, wohin die Fahrt gehen sollte und vor allem wie das Hotel aussah, in das sie mit Bernd fuhr. Hilda hatte sich schon gewundert, dass Bernd ihr den Vorschlag von einem Urlaub gemacht hatte. Das war eigentlich so gar nicht seine Art und dann auch noch ein Hotel. Vielleicht gab es ja doch noch eine Chance für ihre Ehe. Doch warum sprach er dann jetzt nicht mit ihr? Hilda wollte nicht in Gedanken versinken und schloss die Augen. Ein Urlaub ist zum Relaxen da und das kann sie am Besten, wenn sie schläft. Gerade als Hilda am Einnicken war, spürte sie einen Ruck und machte blitzartig ihre Augen auf. Bernd hatte mal wieder eine Kurve zu scharf genommen. Typisch für ihn!
„Kannst du nicht bitte ein bisschen vorsichtiger fahren? Ich will versuchen, ein bisschen zu schlafen."
Bernd murmelte nur irgendetwas vor sich hin, wie er es gerne öfters tat. Hilda wusste, dass ihre Worte ihn wahrscheinlich nicht interessierten. Also sagte sie auch nichts weiter, auch nicht als Bernd eine Zigarette anzündete und kein Fenster aufmachte. Sie wollte keinen Streit anfangen, bevor sie noch nicht mal im Hotel waren. Nachdem einige Stunden vergangen waren, spürte Hilda ein Holpern und machte die Augen wieder auf. Sie las ein Schild auf dem stand : „Zum Bahndamm".
„Das hört sich ja vielversprechend an.", ging es ihr durch den Kopf. Doch noch ehe sie diesen Gedanken zu Ende gedacht hatte, sah sie Bahnschienen.
"Fahren wir jetzt weiter mit der Bahn?", fragte Hilda schon voller Freude, weil sie nicht glauben konnte, dass Bernd das Alles schon geplant hatte.
"Nein, wir sind am Ziel!" Sagte er in einem zufrieden Tonfall.
Hilda musste schlucken. Das konnte doch nicht sein Ernst sein! In einer verlassenen Einöde, in einem kleinen Hotel und dazu noch an Bahnschienen, das verstand Bernd also unter Urlaub. Er hatte sich nicht geändert. Wie konnte sie nur an etwas Anderes denken.
Während Hilda ihren Gedanken folgte, war Bernd schon zielstrebig auf den Eingang des Hotels zugegangen. Es war ein kleines, zierliches Hotel, wie es sich eben für so eine Einöde gehörte. Die Farben waren rot und braun im altmodischen Stil. Nichts Elegantes, nichts Schickes. Hilda wollte gar nicht erst daran denken, wie die Zimmer aussehen mochten. Schwer beladen schleppte Hilda sich zum Eingang. Wenn man sie so sah, würde man wahrscheinlich nicht annehmen, dass sie verheiratet wären. Jeder trug sein Gepäck alleine. Bernd war eben einfach nicht mehr der Kavalier, in den sie sich verliebt hatte; daran musste sie sich gewöhnen.
„Er hat sich verändert!" „Aber verändert sich nicht jeder Mensch mit der Zeit?", versuchte das Engelchen in Hilda, sie zu trösten. Im Gegensatz zu Hilda schien Bernd der ganze Ausflug zu gefallen. Mit einem netten, charmanten kleinen Lächeln sprach er mit dem Portier. Der Ton war rauh- lieblich, aber doch bestimmend.
"Welche Zimmernummer?... Nein, kein Zimmerservice! ...Die Putzmädchen bitte pünktlich, danke!" Das waren alle Sätze, die er mit dem Portier wechselte. Danach stiegen beide mit dem Gepäck zum Zimmer hinauf. Es war natürlich in der obersten Etage. Und so etwas wie ein Aufzug wäre für ein Hotel wie dieses, viel zu modern. Schon nach wenigen Treppen war Hilda erschöpft .Als Bernd das bemerkte, rief er ihr sofort barsch zu:
"Mach, dass du hoch kommst! Stell dich nicht so an. Wir wollen den Urlaub ja nicht damit verschwenden, Gepäck hochzutragen, oder?"
Ohne eine Antwort abzuwarten, ging er weiter. Auch in seinen Gedanken rieselte es. Er bereute langsam, den Vorschlag von diesem Urlaub gemacht zu haben.
"Was habe ich mir da nur eingebrockt. Ich bin nicht hier um meine Zeit zu verschwenden und in diesem kleinen Gang ewig zu stehen, nur weil Hilda nicht ihren Arsch hochkriegt. Hoffentlich wird das alles noch besser!" Während Bernd mit diesen Gedanken rasch weiterging, schleppte Hilda sich nur mühsam hoch. Sie war froh, als sie die Tür zu ihrem Zimmer erblickte und sie schnell die Koffer abstellen konnte. Sofort ließ sie sich auf einen Sessel fallen, der etwas weiter hinten im Zimmer stand. Eine kleine Pause musste sie sich mal gönnen. Gerade als sie für einen Moment die Augen schließen wollte, um sich kurz auszuruhen, hörte sie Bernds Worte:
"Du willst jetzt doch nicht schlafen! Ich habe Hunger, mach bitte etwas zu essen!"
„Das darf doch nicht wahr sein!", denkt sich Hilda. „Er sagt „Hüh" und ich muss springen. Und was soll ich überhaupt kochen? Ich habe ja nichts mitgenommen und den Service hat er ja abbestellt, dieser Geizkragen!"
Doch Hilda hatte keine Kraft, sich zu wehren und einen Streit anzufangen. Langsam schwang sie ihre müden Knochen wieder aus dem Sessel und bewegte sich in Richtung Herd, neben dem ein kleiner Schrank stand. Es fiel Hilda schwer, sich mit ihren 66 Jahren noch zu bücken, aber was tat man (Frau!) nicht alles. Sonderlich viel war nicht in dem kleinen Schrank zu finden, außer lediglich 4 Dosen Sauerkraut, Tomatensoße und Erbsen mit Möhren. Auch der Kühlschrank gab nicht gerade mehr her. Sie würde wohl in den nächsten Tagen einkaufen gehen müssen. Langsam fragte sich Hilda, wo der Unterschied im Gegensatz zu ihrem Zuhause war. Bei sich zu Hause saß Bernd auch immer auf der Couch und schaute Fernsehen und rauchte eine Zigarette nach der Anderen und sie, sie übernahm die Hauspflichten, wie das Kochen und das Putzen. Hilda rüttelte sich aus ihren Gedanken wach und nahm eine Packung Hackfleisch aus dem Kühlschrank. Sie wusste nicht, ob die ganzen Sachen noch gut waren, aber sie hatte keine Lust einkaufen zu gehen und irgendetwas musste sie ihrem Mann ja vorsetzten, wenn sie keine Diskussionen wollte. Das war ihr Schicksal. War es das denn überhaupt? Hilda musste sich jedesmal aufs neue ermahnen nicht in ihren Gedanken zu versinken, sie war eben schon immer eine Träumerin und eigentlich hatte sie auch gedacht, dass ihre Träume mit Bernd wahr werden würden. Doch mit der Zeit hatte er sich immer mehr verändert.
Wieder kam ihr der Gedanke, dass Menschen sich ändern und bei Bernd hatte es nach der Scheidung seiner Eltern angefangen, als er 24 war. Das hatte ihn sehr mitgenommen. Gab er seiner Mutter die Schuld? Hilda dachte es oft. Seit dem Vorfall wurde er geizig, grimmig und stur. Naja, und reden taten sie ja sowieso nicht mehr, nur belanglose Diskussionen, wie und wann gibt es essen und was.
Hilda war es aber Leid! Sie wusste, dass es so nicht weitergehen konnte. Dabei änderte sie selber nichts. Sie stand am Herd und kochte das Essen, wie immer! Im Hintergrund hörte Hilda wie Bernd rief:
"Ja, schneller, schneller, du schaffst es ...und jaaaa, ein Touch - Down."
In einer Hinsicht hatte Bernd sich allerdings nicht verändert. Er war immer noch ein typischer Mann: Er stand auf Sport! Bei diesen Gedanken huschte ihr ein kleines Lächeln über das Gesicht. Das Erste und es sollte auch das Einzigste bleiben in diesem Urlaub. Als das Essen fertig war, servierte Hilda es an dem kleinen runden Tisch, der aus Kiefernholz war. Sie und Bernd saßen sich gegenüber, aber er schaute sie nicht an, im Gegenteil, er schaute an ihr vorbei, hinein in den Fernseher. Immerhin hatte Hilda ihn dazu bringen können, den Fernseher auf lautlos zu schalten; doch sein Blick blieb haften.
„Wie schmeckt es dir?" fragte Hilda ihn mit Hoffnung, ein Gespräch einleiten zu können.
Doch es kam keine Antwort. Er hatte sie einfach überhört. Hilda fühlte sich zu erschöpft, um ihn nochmals zu fragen und damit rechnen zu müssen, weiterhin keine Antwort zu kriegen. So aß sie einen Bissen nach dem anderen und wartet e schließlich bis er fertig war. Nachdem Hilda abgespült hatte, fühlte sie sich etwas frischer und hatte Lust auf einen Spaziergang.
„Sag mal, wir könnten doch eine kleine Runde spazierengehen. Was hältst du davon? Die frische Luft tut bestimmt gut!"
„ Ich habe keine Lust und bin erschöpft.", antwortete Bernd nur mit kurz angebundenen Worten. „Meinetwegen!", dachte sie sich und legte sich ins Bett. Vielleicht hatte er ja recht und ich sollte mich auch erstmal von der anstrengenden Fahrt erholen. Als Hilda am nächsten morgen aufwachte, wunderte sie sich, dass Bernd nicht neben ihr lagt. Als sie das kleine Wohnzimmer betrat, sah sie, dass er wohl vor dem Fernseher eingeschlafen war. Mit leisen, kleinen Schritten holte sie aus dem Schlafzimmer eine Decke und wollte sie ihm zart überlegen. Schließlich sollte er nicht frieren. Gerade als sie die Decke abstreifte, schrecken Bernds Augen auf und er raunzte sie an:
"Kannst du nicht ein bisschen vorsichtiger sein? Ich wollte endlich mal ausschlafen! Weswegen sind wir denn sonst im Urlaub?!"
Ohne ein Kommentar von Hilda abzuwarten, es sollte auch keiner folgen ,drehte er ihr den Rücken zu. Mit traurigem Gesicht wandt Hilda sich dem Sessel zu und ließ sich nieder. Ihr Blick schweifte durch das große Fenster. Was hatte sie sich nur von diesem Urlaub erhofft. Langsam fand sie es schlimmer, hier im Urlaub zu sein, als zu Hause. Zu Hause, da konnte sie telefonieren und ihre Enkelkinder sehen. Aber hier...
Hier war sie abgeschnitten von der Außenwelt und zusammen in einem kleinen Raum mit einem grimmigen Mann, der wohl ihr Lebensgefährte war.
Nachdem Bernd endlich aufgestanden war, war Hilda schon einkaufen gewesen und hatte ein Frühstück zubereitet. Nachdem Bernd dann gefrühstückt hatte, dachte sie, es wäre ein guter Zeitpunkt, um die Sache mit dem Spaziergang noch einmal anzusprechen.
„Sieh nur, das Wetter dort draußen! Wie die Sonne scheint.", schwärmte Hilda ihm vor.
„Ja, recht nett...", sagte er, ohne nur einen Blick aus dem Fenster zu werfen. Stattdessen nippte er an seinem Kaffee.
"Komm, lass uns doch mal spazierengehen. Es muss herrlich sein bei diesem Wetter in dieser Gegend hier." „Nein, ich habe keine Lust. Hier drinnen ist es viel schöner."
Doch diesmal gab Hilda nicht so leicht auf und versuchte es weiter:
„ Ach komm, danach geht’s dir bestimmt viel besser und außerdem will ich nicht den ganzen Tag in diesem kleinen Raum verbringen und nichts tun"
"Ich sagte doch, du sollst dir etwas mitnehmen. Sieh, da gibt es Bücher! Mach es dir bequem wie ich und lese ein bisschen."
Alleine spazierengehen wollte Hilda nicht, sie kannte hier ja auch nichts und niemanden. Also gab sie schließlich nach und ging mit langsamen Schritten auf das Bücherregal zu.
„Mal sehen, was für eine Auswahl es hier gibt", dachte sie sich.
Als sie die Bücher durchging, musste sie feststellen, dass sie alle von ein und demselben Autor sind und sich fast alle mit dem Thema „Liebe" beschäftigten. Hilda zog aus der goldenen Mitte ein Buch heraus, setzte sich auf den Sessel und begann zu lesen. Schon nach wenigen Seiten merkte sie, dass es nicht gerade spannend war und die Gefühle, die beschrieben wurden ,viel zu unrealistisch waren. Am liebsten würde sie das Buch zuklappen ,doch dann hätte sie wieder nichts zu tun, also las sie weiter, obwohl sie bei fast jeder Seite den Kopf über diese absurden Phantasiezustände schütteln musste. So verging ihr zweiter Urlaubstag.
Auch der darauffolgende dritte Urlaubstag sollte nicht besser werden. Hilda versuchte erst gar nicht, Bernd zu einem Spaziergang oder ähnlichem zu überreden. Sie ging gleich in den Sessel, nahm ein Buch und kochte, wenn Bernd Hunger hatte. Doch mit der Zeit konnte sie sich nicht mehr auf das Buch konzentrieren, sie wollte auch gar nicht. Immer dieses Geschnulze! Im wahren Leben war es nie so leicht, wie es in diesen Büchern beschrieben war. Sie ließ das Buch aufgeschlagen auf ihren Knien liegen und schielte zu dem Fenster. Mittlerweile stand Bernd davor und sah durchs Fenster.
„Immerhin etwas!", ,denkt sie sich. Schließlich war es ja schon ein Fortschritt, dass der Fernseher nicht lief. Aber dennoch war es nicht das, was sie wollte. Er war nicht mehr der Mann, den sie geheiratet hatte. Gut, sie hatten früh geheiratet. Aber dafür kannten sie sich lange. Wäre das nicht die Basis für eine gute Ehe? Doch warum redete er nicht mit mir? Er beachtet mich ja noch nicht mal. Er tut so, als wäre für ihn alles in Ordnung. Oder ist für ihn alles in Ordnung? Er kann doch nicht denken, dass ich Tag für Tag im Urlaub sitze und gerne ein Buch lese. Was sollte ich denn sonst auch anderes tun...Vielleicht häkeln? Stricken? Nein! So weit würde sie sich nicht runterlassen. Dann würde sie sich ja wirklich alt und verbittert fühlen. Aber was ließ Bernd ihr denn für eine andere Möglichkeit? Wie konnte es nur so werden...Kann man sich einfach so auseinanderleben? Wir sind genauso wie Bernds Eltern. Nein, wie sie es waren vor der Scheidung...Vielleicht sollte sie dieselbe Entscheidung treffen, wie Bernds Mutter vor Jahren. Doch würde ihr Sohn dann genauso werden wie Bernd? Er ist der Einzige, dem sie das nicht zumuten will. Würde er sie dann auch für die Schuldige halten? Oder war sie vielleicht sogar die Schuldige? Ok, sie hatte immer alles durchgehen lassen und vielleicht dachte Bernd nun, sie hätte keine eigene Meinung. Aber sie liebte ihn doch und was tut man bekanntlich nicht alles für die Liebe. Und selbst wenn sie jetzt gehen würde, und den Sohn erstmal vergessen würde, vielleicht würde er sie ja verstehen, was hätte es noch für einen Sinn? In ihrem Alter würde sie sicherlich keinen neuen Mann finden und wer weiss, vielleicht würde sie es irgendwann bereuen? Sie weiss, dass sie in diesem Urlaub Spaß haben sollte, aber wie? In dem sie hier sitzt und Tag für Tag ein Buch nach dem Anderen liest, was sie gar nicht interessiert? Das kann nicht der Sinn davon sein. Wenn es doch nur ein Buch gäbe, indem sie jetzt einen Rat finden würde. Es wäre endlich mal ein Buch, das sie interessiert und das wirklich nützlich wäre. Aber wenn sie das brauchte, das Alles wirklich brauchte, ist es dann noch Liebe? So wird sie nie ihr Leben genießen können! Sie sollte sich bald entscheiden...
Doch nicht nur Hilda war in Gedanken von ihrem Urlaub vertieft, auch in Bernds Kopf zogen die Gedanken ihre Fäden.
„Es war eine gute Idee, hierher zu fahren. Ich habe wirklich keinen Grund, es zu bereuen, so wie ich es anfangs dachte. Gott sei dank nicht! Auch wenn Hilda ein bisschen Stress macht. So ist sie nun mal. Aber immerhin ist es hier schön ruhig und kein Stress wartet auf Einen. Außer natürlich manchmal Hilda... Es ist nichts vorgeschrieben und diese Landschaft hier ist wunderschön. Ich hätte nie gedacht, dass ein Urlaub wirklich eine gute Idee wäre und ich musste nicht mal sonderlich viel Geld ausgeben. Allerdings könnten die Haushilfen für dieses Geld schon mehr tun, aber nun ja...Kleine Mängel gibt es wohl überall. Aber er verstand Hilda nicht. Sie zeigte keine Freude und keine Lust, dabei war es hier doch so schön. Aber nein, sie machte Stress: hierhin, dorthin. Dabei soll man in einem Urlaub doch relaxen. Aber es war ja nicht so wichtig....Das würde schon noch kommen, bei dieser herrlichen Landschaft, in diesem herrlichen kleinen Hotel. Und während er so nachdachte, bekam er ein Hungergefühl und fragte sich dann auf einmal, was es wohl zu Essen gäbe...
Hilda konnte sich nicht aufraffen, das Buch weiterzulesen und klappte es zu. So ging es nicht weiter. Sie musste jetzt mal vor die Tür. Wer weiss, wann das Wetter umschlagen würde und wie lange sie noch die Chance hätten für so einen schönen Spaziergang:
„Bernd, kommst du bitte.", sprach sie ihn an und hoffte, dass er durch eine direkte Aufforderung vielleicht mitkommen würde.
Doch Bernd blieb starr stehen und schaute sie noch nicht mal an.
„Wohin denn?" fragte er nur in einem tiefen Ton.
"Hinaus! Ich würde gerne spazierengehen, diese Bücher sind nicht das, was ich mir unter einem schönen Urlaub vorstelle.."
"Und ich stelle mir keine Spaziergänge unter einem schönen Urlaub vor."
In dem Moment zündete Bernd sich eine neue Zigarette an. Jetzt platzte Hilda der Kragen und sie sagte sich:
,Jetzt oder nie!"
„Du, immer nur du! In einem Urlaub geht es da darum, dass alle Spaß haben und bisher sehe ich in diesem Urlaub keinen Unterschied zu Zuhause. Warum sind wir denn überhaupt hier?", begann sie, ihm alles vorzuhalten und aus ihren anfangs schwachen Worten wurden immer Stärkere.
Sie fühlte sich von Wort zu Wort sicherer, doch Bernd sah ihr nie in die Augen und drehte sich auch nicht um.
"Um dir eine Freude zu machen.", waren Bernds einzige Worte auf ihre Vorbehalte.
"Mir? Gut! und ich möchte einen Spaziergang, ich möchte mit dir reden, und ich möchte, dass du mich ansiehst. Ich möchte, dass du weniger rauchst und dass du mal anderer Laune bist! Immer deine Grieskrämereien. Da wird man ja verrückt."
„Aha."
„Aha? Ist das alles was dir einfällt? Dann kann ich es nicht ändern. Du bist genau wie dein Vater! Glaub mir, mir fällt es nicht leicht, aber wenn du mir nie zuhörst, wird sich nie etwas ändern und das mache ich nicht mit. Ich gehe. Hörst du mir zu? Ich gehe!"
Keine Reaktion kam von Bernds Seite. Gerade als Hilda sich umdreht und schweren Herzens kleine Schritte in Richtung Tür macht, ist Bernd sich am Umdrehen und sagt mit einer normalen Stimme, als wäre nichts passiert:
„Was kochst du heute abend?"
Kommentare
guaparina@web.de schrieb am 2008-10-22 12:12:46:
Hey!
Super gute Geschichte, hat Spaß gemacht sie zu lesen:)!
Wollte dich fragen, da ich zur Zeit ganz kurzfristig auf der Suche nach einer Kurzgeschichte bin, ob ich deine nehmen dürfte, um darauf einen Film zu machen, mit dem ich mich bei verschiedenen Filmhochschulen bewerben würde?!
Wäre über eine Antwort sehr erfreut!
Lg
Millam schrieb:
So stell ich mir die Ehe nach einigen Jahren vor!Hast du gut getroffen,bist wohl ne Realistin!Man wie mich der Mann aufregt und die Frau erst tut immer nur was er will.Naja ihr Pech.
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